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    <title> - Buchvorstellung</title>
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    <description></description>
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    <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 17:44:42 GMT</pubDate>

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    <title>Instrument Antikommunismus: Hexenjagd im Unrechtstaat BRD</title>
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            <category>Buchvorstellung</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas)</author>
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            Die CDU-Regierung unter Konrad Adenauer hatte in den Jahren nach dem Ende der Nazi-Diktatur offenbar keine großen Probleme damit, zahlreiche alte Blut- und Mordrichter schnell wieder in Amt und Würden zu verhelfen. Oft mit der Hilfe und Unterstützung wiedereingesetzter Nazi-Polizeiführer - gerade in Berlin - fand eine gnadenlose und hysterische politische Strafjustiz gegen Kommunisten bis in die späten 1960er Jahre statt. 1950 wurde von der CDU-Regierung unter Konrad Adenauer das &lt;span style=&quot;font-style:italic&quot;&gt;&quot;1. Strafrechtsänderungsgesetz&quot;&lt;/span&gt; erlassen, das die Verfolgung kommunistisch Gesinnter ermöglichte. 1.500 Mitglieder der &quot;Freien Deutschen Jugend&quot; wurden zum Teil zu langjährigen Haftstrafen für ihre politische Gesinnung verurteilt. Im Mai 1952 demonstrierten 30.000 Menschen verschiedener Organisationen und Kirchen während der GRUGA in Essen gegen die Wiederaufrüstung Deutschlands. In einem massiven Prügel-Einsatz der Polizei wurden zahlreiche Demonstranten zum Teil schwer verletzt. Während des Schusswaffeneinsatzes aufgrund von &lt;span style=&quot;font-style:italic&quot;&gt;&quot;Adenauers Schießbefehl&quot;&lt;/span&gt; in der Zeit des Kalten Krieges wurde der 21jährige Schlosser Philipp Müller von einem Polizisten von hinten in den Rücken geschossen, kurz darauf starb er. Zwei weitere Demonstranten wurden ebenfalls von hinten in die Hüfte oder den Oberschenkel geschossen. Verurteilt wurde keiner der Täter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1954 begann das Hauptverfahrens zum Verbot der KPD, während im übrigen Europa kommunistische Parteien völlig normal zum demokratischen Alltag gehörten. Der KPD-Landtagsabgeordnete Jupp Angenfort gehörte damals zum Vorstand der FDJ und beteiligte sich im April 1951 an einer Volksbefragung zur Wiederbewaffnung Deutschlands. Angenfort wurde zu fünf Jahren Haft wegen Hochverrats verurteilt, zu weiteren fünf Jahren dauerhafter Überwachung durch die Polizei, zu lebenslangem Verlust der Möglichkeit ehrenamtlicher Tätigkeit und zu Reiseverbot. Erst nach einem halben Jahr durfte er durch seine Ehefrau besucht werden, der geraten wurde, sich von ihm scheiden zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Journalist Timpe kritisierte in einer Zeitung damals das FDJ-Verbot und wurde 1955 vors Gericht gezerrt. Der Vorwurf: Beleidigung des Bundeskanzlers und Unterstützung einer feindlichen Organisation. Das Urteil: Ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung, drei Jahre Berufsverbot und Führerscheinentzug. Am Verfahren waren alte Nazis beteiligt: Staatsanwalt Karl Heinz Ottersbach als ehemaliger Vorsitzender des NS-Sondergerichts Kattowitz. Der Richter Dr. Konrad Lenski hatte am Reichskriegsgericht als &lt;span style=&quot;font-style:italic&quot;&gt;&quot;Henker des Gaulistischen Widerstandes&quot;&lt;/span&gt; in Straßburg zahlreiche französische Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele aus dem WDR-Film &lt;a