Gerne zitiere ich mal eine Pressemitteilung der Grünen, - denn wenn sie recht haben, haben sie recht! Aigner übergeht Forderungen der Milchbauern
"Zur Vorstellung des Maßnahmenprogramms der Bundesregierung zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft erklärt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher:
Auch bei ihrem Maßnahmenprogramm zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft bleibt die Bundesregierung ihrem Weg treu. Man verschenkt kurzfristig eine große Summe Geld – in diesem Fall 750 Millionen Euro – und hofft, dass in zwei Jahren die Marktlage besser ist.
Dieses Maßnahmenpaket zeugt vom Scheitern der CSU in den Koalitionsverhandlungen. Statt einer wirkungsvollen Mengenregulierung am Milchmarkt, wie sie von Bäuerinnen und Bauern seit Monaten gefordert wird, konnte Seehofer lediglich eine Beruhigungspille für die Bauern durchsetzen. Das dient der Gesichtswahrung von Seehofer und Aigner. Den Bauern nutzt es kaum. Mit rund 1 Cent pro Liter über zwei Jahre ist keinem Milchbauer geholfen, der mit Verlusten von 12-15 Cent zu kämpfen hat.
Damit vergibt die Bundesregierung die Chance auf eine Lösung des Problems. Dabei liegen die Instrumente zum Erhalt der bäuerlichen Milchviehhaltung schon lange auf dem Tisch. Über eine schnelle Reduzierung der am Markt befindlichen Milchmenge und die Einführung eines flexiblen Milchmengeregulierungsinstruments als Nachfolger des starren Quotensystems könnten faire Milchpreise verwirklicht werden – ganz kostenneutral für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Bundesministerin Aigner bezeichnete diesen Ansatz heute als "ganz andere Philosophie". Für die Bäuerinnen und Bauern ist es allerdings keine Frage der Philosophie, sondern des Überlebens."
Bärbel Höhn sagt, dies sei nichts als ein nachträgliches Wahlgeschenk. Und eine Bäuerin sagt dazu: (ich zitiere aus dem Gedächtnis aus einem Kommentar): "Politiker meinen immer noch, man kann die Bauern mit Geld ruhig stellen. Gottseidank ist dies endlich vorbei. Man wird an die Ursachen der Krisen in der Landwirtschaft herangehen müssen!" - Ja. Genauso sehen wir das auch.
Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU
Aus der letzten Presseerklärung des "Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V." (BDM):
["Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU" mehr »]
Selbst der Europäische Rechnungshof hat in seinem gerade erschienenen Sonderbericht deutlich gemacht, dass die unkontrollierte Liberalisierung des europäischen Milchmarktes der falsche Weg sei. Dadurch seien die Direktbeihilfen für die Milchviehhalter in Europa von 2,75 Milliarden Euro 2005 auf 4,5 Milliarden Euro 2007 gestiegen, ohne nachhaltige Wirkung zu hinterlassen. „Es wäre ein fatales Signal, wenn die neue Regierung diese Warnung nicht Ernst nimmt, mit der Verschwendung weitermacht und gleichzeitig das große Haushaltsdefizit beklagt“, so Schaber weiter. „Wir fordern die Verhandlungspartner auf, diese Politik zu beenden und einen Wechsel zu vollziehen.“
["Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU" mehr »]
Ach ja, die Opel Rettung
Selbstverständlich wird Opel gerettet. Zumindest wird man das bis zum 27. September 2009 18 Uhr behaupten. Dann ist die Bundestagswahl vorbei und die 26.000 Mitarbeiter von Opel zählen nicht mehr, weil sie ihre Stimme ja abgegeben haben. Sicher wird es ein paar Krokodilstränen aus der Politik geben und ein paar nette Ministerpräsidenten werden traurige Worte finden, aber dann geht alles wieder zur Tagesordnung über.
Damit das ganze nicht zu offensichtlich wird, muss natürlich eine gute Show geboten werden. Da gibt es Angebote und Nachbesserungen zu Angeboten. Der eine entlässt 2.500 in Deutschland, der andere 7.000, der dritte niemanden. Ein munterer Reigen der noch dadurch angetrieben wird, dass GM die Patente die sie bei Opel gestohlen haben, nicht wirklich freigeben will. ["Ach ja, die Opel Rettung" mehr »]
Mit Quelle Bertelsmann und Springer subventionieren und Opel nachwinken
Seehofer hat sich den politischen Hut für die Quelle Rettung aufgesetzt freut sich Quelle-Chef Konrad Hilbers. Nicht ganz so sehr freut es ihn, dass Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sofort losrannte und dem Seehofer den Hut wieder vom Kopf schlug. Nicht nur, dass er die Bürgschaft verweigern ließ, auch für den Massekredit sieht er nicht genügend Sicherheit um 50 Millionen rauszurücken.
Damit liegt er nicht einmal falsch. Was mag die Lagerware von Quelle wohl wert sein, wenn sie nach dem Ende an die Postenhändler geht. 50 Millionen Euro sicher nicht, wahrscheinlich nicht einmal 5 Millionen. Die Lagerregale und Sortierstrecken bringen vielleicht noch den Schrottwert, aber der ist auch fast bei Null, dank Weltwirtschaftskrise und Verschrottungsprämie. Wem die Immobilien gehören, muss auch erst einmal geklärt werden, aber selbst wenn sie noch bei Quelle in den Büchern sind, wer braucht leere Hallen, in Zeiten in denen die Wirtschaft so massiv schrumpft. ["Mit Quelle Bertelsmann und Springer subventionieren und Opel ... »]
Arcandor Insolvenz - Gewinner und Verlierer
Weithin herrscht ja die irrige Ansicht, dass es bei Insolvenzen außer dem Insolvenzverwalter, der eigentlich Masseverwalter heißt, keine Gewinner gibt. Dies ist falsch. Es gibt eine Menge Gewinner, oder doch zumindest eine Menge Leute, denen es sogar lieber ist, dass ein Unternehmen in den Konkurs geht. Um das zu verstehen muss man sich die Beteiligten ansehen.
Die Beteiligten sind die Besitzer des Unternehmens, die Gläubiger, die Arbeitnehmer, die Gewerkschaften und der Staat. Dabei teilt sich der Staat noch in die Steuer- und Abgabenzahler und die Politiker und verwaltenden Beamten. Dazu eine Reihe von Anwälten, Interessenvertreten, Arbeitgeberverbänden uns sonstigen Gruppen die gerne im Trüben fischen. ["Arcandor Insolvenz - Gewinner und Verlierer" mehr »]
Widerstand mit der Glühlampe leisten
Die EU, die in ihrer Güte, alles vom Krümmungsgrad der Salatgurke bis zur Größe von Kondomen in bester Bürokratie regelt, hat beschlossen etwas Gutes für die europäischen Produzenten von Energiesparlampen zu tun. Sie hat die Glühlampe verboten. Ab ersten September 2009 dürfen auf dem Gebiet der EU keine Glühlampen mit mehr als 75 Watt mehr verkauft werden und ab 2012 gibt es gar keine Glühlampen mehr.
Das ist sehr gut. Philips, Osram, Megaman und viele andere freuen sich, dass sie nun die teuren Energiesparlampen verkaufen können, anstatt im globalen Wettbewerb um die einfache Glühlampe mithalten zu müssen. Endlich wurde dieser Wettbewerber ausgeschaltet und das große Gelddrucken mit Erlaubnis und Segen der EU kann beginnen. Statt 0,54 Euro pro Leuchtmittel werden dann 5,45 Euro fällig. Topmodelle mit langer Lebensdauer, die auch dimmbar sind, liegen heute schon bei 30 Euro. Wenn das kein Konjunkturprogramm ist. ["Widerstand mit der Glühlampe leisten" mehr »]
Arcandors Absturz und die Folgen für Gewerbeimmobilien
Wir sind Karstadt! spöttelt Frank Meyer in seinem Blog und liefert eine sehr gute Analyse der aktuellen Situation. Dabei bedeutet Analyse allerdings nicht, dass man den Irrsinn auch verstehen muss. Es reicht staunend und kopfschüttelnd daneben zu stehen.
