Aufgelesen und kommentiert 2010-02-17
- SPD: "Arbeitslose müssen rangenommen werden"
- Hartz4 wirkt: Wie die Mittelschicht in die Armut durchgereicht wird
- Der Hans-Werner Phrasenautomat ist wieder da
- Das Problem liegt heute nicht in zu hohen Hartz-Sätzen, sondern in zu niedrigen Löhnen
- Wahlkampf: NRW-FDP setzt auf Westerwelles Thesen
- Hartz4 und die BILD Zeitung: Mit unsachlicher Stimmungsmache für Guido Westerwelle
- Tarifkonflikt: Ab Montag droht Streik bei der Lufthansa
- Goldman Sachs half Griechenland, die Lage des Staatshaushaltes zu verschleiern
- Deutsche Bahn - Wenns im Inland nicht klappt dann versuchen sie es im Ausland
- Die Kommunen sollen dafür zahlen, dass die Bundesregierung Steuern senkt
- Neuberechnung von Hartz4 nach Vorgaben des BVerfG ergibt 631 Euro Regelsatz
- Stoppt die Privatisierung von Krankenhäusern
- Bundespräsident Horst Köhler unterzeichnet Von der Leyens Internet-Zensurgesetz
- Studiengebühren als Hinderungs- und Abbruchsgrund
- Zitat des Tages: Von Friedrich Küppersbusch ["Aufgelesen und kommentiert 2010-02-17" mehr »]
Aufgelesen und kommentiert 2010-02-08
- Über die Milliardengewinne der Deutschen Bank
- Kuschen vor Ackermann: Der SPIEGEL jubelt über Gewinne der Deutschen Bank
- Zu spät gewarnt: Bank muss Steuerhinterzieher mit 7,3 Mio Euro entschädigen
- Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) betraut externe Berater mit Steuerreform
- Industrieumsatz Dezember 2009 minus 17,5 Prozent gegenüber Dezember 2007
- Bankrott deutscher Kommunen
- Rechnungshof kritisiert: Hamburgs Straßennetz verfällt
- CDU wusste schon 2007 über die prekäre Lage der HSH Nordbank Bescheid
- NRW-Chef Rüttgers (CDU) rebelliert gegen schwarz-gelbe Steuerpläne
- Schwarz/Grün für NRW wird vorbereitet
- Atomkraftwerke: Die Laufzeitverlängerung weckt Begehrlichkeiten
- Schwarz/Gelber Sparplan bei Energie-Sanierung gefährdet tausende Jobs im Handwerk
- Kraftwerksplanung: Von wegen Renaissance der Atomkraft
- Hartz4: Theorie vom fehlenden Arbeitsanreiz macht keinen Sinn
- Hartz IV vor dem Bundesverfassungsgericht
- Hartz4-Debatte: "Der wirklich faule Sack ist der Gesetzgeber"
- SPD kontra Streik im Öffentlichen Dienst?
- Umfrage: Soziale Gerechtigkeit nimmt ab
- Interview mit dem neuen LINKE-Chef Klaus Ernst
- Benjamin Hoff (Linke) zur Zukunft seiner Partei
- Gabor Steingart: Vom neoliberalen SPIEGEL-Wortführer zum neuen Handelsblatt-Chef
- NRW-Pirat Dirk Schatz im Interview
- Sendezeiten im Internet: Das letzte Aufgebot der Altparteien zur Zensur des Internets
- BILD "Gewinner des Tages": Nie war Gewinnen so einfach ["Aufgelesen und kommentiert 2010-02-08" mehr »]
Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU
Selbst der Europäische Rechnungshof hat in seinem gerade erschienenen Sonderbericht deutlich gemacht, dass die unkontrollierte Liberalisierung des europäischen Milchmarktes der falsche Weg sei. Dadurch seien die Direktbeihilfen für die Milchviehhalter in Europa von 2,75 Milliarden Euro 2005 auf 4,5 Milliarden Euro 2007 gestiegen, ohne nachhaltige Wirkung zu hinterlassen. „Es wäre ein fatales Signal, wenn die neue Regierung diese Warnung nicht Ernst nimmt, mit der Verschwendung weitermacht und gleichzeitig das große Haushaltsdefizit beklagt“, so Schaber weiter. „Wir fordern die Verhandlungspartner auf, diese Politik zu beenden und einen Wechsel zu vollziehen.“
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Nächste Bauern-Grossdemo in Vorbereitung
Presseeinladung zur Großdemonstration am Montag, den 19.10.2009
EU-Agrarrat in Luxemburg: Mehrere Tausend Milchbauern aus Europa erwartet
Der Aufstand der Milchbauern in Europa in den letzten Wochen und Monaten hat die Politik in Bewegung gebracht. „Die Milchbauern begrüßen die Aussage der Mehrheit der EU-Agrarminister, ein innovatives Mengenmanagement auch nach 2015 beibehalten zu wollen, um aus der Milchkrise herauszukommen“, sagt Romuald Schaber, Präsident des European Milk Boards (EMB) bezogen auf das Ministertreffen am 12. Oktober in Wien.