href=&quot;http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13742&quot; target=&quot;_blank&quot; class=&quot;bb-url&quot;&gt;&quot;Als der Staat rot sah&quot;&lt;/a&gt; aus dem Jahr 2006 machen deutlich, wie es tausenden Gesinnungshäftlingen in der Zeit der Kommunistenjagd ergangen war um die es in Jan Kortes Buch &lt;span style=&quot;font-weight:bold&quot;&gt;&quot;Instrument Antikommunismus&quot;&lt;/span&gt; auch geht. Zwischen 1951 und 1968 gab es weit über 150.000 staatsanwaltliche Ermittlungen, 6.758 Personen wurden verurteilt. &lt;span style=&quot;font-style:italic&quot;&gt;&quot;Eine europäische Einmaligkeit, von faschistischen Diktaturen wie Spanien einmal abgesehen&quot;&lt;/span&gt;, so Korte. Schon wieder wurden die Menschen wegen ihrer politischen Gesinnung verfolgt, nachdem viele von ihnen bereits von den Nazis verfolgt und misshandelt wurden oder im KZ gelandet waren. Besonders verwerflich war, dass diesen Opfern des Nazi-Terrors durch die Adenauer-Regierung die Wiedergutmachungszahlungen versagt wurden oder sie diese zurückzahlen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der BRD ist also keine &quot;rein engelhafte&quot; und sollte daher in einer Zeit, in der die DDR als Unrechtsstaat in Bausch und Bogen verurteilt wird, immer wieder neu bewertet werden. Die Angst vor demokratischer Veränderung und sozialer Emanzipation, vor der Arbeiterbewegung und Umsturzbewegungen durch Menschen, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen wollten, erzeugen bis heute das Feindbild dazu. Der Jurist Heinrich Hannover erinnert sich daran, dass in seiner Kindheit Kommunisten als das Böse schlechthin betrachtet wurden. Die Frage ist nur, wieso ausgerechnet der Hass auf die linke Intelligenz, die energisch gegen Krieg, Nationalismus und Menschenfeindlichkeit anschrieb, den Hass von Konservativen und Rechtsaußenvertretern auf die Linke insgesamt auf sich ziehen konnte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erschreckend ist für Buchautor Jan Korte auch, dass offenbar immer noch zwanghaft wie vor 60 Jahren in den Medien veröffentlicht und im Deutschen Bundestag unter Ignoranz der Realitäten diskutiert wird. Immer noch herrsche in vielen Köpfen &lt;span style=&quot;font-style:italic&quot;&gt;&quot;Sozialismus gleich DDR, Mauer und Stacheldraht&quot;&lt;/span&gt;. Noch heute werde Linken die DDR vorgeworfen, die aber schon vor 20 Jahren untergegangen ist. Und Fundamentalkritik der Linken am Stalinismus werde einfach nicht zur Kenntnis genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14896&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Instrument Antikommunismus&lt;br /&gt;
Autor: Jan Korte&lt;br /&gt;
Dietz-Verlag, Köln&lt;br /&gt;
128 Seiten&lt;br /&gt;
9,90 EUR&lt;br /&gt;
ISBN 978-3-320-02173-3 
        </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 14:31:01 +0100</pubDate>
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    <category>adenauer</category>
<category>berufsverbot</category>
<category>cdu</category>
<category>die linke</category>
<category>kommunismus</category>
<category>KPD</category>
<category>politische justiz</category>
<category>stalinismus</category>

</item>
<item>
    <title>Ein schöner Tag zum Sterben: Als Bundeswehrärztin in Afghanistan</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/7433-Ein-schoener-Tag-zum-Sterben-Als-Bundeswehraerztin-in-Afghanistan.html</link>
            <category>Buchvorstellung</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Helene Doomsday)</author>