Besonders zum staunen bringt einen zur Zeit natürlich Arcandor, die schon so pleite sind, dass sie ihre Mieten nicht mehr bezahlen können. Das ist peinlich. Nicht so sehr für Arcandor deren Ruf längst ruiniert ist, sondern mehr für das Bankhaus Sal Oppenheim. Die hatten doch zusammen mit dem Finanzmagier Josef Esch fünf Objekte aus der Verkaufsorgie der Karstadt Immobilien in einen Fond übernommen und sind gleichzeitig größter Aktionär.
["Arcandors Absturz und die Folgen für Gewerbeimmobilien" mehr »]
Ist Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg ein Lügner?
Gut der Mann ist Politiker, was in Deutschland ja schon fast ein Synonym für berufsmäßige Lügner ist. Andererseits ist der Mann Wirtschaftsminister und der sollte in Krisenzeiten wie diesen zumindest halbwegs bei der Wahrheit bleiben. Allerdings ist beim Fall Arcandor die Lage nicht ganz so klar, wie sie auszusehen scheint. Vorgestern kam AFP mit der Meldung, dass EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Arcandor nicht als Fall für die gelockerten Beihilfebestimmungen der EU anerkennt:
"Unsere vorläufige Einschätzung ist, dass Arcandor schon vor dem 1. Juli 2008 in Schwierigkeiten war", sagte der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel. Die Probleme wären dann nicht der aktuellen Krise geschuldet, und Arcandor könnte darum nicht von der Lockerung der EU-Regeln für Hilfsprogramme der Mitgliedstaaten profitieren.["Ist Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg ein Lügner?" mehr »]
Kroes habe am Dienstagabend mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) darüber gesprochen, sagte der Sprecher weiter. Arcandor könne aber Staatshilfen unter den normalen, strengeren EU-Wettbewerbsregeln beantragen. Solche Beihilfen sind an Einschnitte zur Sanierung der jeweiligen Firma gebunden.
PKW-Maut - Seehofer tut etwas für die Spritfresser
Bayern an sich hat ja schon etwas von einem Dinosaurier, die CSU ist ein Dinosaurier und Seehofer will jetzt die Dinosaurier unter den Autos fördern, indem er die Steuern für Benzin um 15 Prozent und für Diesel um 10 Prozent senkt. Man beachte, dass Diesel schlechter wegkommen soll, weil BMW und die Quandts, die damit subventioniert werden sollen, nicht so recht etwas mit Diesel anfangen können. An Audi und Ingolstadt hat er da wohl weniger gedacht, soweit Politiker überhaupt an ihren Wahlkreis oder ihre Wähler denken.
Natürlich will Seehofers Horst nicht, dass der Staat Einnahmen verliert. Deshalb soll eine Autobahnmaut für PKW kommen. Mit 100 oder dann bald auch 200 Euro pro Jahr sollen die Wenigfahrer, in ihren möglichst spritsparenden Fahrzeugen, die Vielfahrer in ihren Spritfressern subventionieren. So wie die Merkel es bei den Bankstern vormacht, die sie von vorne bis hinten zusubventioniert, will es Horst mit seinen Dinosauriern unter den Autofahrern machen. ["PKW-Maut - Seehofer tut etwas für die Spritfresser" mehr »]
Natürlich will Seehofers Horst nicht, dass der Staat Einnahmen verliert. Deshalb soll eine Autobahnmaut für PKW kommen. Mit 100 oder dann bald auch 200 Euro pro Jahr sollen die Wenigfahrer, in ihren möglichst spritsparenden Fahrzeugen, die Vielfahrer in ihren Spritfressern subventionieren. So wie die Merkel es bei den Bankstern vormacht, die sie von vorne bis hinten zusubventioniert, will es Horst mit seinen Dinosauriern unter den Autofahrern machen. ["PKW-Maut - Seehofer tut etwas für die Spritfresser" mehr »]
Kein Cent Steuergeld für Arcandor
Arcandor, das heißt Karstadt/Quelle und Thomas Cook. Es ist schick, wie ansonsten unfähige Manager immer neue Namen finden, damit sich niemand ihre Pleitefirmen merken kann. Bei Karstadt/Quelle, daran erinnern sich noch viele, wurden die Mitarbeiter entlassen, die Häuser verkauft und einige zurückgemietet, aber vor allem die Löhne gedrückt. Alles zum Erhalt der Arbeitsplätze.
Lohndumping statt unternehmerische Ideen.
Madeleine Schickedanz und ihrer Familie setzten auf Thomas Middelhoff als Vorsitzender des Aufsichtsrates der KarstadtQuelle AG – und das war ein Fehlgriff. Middelhoff hatte bei Mohn/Bertelsmann ja nie etwas über effiziente Unternehmensführung oder gar strategische Planung gelernt, sondern konnte dort immer aus dem Vollen schöpfen und hatte zusätzlich die Politik im Rücken, die geradezu abhängig von der Bertelsmannstiftung und der Familie Mohn ist. ["Kein Cent Steuergeld für Arcandor" mehr »]
Lohndumping statt unternehmerische Ideen.
Madeleine Schickedanz und ihrer Familie setzten auf Thomas Middelhoff als Vorsitzender des Aufsichtsrates der KarstadtQuelle AG – und das war ein Fehlgriff. Middelhoff hatte bei Mohn/Bertelsmann ja nie etwas über effiziente Unternehmensführung oder gar strategische Planung gelernt, sondern konnte dort immer aus dem Vollen schöpfen und hatte zusätzlich die Politik im Rücken, die geradezu abhängig von der Bertelsmannstiftung und der Familie Mohn ist. ["Kein Cent Steuergeld für Arcandor" mehr »]
Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick schleicht durch Berlin und sucht nach Geld
Eigentlich müsste es dem dümmsten mittlerweile aufgegangen sein, dass Karstadt in der bisherigen Form nicht zu retten ist, dass die Versandhandelssparte Primondo nicht nur wackelt, sondern völlig neu aufgebaut werden müsste, und dass in der Weltwirtschaftskrise die Reisetochter Thomas Cook keine Gewinne erwirtschaften wird. Alle drei Sparten haben praktisch keine Synergieeffekte zueinander, weshalb ja auch der bisherige Einkaufschef, Helmut Merkel, aus dem Arcandor-Vorstand fliegt. Damit ist die Idee des Zentraleinkaufes für Karstadt und Primondo auch erledigt.
Die Probleme sind ja schon lange bekannt, und auch die Übernahme von großen Aktienpaketen durch die Bank Sal. Oppenheim brachte keine Sicherheit und Ruhe ins Unternehmen. Man vermutet ja, dass eigentlich nur die Schulden von Madeleine Schickedanz und ihrer Familie durch die Übernahme der Aktien reduziert wurden. Klar ist allerdings auch, das Sal. Oppenheim nicht die finanziellen Mittel hat, um Arcandor durch die Weltwirtschaftskrise zu finanzieren. ["Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick schleicht durch Berlin und sucht ... »]
Die Probleme sind ja schon lange bekannt, und auch die Übernahme von großen Aktienpaketen durch die Bank Sal. Oppenheim brachte keine Sicherheit und Ruhe ins Unternehmen. Man vermutet ja, dass eigentlich nur die Schulden von Madeleine Schickedanz und ihrer Familie durch die Übernahme der Aktien reduziert wurden. Klar ist allerdings auch, das Sal. Oppenheim nicht die finanziellen Mittel hat, um Arcandor durch die Weltwirtschaftskrise zu finanzieren. ["Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick schleicht durch Berlin und sucht ... »]
Opel und die große Lüge
Es wird immer offensichtlicher, dass die Rettung von Opel durch die deutsche Politik nie beabsichtigt war. Ein Mitglied der Bundesregierung hat jetzt bestätigt, was vielen schon lange klar war.
