Kommentar: Verunsicherung der Anleger
Mit der schriftlich vorliegenden Genehmigung von Herrn Prof. Dr. Karl-Joachim Schmelz folgenden Kommentar zum Artikel Verunsicherung der Anleger zu veröffentlichen:
Zwei Beispiele aus der Praxis mögen Ihre Sorgen bestätigen:
1. Problemkreis: Schrottimmobilien der 1990'er Jahre
Die systematische Überbewertung von billigen Gebrauchtimmobilien durch "eine süddeutsche Hypothekenbank" zeigt der folgender Fall. Eine ETW in Leverkusen wird 1991 einem Erwerber durch einen mit dieser Bank zusammenarbeitenden Strukturvertrieb und dessen (später wegen Betrugs verurteilten) Notar für ca. 156 TDM Kaufpreis 'aufs Auge gedrückt'. Die Finanzierung geht über ca. 174 TDM. Um das Jahr 2002 wurden 8 ETW in diesem Objekt für durchschnittlich 60 TDM zwangsversteigert. Mittlerweile (2008) liegen die freihändigen Verkaufspreise bei ca. 30 TDM (15 T€), die Zwangsversteigerungserlöse liegen noch darunter.
Mir liegt die "Deckungsstockanzeige" dieser Bank aus 1992 vor, wonach dieses Darlehen (mit dem zugehörigen Grundpfandrecht) in Höhe von 60 TDM in den 'Deckungsstock' eingestellt wurde. Es wurde also von einem 'Beleihungswert' (der nach den Vorschriften unter dem 'Verkehrswert' liegen muß) von mindestens 100 TDM ausgegangen.
Unter der Voraussetzung, daß (wovon ich ausgehe) keine 'Anpassung der Deckungseinstellung' erfolgte: Was ist dieser Grundpfandbrief heute wert, wenn die 'Garantie durch die ausgebende Bank' weggefallen ist ?
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Verunsicherung der Anleger
Momentan läuft der Hypo-Real-Estate-Untersuchungsausschuss und es offenbart sich ein seltsamer Eiertanz. Die FDP, die normalerweise ausschließlich die Interessen des Großkapitals und dessen abzockender Helferlein vertritt, gibt die Oppositionspartei und macht ihrer zukünftigen Koalitionspartnerein (wieso fällt mir dabei Kloake ein?), der CDU, mächtig Druck. Natürlich sind die Fragen nicht neu, ja nicht einmal sonderlich brisant, aber genau das und die Antworten erschrecken doch gewaltig.
So hatte die Bundesregierung ja des öfteren behauptet, dass die Rettung der HRE nötig sei, um den Pfandbriefmarkt zu stabilisieren, was den FDP-Finanzexperten Volker Wissing zu der Feststellung brachte:
So hatte die Bundesregierung ja des öfteren behauptet, dass die Rettung der HRE nötig sei, um den Pfandbriefmarkt zu stabilisieren, was den FDP-Finanzexperten Volker Wissing zu der Feststellung brachte:
Wenn der Pfandbrief sicher ist, braucht er auch keine staatliche Rettungsaktion.["Verunsicherung der Anleger" mehr »]
Pfandbriefe, Kreditversicherer und die Angst vor der Wahrheit
Den Beginn der aktuellen Weltwirtschaftskrise markierte der Zusammenbruch der Monoliner wie MBIA und Ambac, die anstatt beim langweiligen Versichern von amerikanischen Kommunal- und Bundeslandanleihen zu bleiben, am großen Rad der Versicherung von wertlosen Hypothekenkrediten verdienen wollten. Natürlich wurden sie gerettet, aber anders als die AIG mussten sie bisher nur wenig an ihre Gläubiger ausschütten.
Interessant ist die Begründung der Monoliner, die auf dem Standpunkt stehen, dass sie von den Banken durch unbotmäßige und unzureichende Sicherheiten betrogen wurden und somit sogar einen Anspruch auf Schadensersatz haben. Das stellt zum einen das ganze Kreditversicherungssystem in Frage, könnte zum anderen, zumindest in den USA, aber auch strafrechtliche Folgen haben. ["Pfandbriefe, Kreditversicherer und die Angst vor der Wahrheit" mehr »]
Interessant ist die Begründung der Monoliner, die auf dem Standpunkt stehen, dass sie von den Banken durch unbotmäßige und unzureichende Sicherheiten betrogen wurden und somit sogar einen Anspruch auf Schadensersatz haben. Das stellt zum einen das ganze Kreditversicherungssystem in Frage, könnte zum anderen, zumindest in den USA, aber auch strafrechtliche Folgen haben. ["Pfandbriefe, Kreditversicherer und die Angst vor der Wahrheit" mehr »]
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