Man kann es nach jedem großen Unglück beobachten. Sofort sammelt sich am Rande des Geschehens eine Runde von Aasgeiern. Die einen suchen emotionale News, um die Werbung leichter zu transportieren, einige haben weiße Krawatten, die Robe im Aktenkoffer und Vertretungsvollmachten in der Hand. Andere versuchen Vereinigungen der Geschädigten zu bilden. Manchmal, nur um nicht alleine zu sein, manchmal, um an den Opfern zu verdienen.
Eine solche Geierschar hat sich auch rund um die Opfer der Kaupthing Bank versammelt. Entweder werden im Netz oder bei persönlichen Treffen ständig - in rituellem Stakkato - Glaubensätze über internationales Recht, tröstende Worte angeblich Befugter oder Abwehrformeln gegen die Wahrheit gemurmelt. Der Trost solcher Gemeinschaften mag ja vielleicht den Aufwand wert sein. Aber er ist nicht hilfreich für die Trauerarbeit, sondern lähmt die Fähigkeit, aus der Situation herauszukommen und etwas Neues zu starten.
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