Das Ostermann-Kartell (III)
Kriminelle gibt es viele! Jedoch sieht es im wunderschönen Saarland so aus, als wäre ein Landkreis ganz besonders davon betroffen. Man könnte fast meinen, es wäre eine unaufhaltbare Infektion, die in diesem schönen Landkreis immer weiter fortschreitet. So weit fortschreitet, bis es zu einer Jamaika-Koalition im Landtag kam.
Aus gut unterrichteten Kreisen wird derzeit verbreitet, das Herr Ostermann (der absolut kein juristisch unbeschriebenes Blatt ist) auch bereits an den Koalitionsverhandlungen zwischen der FDP, der CDU und den Grünen/B90 teilgenommen hat. Inwieweit man diesen Gerüchten trauen kann, werde ich nicht sagen. Fest steht nur, das dieses Gerücht in meinen Augen kein solches darstellt, sondern eine wirkliche Darstellung der Fakten.
Um jedoch das Getue der saarländischen Grünen besser verstehen zu können, muß man sich nicht unbedingt mit der Personalie Hubert Ulrich beschäftigen.
Lesen Sie dazu mehr auf: hangolin.ha.funpic.de
Nachlese zum „Tag der Deutschen Einheit“
Von Hans Fricke am 5. Oktober 2009 auf Saarbreaker
Kaum einer der führenden Politiker unseres Landes, die am 3. Oktober mit selbstzufriedenen Mienen und nicht minder selbstzufriedenen Reden und Erklärungen per Bildschirm Gäste in bundesdeutschen Wohnzimmern waren, wird in seiner Feierlaune einen Gedanken daran verschwendet haben, dass zur Bilanz von 19 Jahren deutsche „Einheit“ neben vielen anderen sozialen Ungerechtigkeiten die skandalöse Tatsache gehört, dass immer mehr lohnabhängig Beschäftigte gezwungen sind, nur noch für Miete, Strom und Lebensmittel in bescheidenem Umfang zu arbeiten.
Unbezahlte Überstunden, gar nicht oder nur dürftig bezahlte Praktikanten, Löhne von zwei und drei Euro pro Stunde, Menschen, die trotz harter Arbeit, einer 60- und mehr Stundenwoche nur noch durch staatliche Leistungen überleben können und Chefs, die sogar die Trinkgelder ihrer Beschäftigten kassieren, macht das von ver.di und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten initiierte „Niedriglohn-Barometer deutlich.
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Worte zur Wahl
Presseerklärung vom 21. September 2009 auf DIE.LINKE; Wählerinitiative.
Im Rahmen einer WählerInneninitiative rufen mehr als 100 Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler und Sportler zur Wahl der Partei DIE LINKE auf, darunter Schauspieler wie Ursula Karusseit und Mathieu Carriere, Musiker wie Barbara Thalheim und Andrej Hermlin, Olympiasieger wie Thomas Köhler, Klaus Köste und Meinhard Nehmer aber auch Rainer Ortleb, Bundesminister a.D., und Detlef von Larcher.
In dem Aufruf heißt es: "Unser Land steckt im Strudel einer tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise. Zweifel und Ängste haben die Menschen erfasst. Das Vertrauen in das System und seine Lenker ist erschüttert. Denn wo der Sachwert des Profits über den Persönlichkeitswert des Menschen regiert, müssen die Grundrechte verkommen: Die parlamentarische Demokratie wie die bürgerlichen Freiheiten, die sozialgebundene Marktwirtschaft wie das Streben nach hoher Bildung und Kultur für alle. Das Ende der Systemkonkurrenz im Osten hat die Schamgrenze der gewissenlosen Profiteure auf Null gesenkt. Sie nehmen die heutigen und kommenden Generationen für ihre Plusmacherei in Geiselhaft. Ihre politischen Geschäftsführer in den Regierungen und Parlamenten sorgen dafür, dass die Gewinne privatisiert und die Verluste der Allgemeinheit aufgebürdet werden.
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Tote für die Wirtschaft: So gehts !
Während der Mittelstand immer weiter in die Bredouille gerät, die Banken weiterhin im Pakt mit der Regierung ihr großes Geld machen, setzt ein Industriezweig -ungeachtet der Wirtschaftskrise und immer weiter steigender Arbeitslosigkeit -seine Arbeit unbeirrt fort. Steigert sogar die Produktion, sowie die Umsätze.
Ohne Sie jetzt in Panik versetzen zu wollen; das einzige was in Deutschland wirtschaftlich noch richtig gut funktioniert und gerade wieder boomt, ist die Rüstungsindustrie. Rheinmetall produziert wie am Fließband, 10% Umsatzwachstum sind für die nächsten Jahre geplant. Mit einer Bestellung von 405 Puma-Schützenpanzern im Gesamtwert von 3,1 Milliarden Euro ist dies der größte Auftrag seit dem 2. Weltkrieg. Die Diehl-Gruppe erweitert derzeit den Wehrtechnikbereich. Dort werden unter anderem Lenkraketen für Jagdflugzeuge herstellt. Bei Jenoptik ist der einzige gewinnbringende Bereich im Augenblick der Militärtechnikbereich. Boeing verzeichnet gerade einen Umsatz von 6% in der Rüstungssparte. Die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG, Tochter von TyssenKrupp, liefert der türkischen Marine Teile zum U-Boot-Bau. Mit 37 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket werden Tornado-Kampfflugzeuge modernisiert, für 17 Millionen Euro wird der Transportpanzer Fuchs von Rheinmetall auf den neuesten Stand gebracht, für weitere Millionen aus diesem Topf soll die Bundeswehr neue Spähwagen und Maschinenpistolen erhalten.