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            &lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UTgUv4IiL.&lt;u&gt;SL500_AA240&lt;/u&gt;.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;by Amazon.de&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Ich habe vergessen zu weinen, dort in diesen gewaltigen Bergen des Hindukusch. Und dann habe ich vergessen, wie man weint.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Knall zerreißt die flirrende Luft auf der Jalalabad Road in Kabul. Dann Stille. Für vier junge deutsche Männer wird der Weg zurück in die Heimat zur Todesfalle. Heike Groos, Bundeswehrärztin in Afghanistan, ist eine der ersten, die die verletzten Soldaten am Ort des Selbstmordanschlags versorgt. Wie Groos sind sie im Glauben an den humanitären Charakter ihres Einsatzes an den Hindukusch gekommen. Doch was die Soldaten, was die Ärzte erwartet, ist die erbarhmungslose Realität eines Krieges. Wohin mit dem Schrecken, der Angst, dem Hass, den Bildern, die auch bleiben, wenn man der Hölle längst entkommen ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Ein-sch%C3%B6ner-Tag-Sterben-Bundeswehr%C3%A4rztin/dp/3810508772/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;Amazon&quot;&gt;Ein schöner Tag zum Sterben&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Ein Buch. Oftmals die Stütze für Menschen eigene Erfahrungen versuchen zu verarbeiten. Nach endlosen Ablenkungsversuchen und schier nicht enden wollenden Therapiesitzungen reißt der Film im Kopf einfach nicht ab. Nächte in denen man schlaflos auf seinem Bett liegt, sich müßig versucht mit Unmengen Kaffee wach zu halten - bloß nicht einschlafen; bloß nicht träumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bilder im Kopf - auch tagsüber. Im Fernsehen, im Radio, in der U-Bahn, auf der Straße. Sie lassen einen nicht mehr los. Man steht ständig unter Strom. Unentwegtes denken: Warum? Wieso?&lt;br /&gt;
Der Druck im Kopf, er lässt nicht nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese, dich immer verfolgenden, quälenden Erinnerungen nennt man Trauma. Ein Trauma tritt ein, wenn ein Mensch mit einem nicht normalen Ereignis überfordert ist. Eine völlig normale Reaktion mit dem Geschehenen abrechnen zu wollen, es aber nicht zu können. Viele Menschen haben traumatische Erinnerungen und sie können unterschiedliche Ursachen haben. Normale Bürger trifft dies zb. bei Autounfällen, Entführungen, Katastrophen oder anderen Ereignissen. Besonders gefährdet sind aber Menschen die eine Berufsrichtung gewählt haben die prinzipiell größeren Gefahren ausgesetzt ist als andere Berufsgruppen. Dazu gehören Feuerwehr, Polizei und auch das Militär.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Groos spricht in ihrem Buch über die Erinnerungen die sie aus Afghanistan mitbrachte. In Anbetracht der aktuellen Ereignisse im US-Staat Texas erachten wir es für notwendig auf dieses Krankheitsbild hinzuweisen. Nicht zuletzt deswegen, aber auch um den Lesern zu verdeutlichen, dass es mit vorschnellen Verurteilungen nicht getan ist. Ein Trauma kann jeden Menschen ereilen, die kulturelle Heimstatt spielt keine entscheidende Rolle. Entscheidend ist, dass eine Überforderung eintritt die es unter normalen Umständen nicht gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Fall des amerikanischen Militärpsychiater, der 13 Menschen tötete, gilt es die besondere Belastung eben dieser Berufsgruppe zu hinterfragen. Denn die Behandlung von Soldaten die in einem Kriegseinsatz waren ist auch für einen Psychiater eine Extremstbelastung. Frau Heike Groos kann mit ihrem Buch einen kleinen Einblick gewähren &lt;em&gt;wie&lt;/em&gt; extrem diese Belastung sein kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.btonline.de/info/krankheiten/belastungsstoerungen.pdf&quot; title=&quot;pdf&quot;&gt;&quot;Posttraumatische