Jedes System beruht auf Belohnungen. Belohnungen die, je anreizender sie sind, einen in eine Art Abhängigkeit drängen und manchmal sogar Schlimmes tun lassen. Wenn du systemkonform bist, wirst du belohnt. Bist du es nicht, dann gibts eben keine Belohnung.
In der jetztigen Wirtschaftsschieflage, bei den steigenden Arbeitslosenzahlen und auch in sonst anderen Dingen ist das ein interessantes und ausbaufähiges Thema. Viele Menschen sind bereit, alles mögliche zu tun, um zum Beispiel beruflich aufzusteigen oder um Arbeit zu bekommen. Das geht mittlerweile soweit, dass man sich selbst oder sein eigen Hab und Gut zum Tausch anbietet. Hintergrund: Das Überleben.
Die Angst ums Überleben lässt uns bisweilen Dinge tun, die wir vor einigen Jahren noch strikt abgelehnt hätten. Gegenüber der angeblichen Meinung "Arm macht dumm oder lässt verblöden" steht der Instinkt. Der Überlebensinstinkt.
Jedem gefällt es Geld zu verdienen - um sich und seinen Lieben etwas bieten zu können, um es warm zu haben, um sich vielleicht ein neues Handy zuzulegen oder um am Ende des Monats noch etwas zum Essen im Kühlschrank zu haben. Dafür nimmt man auch Hungerlöhne in Kauf, wenn anderes nicht mehr möglich ist. Man fährt sich somit seine Belohnung ein; und ist sie auch noch so klein und unzureichend - man will schliesslich überleben.
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