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Politik geht auf Bauern zu
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Seehofer will den Koalitionsvertrag mit der neuen Bundesregierung nur dann unterschreiben, wenn die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern geschützt wird. Oha. Nun gut, "helfen" will Sonnleitner vom Bauernverband auch, (wem?). Über das Wie gibt es allerdings deutlich konträre Vorstellungen. Kanzlerin Merkel spricht jetzt von einer „bedrückenden Situation“, wie sie mehrfach zitiert wird, - schön übrigens, dass die Großen jetzt auch auf einmal berichten - ,doch wer weiß, was sie sich vorstellt, außer Hilfen durch die EU. Von der Milchquote hielt sie bisher jedenfalls nicht viel.
Etwas deutlicher der französische Regierungschef: „Sarkozy hatte öffentlich erklärt, dass eine Regulierung des Milchmarktes sowie anderer landwirtschaftlicher Märkte notwendig sei“ heißt es in der Presseerklärung des European Milk Board (EMB) und weiter:
„Für 5. Oktober Sondertreffen der EU-Agrarminister zur Milch einberufen. Sarkozy, Merkel und Barroso außerdem zugesagt, sich um katastrophale Lage auf Milchmarkt zu kümmern – werden Versprechen nicht eingehalten wird Milchlieferstopp wieder aufgenommen.“
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Kämpferische Bauern: es geht weiter
“Auch nach 13 Tagen Streik werden die Milcherzeuger in Europa weiter die Milchlieferung an die Molkereien aussetzen“, sagt Pascal Massol von der französischen Milcherzeugerorganisation APLI, und weiter: „Die Medien und Bürger sind auf unserer Seite.“ Massol sagt außerdem: „Wir rufen Vertreter aus dem Sektor Milch, wie Tierärzte oder Landhändler, und zivilgesellschaftliche Organisationen auf, die Milchbauernproteste zu unterstützen.“ Ich füge hinzu: wir haben doch Spitzenköche, die ebenso spitzenmäßig wie sie kochen, die Medienpräsenz beherrschen. Wann nutzen sie ihre tollen Möglichkeiten, um den Erzeugern ihrer Lebensmittel (ihrer „Erfolgsmittel”) zu helfen?
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Bauernaufstand in Europa
Fest steht, dass die Bauern sich auf bemerkenswerte Weise international solidarisiert haben und sich auf einen sehr schwierigen Kampf eingelassen haben. Denn es wird ja wohl niemand glauben, sie würden leichtfertig das Lebensmittel, das sie produzieren, vernichten. Von allen beteiligten Seiten wird das Problem anerkannt, dass der Milchpreis ruinös niedrig ist. Doch bisher haben weder Eu- noch nationale Politik, weder Landwirtschaftskammern noch Bauernverbände Vorschläge zur Besserung präsentiert. Nur die Parallelorganisationen, die Verbände, die die Bauern selbst gegründet haben, und ihre europäischen Zusammenschlüsse haben wirksame Konzepte entwickelt. In Zusammenarbeit mit Umwelt- und Tierschutzverbänden und noch weiteren Organisationen, wie es der Komplexität der Thematik entspricht. Gleichzeitig ist damit eine Alternative zur herrschenden neoliberalen Wirtschaftsweise entstanden und damit auch ein Ausweg aus der Krise! Und ein Zukunftsentwurf.
Das alles muß ihnen erstmal jemand nachmachen. Wie wäre es mit den europäischen Industriearbeitern und ihren mächtigen Gewerkschaften?