Belastungsstörung&quot;, Mathias Langkafel&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.kultur-punkt.ch/akademie4/kooperation-swr2/swr2-eckart-verwundeteSeelen04-12.htm&quot; title=&quot;htm&quot;&gt;&quot;Hilfe für verwundete Seelen – Der Beginn der Traumaforschung im Ersten Weltkrieg&quot;, Prof. Wolfgang U. Eckart&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.rheuma-schweiz.ch%2Fdownloads%2Frheumanachrichten%2F49%2FRheumanachrichten_49_14.pdf&quot; title=&quot;pdf&quot;&gt;Physiotherapie bei Folter- und Kriegsopfern, BRIGITTE FIECHTER LIENERT&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.angriff-auf-die-seele.de&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.angriff-auf-die-seele.de&quot;&gt;&quot;Angriff auf die Seele&quot;&lt;/a&gt;, Internetseite eines Hauptfeldwebels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 07 Nov 2009 07:01:00 +0100</pubDate>
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    <category>afghanistan</category>
<category>feyzabad</category>
<category>heike groos</category>
<category>hindukusch</category>
<category>kabul</category>
<category>krieg</category>
<category>kunduz</category>

</item>
<item>
    <title>Das Scheitern der Operation CONDOR</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/7311-Das-Scheitern-der-Operation-CONDOR.html</link>
            <category>Buchvorstellung</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rebecca Evan)</author>
    <content:encoded>

            
            &lt;br/&gt;Mit freundlicher Genehmigung durch den Redaktionsleiter der &lt;a href=&quot;http://www.rotfuchs.net/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.rotfuchs.net/&quot;&gt;Zeitschrift RotFuchs&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.rotfuchs.net/Kontakte.htm&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.rotfuchs.net/Kontakte.htm&quot;&gt;Dr. Klaus Steiniger&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.rotfuchs.net/Zeitung/Aktuell/RF-141-10-09.pdf&quot; title=&quot;PDF-Gesamtausgabe&quot;&gt;Ausgabe 141&lt;/a&gt;: USA lenkten Terrornetzwerk lateinamerikanischer Militärdiktaturen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 11. September 2001 – so die vorherrschende allgemeine Auffassung – befindet sich die Welt in einem Krieg gegen den Terrorismus. Doch es bedurfte nicht erst der vermeintlichen 19 Attentäter und ihrer 3000 Opfer in den USA. Denn der „Kampf der Antiterroristen gegen die Terroristen“, der „Kampf des Guten gegen das Böse“, reicht weit in die Geschichte zurück. Das wird am Beispiel Lateinamerikas, welches Washington als seinen „Hinterhof“ bezeichnete, in einem jüngst erschienenen Buch nachgewiesen. Sein Titel:&lt;br /&gt;
„Operation CONDOR. Eine Internationale des Terrors“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autor, Oberst a. D. Klaus Eichner, Jahrgang 1939, war Analytiker in der Abteilung Gegenspionage der HVA, spezialisiert auf amerikanische Geheimdienste.&lt;br /&gt;
Er ist bereits manchem „RotFuchs“- Leser als Autor und Herausgeber gut bekannt. Seine neue Publikation versteht Klaus Eichner „in erster Linie als ein Buch über den Staatsterrorismus der USA und über deren Heuchelei im angeblichen Kampf gegen den internationalen Terrorismus“. CONDOR war zwar das staatliche Terrornetzwerk der Militärdiktaturen in Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay und Brasilien, dem sich später auch Ecuador und Peru anschlossen, doch es konnte nur durch die Billigung und Unterstützung der USA einen mörderischen Feldzug gegen alle Oppositionellen führen und grundlegende Menschenrechte verletzen. CONDOR beherrschte zwei Drittel der