Die
Königsträßer Kompanie im Paderborner-Bürger-Schützenverein von 1831 e.V., die im letzten Jahr ihr 175-jähriges bestehen und stellt mit
Emin Özel den Schützenkönig. Das ist für Emin Özel und die Königsträßer Kompanie sicher eine gute Nachricht.
Es ist aber vor allem auch eine gute Nachricht für Deutschland und wer das
FAZ-Interview liest, bekommt normales Leben geschildert, wie ich es vom Ablauf her aus meiner Jugend kenne und es heute auch andauernd erlebe:
Herr Özel, gibt es eigentlich ein türkisches Wort für „Schützenkönig“?
Nein, das gibt es nicht. Meine Eltern kennen zwar das Wort. Sie gehörten zur ersten Generation Gastarbeiter in Deutschland und leben nun wieder in Istanbul. Für Verwandte und Freunde muss ich den Begriff aber umschreiben. Er ist schwer zu vermitteln.
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Gibt es im erzkatholischen Paderborn auch Menschen, die Probleme damit haben, dass ein Muslim auf den Schützenthron steigt?
Nein, die Resonanz war absolut positiv. Es überraschte mich, dass die Menschen mich so schnell ins Herz geschlossen haben. Viele, auch fremde Leute gratulierten mir. Es war eine gute Entscheidung, auf diesen Vogel zu schießen.
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Schützenkönige müssen doch während ihrer Regentschaft zig Runden ausgeben. Bei Ihnen heißt es dann „50 Bier und eine Cola, bitte“?
Warum nicht. Es gehört dazu, dass man mal einen ausgibt. Aber es stimmt: Schützen sind immer durstig.
Schützenkönig in Westfalen zu sein, ist übrigens nicht ganz billig und kostet im Jahr der Amtszeit dazu noch viel Zeit. Deshalb wird oft abgesprochen wer dem König machen will.
Diese Nachricht wäre komplett an mir vorbeigegangen, obwohl sie in der Presse war, hätte mich nicht jemand aufmerksam gemacht. Ich stelle mal wieder fest, das ich immer noch zu unsensibel in meiner Nachrichtenauswahl bin, bzw. nicht über eine geeignete Technik verfüge um die wirklich wichtigen Nachrichten zu finden.
Paderborn und türkischer Schützenkönig. Hätte ich nie gedacht. Aber wenn ich mit dem Dackel Zeitung lesen gehe treffe ich oft die Irakerin mit ihrem Windhund und manchmal den Türken mit seinem Rauhaardackel. In der Kneipe, in der ordentliche Christen und Muslime ihre Zeit ja nicht verbringen sollten, geben wir uns schon seit Jahren gegenseitig Bier und Schnaps aus. Das ist nicht Integration, das ist Normalität.
Wenn wir jetzt in der Lage wären, unsere Rassisten und Faschisten wieder aus ihren wirren Angsträumen von Überfremdung und was auch immer, wieder in die Realität zu holen, wäre die Handvoll Spinner, die es überall gibt, leicht in den Griff zu bekommen. Dummheit ist eben nicht herkunftsbedingt. Jedes Dorf hat seinen Idioten. Einige auch ein paar mehr. Aber trotzdem sind die Idioten eine verschwindend kleine Minderheit. Überall.