Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen und ich haben zur Zeit ein ernsthaftes Problem. Wir können nicht mehr in gewohnter Form durchs Fernsehprogramm schalten. 34 Sender in 68 Sekunden, nur um festzustellen, das wieder mal nur Müll gesendet wird. Schuld ist Roland Koch. Immer wenn das Narbengesicht auftaucht und den Mund aufmacht, oder von der entsprechenden Propagandajournaille über den grünen Klee gelobt wird, überkommt uns ein Brechreiz, der ein zügiges Weiterschalten verhindert oder gar unmöglich macht.
Gut, rein gewichtsmäßig würde mir eine längere Kotztour dank Roland Koch nicht schaden. Ich hab ja noch genug zuzulegen. Aber das ist doch ekelig. Vor allem was sollen die Kinder denken, wenn sie zufällig abends mal bei ihren Eltern nach dem Rechten sehen. Es musste Abhilfe geschaffen werden. Eine Zeitlang half Gesang. Wenn ich singe hilft das eigentlich immer. Ich kann sogar Lack von Türen singen und Küchenschaben töten. Also saßen wir beiden da und sangen:
Schwarzbraun ist die Haselnuß
Schwarzbraun ist auch Koch
Schwarzbraun muß ein CDUlerl sein
Gerade so wie Koch.
Doofi du doofi doofi du ha ha ha
Doofi du doofi doofii du ha ha ha
Doofi du doofi doofi du
Es fallen einem auch leicht noch weitere Strophen ein. Bei Koch ist es ja so, das die alte Farbe überall durchkommt. Natürlich geht es ihm nicht um das
Polenmädchen, nein der beschränkt sich nicht auf Mädchen, der will alle los werden, die anders sind als er. Dabei sind alle anders als er. Die meisten sind sogar menschlich.
Was aber macht den Koch zum reißenden Ausländerfresser, zum Feind der Jugend? Normalerweise sind ihm Rentner, Arbeiter, Jugendliche und alle anderen Bürger in Deutschland, die nicht mindestens 30 Millionen im Jahr verdienen, doch völlig egal. Es ist der Wahlkampf. Früher in der Schule, wenn die Spieler für die Mannschaften ausgewählt wurden, dann hat der kleine Roland wahrscheinlich immer bis zuletzt auf der Bank sitzen müssen. Aber wenigstens durfte er dem Lehrer beim Wegräumen der Bälle helfen.
In der CDU hätten sie, in Hessen wie auch im Bund, ja gerne jemand anderen genommen. Wer will schon mit Roland Koch in der gleichen Mannschaft spielen. Für den Bund haben sie andere gefunden. Da war sogar ein Mädchen besser als Roland. Das muss ihn bis ins Mark getroffen haben. Aber in Hessen, da kamen sie nicht an ihm vorbei. Da konnte er von jüdischen Erben faseln um zu verschleiern das seine CDU sich kaufen lassen hat. Da durfte er die freien Wähler mit so einer Art Bestechung ködern und da bestätigt ihm ein Staatsanwalt, das Volksverhetzung von Herrn Koch in Hessen eben keine Volksverhetzung ist. Ich habe bald einen Prozess in Frankfurt. Da macht mich so etwas richtig glücklich. Eigenartige Ansichten scheinen die dort zu haben.
Aber egal. Es ist der Wahlkampf der den Roland Koch vollends politischen Amok laufen lässt. Den Koch können wir nicht mehr ändern. Da wären wahrscheinlich ganze Kliniken über Jahrzehnte mit beschäftigt, um aus dem einen vernünftigen und liebenswerten Menschen zu machen. Also können wir nur eins tun, um uns vor Koch zu schützen. Wir müssen ihn zum Ministerpräsidenten machen. Da die aber ständig neu gewählt werden, würde Koch alle paar Jahre wieder völlig durchdrehen. Das nutzt niemanden. Also bin ich dafür, ihn auf Lebenszeit zum Ministerpräsidenten zu machen.
Wieso ist das undemokratisch. Das ist Notwehr. Aber nicht undemokratischer als unsere Wahlen. Die Hälfte aller Gewählten in den Landtagen und im Bund wird doch nicht durch den Wähler, sondern durch die Parteien bestimmt. Mit Demokratie hat das doch auch nichts zu tun. Die wurden dann, wie es so schön heißt, über die Liste gewählt. Aber selbst wenn wir mal jemanden abwählen. Wie den Steinbrück oder den Gabriel, dann bekommen wir den sofort an noch schlimmerer Position wieder vorgesetzt. Wer möchte Koch als Innen- oder Justizminister. Gibt es wen der Koch als Außen-, Verteidigungs-, oder Wirtschaftsminister möchte. Als Arbeitsminister wäre er toll. Arbeit ist ein Thema von dem er nun gar keine Ahnung hat.
Wir können auf die Restdemokratie keine Rücksicht mehr nehmen. Wir müssen an uns und die Menschen in Deutschland denken. Die Hessen haben Koch schon mehrfach gewählt. Sollen sie ihn auch behalten. Da müssen wir uns verhalten, wie es die Bewohner des Ruhrgebietes in den Bombennächten des zweiten Weltkriegs taten. Die sangen nämlich:
Lieber Ami flieg doch weiter,
wir sind alles arme Bergarbeiter,
flieg doch weiter nach Berlin,
dort haben alle ja geschrien ...
In Hessen haben sie ja für Koch geschrien und nun sollen sie Koch kriegen. Bis zum biologischen Ende von Koch. Arme Hessen. Aber als Sauerländer bin ich ja von Hause aus kein großer Hessenfreund. Galt bei uns doch der Satz:
Es war ein großes Fest,
alle sind gekommen,
auch der Hesse,
alle haben Geschenke mitgebracht,
auch der Hesse hat was mitgebracht,
der Hesse hat seinen Bruder mitgebracht,
damit der auch mal satt wird.
In diesem Sinne keine Gnade für Hessen und die Hessen. Die bekommen den Koch von uns geschenkt und müssen auch nicht mehr wählen. Dann können wir auch die Eimer wieder aus dem Wohnzimmer räumen.