München/Eisenach (ddp-lth). Neben den Opel-Patenten, die als Sicherheiten für Milliardenhilfen an die US-Regierung abgetreten wurden, hat der Mutterkonzern General Motors (GM) auch alle Vermögenswerte an US-Banken verpfändet. Das bestätigte ein Mitglied der Bundesregierung dem Nachrichtenmagazin «Focus». Der Autobauer besitze keinerlei Vermögenswerte. «Opel ist nur eine Hülle.» GM habe darauf auch keinen Zugriff mehr.["Opel und die große Lüge" mehr »]
Die ohnehin schwierige Investorensuche gerate für die große Koalition zur «Mission impossible», sagte der Regierungsvertreter weiter.
Subventionen töten ehrliche Banken
Die Bundesregierung hat sich unter Führung von Angela Merkel und Peer Steinbrück dazu entschieden, die Banken zu retten, die ihr Geld verspekuliert haben. Es werden also die Verantwortungslosen, die Raffgierigen und Maßlosen gefördert. Das ist typisch für eine neoliberale Gesellschaft, in der alles Geld von unter nach oben verteilt werden soll. Typisch ist auch das Ergebnis.
Die Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken verlieren zunehmend Einlagen, weil die vom Steuerzahler subventionierten privaten Großbanken die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel dazu nutzen, um den Privatkunden höhere Zinsen zu bieten, als dies ordentlich und kaufmännisch geführte Banken real machen können. Das Geld des Steuerzahlers wird also dazu benutzt, den Wettbewerb zu verzerren. ["Subventionen töten ehrliche Banken" mehr »]
Die Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken verlieren zunehmend Einlagen, weil die vom Steuerzahler subventionierten privaten Großbanken die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel dazu nutzen, um den Privatkunden höhere Zinsen zu bieten, als dies ordentlich und kaufmännisch geführte Banken real machen können. Das Geld des Steuerzahlers wird also dazu benutzt, den Wettbewerb zu verzerren. ["Subventionen töten ehrliche Banken" mehr »]
Insider: Wie Opel von General Motors leergesaugt wird
Der Konzern-Tausendfüßler aus Detroit hat nur noch ein einziges gesundes Bein – und das ist Opel. Trotzdem steht der deutsche Autobauer mit dem Rücken zur Wand. Exklusiv für WELT ONLINE erklärt ein anonymer Insider, wie der US-Konzern seine Tochter systematisch aussaugt.
Weiter auf: Welt Online.de
Opel: Arbeitnehmer sollen sich selbst kastrieren
In Deutschland gibt es ein festgelegtes Szenario, wenn eine Firma vor dem Aus steht. Die Angst der Mitarbeiter wird sofort durch Lohnverzicht ausgenutzt. Es ist ein Ritual, das Gewerkschaften und Arbeitnehmer ohne viel Federlesen einfach standardisiert durchziehen. Die Opel-Mitarbeiter sollen jetzt auf tarifliche vereinbarte Lohnerhöhungen verzichten und im Endeffekt sogar Einbußen im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen. Die Maßnahmen sind Schwachsinn, haben aber Methode.
Mit dem Lohnverzicht ist zwar Opel nicht zu retten, weil das Problem GM und die jahrzehntelange Misswirtschaft nicht durch zu hohe Löhne, sondern durch falsche, arrogante und vor allem unfähige Manager entstanden sind. Die Arbeitnehmer haben immer ihre Pflicht getan - und meistens viel mehr als das. Ihr Lohnverzicht wäre nicht nur das falsche Signal, sondern vor allem schädlich für sie selbst und andere Arbeitnehmer in Deutschland. ["Opel: Arbeitnehmer sollen sich selbst kastrieren" mehr »]
Mit dem Lohnverzicht ist zwar Opel nicht zu retten, weil das Problem GM und die jahrzehntelange Misswirtschaft nicht durch zu hohe Löhne, sondern durch falsche, arrogante und vor allem unfähige Manager entstanden sind. Die Arbeitnehmer haben immer ihre Pflicht getan - und meistens viel mehr als das. Ihr Lohnverzicht wäre nicht nur das falsche Signal, sondern vor allem schädlich für sie selbst und andere Arbeitnehmer in Deutschland. ["Opel: Arbeitnehmer sollen sich selbst kastrieren" mehr »]
Opel, Staatsknete und automobile Zukunft
Bill Gates stellte einmal fest:
Der GM-Chef Mr.Welch antwortete ihm damals:
Wenn General Motors (GM) mit der Technologie so mitgehalten hätte wie die Computer-Industrie, dann würden wir heute alle 25-Dollar-Autos fahren, die 1000 Meilen pro Gallone Sprit fahren würden.
Der GM-Chef Mr.Welch antwortete ihm damals:
Wenn General Motors eine Technologie wie Microsoft entwickelt hätte, dann würden wir heute alle Autos mit folgenden Eigenschaften fahren:["Opel, Staatsknete und automobile Zukunft" mehr »]
- Ihr Auto würde ohne erkennbaren Grund zweimal am Tag einen Unfall haben.
- Jedes Mal, wenn die Linien auf der Straße neu gezeichnet werden, müsste man ein neues Auto kaufen.
- Gelegentlich würde ein Auto ohne erkennbaren Grund auf der Autobahn einfach stehenbleiben und man würde das einfach akzeptieren, neu starten und weiterfahren.
- Wenn man bestimmte Manöver wie z.B. eine Linkskurve durchführt, würde das Auto einfach stehenbleiben und sich weigern, neu zu starten. Man müsste dann den Motor erneut installieren.
- Man könnte nur alleine in dem Auto sitzen, es sei denn, man kaufte "Car95" oder "CarNT". Aber dann müsste man jeden Sitz einzeln bezahlen.
- Macintosh würde Autos herstellen, die mit Sonnenenergie fahren, zuverlässig laufen, fünfmal so schnell und zweimal so leicht zu fahren sind, aber sie laufen nur auf 5% der Strassen.
- Die Rücklicht-Kontroll-Leuchte und die Warnlampen für Temperatur und Batterie würden durch eine "Genereller Auto-Fehler"-Warnlampe ersetzt.
- Neue Sitze würden erfordern, dass alle dieselbe Gesäß-Größe haben.
- Das Airbag-System würde fragen: "Sind sie sicher?", bevor es auslöst.
- Gelegentlich würde das Auto Sie ohne jeden erkennbaren Grund aussperren. Sie könnten nur mit einem Trick wieder aufschließen, und zwar müssten Sie gleichzeitig den Türgriff ziehen, den Schlüssel drehen und mit einer Hand an die Radioantenne fassen.
- General Motors würde Sie zwingen, mit jedem Auto einen Deluxe-Kartensatz der Firma Rand McNally (seit neuestem eine GM-Tochter) mitzukaufen, auch wenn Sie diesen Kartensatz nicht bräuchten oder mögen würden. Wenn Sie diese Option nicht wahrnähmen, würde das Auto sofort 50% langsamer werden (oder schlimmer). Darüber hinaus würde GM deswegen ein Ziel von Untersuchungen der Justiz.
- Immer dann, wenn ein neues Auto von GM vorgestellt werden würde, müssten alle Autofahrer das Autofahren neu erlernen, weil keiner der Bedien-Hebel genau so funktionieren würde wie in den alten Autos.
- Man müsste den "Start"-Knopf drücken, um den Motor auszuschalten.
Warum nicht einfach mal eine Oper zumachen
In Berlin gibt es einfach keine Ruhe um die Theater und Opernhäuser. Nun ist es wieder einmal die Deutsche Oper, die jammernd nach dem Geld des Steuerzahlers schreit.