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Milch-Ticker 5
Der Milch-Streik weitet sich über mehrere Länder aus. Wir haben es hier mit einem Europaweiten Streik zu tun. Wirklich sehr beeindruckend. Gab es das überhaupt schon mal? - Ich wage eine Prognose: die Damen und Herren der Schaltzentralen werden den Bauern entgegenkommen. Sie werden einlenken. Warum? Da könnten zukünftig ja andere auf die Idee kommen, dass man auch länderübergreifend streiken kann! So weit kommt es noch, dass sich demnächst andere Branchen zusammenrotten und aufmüpfig werden - nein, das muß aufhören! Deswegen glaube ich an baldige Zugeständnisse. Ich Optimistin aus der Oberpfalz! (So ein Zufall aber auch)
An Streiks, Protesten, Aktionen und deren Vorbereitungen beteiligen sich inzwischen 9 Länder: Frankreich, Deutschland, Belgien, Österreich, Luxemburg, Schweiz, Niederlanden, Spanien, Norditalien.
Milch-Ticker 4

Berichten von top-agrar-online ist zu entnehmen, dass sich die Streikwelle in mehreren europäischen Ländern ausweitet. In Frankreich sollen schon um die 90.000 Betriebe keine Milch mehr ausliefern. In Deutschland, Belgien, Luxemburg ziehen Milcherzeuger nach. In Österreich, Niederlanden und Schweiz formieren sich Bewegungen. Der deutsche Bauernverband spricht sich gegen den Streik aus, ebenso Bauernbund und Landwirtschaftskammer in Österreich. In Östereich wollen die Bauern morgen mit Kühen und Traktoren in den Kreisverkehr einmarschieren und so die A9 lahmlegen. Aktuelles in drei Sprachen auch stets auf den Seiten des EMB.
Milch-Ticker 3
Selbstverständlich steht der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft in vielfältigem Zusammenhang mit der Gentechnik, bzw. deren Verhinderung. Die kleineren regionalen Betriebe stehen nicht nur für gesündere Lebensmittelproduktion, sondern auch für Natur- und Landschaftsschutz, für Tier- und Umweltschutz. Zusätzlich geht von ihnen keine Gefährdung der regionalen Landwirtschaft in den ärmeren Ländern aus. Die industriell orientierte Landwirtschaft, die sich mit zur "Agroindustrie" zählen darf, öffnet Tür und Tor für alle Interessen, die eine Handvoll Konzerne im Bereich Saatgut und Pestizide verfolgt. Zu diesen zählt die Gentechnik und die Patentierung gentechnisch veränderter Pflanzen. Wie weit die Tür übrigens bereits offen steht, sieht man aktuell an den Funden genetisch veränderter Leinsaat: "Illegale Gen-Leinsaat im Essen schreckt Behörden auf" schreibt Sigrid Totz (Greenpeace), nachzulesen auf Mein Politikblog. Gentechnik tilgt nicht den Hunger in der Welt. Gentechnik und die Patentierung von Saatgut macht die Bauern abhängig!["Milch-Ticker 3" mehr »]
Milch-Ticker 2
Dazu Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, auf der BUND-website:
"Gegen den Willen der Bevölkerung unterstützen die EU-Kommission und die Agrarminister der Mitgliedsstaaten die Molkereien mit Exportsubventionen, während die Milchbauern wegen der Überproduktion reihenweise pleite gehen. Die Menschen in Deutschland lehnen es ab, dass ihre Steuergelder in dieses Fass ohne Boden geworfen werden. Sie fordern stattdessen eine Senkung der Milchmenge und ihre Anpassung an die Nachfrage. Die negativen Folgen der Exportsubventionen für die Kleinbauern in Entwicklungsländern und für das Klima sind bekannt. Die EU-Kommission muss endlich ihre Milchpolitik ändern, anstatt weiter weltweit bäuerliche Existenzen zu ruinieren."
Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM, sagt:
"Eine Mehrheit hat in der Krise gelernt, dass eine nachhaltige Wirtschaft nicht mit dem Rückzug des Staates, sondern nur mit sinnvollen Marktregeln zu sichern ist. Dies gilt insbesondere auch für den Milchmarkt. Die Kommission sollte aufhören eine Politik zu verfolgen, die den Interessen der Bauern und der Bevölkerung entgegensteht."
Milch-Ticker 1
Romuald Schaber vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, und Präsident des European Milk Board, erklärt: sein Verband werde nicht zum europaweiten Streik aufrufen, da dies rechtlich verboten ist. Er sagte aber seine persönliche Unterstützung zu, indem er auch keine Milch mehr liefert. Das darf er. Und alle anderen Milchbauern auch. Ihre Solidarität bekundeten ebenso Belgien, Holland, Luxemburg, Holland und Österreich. Dann warten wir mal ab, was sich da entwickelt.
Und was machen die Bäuerinnen?