Diese Meldungen sollten Sie zu Recht beunruhigen.
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Deutschlandgedanke: Es geht los
Wie ernst ist es uns?
Nach Worten des Aufsichtsratschef von Villeroy & Boch, Wendelin von Boch, werde die Firma im Fall einer rot-rot-grünen Machtübernahme über eine Verlagerung des Firmensitzes nachdenken.
Quelle: Focus (Mirror: duckhome.de)
Villeroy & Boch wird nicht die einzige Firma sein die, durch Druck, durch den Versuch uns erpressen zu wollen, unsere Ernsthaftigkeit in Frage stellt. Es ist die Zeit gekommen, in der sich die Spreu vom Weizen trennen wird. Die Zeit wo wir uns die Frage gefallen lassen müssen wie weit wir zu gehen bereit sind. Ist es uns ernst mit unseren Forderungen an die Politik? Sind wir bereit unter dem Scheffel der Unterdrückung hervorzukriechen, alles erdenklich Mögliche dafür zu tun, daß wir uns nicht weiter ausnehmen lassen?
Die Ansage Villeroy & Bochs ist nicht darin begründet, daß sie Angst vor dem Kommunismus oder vor den roten Socken haben. Das ist eine infame Lüge! Ihre Angst ist es, finanzielle Einahmen mit den Bürgern und Bürgerinnen dieses Landes teilen zu müssen -abgeben zu müssen; Angst davor nicht mehr erzielte Gewinne an sich reissen und binden zu dürfen.
Sie alle, die vor rot-rot Koalitionen warnen, sie alle haben Angst ihr Geld und somit ihre Macht zu verlieren.
Lassen Sie sich einschüchtern von dieser räuberischen Erpressung? Lassen Sie sich von der Macht vereinnahmen und weiter ausbeuten? Oder sind Sie standhaft mit Ihren Forderungen nach einem flächendeckendem Mindestlohn? Sind Sie standhaft bei der Forderung nach einem lebenswerten Leben? Sind Sie es?
Es ist Ihre Zeit gekommen zu zeigen wieviel Mut Sie haben -Zeit den Mitmenschen da draußen zu zeigen, daß man sich auf Sie verlassen kann. Das es Ihnen ernst ist von dem Sie immer wieder sprachen... Oder verraten Sie alle anderen, weil Sie Angst um sich selbst haben?
Deutschlandgedanke: Die Wirtschaftsmatrix
Im Science-Fiction Film "The Matrix" geht es vorwiegend um Maschinen die unsere Welt vereinnahmen und Menschen nur noch für Produktionszwecke leben. Arbeitstiere denen es nicht gestattet ist nachzufragen warum sie eigentlich leben. Tun sie es doch, werden sie diskriminiert, gemaßregelt, gefoltert und auf das Übelste verfolgt, oftmals sogar ausgeschaltet. Niemand darf den Hintergrund seines Daseins erfahren. Neo macht einschlägige Erfahrungen und versucht sich, im Zusammenschluß mit einer Gruppe Aufständiger, gegen die Vorherrschaft der Maschinen zur Wehr zu setzen.
Einen Aspekt vermisse ich jedoch in dem Film. Je mehr Maschinen unser Tagwerk verrichten, desto weniger Menschen sind nötig um normale Arbeit auszuführen. Sie existieren lediglich nur noch um die Maschinen zu bedienen, zu warten oder gegen neue auszutauschen. Selbst die Herstellung neuer Maschinen bedarf nur noch wenig menschlicher Arbeitsleistung. Alles funktioniert wie am Fließband. Hinten Material rein, vorne Maschine raus.
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Deutschlandgedanke: Schuldeingeständnis
Ja, wir sind Schuld an der ganzen Misere. Wir sind zu dumm Entscheidungen über unseren Lebensstil treffen zu können. Wir brauchen Hilfe! Wir brauchen eine Angela Merkel, wir brauchen einen Wolfgang Schäuble ebenso wie eine Ursula von der Leyen. Genauso brauchen wir einen Steinbrück, Müntefering oder eine Ulla Schmid. Nicht einmal den Hintern können wir uns selbst abwischen und deshalb brauchen wir jene Politiker. Deshalb müssen wir wählen gehen im September. Sie wollen uns, sie bekommen uns.