Die Intendantin der Deutschen Oper Berlin, Kirsten Harms, hat die Politik wegen der „strukturellen Unterfinanzierung“ ihres Hauses um Hilfe gebeten. Die größte Berliner Oper habe ihre Etatplanung 2009 wegen außergewöhnlicher Sonderkosten außerhalb ihrer Verantwortung (wie Anpassung von Versorgungsbezügen) um 1,2 Millionen Euro senken müssen bei einem Etat von 37,8 Millionen Euro.["Warum nicht einfach mal eine Oper zumachen" mehr »]
Commerzbank-Chef Blessing lügt den Deutschen frech ins Gesicht
Blessing ist typisch für das ganze neoliberale Pack. Erst mauschelt er mit faulen Wertpapieren, dann verhebt er sich an der Übernahme der genauso faulen Dresdner Bank und rennt dann laut schreiend zu Merkel und Steinbrück, damit die ihm das Geld der Bürger schenken. Jenes Geld, das nicht dafür verwandt werden durfte, Hartz-IV-Empfängern etwas Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen.
Anstatt dann aber wenigstens die Schnauze zu halten und fein ruhig zu sein, wird dieser Kerl auch noch frech. Nun ist dreiste Verantwortungslosigkeit ja ein typisches Kennzeichen für all diese Neoliberalen, Raffigierigen und Banksters. Ackermann ist ja ebenfalls ein typisches Beispiel. Was Blessing sich aber zurechtlügt, schlägt dem Fass den Boden aus. ["Commerzbank-Chef Blessing lügt den Deutschen frech ins Gesicht" mehr »]
Schwachsinniges Berlin - Die Kuppel ist unverzichtbar
In der Zeit der Weltwirtschaftskrise gibt es immer noch ein paar Leute, die in ihrem Wolkenkuckucksheim im Land der Elfenbeintürme leben. Einer dieser Glücklichen und von jeder Realität Unbeleckten ist Kulturstaatssekretär André Schmitz.

Glücklich ist auch, wen keine Ahnung trübt.
["Schwachsinniges Berlin - Die Kuppel ist unverzichtbar" mehr »]
Kurzkommentar 2008-08-30
• USA - das große Wirtschaftswunder
• Kaukasuskonflikt - China versagt Russland Rückendeckung
• Der Mohnanbau in Afghanistan geht zurück
• Ulfkotte zeigt nochmals seine Unkenntniss
• Drohkulisse: Russland setzt auf die Ölkarte ["Kurzkommentar 2008-08-30" mehr »]
Kurzkommentar 2008-08-23
• Die verlogene Sprache des Wolfram Weimer - eine Erledigung
• US-Tankflugzeugauftrag - Boeing erwägt Rückzug
• Milliarden-Vergleich der Deutschen Bank
• "Angriff auf die christliche Leitkultur"
• Wennemer auf verlorenem Posten ["Kurzkommentar 2008-08-23" mehr »]
Profifußball zum Erbrechen
Der deutsche Profiußball entwickelt sich immer mehr zu einem Ärgernis. Das könnte man übersehen, weil Fußball wirklich nicht besonders wichtig ist, aber am Beispiel Fußball lässt sich gut darstellen wie verkommen unser Wertesystem ist. Das was sich Uli Hoeneß in Bezug auf Kartellamt und die ARD erlaubt hat, ist nicht nur wie bei Hoeneß üblich, völlig unter der Gürtellinie. Es ist auch eine Frechheit gegenüber dem Bürger. ["Profifußball zum Erbrechen" mehr »]
Kurzkommentar 2008-06-30
6400 Arbeitsplätze bei Siemens Deutschland fallen weg
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat das Siemens-Management vor, im Zuge der geplanten Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro weltweit 17.200 Stellen abzubauen, davon in den nächsten zwei Jahren allein 6400 in Deutschland.
Bereits jetzt überwiegen die Auslandsaktivitäten mit 430.000 Mitarbeitern weltweit und nur 130.000 in Deutschland deutlich, und der überproportionale Abbau im Heimatland des Konzerns beschleunige die "schleichende Abwanderung" weiter, warnte ein hochrangiges Betriebsrats-Mitglied.
Es war klar, das Löschers Kurs zu Massenentlassungen führt. Es stellt sich aber gleichzeitig die Frage ob Siemens überhaupt noch als deutsches Unternehmen zu betrachten ist. Wir subventionieren Siemens an allen möglichen Stellen, damit Siemans deutsches Steuergeld ins Ausland trägt. Das macht keinen Sinn.
Es macht auch keinen Sinn weiter Forschungen bei Siemens zu subventionieren, da entweder die Ergebnisse als Patent verkauft, in der Schublade gebunkert oder bestenfalls im Ausland umgesetzt werden. Siemens hat die Freiheit zu gehen wohin es will, aber wir sollten damit aufhören diesen Konzern auch noch zu hätscheln.
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"Bei Ölpreis von 135 Dollar funktionieren Airlines nicht mehr"
Luftfahrtexperte Philipp Goedeking kritisierte Boeing und Airbus in dem Magazin als "Berufsoptimisten", die die Gefahr einer konjunkturellen Talfahrt nur "ausgesprochen zurückhaltend" berücksichtigten.
Er bezweifelte zudem, dass etwa Air Berlin "die bestellten 25 Langstreckenflieger Boeing 787 noch braucht". Der Lufthansa-Partner JetBlue 21 hat "Spiegel Online" zufolge bereits erteilte Flugzeugbestellungen bei Airbus für fünf Jahre zurückstellen lassen. Auch Delta Air Lines hat 34 ihrer 36 bestellten Boeing-Jets vorab an Dritte weiterverkauft. Bei der indonesischen Lion Air ist ebenfalls nicht sicher, ob sie ihre Pläne verwirklicht, ihre Flotte von 46 Flugzeugen mit weiteren 168 Boeing 737 fast zu verfünffachen. Auch die ungarische Wizz Air, die zu ihren 17 Airbus-Jets weitere 74 bestellt hat, will nach Auskunft einer Sprecherin "die Kostenschraube fester anziehen".
Goedeking hat recht. Die Luftfahrtgesellschaften haben einfach zu lange auf den Weiterbetrieb der alten Spritzfresser gesetzt und es ist leicht vorhersehbar, das es vielen an den Kragen gehen wird. Luftfahrt auf der Kurzstrecke ist etwas, was man sich bald nicht mehr leisten kann, weil der Verbrauch bei Start und Landung überproportional hoch ist.
Gleichzeitig werden die Transporte per LKW rabiat zurückgehen müssen. Den LKW als rollendes Lager zu verstehen und leere LKW durch ganz Europa zu schicken wird bald nicht mehr funktionieren.
Deshalb ist es ein gefährlicher Wahnsinn gerade jetzt die Bahn zu verschenken, nur damit Mehdorn und Tiefensee abzocken können. Ich halte es für sinnvoller den Beiden und allen anderen Beteiligten die Summen, die sie sonst als Bestechungsgeld bekämen einfach so auszuzahlen und sie dann zu entlassen. Wir würden weniger Geld verlieren, wären ein paar absolut unfähige Leute los und hätten unsere Bahn noch, die von Tag zu Tag wichtiger wird.
Wenn wir Mehdorn und Tiefensee machen lassen, haben wir beim Höhepunkt der Ölkrise die Bahn in der Fläche vollständig erledigt. Deren einziges Ziel ist ja die Bahn zu zerstören.
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Gabriels Idee von der "Brennelemente-Steuer"
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat eine neue Idee, um Atomstrom unattraktiver zu machen: Laut Medienberichten plane er, für Atomstrom eine Sonderabgabe von einem Cent einzuführen.
Ich sage jetzt nicht was Sigmar Gabriel ist, aber es fängt mit voll an. Wir brauchen keinen Atomcent, die Atomkraftwerkbetreiber müssen nur das Geld für die Bewachung und Lagerung ihres Mülls an die Staatskasse abführen. Das eine Lagerung in einem Salzstock nicht geht, beweist Asse II mehr als deutlich. Natürlich sind Gabriel seine Wähler scheiß egal, deshalb ist es ihm auch egal wie viele Menschen er gefährdet weil er nicht sofort den Befehl gibt den Dreck aus Asse wieder herauszuholen.