Sie übernachten (angemeldet und erlaubt) auf dem Münsterplatz in Ulm und warten auf die Kanzlerin. (Na, das hatten wir doch schon mal?) In Ulm finden am Sonntag Veranstaltungen statt, unter dem Motto „Vielfalt ernährt die Welt“. Die Kanzlerin wird am Montag erwartet, um ebenfalls auf dem Münsterplatz zu sprechen. Begleitet von Ministerpräsident Öttinger, Ministerin Schavan, und CDU-Generalsekretär Profalla. Da wird sie sich bestimmt freuen, die Kanzlerin.
Die stets aktuelle website des „Bundesverband Deutscher Milchviehhalter“ weist auf alle relevanten Links zu weiterführenden Informationen und Organisationen hin. Für alle, die sich eingehender informieren möchten. Sehr empfehlenswert. - Unsere Bauern. Sind gut informiert, gut organisiert, und lassen sich nichts mehr gefallen, wie es scheint. Kann man sich glatt was abschauen!
Im Milchzirkus
Nach der Abfuhr vor zwei Tagen in Brüssel, kriegen die Bauern gleich noch eine reingesemmelt. Spiegel-online berichtet: Das Kartellamt hat den Bauern, die voriges Jahr die Milch-Lieferung boykottierten, abgemahnt. Ein Streik sei illegal. Nach Einschätzung des BDM beteiligten sich um die 90 Prozent der Mitglieder. Es handelte sich um einen Verstoß gegen das Kartellrecht. Kostendeckende Preise dürften nicht durch Boykott erzwungen werden. „Ziel des Boykotts sei gewesen, den Wettbewerb beim Absatz von Rohmilch `komplett auszuschalten´, hieß es.“ Und jetzt wird es spannend: Preise bildeten sich aber im Wettbewerb nach Angebot und Nachfrage. Ja, wie denn???
Fairer Wettbewerb, fairer Preis. Das hätten sie gern, die Milchbauern!
Schade, dass es die Milchverarbeitenden Betriebe gibt. Die Groß-, Zwischen- und sonstigen Händler dazu. Und Subventionen in riesigen und kaum durchschaubaren Mengen. Und Billigimporte aus Billiglohnländern. Und beschissene Ersatzprodukte, auch schon mal Analogkäse genannt. Und industrielle Interessen, die ganz im Hintergrund ihre Strippen ziehen. Und, wer weiß was noch. Das alles macht die Preisbildung rund um die Milch zu einem großen Miraculum. Könnte man im Zirkus mit auftreten!
Tja, Bauer und Bäuerin. Schade, dass Ihr mit Euren Kühen sozusagen die armen Schweine seid in dieser marktwirtschaftlichen Aufführung. Und wir Endverbraucher (so nennt man uns) auch.
Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) korrigiert Medienberichte übrigens dahingehend, dass nicht der Milchlieferstopp an sich rechtswidrig war, sondern lediglich der Aufruf zum Lieferstopp. - Ach sooooo. Na, dann wird halt nächstes Mal ohne Aufruf gestreikt, würde ich sagen! Was bleibt schon anderes übrig. (Schon komisch manchmal, mit den Medienberichten, oder?)
Pressemitteilung der FAU Berlin
Babylon-Arbeitskampf
Am Abend des 29.07. besuchten ca. 20 FAU-Gewerkschafter und Sympathisanten
die kostenlose Vorstellung des vom Italienischen Kulturinstitut
präsentierten Films Un giorno e un altro ancora. Um das Publikum auch im
Kino von dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Lichspielhauses zu
informieren, trugen die Aktivisten demonstrativ T-Shirts mit Aufdrucken,
die ihre Solidarität mit der Belegschaft des Kinos zum Ausdruck brachten,
und wollten friedlich ihre Sitzplätze einnehmen, um den Film zu sehen...
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"Ein alter Professor wie ich ..."
[""Ein alter Professor wie ich ..."" mehr »]
Und dann war da noch Hartmut Matiaske, Geschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände
Dies tun sie in der Hoffnung, dass jede verstrichene Woche die Erwartungen der Arbeitnehmer senkt und dass die Arbeitnehmer zum Schluss überhaupt froh sind, wenn man ihnen ein winziges Häppchen zuwirft. Matiaske hat diese Technik schon mehrfach angewandt und ist nun ganz erbost, weil jemand anderer dieses Spiel auch umdrehen kann. ["Und dann war da noch Hartmut Matiaske, Geschäftsführer der ... »]
Aufgelesen 155
● Die Zahl des Jahres: 50.000
● Zypr(i)esse des Bundes
● Meinungsforscher: Viel Misstrauen in der Bevölkerung beim Datenschutz
● Bundesweiter Bildungsstreik 2009
● Werbung & Homepages, contra oder re?