Und wenn sie tatsächlich einmal Scheiße bauen sollten, na -nichts leichter als das -dann tauscht man sie einfach eben schnell aus. Dann sitzen dort wieder die gleichen Lumpen. Es ändert sich nichts.. bis auf ihre Namen. Aber was sind schon Namen? Namen vergehen, sind wie Schall und Rauch.
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CSU-Generalssekretär Alexander Dobrindt und seine einzige kluge Frage
Alexander Dobrindt macht normalerweise dem mittleren Teil seines Namens alle Ehre obwohl man seine Art Denken vorzutäuschen normalerweise eher mit kastrierten männlichen Rindern, also Ochsen in Verbindung bringen möchte. Aber selbst das blindeste Huhn findet irgendwann mal einen Korn oder trinkt ihn aus.
Niemand weiß, wie Dobrindt auf die geniale Idee kam oder wer sie ihm aufgeschrieben hat, aber mit einer einzigen Frage wird er in die deutschen Politikannalen erscheinen und quasi unsterblich werden. Seine Frage lautete:
Wo ist das Wirtschaftskonzept der FDP, und welche Köpfe stehen dafür["CSU-Generalssekretär Alexander Dobrindt und seine einzige kluge ... »]
Versuch der Monopolstellung des politischen Marktradikalismus
Medien passen sich an. Freiwillig oder gedrängt. Es wird über die guten Seiten des Regimes und über Deutschlands wiedererlangtes Selbstwertgefühl und Ansehen in der Welt berichtet. Von der Politik behauptete außen-, militär und sicherheitspolitische Aspekte werden kontinuierlich wiederholt um sie im Ergebnis zum Erfolg zu bringen. Das Ergebnis lautet: Bringe die Bevölkerung dazu zu glauben, der politisch gewählte Weg sei richtig, damit man unbehelligt mit dem fortführen kann was u.U. auch grundgesetzwidrig ist.
Ehre sei Gott in der Höhe und den Menschen ein Wohlgefallen
Ständige Lobhudeleien verstärken die Aussagen. Lobeshymnen auf die Umsicht der jeweiligen Parteiaussagen in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen, Lobpreisungen der regierungsstaatlichen Fürsorge bei der Lebensgestaltung der BürgerInnen trotz anhaltender und kritischer Bedenken oder Widerlegungen. Das Ergebnis lautet: Instrumentalisierung propagandistischer Ziele zur Umsetzung von Gesetzesänderungen zum wirtschaftspolitschen Nutzen.
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Berlin droht Verkehrs- und Wirtschaftschaos
Der S-Bahn Berlin GmbH droht Presseberichten zufolge möglicherweise der Entzug der Betriebserlaubnis. Berlin wäre dann ohne S-Bahn. Eine verkehrspolitische Katastrophe, ein Desaster für Wirtschaft, Umwelt, Mobilität und Lebensqualität in der Hauptstadt.
Die Auflagen des Eisenbahn-Bundesamtes führen aktuell dazu, dass der S-Bahn Betrieb in Berlin stark eingeschränkt und zum Teil durch Busse ersetzt werden muss. Diese Einschränkungen werden noch Monate andauern. Die auf die S-Bahn angewiesenen Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Arbeitsplätze zu erreichen, weil die in stark ausgedünntem Takt fahrenden Züge oft so überfüllt sind, dass sie nicht mehr zusteigen können.
Dabei ist die Aktuelle Verkehrskrise in Berlin noch der Glücksfall. Der Unfall mit einem gebrochenen Rad am 1. Mai in Berlin ist glimpflich ausgegangen und hat das Eisenbahn-Bundesamt zum Einschreiten gebracht. Damit ist möglicherweise ein folgenschwerer Unfall in Berlin verhindert worden. In Italien (Viareggio) kam es kürzlich zu einer Katastrophe.
Gelder der S-Bahn Berlin GmbH zur Überweisung an die Deutsche Bahn AG sind nur "übrig", wenn weiter auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste, der Qualität und Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs und der Berliner Steuerzahler gespart wird. Mit der Entlassung des kompletten Vorstands der S-Bahn Berlin GmbH ist es nicht getan (wenngleich dieser Schritt notwendig und richtig war, die Manager gehören allerdings abfindungslos entlassen).
Die Deutsche Bahn AG muss ihre Strategie grundlegend ändern. Es ist höchste Eisenbahn, dass der Konzern wieder den Fahrgast in den Mittelpunkt stellt und nicht das Geldverdienen.
Dieser Text befindet sich als Begründung zu einer eingereichten Petition zur Behandlung vor dem Bundestag in Sachen Deutsche Bahn AG und dem Berliner S-Bahn-Verkehr. Gefordert wird darin:
- die Renditeziele der Bahn-Tochter S-Bahn Berlin GmbH deutlich zu senken,
- das Budget für Investitionen und Instandhaltung der Bahn-Tochter S-Bahn Berlin GmbH deutlich zu erhöhen und insbesondere
- Schließungen von Werkstätten rückgängig zu machen und
- Personal zur Instandhaltung zusätzlich einzustellen.
