Arcandor Insolvenz - Gewinner und Verlierer
Weithin herrscht ja die irrige Ansicht, dass es bei Insolvenzen außer dem Insolvenzverwalter, der eigentlich Masseverwalter heißt, keine Gewinner gibt. Dies ist falsch. Es gibt eine Menge Gewinner, oder doch zumindest eine Menge Leute, denen es sogar lieber ist, dass ein Unternehmen in den Konkurs geht. Um das zu verstehen muss man sich die Beteiligten ansehen.
Die Beteiligten sind die Besitzer des Unternehmens, die Gläubiger, die Arbeitnehmer, die Gewerkschaften und der Staat. Dabei teilt sich der Staat noch in die Steuer- und Abgabenzahler und die Politiker und verwaltenden Beamten. Dazu eine Reihe von Anwälten, Interessenvertreten, Arbeitgeberverbänden uns sonstigen Gruppen die gerne im Trüben fischen. ["Arcandor Insolvenz - Gewinner und Verlierer" mehr »]
Arcandors Absturz und die Folgen für Gewerbeimmobilien
Wir sind Karstadt! spöttelt Frank Meyer in seinem Blog und liefert eine sehr gute Analyse der aktuellen Situation. Dabei bedeutet Analyse allerdings nicht, dass man den Irrsinn auch verstehen muss. Es reicht staunend und kopfschüttelnd daneben zu stehen.
Besonders zum staunen bringt einen zur Zeit natürlich Arcandor, die schon so pleite sind, dass sie ihre Mieten nicht mehr bezahlen können. Das ist peinlich. Nicht so sehr für Arcandor deren Ruf längst ruiniert ist, sondern mehr für das Bankhaus Sal Oppenheim. Die hatten doch zusammen mit dem Finanzmagier Josef Esch fünf Objekte aus der Verkaufsorgie der Karstadt Immobilien in einen Fond übernommen und sind gleichzeitig größter Aktionär.
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Ist Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg ein Lügner?
Gut der Mann ist Politiker, was in Deutschland ja schon fast ein Synonym für berufsmäßige Lügner ist. Andererseits ist der Mann Wirtschaftsminister und der sollte in Krisenzeiten wie diesen zumindest halbwegs bei der Wahrheit bleiben. Allerdings ist beim Fall Arcandor die Lage nicht ganz so klar, wie sie auszusehen scheint. Vorgestern kam AFP mit der Meldung, dass EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Arcandor nicht als Fall für die gelockerten Beihilfebestimmungen der EU anerkennt:
"Unsere vorläufige Einschätzung ist, dass Arcandor schon vor dem 1. Juli 2008 in Schwierigkeiten war", sagte der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel. Die Probleme wären dann nicht der aktuellen Krise geschuldet, und Arcandor könnte darum nicht von der Lockerung der EU-Regeln für Hilfsprogramme der Mitgliedstaaten profitieren.["Ist Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg ein Lügner?" mehr »]
Kroes habe am Dienstagabend mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) darüber gesprochen, sagte der Sprecher weiter. Arcandor könne aber Staatshilfen unter den normalen, strengeren EU-Wettbewerbsregeln beantragen. Solche Beihilfen sind an Einschnitte zur Sanierung der jeweiligen Firma gebunden.
Kein Cent Steuergeld für Arcandor
Arcandor, das heißt Karstadt/Quelle und Thomas Cook. Es ist schick, wie ansonsten unfähige Manager immer neue Namen finden, damit sich niemand ihre Pleitefirmen merken kann. Bei Karstadt/Quelle, daran erinnern sich noch viele, wurden die Mitarbeiter entlassen, die Häuser verkauft und einige zurückgemietet, aber vor allem die Löhne gedrückt. Alles zum Erhalt der Arbeitsplätze.
Lohndumping statt unternehmerische Ideen.
Madeleine Schickedanz und ihrer Familie setzten auf Thomas Middelhoff als Vorsitzender des Aufsichtsrates der KarstadtQuelle AG – und das war ein Fehlgriff. Middelhoff hatte bei Mohn/Bertelsmann ja nie etwas über effiziente Unternehmensführung oder gar strategische Planung gelernt, sondern konnte dort immer aus dem Vollen schöpfen und hatte zusätzlich die Politik im Rücken, die geradezu abhängig von der Bertelsmannstiftung und der Familie Mohn ist. ["Kein Cent Steuergeld für Arcandor" mehr »]
Lohndumping statt unternehmerische Ideen.
