Nicht nur der bürgerliche Dünkel oder ein elitärer Ungeist allein offenbaren sich in unsolidarischem Verhalten. Auch Ohmacht und Minderwertigkeitsgefühle führen dazu, dass die Menschen sich immer mehr entzweien und gegeneinander arbeiten. Was nun aber die "oberen Unsolidarischen" von den "unteren Unsolidarischen" unterscheidet, ist die Tatsache, dass erstere durch letztere sehr gute Geschäfte machen.
Das ganze Unterschichten-Fernsehen wurde darauf aufgebaut. So fühlen sich hier Harz-IV-Betroffene, die Spargel stechen, wertvoller als ihre "Kollegen", die das nicht tun. So fühlt sich die Tauschmama wertvoller, die jeden Tag nass wischt, als jene die das nicht tut.
Dem Unterschichten-Fernsehzuschauer wird nun offeriert, sich selbst wiederzufinden, über sich, seine Schlechtigkeit und Faulheit zu reflektieren, mit der Option, alsbald völlig zu resignieren oder sich doch noch den Arsch aufzureissen und sich einen Ein-Euro-Job zu suchen. Die Resignierten nun geben den dünkelnden Bürgerlichen und elitären Oberschichtlern die Bestätigung, die sie brauchen, sich ihrer eigenen Leistungsträgerschaft wirklich sicher zu sein, und die Arschaufreisser sorgen für das nötige Wachstum, das wiederum die eigentliche Leistungsträgerschaft der Oberen bedingt.
Die Abwesenheit der Solidarität ist somit der Motor, der die herrschenden Verhältnisse am Laufen hält, während Solidarität der Schlüssel zur Veränderung ist - dahingehend mehr Freiheit, Selbstbestimmung, Verantwortungsbewusstsein unter den Bürgern dieser Welt zu fördern. Solidarität ist der Schlüssel zu Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.
Geheimrätin