Berliner Bürger und Bürgerinnen bitten um rege Unterstützung der eingereichten Petition. Mitzeichnen können Sie hier: E-Petition Bundestag ID 5948
Kraboom!!: Union will nach der Bundestagswahl Zwangsarbeitsdienst gesetzlich einführen
Da mir die Worte im Hals stecken bleiben (besser ist das!) ein kurzer Ausschnitt aus der "Berliner Umschau":
Die FDP sagt bereits jetzt offen, dass die Hartz IV Regelsätze um 30 Prozent gekürzt werden sollen.
Auch die Union ist der Auffassung, dass der ALG II Regelsatz zu hoch ist. Hier ist allerdings ein filigraneres und somit auch weit zynischeres Vorgehen geplant. CDU/CSU wollen laut ihrem Regierungsprogramm für ALG II Empfänger sogenannte "Anreize zur Arbeit" schaffen, die nichts weiter beinhalten, als dass die bereits lange geplante Abschaffung der Freibeträge für Zusatzverdienste von rund 100 Euro Brutto auch noch ersatzlos gestrichen werden.
Damit jedoch noch nicht genug. Die Pflicht zur Gegenleistung für das stattliche Almosen soll nach dem Willen der Union gesetzlich verankert werden, was nichts weiter bedeutet, dass Hartz IV Empfängerinnen und Empfänger in Zukunft ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung zu stellen haben, ansonsten werde ihnen sämtliche Leistungen ersatzlos gestrichen. Die immer noch auf dem Papier stehende Verpflichtung einer Gemeinnützigkeit bei den 1 Euro Jobs soll dabei ebenfalls komplett wegfallen und die Hartz IV Bezieher sollen, ebenfalls nach dem Willen der Union, auch in der Privatwirtschaft eingesetzt werden können.
Lesen Sie selbst, stellen Sie zuvor aber bitte eine Kotztüte bereit: "Berliner Umschau"
[Update] Dowload: Original-Artikel (16 MB)
Die Wirtschaft betrügt für Merkels Wahlsieg
Das die deutsche Wirtschaft nie auf der Seite der Menschen in Deutschland gestanden hat und auch nie stehen wird, ist spätestens nach ihrer Anbiederung an Kaiser Willhelm und die Nazis bekannt. In der Anfangszeit der Bundesrepublik gab es noch so etwas wie einen Konsens darüber, dass um den real existierenden Sozialismus in der DDR zu bekämpfen, die Ausbeutung der Arbeitnehmer Grenzen hatte.
Seit dem Gerhard Schröder zusammen mit dem kriminellen Peter Hartz, das Signal zur Totalausbeutung gegeben hatte, hat die Gier den Vorrang vor dem Verstand und die Verantwortung wurde ganz abgeschaltet. Mit dem Platzen der Finanzblase und der aktuellen Weltwirtschaftskrise ist diese Entwicklung eigentlich zu Ende. ["Die Wirtschaft betrügt für Merkels Wahlsieg" mehr »]
Die Aktionäre sind verantwortlich - ziehen wir sie zur Verantwortung
Die Bürger sind empört, obwohl sie mit der Finanzkrise, die die Weltwirtschaftskrise auslöste nichts zu tun haben, sollen sie jetzt für die Schäden aufkommen. Bei der Suche nach den vermeintlich Verantwortlichen landen sie dann meist bei den Managern, die maximal widerwillig zurücktreten und dazu noch goldene Handschläge und Riesenboni mitnehmen.
Diese Sichtweise ist falsch. Die Manager sind Angestellte ihrer Firmen. Sie haben ihre verderbliche Macht nur deshalb, weil die Eigentümer dieser Firmen, die Aktionäre, sie ihnen geben. Also tragen die Aktionäre letztendlich die gesamte Verantwortung. Tatsächlich aber bleiben sie völlig unbehelligt, wenn ihr Unternehmen versagt. Sie können maximal ihren Einsatz verlieren. ["Die Aktionäre sind verantwortlich - ziehen wir sie zur ... »]
Karstadt total!
Von Andreas E. am 10. Juni 2009 auf Trottelbot
Nun ist es amtlich - Arcandor stößt Karstadt/Hertie wohl demnächst an Metro ab, bevor dann ganz groß Insolvenz gefeiert wird, weil die Familie Schickedanz und die Sal Oppenheimer-Bank sich total an der Börse verzockt haben. Oder war es nicht die Börse, sondern die Arbeitnehmer?
Fest steht mittlerweile: Arcandor war ein großer und fett gefressener Riese, der sich nicht beherrschen konnte. Und dort, wo keine Selbstbeherrschung vorhanden ist, feiert normalerweise die Unfähigkeit fröhliche Urständ.
Leider ist es nun schädlich für das deutsche Volksgut (sprich Arbeitnehmer), das hierbei nun ungefähr 58.000 Arbeitsplätze dem Gewinnstreben einer Handvoll gieriger Aktionäre geopfert werden. Dabei ist klar, das Karstadt prinzipiell gar nicht Pleite ist - nur sind die Besitzer zu geizig, Teile ihres Vermögens in das Unternehmen zu reinvestieren.