Es bleibt nur eine oberirdische Lagerung in Hallen. Der Zustand der Castoren muss ständig überwacht werden, im Laufe der Zeit wird immer wieder umgepackt werden müssen und auch immer wieder neuer verstrahlter Müll durch defekte Castoren anfallen. Wenn die Energieerzeuger dieses Geld bringen müssen, sind sie sofort pleite und können vom Staat übernommen werden.
Damit ist das ganze Thema vom Tisch. Es gibt Kernkraftwerksbetreiber nur, weil sie für das was sie hinterlassen keine Verantwortung tragen müssen. Geben wir ihnen diese Verantwortung und das Problem ist morgen erledigt.
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Steinbrück warnt: Zinserhöhung könnte falsches Signal sein
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat vor negativen Auswirkungen der erwarteten Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf die Wirtschaftsentwicklung gewarnt.
"Die EZB muss bedenken, dass sie mit einer Zinserhöhung ein falsche Signal setzen könnte, weil diese im Abflauen der Konjunktur prozyklisch wirken könnte", sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht vom Samstag.
Weitere SPD-Politiker appellierten an die Notenbank, die Zinsen nicht wie angedeutet in der kommenden Woche zu erhöhen. "Die EZB sollte die Zinsen stabil halten, um das Wachstum nicht noch zusätzlich zu gefährden", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, dem "Spiegel". Auch der stellvertretende Fraktionschef Ludwig Stiegler äußerte die Hoffnung, dass die EZB angesichts der Konjunkturprognosen und der Entwicklung an den Börsen ihre Entscheidung noch einmal überdenkt. "Da sollte man nicht noch zusätzlich mit dem Hammer eins draufgeben. Ich hoffe, dass die Mehrheit im EZB-Rat vernünftig bleibt."
War klar das die SPD-Politiker die jetzt schon wissen das sie nächstes Jahr von der Gunst der Ackermänner und anderer Neoliberalen leben müssen, weil sie nicht wieder gewählt werden, jetzt schon im Auftrag ihrer Herren unterwegs sind.
Natürlich müssen die Zinsen hoch. Sie müssen sogar gewaltig nach oben. Wir brauchen wenigstens 9,5 Prozent um unsere Wirtschaft wieder in vernünftige Bahnen zu bringen, wenn das überhaupt noch möglich ist. Natürlich gehen dann die ganzen Spekulanten über den Jordan. Ackermann kann gar nicht so schnell rennen wie ihm seine hübsche neoliberale Welt über dem Kopf zusammen bricht.
Wir haben die EU geschaffen um uns von den USA und dem Dollar frei zu machen. Genau jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Zinsen raufen, Spekulanten erledigen und endlich wieder wirtschaften. Unser Markt ist Europa. Die USA können und müssen wir als verloren aufgeben.
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Niedriglöhne werden immer häufiger
Es sind Zahlen, die nichts Gutes verheißen: Nach Informationen des SPIEGEL erhalten mittlerweile fast ein Drittel aller Beschäftigten weniger als 7,50 Euro brutto die Stunde. Das geht aus neuen Berechnungen des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Essen hervor. Demnach verdienten zwölf Prozent aller Einzelhandelskräfte oder 317.520 Beschäftigte im Jahr 2006 sogar weniger als fünf Euro pro Stunde. In der Zwischenzeit könne sich die Zahl der Niedriglöhner noch weiter erhöht haben.
Es gibt auf diese Erkenntnisse nur eine Antwort. Wir brauchen sofort einen Mindestlohn von 10 Euro der flächendeckend eingeführt werden muss. Dazu muss eine Arbeitszeitverordnung eingeführt werden die eine Mindestschichtdauer von fünf Stunden und eine Mindestarbeitszeit von 20 Wochenstunden vorsieht die zum Mindestlohn bezahlt werden müssen.
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Gesammelte Gemeinheiten 10
Üppiges Übergangsgeld für Ziebart
Dem 58-Jährigen Ziebart stehen laut Vertrag jährlich 560 000 Euro Ruhegehalt zu, das unabhängig von seinem Alter und dem Zeitpunkt seines Ausscheidens gezahlt wird. Sollte er einen neuen Job annehmen oder freiberuflich Einnahmen erzielen, so muss er sich das zwar anrechnen lassen, 280 000 Euro per anno sind ihm allerdings auch dann aus der Infineon-Kasse sicher. Für Ziebarts Nachfolger Peter Bauer gelten dieselben Regeln. Bauer ist erst 47 Jahre alt.
Ex-EnBW-Chef Claassen bekommt nach Auslaufen seines Vertrags jährlich 398 000 Euro und steht mit dieser Regelung in der Kritik. Er war bei Ausscheiden allerdings erst 44 Jahre alt und verteidigt sich unter anderem mit dem Argument, solche Übergangs- oder Ruhegeld-Vereinbarungen seien üblich bei deutschen Konzernen.
Es sind ja gar nicht die Ruhebezüge die stören. Ob die nun angemessen sind oder nicht. Es ist die Tatsache, das da Leute für ihre Verantwortunglosigkeit und für ihre Unfähigket belohnt werden, die so erbittert. Ein normaler Mensch würde aus seiner Stellung fliegen und schnell bei Hartz IV landen, diese Herren stellen sich dann aber noch hin und schimpfen über die Armen. Ziebart und Claassen müssten mit ihrem Vermögen für die Schäden einstehen die sie angerichtet haben und dürften maximal den Hartz IV Satz bekommen. Dann hätten wir auch schnell bessere Manager und mehr Solidarität.
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Soziale Milchwirtschaft
Aus meiner Sicht, funktioniert die Allianz zwischen Handel und Molkerei einfach zu gut als es die Allianz zw. Molkerei und Bauer (geben) müsste.
..
Regionale Herstellung und Verarbeitung der Grundnahrungsmittel (Milch, Quark, Joghurt) würden viele Probleme gar nicht erst entstehen lassen. Darüber hinaus kann man ja noch immer einen Markt für Spezialitäten (franz. Käse *schmelz*) zulassen.
Alle Transporte von Lebendvieh außer zu Zuchtzwecken, Zuchtschauen, Reitturnieren müssten auf maximal 100 km in zwei Monaten begrenzt werden. Damit würde der Viehtourismus beendet. Für alle andere Fahrten über 100 km muss ein striktes Nutzungverbot für den LKW ausgesprochen werden und die allerdings nicht privatisierte Bahn als Beförderungsmittel vorgeschlagen werden.
Damit hätten sich die großen Ketten schnell erledigt. Allerdings bin ich ebenso der Überzeugung das die Subventionen komplett auf Null gebracht werden müssen und ein Bewirtschaftungsgebot für Flächen verhängt wird, das zur Nutzung zwingt und einen Nutzungsnachweis erfordert. Wer nicht nutzt oder nutzen lässt und mehrfach bestraft wird, verliert sein Eigentumsrecht.
Wer Landwirtschaft zur Pflege eines bestimmten Landschaftstyps will, muss diese Pflege bezahlen.
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Kölner Stadt-Anzeiger: Ex-BDI-Chef Henkel weist Kritik der Union an deutschen Großunternehmen vehement zurück - "Versündigung am Gemeinwohl"
Der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel, hat die Kritik der Union an Regelverstößen in deutschen Großunternehmen vehement zurück gewiesen. "Die deutsche Wirtschaft braucht von der deutschen Politik keinen Nachhilfeunterricht in Moral und Ethik", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch-Ausgabe). Man könne vom Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Norbert Röttgen, "erwarten, dass er die Bevölkerung aufklärt und nicht noch weiter ins Bockshorn jagt, so Henkel weiter. Röttgen und andere versündigten sich am Gemeinwohl, indem sie Einzelfälle verallgemeinerten, statt sie zu erklären. "Es kommt mehr raus als früher", fuhr Henkel fort. "Das heißt aber nicht, dass mehr passiert. Die ethischen Standards entwickeln sich durchaus positiv."
