Pech, wenn die Ereignisse schneller sind als die Finger auf der Tastatur. Im Anschluss an den Artikel
Chile am 11. September vor 35 Jahren. Chilenische Erfahrungen, Teil 1 sollten in den weiteren Folgen einige Thesen in kleinen Schritten entwickelt werden. Namentlich, dass Lateinamerika aus den Militärputschen der 70er Jahre und den wirtschaftlichen und politischen Folgen (einschließlich der Operation Condor) eine Reihe von Schlussfolgerungen gezogen hat, die eine Wiederholung der Ereignisse der 70er Jahre unwahrscheinlich erscheinen lassen. Und dass die außenpolitische interessierten Kreise in den USA ebenfalls Schlussfolgerungen gezogen haben, insbesondere aus dem rasanten Niedergang der von ihnen geförderten Militärdiktaturen in den 80er Jahren. Es liegt auf der Hand, dass das unterschiedliche Schlussfolgerungen sind. Die Interessen sind immer noch die gleichen, die Mittel und Wege, mit denen sie verfolgt werden, sind jedoch andere.
Und während noch die Materialsammlung für die nächste Folge lief, da überschlugen sich die Ereignisse in Bolivien und einige Kommentatoren lasen von Bürgerkrieg bis Militärputsch nahezu alles aus dem Kaffeesatz, was schlagzeilenverdächtig ist.
Mit dem Artikel
Plus ça change, plus c'est la même chose? Ça dépend… UNASUR vor der Bewährungsprobe sollte die Aufgeregtheit ein wenig relativiert werden: Ganz so einfach können die USA in Lateinamerika doch nicht mehr schalten und walten. Und während noch in Bolivien die Straßenblockaden abgebaut wurden und
die Parteien am Verhandlungstisch sitzen – jedenfalls solange die Friedenspflicht andauert -, da rauscht der Niedergang der USA durch den Seitenwald der Blogosphäre, auch durch diesen Blog: „Plötzlich gelten nicht mehr die amerikanischen Allmachtsfantasien, sondern nur noch die harte Realität.“
Mit Verlaub, ganz so plötzlich kam das nicht. Die strategisch denkenden Köpfe der USA (o ja, die gibt es!) haben sich auf diese Entwicklung bereits seit einiger Zeit eingestellt, und eben deshalb sind sie noch lange nicht so hilflos am Ende, wie es oberflächlich betrachtet den Anschein haben mag.
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