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Aufgelesen 171
● Nach der Europawahl ist vor der Bundestagswahl: Der Marsch ins Dritte Reich
● Bist Du gegen die Industrie wirst Du getötet
● „Das war ein Schritt zum Polizeistaat!"
● Meinungsfreiheit - eine bedrohte Tierart
● Schweiz: Wirtschaft schrumpft, Arbeitslosigkeit steigt, Exporte brechen massiv ein
● Deutsche Industrieproduktion minus 24,1 %
["Aufgelesen 171" mehr »]
Aufgelesen 170
● Deutscher Export bricht um bis zu 30% ein
● Die peste Lösung - Quarantäne für Politiker
● Unterschiedliche Taktiken, gleiches Ziel
● Deutsche Kinderhilfe e.V. fordert zu Straftaten auf
● SPD: DU Wähler bist schuld!
● Die wahren Gewinner: Out of Business
["Aufgelesen 170" mehr »]
Was derzeit wirklich geschieht – Teil 2
Erschienen auf "Mein Politikblog" am 7. Juni 2009
Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt
Die zahllosen Antworten und die überwältigende Unterstützung als Reaktion auf meinen ersten Text haben mir klar gemacht, dass ich mit meinem Empfinden so weit nicht weg bin von der tatsächlichen Entwicklung in unserem Land und den echten Sorgen unserer Bürger. Die Grundhaltung, diesen zweiten Teil zu schreiben , ist eine gänzlich andere als beim ersten Mal:
Wenn es Anfang Februar 2008 noch so war, dass ich mir eine Türe aufgeschlossen habe und panikartig eine erste Meldung an alle Betroffenen ausrufen wollte, so sitze ich nun seit Wochen starr vor dem gesamten Blick in einen Raum, den ich nicht vollständig beschreiben kann. Seit Wochen weiß ich, dass ich diesen Text verfassen muss, aber während ich im Bezug auf unser Gesundheitswesen noch relativ klar die paar Fakten ordnen konnte, fällt es mir umso schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen.
Ein gewogener Journalist hatte den Umfang meines ersten Textes kritisiert: Die Menschen könnten einfach keine längeren Schriftstücke mehr lesen, sondern würden plakative kurze Schlagworte benötigen, um sich einen Überblick zu verschaffen.
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Was derzeit wirklich geschieht – Teil 1
Erschienen auf "Mein Politikblog" am 6. Juni 2009
Schon länger ist klar, dass unser jetzt herrschendes Gesundheitssystem eine bewusst gewollte Entwicklung der Politik ist. Und nicht etwa eine Aneinanderreihung von handwerklichen Fehlern.
Den nachfolgenden Bericht (liegt mir als Dokument vor) veröffentliche ich mit der freundlichen Genehmigung des Autors Dr. Jan Erik Döllein.
Was derzeit wirklich geschieht
Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt
Ich bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden Hausarztpraxis in Neuötting, Oberbayern, geistig gesund und ein völlig normaler Bürger mit einer Lebensgefährtin und einem 15 Monate altem Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf, linkspolitische und revolutionäre Gedanken zu pflegen. Es ist nicht meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollständiger schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun.
["Was derzeit wirklich geschieht – Teil 1" mehr »]
Welche Elite soll denn da Angst haben
Martin Weigert hat auf NETZWERTIG.COM einen sehr interessanten Artikel "Die Elite hat Angst" zum Siegeszug des Internets veröffentlicht. Dabei glaubt er erkannt zu haben, weshalb die Leute, die er als Deutschlands Eliten ansieht, so wenig netzaffin oder besser noch vollständige Gegner des Netzes sind.
In Deutschland aber garantiert traditionell etwas anderes hohes Ansehen: Klassische Bildung, so beispielsweise exzellente Kenntnis deutscher Geschichte, Konflikte, Dichter, Philosophen und Literaten. Wer dieses Wissen beherrscht und ein ausführliches Universitätsstudium vorweisen kann, muss sich nicht davor scheuen, im Rampenlicht zu stehen, und hatte bisher gute Chancen, Einfluss und Macht zu erlangen. Folgt man hingegen seinem unternehmerischen Drang oder ist gar darauf aus, viel Geld zu verdienen, muss man sich mit weit weniger Status abfinden - selbst wenn dabei Jobs entstehen und mitunter positiv auf die zukünftige Entwicklung des Landes eingewirkt wird. Und überhaupt: Reich zu sein, gehört in Deutschland bekanntlich nicht zu den Dingen, von denen man stolz seinem Nachbarn berichtet.["Welche Elite soll denn da Angst haben" mehr »]
Die Elite in Deutschland kann nicht - wie ihr Pendant in den USA oder in Schweden - offen auf das Netz zugehen, sich vorurteilslos mit ihm auseinandersetzen und versuchen, die Vorteile für die Gesellschaft zu erkennen und zu nutzen. Sie definiert sich nämlich zu einem großen Teil über klassische Bildung, über ihren intellektuellen Stand. Das Internet beendet dessen Tauglichkeit als Alleinstellungsmerkmal.