Bevölkerung Südamerikas und bestand offiziell von 1975 bis 1983. Sein erklärtes Ziel war die brutale Unterdrückung jeglicher Form von politischer Opposition, die gewaltsame Zurückdrängung linker Einflüsse und Ideen in dieser Region. Zur Operation CONDOR gehörten vielfältige geheimdienstliche Aufklärungs- und Unterwanderungsoperationen, intensiver Informationsaustausch zwischen den Geheimdiensten sowie militärische und paramilitärische „Sondermaßnahmen“ zur Ermordung politischer Gegner. Die Aktionen beschränkten sich nicht auf Südamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Das Buch führt Beispiele von Operationen u. a. in Washington, Paris, Madrid und Lissabon an. Mit Dokumenten belegt wird die Rolle Henry Kissingers (1969 bis 1973 Sicherheitsberater von Präsident Nixon, 1973 bis 1977 US-Außenminister, 1973 Friedensnobelpreisträger). Dargestellt werden Aktivitäten der BRD und der EU. Klaus Eichner weist nach, daß die Operation CONDOR eine der blutigsten und opferreichsten Aktionen des Staatsterrorismus der USA im vergangenen Jahrhundert war. Das durch Zufall 1992 aufgefundene „Terrorarchiv“ zeigt das erschreckende Ausmaß. Es enthält Angaben zu über 50 000 Ermordeten, 30 000 spurlos Verschwundenen und 400 000 Verhafteten.&lt;br /&gt;
Auf der Grundlage des Archivs und später entdeckter Dokumente konnte gegen vielfältige Widerstände die juristische Aufarbeitung und Verfolgung der Verbrechen begonnen werden. CONDOR selbst ist zwar Geschichte, aber manches Element des Terrornetzwerkes existiert noch, wirkt z. T. weiter oder kann reaktiviert werden. Unterdessen wird die bi- und multilaterale Zusammenarbeit unter der Flagge der Bekämpfung des Drogenhandels intensiviert. Die USA verstärken ihre Bemühungen, mit einer Kombination alter und neuer Mittel und Methoden der revolutionären Veränderungen in Lateinamerika Herr zu werden. Noch unter George W. Bush wurde 2008 nach 60 Jahren Stillegung die 4. Flotte, die schwimmende Invasionsbasis der Navy, „revitalisiert“. (Sie war im Zweiten Weltkrieg geschaffen worden, um Lateinamerika und die Karibik u. a. vor deutschen U-Booten zu schützen, und wurde 1950 wegen Mangels an Zielen aufgelöst). Jetzt wird sie als Drohkulisse gegen Lateinamerikas Linkskräfte wieder in Stellung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Buch konnte nur angedeutet werden, daß auch unter Obama die Grundrichtung der US-Außenpolitik in bezug auf den Subkontinent beibehalten wird. Nach seiner Auffassung repräsentiere Venezuelas Präsident Hugo Chávez „die Kraft, die dem Fortschritt in der Region entgegensteht“. Obama fügte hinzu: „Das entspricht nicht dem guten internationalen Verhalten, das wir von jedem in der Region erwarten sollten.“ Eine solche Äußerung ist eindeutig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Vorzug der Publikation Klaus Eichners besteht in der Einordnung der Operation CONDOR in die historischen und aktuellen Bedingungen des Kampfes in Lateinamerika. Beschrieben wird, welche Bedeutung es für die USA besitzt, wie sie sich dort einmischten und Militärputsche organisierten. Honduras ist das jüngste Beispiel.&lt;br /&gt;
Der Leser erfährt auch von der Tradition der Guerilla (spanisch: der „kleine Krieg“), dem Kampf der Unterdrückten und Rechtlosen. In diesem Zusammenhang wäre ein Exkurs in die marxistische Terrorauffassung wünschenswert. Denn einerseits verweist Klaus Eichner selbst darauf, daß CONDOR mit dem Kampf gegen den Terror begründet wurde. Andererseits sind die Mut machenden Erfahrungen von Opposition und Widerstand in Lateinamerika auch mit der Guerilla-Bewegung verflochten. Reiches Material finden wir in Marxens historischen Analysen, in denen er zwischen revolutionärem und konterrevolutionärem Terror unterscheidet und beide charakterisiert. Erinnert sei auch an die Entwicklung der Terror-Auffassung bei Lenin, der noch 1902 in „Was tun?