● Gemeinsamkeiten: NATO- Angriffskrieg auf Jugoslawien und das Bankgeheimnis der Schweiz
["Aufgelesen 155" mehr »]
Aufgelesen 95
- Der Schaeffler-Skandal
- Hartz, aber ungerecht
- Geschichten aus dem Sumpf
- Wer liest bei uns schon Geschichten aus Afrika? Der Fall Pfizer
- IWF: Regierungen sollen Banken retten
- Frankreich bläst zum Sarkozy-Streik
- Sie haben Post, Herr Steinbrück
- Hartz-IV-Empfänger als Geheimdienstler?
["Aufgelesen 95" mehr »]
Europäische Sozialcharta endlich auch in Deutschland einführen
Normalerweise wird jeder EU-Unsinn sofort in deutsches Recht umgewandelt, solange sich damit die deutschen Arbeitnehmer um ihren Lohn betrügen lassen oder die deutsche Wirtschaft es dadurch etwas schwerer hat, Geld zu verdienen und Menschen zu beschäftigen. Der Krümmungsgrad einer Gurke erfordert den Einsatz von Justiz und polizeilicher Gewalt. Die Themen der Europäische Sozialcharta sind für die Deutschen Politgauner allerdings nicht attraktiv.
1. das Recht auf Arbeit,["Europäische Sozialcharta endlich auch in Deutschland einführen" ... »]
2. das Koalitions- oder Vereinigungsrecht,
3. das Recht auf Kollektivverhandlungen,
4. das Recht auf soziale Sicherheit,
5. das soziale Fürsorgerecht,
6. das Recht auf besonderen gesetzlichen, wirtschaftlichen und sozialen Schutz der Familie, und
7. die Schutzrechte für Wanderarbeiter/innen und ihre Familien.
Pressemeldung: Schulstreik
November 2008 zum bundesweiten Schulstreik auf. Sie erwarten eine
Beteiligung von Schülern von weit mehr als 100.000 Menschen.
Unter dem Motto „Für freie und bessere Bildung - Bildungsblockaden
einreißen“ rufen die Schüler zu landesweiten Demonstrationszügen und
Protestkundgebungen auf.
["Pressemeldung: Schulstreik" mehr »]
Berliner Frühling geht in die erste Runde: bundesweiter Schulstreik
Die Schüler nehmen sich die Regierungsmacht, die ihnen zusteht.
Am
12.11.2008 wird in die Republik wieder etwas Volksgewalt einziehen.
Nach den krampfhaften Versuchen der Politik ihr komplettes Versagen im Bildungssystem einzugestehen, eröffnen die deutsche
n Schüler den Berliner Frühling
Deutschlands
Bildungssystem ist am Ende: Lächerliche Budgetplanung, verschrobene
Denkweisen und ein anmaßendes Vorgehen der Politik zeigen hier ihre
Vollendung. Was sich in fast allen Bereichen der Politik abzeichnet,
ist im Bereich Bildung schon zu einer Routine geworden. In jedem
Parteiprogramm finden sich Pläne, die Bildung zu verbessern, nur trägt
die „richtige“ Politik leider absolut keine Früchte: Komplett Versagen!. Die zeichnet sich nicht nur in einigen Punkten des Bildungssystems ab, sondern ist die passende Verallgemeinerung.
["Berliner Frühling geht in die erste Runde: bundesweiter ... »]
Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders
Das ist ungefähr der Kernsatz derjenigen, die an die dauerhafte Existenz des Geld glauben und lieber eine Verschwörungstheorie konstruieren, bevor sie den Fakten ins Auge sehen. Dabei ist die aktuelle Krise das beste Beispiel dafür, das dieser Satz nicht stimmt. Wir haben gar keinen Mangel an Geld. Dem Geld mangelt es einfach nur an Wert.
["Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders" mehr »]
Die Hypo Real Estate - ein Fass ohne Boden
Vielleicht hat der deutsche Steuerzahler noch einmal richtig Glück gehabt und muss die Hypo Real Estate doch nicht sanieren. Denn schon bevor der Kredit gegeben werden kann, zeichnet sich das ab was Duckhome schon berichtet hatte. Es wird viel teurer. ["Die Hypo Real Estate - ein Fass ohne Boden" mehr »]
Der Hypo Real Estate Betrug
Es gibt Termine die sind so passend, dass sie natürlich nur reiner Zufall sind. An solchen Terminen brennen Reichstage, fliegen Flugzeuge in Wolkenkratzer und dicke Hunde werden zu Gummibällen, die wie verrückt durch die Gegend springen. Manchmal krepiert auch direkt nach einer wichtigen Landtagswahl eine Bank, die eigentlich schon lange tot ist. ["Der Hypo Real Estate Betrug" mehr »]
Ein seltsamer Streik im Einzelhandel
Vorgestern trabten wieder einmal Zettelverteilerinnen durch meine Straße. Allerdings sahen sie seltsam hilflos aus. Typ Religionslehrerin an der öffentlichen Realschule. Zeitlos. Von zwanzig bis fünfundvierzig hätten sie jedes Alter haben können. Figur mehr als in Ordnung, die Kleider sauber aber mit ihren Zettelchen passten die beiden Damen so wenig auf die Straße, als wenn sie nackt daher gekommen wären.
Immer wenn mir an einer Situation in meiner Straße aber auch anderswo etwas so extrem auffällt, schaue ich genauer hin. Manchmal wird einfach nur Hilfe gebraucht, manchmal vertreibt man damit aber auch schräge Vögel aus seinem Umfeld. Als ich sehe das die beiden auf meine Eingangstür zugehen, teile ich ich ihnen mit, das keiner bei uns im Haus zusätzlichen Abfall braucht und ich auch nicht scharf darauf bin die Entsorgung zu bezahlen.
Natürlich ließen sie sich nicht aufhalten. Das lassen sich Frauen dieses Typs selten, weil sie nämlich eine Mission haben. Manchmal ist es Frömmlertum, dann wieder Naturkosmetik oder die Treppe die falsch durchs Haus läuft und damit das Glück aus dem Haus zieht. Ich kenne den Typ und flüchte sobald sich meine Ahnung bestätig. Natürlich hatte ich auch so einen Zettel im Briefkasten.

Da ich kein Papier so einfach wegwerfen kann, muss ich immer erst mal sehen was es ist. Streik im Einzelhandel. Ah. Ja. Hab ich mal gehört. Kann aber nicht wichtig gewesen sein. Dann dieser weinerliche Ton des Zettel. Religionslehrerinnen. Grrr. Aber so ganz Unrecht haben sie natürlich nicht. Der Streik findet weitgehend im Geheimen statt.
Bei Google so völlig tote Hose zu erzielen ist schon eine echte Leistung. Aber auch bei der zuständigen Gewerkschaft verdi scheint das keine wichtige Sache zu sein:

Auch hinter dem Link sieht es nicht besser aus. Ein kleiner Block aus dem Januar verweist auf die einzelnen Bundesländer. Ich klicke mal Berlin an. Eine Liste die mir eine monatliche Pressemitteilung als Leistungsbeweis der Gewerkschaft für den Streik aufzeigt. Wie nett. Sogar von gestern ist eine dabei. Streik bei Reichelt in der Wilmersdorfer Straße. Da wo ich einkaufen gehe.
Dumm nur das ich gestern nicht einkaufen war. Warum nur an einem Tag und warum dann nicht am Samstag, wo alle etwas mehr Luft zum nachdenken haben. Wissen die wirklich nicht wie streiken geht. Die beiden Religionslehrerinnen beklagen auf ihrem Zettel den geringen Organisationsgrad im Einzelhandel. Müsste man dann nicht erst einmal für mehr Mitglieder werben? Sich eventuell Solidarität von anderen Gewerkschaften oder gar aus der eigenen Dachgewerkschaft besorgen?
Aber wozu. Der Streik findet ja gar nicht statt. Die beiden Damen hatten keine Gewerkschaftsplastiktüte umgehängt und ich habe in der langen Zeit in der die jetzt streiken noch nie jemanden vor Reichelt oder Lidl stehen und streiken sehen. Worüber soll die Presse den berichten wenn nichts passiert. Streiken die alle zu Hause? Ich kapiere einen solch seltsamen Streik nicht.
Vielleicht hat verdi keine Lust. Dann sollen sie es doch sagen. Ich hielt es schon immer für einen Fehler solche Gewerkschaftsmonstren zu bilden, die sich dann doch nur um ihre mitgliederstarken Teilbereiche kümmern. Das was hier gemacht wird ist kein Streik. Das ist ein schlechter Witz.

