Schubsen gilt nicht? Doch, jetzt schon.
Immer weiter dreht sich das Rad und zieht alles in den Strudel der Krise. Von der ganz großen Weltpolitik, zu den kleineren Politikebenen, weiter zu Finanzen, Industrie, Landwirtschaft und Handel. Jetzt sind wir gerade bei Arcandor und seinen Konzernteilen.
Ich kaufe fast alles bei Karstadt. Erstens ist eine Karstadt-Filiale von mir aus fußläufig zu erreichen, zweitens finde ich es praktisch, alles unter einem Dach vorzufinden, drittens finde ich die Qualität gut. Aber am meisten schätze ich den Rat der Verkäuferinnen. Ob Winterjacke für eine Frau in den verschwitzten Wechseljahren, ob BH für die 17-jährige Nichte oder für mich, die Tante, - ob man das sauteure Herthatrikot oder den x-ten Füller für den Sohn braucht. Die Karstadtverkäuferin weiß immer das passende. (Kürzlich hätte ich beinahe versehentlich Füllertinte mit Rosenduft für meinen 14-jährigen Sohn gekauft! Was es alles gibt.)
An dieser Stelle mal ein ausdrückliches Danke an die vielen Frauen (und die wenigen Männer), die uns auf diese Weise bei unseren Einkäufen zur Seite stehen!
["Schubsen gilt nicht? Doch, jetzt schon." mehr »]
Ich kaufe fast alles bei Karstadt. Erstens ist eine Karstadt-Filiale von mir aus fußläufig zu erreichen, zweitens finde ich es praktisch, alles unter einem Dach vorzufinden, drittens finde ich die Qualität gut. Aber am meisten schätze ich den Rat der Verkäuferinnen. Ob Winterjacke für eine Frau in den verschwitzten Wechseljahren, ob BH für die 17-jährige Nichte oder für mich, die Tante, - ob man das sauteure Herthatrikot oder den x-ten Füller für den Sohn braucht. Die Karstadtverkäuferin weiß immer das passende. (Kürzlich hätte ich beinahe versehentlich Füllertinte mit Rosenduft für meinen 14-jährigen Sohn gekauft! Was es alles gibt.)
An dieser Stelle mal ein ausdrückliches Danke an die vielen Frauen (und die wenigen Männer), die uns auf diese Weise bei unseren Einkäufen zur Seite stehen!
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Reden über Deutschland - mit Gesine Schwan?
Ja, Jochen, lass uns mal kurz über Deutschland reden. Warum nicht. Du Tarzan, ich Jane. Okay? Deutschland verschwendet seit langer Zeit eine große Ressource: die Frauen ab 50. Frauen ab der Lebensmitte verfügen über die größtmögliche Lebenserfahrung. Sie können Beruf, Haushalt, Familie, Liebe, Freundschaft, Gesundheit, Schönheit, Kultur, Garten, und vieles mehr. Manche haben in diesem Alter immer noch einen Mann zu Hause, andere nicht. Ist den Frauen bis zu diesem Alter ihre Biographie gelungen, - in der Regel ist dafür ein eigenes Einkommen Voraussetzung und eine gehörige Portion Lebensmut - macht es meist keinen großen Unterschied mehr, ob sie verheiratet oder alleinstehend ist.
Diese Frauen werden dennoch ab den 40ern quasi unsichtbar. Sie verschwinden von sämtlichen Bühnen, den privaten und den öffentlichen. Das merkt niemand. Die Frauen selbst wohl auch nicht, weil sie in diesen Jahren mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind. Gleichzeitig legen die Männer nochmal richtig los, kaufen sich ein dickes Auto oder Motorrad, laufen jüngeren Frauen hinterher, und unternehmen neue Karriereversuche, kurz: sie wollen es nochmal richtig wissen. Wir kennen das alles. So kommt es, dass die Frauen verschwunden bleiben, während wir weiterhin von Männern hören und sehen, bis ins Greisenalter. Vorausgesetzt, sie verfügen über Geld oder über umwerfenden Charme. Denn ohne Geld oder Charme ist der alte Mann ein alter Mann. Nutzlos. (Die alte Frau hat da Vorteile, weil sie sich in der Regel noch nützlich machen kann. Da sind wir wieder bei den anfangs erwähnten lebenslang erworbenen Fähigkeiten).
["Reden über Deutschland - mit Gesine Schwan?" mehr »]
Diese Frauen werden dennoch ab den 40ern quasi unsichtbar. Sie verschwinden von sämtlichen Bühnen, den privaten und den öffentlichen. Das merkt niemand. Die Frauen selbst wohl auch nicht, weil sie in diesen Jahren mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind. Gleichzeitig legen die Männer nochmal richtig los, kaufen sich ein dickes Auto oder Motorrad, laufen jüngeren Frauen hinterher, und unternehmen neue Karriereversuche, kurz: sie wollen es nochmal richtig wissen. Wir kennen das alles. So kommt es, dass die Frauen verschwunden bleiben, während wir weiterhin von Männern hören und sehen, bis ins Greisenalter. Vorausgesetzt, sie verfügen über Geld oder über umwerfenden Charme. Denn ohne Geld oder Charme ist der alte Mann ein alter Mann. Nutzlos. (Die alte Frau hat da Vorteile, weil sie sich in der Regel noch nützlich machen kann. Da sind wir wieder bei den anfangs erwähnten lebenslang erworbenen Fähigkeiten).