“ den Terror als ein Mittel des revolutionären Kampfes ablehnte, aber 1918 den „roten Terror“ als Antwort auf den „weißen Terror“ begründete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet dessen ist das Buch eine willkommene Handreichung für die ideologische Auseinandersetzung mit dem Staatsterrorismus in der Gegenwart. Das um so mehr, als die sogenannte Terrorismusbekämpfung zu einem zentralen Element auch deutscher Innen- und Außenpolitik geworden ist. Es ist ebensogut geeignet, die Emanzipationsbewegungen in Lateinamerika, die mit viel Hoffnung begleitet werden, und die Kompliziertheit ihres Kampfes besser zu verstehen. Die Schrift besitzt einen hohen Informationswert. Ihre klare Gliederung, ein Glossar und Personenverzeichnis sind beim Nachschlagen nützlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Dr. Dieter Hillebrenner&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klaus Eichner: Operation CONDOR.&lt;br /&gt;
Eine Internationale des Terrors, 2009,&lt;br /&gt;
Verlag Wiljo Heinen, Berlin, 320 Seiten,&lt;br /&gt;
12 €, ISBN 978-3-939828-42-6&lt;br /&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;© since 1998 by &lt;a href=&quot;http://www.rotfuchs.net&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;rotfuchs.net&quot;&gt;RotFuchs&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 03 Oct 2009 06:01:00 +0200</pubDate>
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    <category>chavez</category>
<category>krieg</category>
<category>staatsterror</category>
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<category>terrorismus</category>
<category>usa</category>

</item>
<item>
    <title>Buchvorstellung: &quot;Feindbild Moslem&quot; von Kay Sokolowsky</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/7215-Buchvorstellung-Feindbild-Moslem-von-Kay-Sokolowsky.html</link>
            <category>Buchvorstellung</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rebecca Evan)</author>
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            &lt;br/&gt;&lt;em&gt;Von Arne Hoffmann am 31. August 2009 auf &quot;&lt;a href=&quot;http://arnehoffmann.blogspot.com/&quot; title=&quot;http://arnehoffmann.blogspot.com/&quot;&gt;Hinter meinem Schreibtisch&lt;/a&gt;&quot;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kay_Sokolowsky&quot; title=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kay_Sokolowsky&quot;&gt;Medienkritiker Kay Sokolowsky&lt;/a&gt;, der beispielsweise durch seine ebenso pointierte wie bissige &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Alice-wissen-Schwarzer-vergessen-k%C3%B6nnen/dp/3893200290/ref=sr_1_5?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1251618210&amp;sr=1-5&quot; title=&quot;http://www.amazon.de/Alice-wissen-Schwarzer-vergessen-k%C3%B6nnen/dp/3893200290/ref=sr_1_5?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1251618210&amp;sr=1-5&quot;&gt;Abrechnung mit Alice Schwarzer&lt;/a&gt; bekannt wurde, ist in den letzten Tagen das Buch &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Feindbild-Moslem-Kay-Sokolowsky/dp/3867890838/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1251618324&amp;sr=1-1&quot; title=&quot;http://www.amazon.de/Feindbild-Moslem-Kay-Sokolowsky/dp/3867890838/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1251618324&amp;sr=1-1&quot;&gt;Feindbild Moslem&lt;/a&gt; erschienen. Wie man es von diesem Autor erwarten durfte, handelt es sich dabei um eine ebenso scharfe wie wortgewaltige Analyse