Wenn Hans-Olaf vom Gemeinwohl spricht, weiß jeder das er betrügen will. Henkel war als Manager der IBM so mit das unfähigste was einem Unternehmen in Deutschland jemals zugestoßen ist. Er war nahe daran den Laden zu ruinieren. Das er sauer auf Norbert Röttgen ist, verstehe ich. Der wollte ja gleichtzeitig Arbeitgeberlobbyist und Politiker sein, etwas was ihm Hans-Olaf schon damals übel genommen hat.
Richtig ist auch das Röttgen dem Hans-Olaf nichts von Moral zu erklären braucht, selbst wenn er gerne den Erklärbären gibt.
Selbstverständlich sind Politik und Wirtschaft gleichermaßen ohne Moral und Ethik. Dafür aber weisen sie ein beeindruckendes Maß an Verantwortungslosigkeit auf.
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Regierung beschließt BKA-Gesetz
Nach jahrelangem Streit hat das Kabinett den Entwurf von Innenminister Schäuble auf den Weg gebracht. Die Opposition spricht von einem "schwarzen Tag für die Bürgerrechte"
Das Bundeskriminalamt erhält durch das Gesetz zusätzliche Kompetenzen im Kampf gegen den Terrorismus. Strittigster Punkt war dabei bis zuletzt die heimliche Online-Durchsuchung, also der verdeckte Zugriff von Ermittlern auf private Computer-Festplatten. Die Union konnte sich dabei nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, dass Polizisten in eine Wohnung eindringen dürfen, um auf dem Computer eines Terrorverdächtigen die Spionagesoftware zu installieren. Ein sogenannter Bundestrojaner muss deshalb auf technischem Weg von außen eingeschleust werden.
Sie treten einem jetzt eben nicht die Tür ein, sondern kommen über das Betriebsystem, für das man selber bezahlt hat, das denen aber bereitwillig die Zugänge schafft, damit es Staatsaufträge gibt. Dieses Geschäft war von Anfang klar, egal wie es verpackt wird. Unser nach eigenen Angaben nicht vollständig durchgeknallter Innenminister hat sein Ziel erreicht. Es fehlt nicht mehr viel zu Diktatur.
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Eisernes Kreuz für Judenmord
In der Diskussion um die Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes als Verdienstorden für die Bundeswehr meldet sich der Historiker Dieter Pohl vom Münchner Institut für Zeitgeschichte zu Wort. Er berichtet von neu ausgewerteten Akten, die belegen, dass dieser Orden auch an Verantwortliche für Holocaust-Massaker verliehen wurden.
Die begehrte Auszeichnung erhielten demnach unter anderem die SS-Offiziere Rudolf Lange (verantwortlich für den Mord an 60 000 Juden) und Friedrich Jeckeln, der zahllose Mordaktionen in der Ukraine und im Baltikum organisierte, darunter das berüchtigte Massaker von Babij Jar bei Kiew.
Auch Jürgen Stroop, der Vernichter des Warschauer Ghettos, wurde für seine Tat mit dem Tapferkeitsorden geehrt. Vom Mythos des Eisernen Kreuzes, schreibt Dieter Pohl, sei in Vernichtungskrieg und Holocaust wenig übrig geblieben. Das Eiserne Kreuz habe in den fünfziger Jahren nur deswegen wieder salonfähig werden können, weil diese Verbrechen nach 1945 verdrängt und vertuscht wurden.
Es ist schön, das diesmal ein Historiker es dem Historiker Wolffsohn und unserem Bundeskriegminister aufschreiben. Leider wird es nicht nützen. Das alte gemeine Symbol für sinnloses Morden wird das neue Symbol der Ehre der Herren Jung und Wolffsohn. Nein die werden sich nicht schämen. Scham setzt Verstand und Gefühl voraus.
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Schlachten
Die Ernte im Sommer hat selten etwas mystisches. Es ist Arbeit. Man prüft ob das Gras nicht zu nass, nicht zu viel Tau auf dem Getreide ist und schwingt sich auf seine Maschine. Arbeit. Zeitdruck. Lärm. Wenn man alte Filme sieht auf denen Männer und Frauen in größeren Gruppen bei der Ernte zusammen arbeiten, lachen und singen wird man leicht neidisch in seiner Einsamkeit. Gespräch gibt es nur wenn etwas nicht funktioniert.
Ganz anders das Pflügen und die Aussaat. Beide haben eine erotische Komponente, sind erspürbare Einwirkung auf die Natur und das Leben. Es macht Spaß mitten auf dem Acker anzuhalten, die Maschine abzustellen und zu genießen. Aber Ackerbau hat eben nur wenige erhebende Momente und sehr viel Routine. Ackerbau ist Arbeit.
Das ist in der Viehzucht anders. Vom Zeugungsvorgang, über die Tragzeit bis zur Geburt ist man dabei. Man erlebt Leben und natürlich auch Tod. Natürlich ist Viehzucht, wenn sie nicht zu reinen Hobbyzwecken dient auf Ernte ausgelegt. Das sagen wir natürlich nicht gerne. Das wir aus dem Weizen auf dem Acker Brot und Kuchen machen wollen ist klar und unumstritten. Aber das Lämmchen, Kälbchen oder gar ein Fohlen zu ernten?
Alleine der Begriff ernten scheint da nicht zu passen. Natürlich passt er. Wir haben den Bullen zur Kuh gebracht, die Stute zum Hengst, und den Bock zu Schaf oder Ziege. Den Hahn gibt es auch nur weil wir ihn zulassen. Da ist nichts mit Natur oder bestenfalls am Rande. Wir säen und ernten Tiere.
Das ist ja auch logisch. Wir brauchen ihr Fleisch um uns zu ernähren und ihre Haut um uns zu kleiden und Schuhwerk zu fertigen. Klar kann man darauf verzichten, aber ob das die natürliche Haltung des Menschen ist, darf bezweifelt werden. Wir waren erst Jäger und Sammler, dann nomadisierende Viehzüchter und erst viel später Bauern die Ackerbau und Viehzucht miteinander verbanden.
Seltsam die Jagd hat einen ganz anderen Touch als die Ernte von Tieren. Da ist es der Kampf Mensch gegen Bestie, der natürliche Jagdtrieb, ein Wettstreit. Das Töten auf der Jagd haben wir perfekt verbrämt. Der Kampf gegen so ein bestialisches Reh oder gar einen Hirschen mit dem Hirschfänger zu erlegen, das hat doch was, Natürlich hat das Reh gegen die menschliche Intelligenz und die fast perfekten Waffen keine Chance, genausowenig wie der Hirsch. Wer einen Hirschfänger braucht hat nur fahrlässig geschossen.
Aber das Bild vom fröhlichen Jägersmann steht, der da tapfer durch Wald und Heide streicht und Bambi erschießt. Natürlich ist es ein völlig falsches Bild. Der heutige Jäger ist entweder Trophäenzüchter und Ernter oder Fleischernter. Trophäe und Fleisch geht meist nicht, weil das Tier mit der tollen Trophäe nur noch als Hack genießbar ist.
Der Angler und Fischer hat nicht so ein tolles Image wie der Jäger, es sei denn er übt seinen Beruf auf hoher See aus. Aber auch er ist ein Ernter. Außer den Teich- und Seefischern die selber Besatz nachliefern sind Angler, Fischer und Jäger aus dem Saatprozess ausgeschlossen. Sie ernten nur unter teilweise fragwürdigen Bedingungen.
Der Viehzüchter muss immer den ganzen Kreislauf begleiten ist also nicht nur ein Abstauber der erntet wo er nicht gesät hat, aber das dankt ihm niemand. Wenn der Jäger mit dem 16-Ender kommt, oder der Angler mit dem kapitalen Hecht, dann ist es egal wie viele Häute der Viehzüchter geliefert hat und wie viele Tonnen Fleisch. Er steht weit hinten.