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Eine Art von Hure

Ein Herz für Geld
Werbung zielt auf Eroberung ab. Das weiß man spätestens seit den letzten Tagen von Troja. Doch ab und zu kommt es vor, dass einer dieses klebrige Gespinst aus Lügen, Manipulation, Halbwahrheiten und falschen Versprechungen durchbricht und eine leicht bekömmliche Dosis Wahrheit verbreitet. Sascha Hanke, seit Beginn dieses Jahres Geschäftsführer der Kreation von Jung von Matt, ist einer davon. In einem Interview mit dem Popkultur-Magazin »Umagazine« (Design EXTRA) bezeichnet er den Werber als »…so eine Art Hure«.
Mich wundert, daß es keinen Aufschrei der Entrüstung von Seiten des Bundesverbandes sexueller Dienstleistungen e. V. gibt, oder zumindest eine Differenzierung derartiger Vergleiche. Ein Werber gehört weder zur Gattung »Hure«, noch darf er sich als solche bezeichnen. Denn Werbung befriedigt keine Bedürfnisse. Sie erzeugt welche. Darum ist sie letztlich in ihrer Funktion als verlängerter Arm der Unternehmen (Freier) wohl eher eine Art Zuhälter. Dagegen sind wir die Huren (Konsumenten).
Sollte ein Zuhälter irgendwelche Gewissensbisse bekommen, wenn er seine Huren den Freiern zum Fraß vorwirft, damit deren Begierden (Profit) gestillt werden? Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Nein. Auch dann nicht, wenn die Angestellten manchmal alles schlucken müssen. Hauptsache, der Kunde bezahlt und ist's zufrieden. Sonst kommt man nicht nach vorne oder muss in eine andere Liga wechseln. Woher also dieser plötzliche Anflug moralischer Bedenken? Buhlt da jemand um Absolution für seinesgleichen?
Ich denke nicht. Die Geilheit nach Geiz hat man doch mit Erfolg aus den oberen Sphären der Gesellschaft heruntergeholt und sie nachhaltig in die Köpfe der Mittel- und Unterschicht gerammt, Verzeihung, gereimt. Ebenso die wiederaufbereitete Anti-Pessimismus-Kampagne zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wer so professionell lügt, braucht weder eine Art von Zensurbrille noch eine Union-Jack-Tarnkleidung. Abgesehen davon finde ich dieses Outfit, wenn man es auf die Fakten runterbricht, viel passender für einen Zuhälter, als für eine Hure. Doch das ist Geschmacksache.
Werbung erzeugt ab und zu auch bei mir ein komisches Gefühl. Besonders, wenn es um Fragen der Moral und der Menschenliebe geht. Kriegswaffen müssen nicht unbedingt direkt sein, wenn man bedenkt, dass einzelne Komponenten durchaus ein Ganzes ergeben. Die Kriegführenden Parteien starten sogleich das volle Programm mit Streubomben und Phosphorgranaten. Das hinten nicht nur ein Euro pro investiertem Euro wieder herauskommt, sondern gleich ein Vielfaches an zivilen Opfern, ist auch klar. Doch da besteht immerhin die Möglichkeit, sein Gewissen zu beruhigen, indem man grüne Techniken bewirbt. Aber vielleicht ist eher das damit gemeint?
Ja, solange der »Spartrend« in den deutschen Haushalten anhält, müssen sich die Werber neue Strategien ausdenken. Allein mit einem hölzernem Hottehü-Pferdchen werden sie die Herzen der Menschen nicht mehr erobern können. Und schon gar nicht das Geld, weil das bereits anderweitig einkassiert wurde.
Was will man machen?
Kalbshaxe Bürgerliche Art
(...)
