Egal ob ein verwirrter
Großvater in seinem Wahn als Exorzist auftritt, ob irgendjemand glaubt, das er einen Haufen Jungfrauen bekommt, wenn er sich und andere umbringt, oder ob Eltern in den Verirrungen ihres
Scientology-Wahns den Kontakt und das Verständnis für ihre Kinder verlieren. Immer steckt Religion dahinter, die versucht den Menschen ein Leben aufzuzwingen, das sie nicht wollen und das in vielen Fällen auch der Natur des Menschen komplett zuwider läuft.
Natürlich ist es peinlich für eine Berliner Scientology-Direktorin, wenn ihr 25 Jähriger Sohn beschließt, den ganzen Blödsinn nicht mehr mitzumachen. Aber das erleben andere Eltern normalerweise direkt nach Kommunion oder Konfirmation. Die Kinder durchschauen den Aberglauben scheinbar schneller, als die verbohrten Erwachsenen.
Wenn diese Scientology-Mutter dann aber auch noch den Kontakt zwischen Bruder und 14-Jähriger Schwester verbieten will, dann zeigt sie deutlich, wes Ungeistes Kind sie ist. So funktioniert das mitten in Deutschland und gerade in Berlin nicht und es nicht verwunderlich, das die beiden Kinder dann abhauen.
Was mich an der ganzen Sache freut, ist das die Kinder auf jeden Fall so gut informiert waren, das sie die einzige existierende Dienststelle in öffentlicher Trägerschaft für Ex-Scientologen in Hamburg gefunden haben. Dem Hamburger Senat ist dafür zu danken, das es diese Stelle seit zehn Jahren gibt.
Es stellt sich aber die Frage, warum es derartige Stellen nicht an vielen Orten in Deutschland und für die unterschiedlichsten Formen des Aberglaubens gibt. Ich halte Scientology übrigens nicht für eine Ausnahme, ähnliches dürfte in vielen dieser angeblich religiösen Gemeinschaften oder Kirchen vorkommen und wird nur deshalb nicht bekannt, weil wir erst bei Mord und Totschlag reagieren.
Grundsätzlich muss Religion, wie in der Türkei, als etwas Staatsfremdes betrachtet werden. Der Einfluß der Religion bei der Erziehung unserer Kinder ist auf die kleinste mögliche Größe zu beschränken und sämtliche steuerlichen Vorteile sind all diesen Gruppen genauso zu entziehen, wie die Gemeinnützigkeit. Nützlich sind Religionen immer nur für die, die von ihnen leben und durch fragwürdige Heilsversprechen ihre Gläubigen ausnutzen und betrügen.