Alle finden den Viehzüchter ja noch völlig in Ordnung wenn er in mitten seiner Tiere die Hand streichelnd auf ein Jungtier legt. Idyllische Bilder. Dann fahren die Leute wieder vom Bauernhof weg, oder essen gar in dessen Restaurant dieses tolle Kalbfleisch, das Lammfilet oder den Fohlengullasch. Der dampfende Teller hat nichts mit dem Jungtier zu tun.
Tod als Voraussetzung für Genuss. Das ist zwar jedem irgendwo klar, aber der Tod ist soweit aus unserem Leben verdrängt, das wir in kaum noch kennen, ja uns alleine vor dem Gedanken an den Tod fürchten. Wir sterben und töten außer Sichtweite. Die Alten sterben in ihren Heimen oder in Krankenhäusern. Es ist Ausnahme wenn jemand geplant zu Hause stirbt.
Wir kennen den Tod als Unfall, als plötzlichen Schicksalschlag. Aber die tote, oder sterbende junge Motorradfahrerin die können wir nicht anfassen, wenn wir die Nähe des Todes spüren. Ja. Das ist Feigheit, das ist Angst. Wir haben den Tod weggeschickt. Wenn er plötzlich in unserer Mitte steht, sind wir entsetzt, ratlos, geschockt und brauchen psychologische Hilfe.
Selbst der natürliche Tod eines Haustiers, dessen Alter wir kennen, vermag uns zu erschrecken. Wer sich mal angeschaut hat wie normal Kinder noch mit dem Tod eines Haustieres und mit dessen Beerdigung umgehen, dem wird klar wieviel wir Erwachsene schon verloren haben. Aus Angst vor der Angst.
Deshalb verdrängen wir auch die Ernte unseres Kalbschnitzels, des Spanferkels und der Lammlachse. Wir wollen mit dem Tod nicht zu tun haben. Natürlich wissen wir das geschlachtet wird. Aber eben nicht bei uns. Bei uns kommt Fleisch, Wild und Fisch aus der Frischhaltetheke des Supermarktes. Das ist nicht tot. Sieht auch gar nicht wie totes Tier aus, wenn es nicht gerade ein Hase, ein Hähnchen, oder eine Pute ist.
Niemand kann aus Kalbschnitzeln ein Kalb bauen und Schweinemett oder Bratwurst sieht wirklich nicht wie ein Ferkel aus. Wir schaffen es intellektuell den kompletten Selbstbetrug zu erschaffen. Für uns musste keine Tier sterben, weil wir den Tod verdrängt haben. Das war früher natürlich nicht möglich. Da war die Ernte ein Fest. Ein Schlachtfest.
Es gibt ja noch Gegenden in denen zu Hause geschlachtet wird, auch wenn uns unsere Angst vor dem Tod immer wieder neue Gründe eingibt weshalb das nicht sein darf und auch nicht sein soll. Meist sagen wir etwas zum Thema Hygiene und reden über schreckliche Keime. Kein Schlachtfest sondern Angst. Wer mit der Hausschlachtung aufgewachsen ist, hat damit kein Problem.
Schlachttag ist ein besonderer Tag. Alle Behältnisse sind schon mehrfach gewaschen, die Gewürze liegen bereit, Bindegarn für die Würste und natürlich auch die zugekauften Wurstdärme. Meist sind Tag und Schlachtstunde in einer Familie ziemlich genau festgelegt. Erfahrung aus Witterung, Temperatur aber auch Schlachtreife aus Jahrhunderten fließen da ein. Natürlich auch jede Menge Rituale. Denn schlachten ist eben nicht jagen.
Das Tier das geschlachtet wird, ist ja bekannt. Man weiß wie es als Jungtier in die Jauchegrube fiel und wie es unter dem Zaun durchlief. Man hat eine gemeinsame Vergangenheit die jetzt gleich durch das Schlachten beendet wird. Deshalb überlasst man in einigen Gegenden das Schlachten gerne einem Metzger, oder fährt das Tier in den Schlachthof um es erst nach erfolgter Schlachtung zu verarbeiten. Ernten ohne getötet zu haben.
Die Menschen sind schon häufig ein feiges Pack. Je näher sie selber noch an der Natur sind, desto weniger problematisch ist ihr Verhältnis zum Tod. Trotzdem möchte man natürlich nicht den rächenden Geist des getöteten Tieres an den Fersen haben. Deshalb die Rituale. Witzig sind die, bei denen nur bei Vollmond in der Nacht geschlachtet wird. Das bringt zwar die Nachtkühle und mit dem Mond auch genug Licht. Vor allem aber muss niemand rotes Blut sehen, weil das im Mondlicht fast schwarz aussieht.
Das wichtigste aber ist so zu töten das der Geist des Tieres einen nicht verfolgt. Deshalb wird über Humanität beim Schlachten nachgedacht. Egal welche Religion gerade aktuell ist, es geht immer um den Geist des Getöteten vor dem man sich fürchtet. Auch alle Jagdrituale haben diesen Grund. Dem Tier ist es egal warum es schmerzfreier geschlachtet wird. Wahrscheinlich würde es am liebsten gar nicht geschlachtet. Aber wenn schon getötet, dann wollen wir uns wenigstens einreden das wir es human getötet haben.
Der Vorgang selbst ist immer ähnlich. Ob wir mit dem Italiener das Rückenmark an den Halswirbeln durchtrennen, ein Bolzenschussgerät einsetzen oder nach elektrischer Betäubung ausbluten lassen, ist relativ egal. Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und jede kann fürchterlich schief gehen. Routine und Erfahrung helfen da immer.
In einigen Gegenden werden für den Moment des Tötens die Frauen, Weiber oder wie auch immer weggeschickt, zusammen mit den kleinen und allen weiblichen Kindern. Das ist aber nicht, weil die den Anblick nicht ertragen könnten, sondern weil sich niemand gern beim Töten zusehen lässt. Wir schämen uns wenn wir töten. Das ist übrigens gesund. So töten wir nur im Zusammenhang mit einer Notwendigkeit.
Es gibt zwei Dinge die beim Tot eines Tieres wichtig sind. Ein möglichst vollständiges schnelles ausbluten und die Entfernung von Innereien und Haut. So sehr wir beim Matjes wert auf die Einwirkung der Bauchspeicheldrüse und des Darms auf den Verwesungsprozess legen und so sehr wir die Hautgarung des Wildes mögen, stört es uns bei allen anderen Schlachtungen. Deshalb sind wir da schnell.
Bei allen Säugetieren ist das Ausbluten wichtig weil Blut sehr schnell verdirbt. Deshalb hängen wir Tiere an den Hinterbeinen auf und lassen sie durch kluge Schnitte ausbluten oder lassen uns bei anderen Tötungsarten durch die Kraft des noch schlagenden Herzens helfen. Das ist eine Frage der Methodik, teilweise sogar eine religiöse Frage, vor allem aber eine Bedingung für hohe Fleischqualität.
Nach dem Töten und der Entnahme der Innereien, und dem Abziehen der Haut sofern notwendig, gibt es bei Hausschlachtungen den ersten Schnaps. Dann wird Blut gerührt um die Gerinnung zu verhindern, gemetzgert und gewurstet das es nur so eine Freude ist. Bei der Hausschlachtung verzichtet man meist auf das obligatiorische Abhängen, weil die Kühlkapazitäten oft nicht da sind, oder sich Tiere über den Fleischvorrat hermachen würden, Hat dafür aber genügend Ersatz um die Fleischgare trotzdem zu erreichen.
Durch die Anwesenheit aller beim Prozess des Metzgerns und das damit verbundene Schlachtfest, gibt es einen klaren Bezug. Man weiß nicht nur was man isst, sondern sogar von wem das Fleisch ist. Es gibt kein Drumherum die Fakten liegen klar und blutig auf dem Tisch. Das ist überall so. Die Riten und Vorgehensweisen mögen unterschiedlich sein aber der Bezug und die gemeinsame Verantwortlichkeit für das Töten ist vorhanden. Dazu gehört natürlich auch das die Jugend automatisch das sorgsame und richtige Töten lernt.