Nikolas Tomski (Klaus Kinski): »Indessen konstituiert sich die Internationale der Proleten. Dagegen etablieren wir die Internationale der Moneten. Sie verdient mehr Vertrauen, glauben Sie mir. Worte wie: ›Kriegführende Alliierte‹ gehören der Vergangenheit an. Wir haben keine ›Freunde‹ mehr, wir haben ›Partner‹. Wir haben keine ›Feinde‹ mehr, wir haben ›Kunden‹. Das Kapital kennt keine Grenzen mehr.«
Xavier Maréchal (Alain Delon): »Die Korruption natürlich auch nicht.«
Nikolas Tomski: »Deshalb wird auch die Veröffentlichung der Akte Serrano nicht das Geringste ändern. Ich werde demissionieren, zwei oder drei Politiker müssen ihren Hut nehmen, Sie landen im Gefängnis. Im Grunde wird sich überhaupt nichts ändern.«
Xavier Maréchal: »Sie vergessen dabei aber völlig die öffentliche Meinung.«
Nikolas Tomski: »In der Lockheed-Affäre hat sie geschlafen.«
Xavier Maréchal: »Und der Fall Nixon?«
Nikolas Tomski: »Da ging’s nicht um Geld, es war eine Frage der Moral.«
Xavier Maréchal: »Ah! Es gibt sie also, die Moral!?«
Nikolas Tomski: »Keine Aufregung, dieser Skandal wird sich nicht wiederholen. Monsieur Maréchal, sie haben eine vorsintflutliche Ehrauffassung. Sie hat keine Beziehung zur Wirklichkeit mehr. War es nicht Ihr letzter großer Staatschef, der einmal gesagt hat, daß sie alle Kälber wären? Und was stört es denn schon, das ›Kalb‹ (Deutungsvolle Geste zu Xav), wenn ein Kabinettschef oder ein Staatssekretär sich schnell mal ein bißchen bereichert? Sind Sie der Meinung, daß dadurch die wirtschaftliche Situation auch nur im Geringsten tangiert wird? Wichtig ist doch nur das Produzieren, das Verteilen. Die Bedürfnisse der ›Kälber‹ zu decken. Ihnen zu fressen, zu saufen und was zum lieben zu geben, mehr brauchen sie nicht. Und vielleicht noch einen kleinen Tapetenwechsel im Jahr...«
(...)
Dieser vortreffliche Dialog zwischen den Schauspielern Alain Delon und Klaus Kinski stammt aus dem Politthriller »Der Fall Serrano« (1977). Er ist nach wie vor aktuell. Oder lassen sich die »Kälber« nach 32 Jahren nicht mehr freiwillig zur Schlachtbank führen?
Nikolas Tomski (Klaus Kinski): »Indessen konstituiert sich die Internationale der Proleten. Dagegen etablieren wir die Internationale der Moneten. Sie verdient mehr Vertrauen, glauben Sie mir. Worte wie: ›Kriegführende Alliierte‹ gehören der Vergangenheit an. Wir haben keine ›Freunde‹ mehr, wir haben ›Partner‹. Wir haben keine ›Feinde‹ mehr, wir haben ›Kunden‹. Das Kapital kennt keine Grenzen mehr.«
Xavier Maréchal (Alain Delon): »Die Korruption natürlich auch nicht.«
Nikolas Tomski: »Deshalb wird auch die Veröffentlichung der Akte Serrano nicht das Geringste ändern. Ich werde demissionieren, zwei oder drei Politiker müssen ihren Hut nehmen, Sie landen im Gefängnis. Im Grunde wird sich überhaupt nichts ändern.«
Xavier Maréchal: »Sie vergessen dabei aber völlig die öffentliche Meinung.«
Nikolas Tomski: »In der Lockheed-Affäre hat sie geschlafen.«
Xavier Maréchal: »Und der Fall Nixon?«
Nikolas Tomski: »Da ging’s nicht um Geld, es war eine Frage der Moral.«
Xavier Maréchal: »Ah! Es gibt sie also, die Moral!?«
Nikolas Tomski: »Keine Aufregung, dieser Skandal wird sich nicht wiederholen. Monsieur Maréchal, sie haben eine vorsintflutliche Ehrauffassung. Sie hat keine Beziehung zur Wirklichkeit mehr. War es nicht Ihr letzter großer Staatschef, der einmal gesagt hat, daß sie alle Kälber wären? Und was stört es denn schon, das ›Kalb‹ (Deutungsvolle Geste zu Xav), wenn ein Kabinettschef oder ein Staatssekretär sich schnell mal ein bißchen bereichert? Sind Sie der Meinung, daß dadurch die wirtschaftliche Situation auch nur im Geringsten tangiert wird? Wichtig ist doch nur das Produzieren, das Verteilen. Die Bedürfnisse der ›Kälber‹ zu decken. Ihnen zu fressen, zu saufen und was zum lieben zu geben, mehr brauchen sie nicht. Und vielleicht noch einen kleinen Tapetenwechsel im Jahr...«
(...)
Dieser vortreffliche Dialog zwischen den Schauspielern Alain Delon und Klaus Kinski stammt aus dem Politthriller »Der Fall Serrano« (1977). Er ist nach wie vor aktuell. Oder lassen sich die »Kälber« nach 32 Jahren nicht mehr freiwillig zur Schlachtbank führen?
Silvio Gesell winkt fröhlich um die Ecke
Man muss Silvio Gesell wie jeden anderen, der eine Theorie aufstellt, in Frage stellen, und selbstverständlich gibt es längst erkannte Fehler und Missverständnisse in seinen Theorien. Es gibt allerdings im Gegensatz zu anderen Theorien auch einen Beweis, dass Gesells Modell funktioniert.
Ausschnitt aus "Der Geist des Geldes": Werner Onken
["Silvio Gesell winkt fröhlich um die Ecke" mehr »]
Ausschnitt aus "Der Geist des Geldes": Werner Onken
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