der Islamophobie in unserer Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sokolowsky beginnt seine Analyse mit dem Kapitel &quot;Die Angsthaber&quot;. Darin veranschaulicht er an dem derzeit wohl drastischsten Beispiel antimuslimischen Fremdenhasses, zu welchen Extremen die Islamophobie in unserer Gesellschaft bereits geführt hat: mit den verschiedensten Zitaten aus dem rechtsradikalen Hetzblog &quot;Politically Incorrect&quot;. Solche oft schon in absurder Übersteigerung rassistischen Zitate – inzwischen fester Bestandteil längst nicht mehr allein in den Kommentaren, sondern auch in den redaktionellen Beiträgen dieses Blogs – verwendet Sokolowsky im Verlauf seines Buches immer wieder zur Illustration der dahinterstehenden Geisteshaltung. In einer Passage stellt er sogar Ausschnitte aus redaktionellen PI-Beiträgen und Ausschnitte aus Hitlers &quot;Mein Kampf&quot; einander gegenüber, was erschreckend deutlich macht, wie schwer unterscheidbar beide voneinander sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Texte aus diesem Weblog dienen Sokolowsky aber auch zu einer treffenden Psychoanalyse des typischen Islamophoben: &quot;Fanatisch wirkt er aus Gerüchten und Halbwahrheiten eine Tapisserie des Schreckens, die selten die Realität doch stets das Grauen abbildet, das der Ängstliche ohne handfesten Anlass empfindet. Sämtliche Mitteilungen aus der Wirklichkeit hingegen, die seiner Wahnvorstellung von der Welt widersprechen könnten, ignoriert der Ängstliche oder denunziert sie als &#039;Mainstream-Lügen&#039;.&quot; Mit dem Begriff &quot;Gutmenschen&quot; habe er auch einen Namen für diejenigen, die seine Angst nicht teilen, die sich, wie er meint, verschworen haben, ihm diese Angst auszureden. &quot;Die allgegenwärtige Gewalt der Migranten, die der Angstgestörte fortwährend beschwört, schreit in ihm nach Blut und Rache. Allerdings traut er sich nicht, solange ihm keiner beisteht (…). Das Verzagen vor dem eingebildeten Feind enthält bereits den Hilfreruf nach der autoritären Macht (…) von der alle Reaktionäre schwärmen -, den Schrei nach einem rassistischen Staat, der den Wahn des Angsthabers teilt.&quot; Dass der deutsche Staat sich dieser Forderung nicht fügt, erscheint den politisch Inkorrekten bereits als Hochverrat, wozu Sokolowsky süffisant anmerkt: &quot;Noch hat, leider, niemand den Staatsanwalt auf sie gejagt, doch schon jammern sie, man habe es auf sie abgesehen. Sie fühlen sich so sehr im Recht, dass sie den Gedanken nicht ertragen können, mit ihren Hetztiraden und Terrorphantasien in staatlich sanktioniertes Unrecht gesetzt zu werden. Und schuld daran, dass sie als Rassisten künftig in ganz Europa, sogar in Deutschland, mit Strafe rechnen müssen, sind selbstverständlich die gefürchteten anderen, die verhassten Fremden.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin gesteht es Sokolowsky auch den Islamophoben zu, lernfähig zu sein: &quot;Sie haben kapiert, dass es nicht mehr oder noch nicht wieder gesellschaftsfähig ist, &#039;Kanake&#039;, &#039;Kümmeltürke&#039;, &#039;Knoblauchfresser&#039; zu sagen, so gern sie es auch möchten.&quot; Wo es aber nicht gesellschaftsfähig sei, auf &quot;Dreckstürken&quot; und &quot;Kameltreiber&quot; zu schimpfen, &quot;so herrscht in weiten Teilen der Gesellschaft mittlerweile Einverständnis darüber, es sei Menschen, die sich zum Islam bekennen, nur bedingt zu trauen. (…) An diesem Punkt setzt die Propaganda ein, die Websites wie Politically Incorrect, Parteien wie die NPD oder Pro Köln und mehr als nur gelegentlich auch Politiker der bürgerlichen Parteien betreiben. Statt von Rasse redet diese Propaganda von Kultur, beschwört die Unvereinbarkeit des Islam