Ein Akt der Befreiung: "Die Mauer muss weg!"
Dieses Jahr ist das 20. Jahr des Mauerfalls und das 60. Jahr des Grundgesetzes.
Das Grundgesetz der Bundesrepublik steht in direktem Zusammenhang zum Völker- und Menschenrecht. In sofern kann der Fall der Mauer, die Menschen 40 Jahre lang voneinander trennte, als demokratischer Akt gewertet werden. Gerade in diesen Tagen landen meine Gedanken über Demokratie aber in einen ganz anderen Erdteil. Auch dieser steht unweigerlich mit dem Grundgesetz Deutschlands in direkter Verbindung.
Ich spreche von Israel.
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Sonntagsgedanken: Und manchmal wünschte ich mir eine Mauer..
Sich vom lästigen, heuchlerischen und gemeinhin schlechten Leben abschotten können, daß wünscht sich mindestens jeder Mensch einmal. Ob nun ganz privat oder im öffentlichen Leben. Viele verschiedene Gründe mag es hierfür geben. Frust über die Ignoranz verschiedener Mitmenschen dürfte der häufigste Grund sein.
Auch ich wünschte mir so manches mal eine Mauer die ich hätte um mich ziehen können. Oftmals habe ich sogar das Gefühl gehabt, daß mich irgendein Nicht-Erdling auf diesem Planeten vergessen hat und wünschte mir, daß er mich bloß endlich wieder abholen würde. Nichts desto Trotz, ich weile noch immer hier und stelle überrascht fest: Die vergangenen Jahre sind es mehr meiner Art geworden. Sie waren bestimmt schon vor ihrem Outing hier, nur fiel es mir nicht auf -vielleicht wussten sie es bis zu einem ganz bestimmten Punkt auch selber nicht. Oder aber sie hatten das geschafft was ich mir immer wieder wünschte: Die um sich herum errichtete Mauer.
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Aufgelesen 178
● Tausende Stasi-Spitzel im öffentlichen Dienst
● Musste ein Land lernen zu «verschwinden»?
● Die Mauer kommt zurück
● Die Organisierung des sozialen Krieges
● Die Geschichte der Zensurversuche
● Politik erhöht Banken-Eigenkapital
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Leidige Themen
Nun auch Struck gegen pauschale DDR-Kritik
Wundern tut es uns längst nicht mehr. Nach Sellering und Thierse spricht sich auch der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) gegen die allgemeine Verteufelung der DDR aus. Eine unselige Geschichtsdebatte - eine von so vielen. Parallelen sollen ausgeblendet werden.
Das eigentliche Problem, von dem abgelenkt wird, ist aber ein ganz anderes, einfaches. Wie lange stand die Mauer? Was haben "wir" - die es gesehen haben - dagegen getan? Nichts! Wir haben es hingenommen und uns darauf verlassen, dass es irgendwer, irgendwann, mal ändern wird. Alle "Verteufler", aber auch sogenannte "Verklärer" in westlichen Landen, tragen eine Mitschuld, von der sie "heute" ablenken wollen, indem sie Schuld versuchen zuweisen!
Wenn wir gegen etwas sind, hilft kein nachträgliches Herumlamentieren, kein einziger Rechtfertigungsversuch, kein Schönreden, kein Herabwürdigen. Schauen wir Jahrzehnte zu, wenn unserer Meinung nach Unrecht geschieht, und bleiben still, so haben wir zukünftig wenigstens eine Möglichkeit, etwas zu tun. Nämlich: Wenn sich erneutes Unrecht offenbart haben wir aufzustehen und dagegen etwas zu unternehmen!
Nichts auf der Welt wird geschehen, wenn wir träge darauf warten, das Gott alleine sich darum kümmert
-Martin Luther King-
-Martin Luther King-
Aufgelesen 140
● Polizei handelte rechtswidrig gegen Antiatom-Kletteraktivistin
● Obama, Bertelsmann und Goebbels
● MANAGER: Ein Fall fürs Gericht
● Ein tollkühner Plan namens soziale Revolution
● Menschenrechte in Deutschland?
● Aus den Augen, aus dem Sinn
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Schlimme Dinge geschehen, wenn wir still sind
Vom 15.11.2008 (Zeit der Waffenruhe)
AUTOR: Gideon SPIRO גדעון ספירו
Übersetzt von Ellen Rohlfs

(Dieser Artikel wurde auf Anfrage des „Öffentlichen Komitees gegen Folter“ geschrieben, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Schweigen am Rande“ im Artists House in Tel Aviv am 25.10. – 18.Nov. 2008. Er wurde von George Malent ins Englische überstezt.
Als ich im Reservedienst während des Juni-Krieges 1967 meinen Militärdienst machte, war ich während der ersten Tage der Besatzung der Besatzungsarmee in Ost-Jerusalem zugewiesen worden. Während dieser alten Tage, „waren wir wie die Träumer“ und ich hatte mir noch keine bestimmten Gedanken über die Lösung eines Konfliktes gemacht, aber ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich mich in der Rolle eines bewaffneten Mannes in Uniform gar nicht wohl fühlte, während ich die zivile Bevölkerung kontrollierte. Meine Einheit war in einem Hotel in Ost-Jerusalem untergebracht, nicht im luxuriösesten, aber in einem für Touristen mit Badezimmer bei jedem Zimmer. Die luxuriöseren Hotels waren für die hochrangigen Offiziere bestimmt, die die werdende Besatzung darstellten.
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Sie wollen uns entwurzeln! - Der Kampf gegen die Apartheidmauer
Vom 18.11.2008 (Zeit der Waffenruhe)
AUTOR: Jamal JUMA
Übersetzt von International

«Die Mauer ist Land- und Wasserraub; sie verändert den historischen und demographischen Status der Region. Sie bedeutet die Entwurzelung unserer Bäume und die Zerstörung unserer Natur. Sie widerspricht allem, was menschlich und zivil ist.»
Gemeinsame Erklärung von Gemeinden der Region Qalqiliya, 2002
Erst kürzlich hat Ni’lin’1, eine Kleinstadt mit 5000 Einwohnern nordwestlich von Ramallah, weltweit Schlagzeilen gemacht. Seit drei Monaten ist die Bevölkerung auf den Strassen und den Feldern in fast täglichen Demonstrationen gegen die Apartheidmauer. Die Mauer droht ihr Land zu zerstören und ihre Kleinstadt zwischen Stacheldraht, Siedlungen und ihren Strassen einzukesseln und so die Lebensgrundlage der Bevölkerung zu vernichten. Die Brutalität der israelischen Besetzung ist über das Dorf hereingebrochen. Ashraf Abu Rahma, 27 Jahre alt und während einer Demonstration kurzfristig festgenommen, war in Handschellen und mit verbundenen Augen, als die Besatzungssoldaten ihm aus nicht einmal zwei Metern Entfernung in den Fuss schossen. Keine drei Wochen später ruhte sich Ahmad Mousa, zwölf Jahre, nach einer Demonstration mit drei Freunden unter einem Baum aus, als ein israelischer Militärjeep auf die Jungen zufuhr. Zwei Soldaten stiegen aus und setzten die Gewehre an: Ahmad Mousa wurde kaltblütig mit einer Kugel in die Stirn ermordet. Am folgenden Tag, während des Protests, der der Beerdigung von Ahmad Mousa folgte, schoss die Besatzungsarmee aus nur wenigen Metern zwei Gummigeschosse auf Yousef Amira, 17 Jahre. Sie hatten auf den Kopf gezielt. Der Junge war hirntot und starb wenige Tage später.
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