Madeleine Schickedanz und ihrer Familie setzten auf Thomas Middelhoff als Vorsitzender des Aufsichtsrates der KarstadtQuelle AG – und das war ein Fehlgriff. Middelhoff hatte bei Mohn/Bertelsmann ja nie etwas über effiziente Unternehmensführung oder gar strategische Planung gelernt, sondern konnte dort immer aus dem Vollen schöpfen und hatte zusätzlich die Politik im Rücken, die geradezu abhängig von der Bertelsmannstiftung und der Familie Mohn ist. ["Kein Cent Steuergeld für Arcandor" mehr »]
Sal. Oppenheim, Esch, Kölner Klüngel und die Situation heute
Es gibt Nachrichten, die sich zwar nicht unterdrücken lassen, die aber nur leise durch enge Ritzen in die Medien dringen und sich dort auch nur äußerst zäh und ohne jeden journalistischen Ehrgeiz am Rande platzieren lassen. Eine solche Nachricht ist die Untersuchung von Bafin und Bundestag bei Sal. Oppenheim.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Bundesbank ermitteln bereits seit März offenbar bei Deutschlands größter Privatbank Sal. Oppenheim. Grund der Sonderprüfung seien "problematische Kredite", die das Institut an zwei Kölner Kunden in Zusammenhang mit den hauseigenen Oppenheim-Esch Immobilienfonds vergeben hatte, schreibt der "Spiegel". Diese Fonds waren insbesondere bei vermögenden Kunden wie Thomas Middelhoff, Madeleine Schickedanz, oder dem Kölner Verleger Alfred Neven DuMont beliebt. Zuletzt hatte sich jedoch unter Fonds-Inhabern Unmut über "mangelnde Transparenz" breitgemacht. Erst vor vier Wochen haben Anleger bei einer Gesellschafterversammlung des MMC-Fonds, der Fernsehstudios in Köln-Ossendorf finanziert hatte, über eine unzureichende Informationspolitik der Geschäftsführung geklagt.["Sal. Oppenheim, Esch, Kölner Klüngel und die Situation heute" mehr »]
Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick schleicht durch Berlin und sucht nach Geld
Eigentlich müsste es dem dümmsten mittlerweile aufgegangen sein, dass Karstadt in der bisherigen Form nicht zu retten ist, dass die Versandhandelssparte Primondo nicht nur wackelt, sondern völlig neu aufgebaut werden müsste, und dass in der Weltwirtschaftskrise die Reisetochter Thomas Cook keine Gewinne erwirtschaften wird. Alle drei Sparten haben praktisch keine Synergieeffekte zueinander, weshalb ja auch der bisherige Einkaufschef, Helmut Merkel, aus dem Arcandor-Vorstand fliegt. Damit ist die Idee des Zentraleinkaufes für Karstadt und Primondo auch erledigt.
Die Probleme sind ja schon lange bekannt, und auch die Übernahme von großen Aktienpaketen durch die Bank Sal. Oppenheim brachte keine Sicherheit und Ruhe ins Unternehmen. Man vermutet ja, dass eigentlich nur die Schulden von Madeleine Schickedanz und ihrer Familie durch die Übernahme der Aktien reduziert wurden. Klar ist allerdings auch, das Sal. Oppenheim nicht die finanziellen Mittel hat, um Arcandor durch die Weltwirtschaftskrise zu finanzieren. ["Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick schleicht durch Berlin und sucht ... »]
Die Probleme sind ja schon lange bekannt, und auch die Übernahme von großen Aktienpaketen durch die Bank Sal. Oppenheim brachte keine Sicherheit und Ruhe ins Unternehmen. Man vermutet ja, dass eigentlich nur die Schulden von Madeleine Schickedanz und ihrer Familie durch die Übernahme der Aktien reduziert wurden. Klar ist allerdings auch, das Sal. Oppenheim nicht die finanziellen Mittel hat, um Arcandor durch die Weltwirtschaftskrise zu finanzieren. ["Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick schleicht durch Berlin und sucht ... »]
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