Verantwortlichkeit und Kenntnis für das Töten ist wichtig. Wir haben in unserer Gesellschaft diese Verantwortlichkeit schon lange abgeschoben. Wir bezahlen für das Töten um nicht mitschuldig zu sein. Wir kaufen das Leder, die Gummibärchen und das Fleisch, aber wir tun so als käme dies aus heiterem Himmel. Wir haben einen Bezug zu unseren Wurzeln verloren.
Die Folgen sind klar. Niemand weiß, was notwendig ist um ein Kalb, Lämmchen oder Fohlen schlachtreif zu bekommen. Wir wollen es auch nicht wissen. Wir wollen versorgt werden ohne uns und unser Gewissen belasten zu müssen. Da wo wir aber nicht mehr hinsehen können oder wollen, müssen wir uns darauf verlassen, das andere wenigstens umso genauer hinsehen und kontrollieren.
Das was als Gammelfleischskandal regelmäßig wieder hoch kommt ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Es hilft uns auch nicht weiter wenn Peta oder ähnliche Organisationen mal wieder einen besonders schlimmen Fall noch oben ziehen. Derartige Organisationen überziehen entweder maßlos und verallgemeinern tatsächlich schlimme Einzelfälle, erreichen aber fast nichts.
Solange wir uns mit Elan auf das billigste Fleischangebot der Stadt stürzen und dafür auch noch mal eben 50 km weit fahren, brauchen wir an dieser Stelle gar nicht weiter zu diskutieren. Qualitätsfleisch unter humanen oder wenigstens doch halbwegs tiergerechten Umständen ist zu diesem Preis nicht zu erzeugen. Auch wenn die Biometzger in einigen Städten deutlich übertreiben ist der mittlere Preis für Biofleisch, ungefähr das, was wir sinnvoller Weise bezahlen müssten.
Vieh, muss für viel Geld viel hin- und her gefahren werden.
So fasste ein Deutscher Viehhändler die Situation zusammen zu der es durch unsere Feigheit und die Angst vor der Auseinandersetzung mit dem Tot und dem Töten gekommen ist, aber auch durch eine völlig verfehlte EU-Landwirtschaftspolitik. Wir haben nur noch Spezialbetriebe für Spezialmästung. Meist sogar als Lohnmästung, bei der die Ursprungsware Tier angliefert und nach Veredelung durch Mast wieder abgeholt wird. Bezahlt wird nur die Gewichtszunahme, abzüglich der toten Tiere.
Individualität, Betreuung, gar Tierschutz? Fehlanzeige! Da hetzt der Mäster durch die Stallung muss sich für das richtige Mastfutter entscheiden und dafür sorgen das genug getrunken wird. Vielleicht auch noch Grünfutter beschaffen und Ackerbau als billigere Futterquelle betreiben. Da endet Verantwortlichkeit ziemlich früh.
Dann immer wieder endlose Transporte zwischen den Mastplätzen und am Ende hin zur Schlachtung. Die Fahrer fahren im Akkord und auf engen Termin. Die Ware Tier muss günstig sein für den Menschen, der dem Tod nicht ins Auge sehen kann, aber genau rechnet. Die Folgen sind allen bekannt. Normierte Tiere in ganz wenigen Rassen, synchron aufwüchsig mit gleichermäßiger Gewichtszunahme. Das Einheitstier in Monokultur immer nur für wenige Wochen an einem Ort. Hochsubventionierte Tierquälerei.
Das endet auch im Schlachthof nicht. Da sind schon lange keine deutschen Arbeitnehmer mehr. Osteuropäer mit verdächtigen Verträgen, von Subunternehmen die gar nicht hier arbeiten dürften. Tausendmal im Fernsehen gezeigt. Niemand ermittelt. Wozu auch. Das Fleisch muss billig sein, da darf man keine Verantwortlichkeit zeigen. Schließlich sollen die jetzt arbeitslosen Metzger und Bauern sich auch Fleisch leisten können. Da muss gespart werden.
Es gibt unter den neuen Arbeitern auch welche die Mitleid haben. Keine Frage. Aber sie haben keine Zeit dafür. Häufig schlecht angelernt, überhaupt nicht ausgebildet, töten sie für uns für allerkleinestes Geld, das sie oft genug nie bekommen. Ob ihnen der Geist der toten Tiere folgt, ist uns egal und sie haben keine Wahl. Unser Schnitzel hat keinen Geist. Natürlich gibt es Überprüfungen. Es sollen sogar schon Prüfer durch Betriebe gegangen sein. Meist aber schenkt man sich den Unfug. Man kennt die Situation.
Wir wollen gar nicht wissen, was bei der Aufzucht, der Mast, auf den Transporten und zum Schluß im Schlachthof passiert. Wir vertrauen einfach darauf, das alles stimmt, obwohl wir schon am Preis ablesen können, das nichts stimmen kann. Wer für uns tötet muss doch gut sein. Wir wollen doch nur das Gute und vor allem, dass alles weit weg von uns passiert und wir nicht hinsehen müssen.
Woanders sehen wir gerne hin. Wenn irgendwo in der Welt ein Schaf geschlachtet wird, dann finden wir das grauenhaft. Das zappelt ja noch wenn ihm die Kehle durchgeschnitten wird. Das blutet ja richtig. Das ist ja unerträglich. Die 15 Sekunden die unsere Schweine im CO2-Gasgemisch zu viert gemeinsam ihr vermeintliches Ersticken genießen können, die sehen wir ja nicht. Wir sehen auch nicht die Fälle wo es eine kluge Sau schafft die Luft anzuhalten und die es deshalb ganz sicher auch nicht gibt.
Sie war dann allerdings doch nicht so klug, sie blutetet nun unbetäubt aus und hat dazu noch die Schmerzen in ihren Hinterläufen an denen sie aufgehängt wurde. Das ist nicht klug und das ist nicht schön. Das ist das Problem beim töten im allgemeinen. Es ist nicht schön. Welchen Vorteil die eine oder andere Tötungsart auch haben mag, im Endeffekt sind sie tödlich und welche mehr Schmerz oder Leid bedeutet, lässt sich nicht herausfinden, da das Lämmchen ja nur einmal sterben kann und sich über die Vorzüge anderer Tötungsaten nicht auslassen kann.
Allerdings wäre es auch so schwierig ein totes Lämmchen zu befragen, wie der Tod denn nun so war. Natürlich haben wir ganz tolle Wissenschaftler die auch den Tod untersuchen. Die sagen uns ganz genau, was sie zu wissen glauben. Wir können ihnen ja kaum das Gegenteil beweisen. Das tote wie das lebende Lämmchen reden eben nicht mit uns.
Wahrscheinlich gibt es den schmerzlosen Tod ohne Angst gar nicht. Das heißt aber nicht unbedingt das wir nicht töten dürfen um zu Essen. Das machen wir auf der Jagd ja auch. Ob bei den Schießkünsten einiger Jäger der Blattschuß wirklich humaner ist, darf bezweifelt werden. Wir können uns beim Töten nur um Humanität bemühen und müssen selbst genau hinsehen um zu entscheiden ob wir zufrieden sind oder nicht.
Wenn wir aber schon das Geschehen Tod nicht sauber steuern können, dann sollten wir wenigstens das Leben vor dem Tod artgerecht machen. Das geht am einfachsten in dem wir die Beziehung zwischen dem Züchter und dem Tier wieder herstellen, also die Produktionsstufe Mast im Fremdbetrieb komplett herausnehmen.
Funktionieren kann das nur wenn wir Tiertransporte außer zu züchterischen oder reitsportlichen Zwecken auf 100 km im Jahr begrenzen. Damit bekommen wir regionalität in die Fleischproduktion und Verarbeitung. Wenn wir dann noch das Wegsehen verlernen, können wir es uns sicher auch bald leisten den Affentanz um das Thema Schlachten zu beenden. Es gehört zu unserem Leben.

