mit der westlichen Demokratie, warnt vor einer globalen Konspiration der Islamisten gegen &#039;unsere Werte&#039;. Da das Medieninteresse am gewöhnlichen Leben muslimischer Bürger eng begrenzt ist, die Sensationsberichterstattung über Ehrenmorde und &#039;Migrantengewalt&#039; jedoch die Titelseiten füllt, wird der unkritische Medienkonsument leichte Beute für die rassistische Propaganda. (…) Aufklärung tut bitter not, denn die Wortführer der Islamfeinde haben einen enormen Vorsprung in der medialen Aufmerksamkeit vor denen, die das &#039;Islam-Bashing&#039; als das erkannt haben, was es ist: die neueste Verkleidung rassistischen Hasses. (…) Die Ausländerfeindlichkeit im Gewand der &#039;Islamkritik&#039; vergiftet die bundesdeutsche Gesellschaft bis tief hinein ins bürgerliche und sogar linke Lager.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem Glück, das legt Sokolowsky im zweiten Kapitel seines Buches dar, könne sich der Angsthaber immer noch &quot;auf Medien verlassen, die ihm die Realität so servieren, wie er sie am liebsten sieht: als Bedrohung.&quot; Hier greift Sokolowsky insbesondere die Zeitschrift SPIEGEL heraus und erinnert daran, wie erfolgreich dieses Magazin bereits zu Beginn der neunziger Jahre Fremdenfeindlichkeit – damals gegen Flüchtlinge und Asylbewerber – geschürt hatte. Damals raunte der SPIEGEL von &quot;10 Millionen Russen&quot;, die bald gen Westen reisen würden, &quot;100 Millionen Menschen&quot; aus den südlichen Mittelmeerländern, darunter &quot;2,3 Millionen jungen Türken&quot;. Begeistert zitiert wurden etwa die Angstphantasien des damaligen Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg, Steffen Reiche: &quot;(Große) Flüchtlingsströme aus dem Osten könnten der europäischen Kulur ein Ende setzen (…), sie könnten für Europa gefährlicher werden als die Rote Armee in den Zeiten des Kalten Krieges.&quot; Damals wie heute, nur mit einer komplett unterschiedlichen Argumentation, bedeuteten Ausländer für manchen den baldigen Untergang Europas. Der Erfolg dieser Propaganda ließ nicht lange auf sich warten: Kurz nachdem BILD und SPIEGEL den Höhepunkt ihrer Das-Boot-ist-voll-Rhetorik gefahren hatten, brandschatzte der rassistische Mob Hoyerswerda ausländerfrei. Unter anderem in Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhagen sollten weitere Pogrome folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als zehn Jahre später waren die furchtbaren Journalisten wieder am Werk – nur dass aus der Bedrohung durch Flüchtlinge die Bedrohung durch Muslime geworden war. Sokolowsky nennt hier in Kapitel 3, &quot;Die Feindbildhauer&quot;, deutlich Ross und Reiter: &quot;Kein anderes Millionemedium in Deutschland, nicht einmal BILD, trug so überzeugt wie DER SPIEGEL dazu bei, die Angst vor dem Islam zu fördern&quot;. Zwar hätten auch Zeitungen wie etwa die FAZ mit mancher Schlagzeile Öl ins Feuer gegossen (&quot;Keine Toleranz im Islam&quot;, &quot;Der Islam will die Welteroberung&quot; etc.). Jeoch habe die FAZ im selben Zeitraum auch solche Überschriften veröffentlicht: &quot;Feminismus im Islam ist möglich&quot;, &quot;Die glorreichen Tage des Dschihad sind Geschichte&quot;, &quot;Der Islam ist keine Bedrohung für uns&quot;. Dasselbe lasse sich etwa über die &quot;Süddeutsche Zeitung&quot; sagen. So gelangt Sokolowsky zu dem Fazit: &quot;Die Redaktionen der FAZ und der Süddeutschen Zeitung haben versucht, das Bedrohliche des Islam zu kontern mit der Normalität, welche die meisten Muslime, auch in Deutschland, zu leben versuchen. Der SPIEGEL unter Stefan Aust hat sich ausschließlich für die Fanatiker, das Abnormale, die Bedrohung interessiert.&quot; Wohin diese Berichterstattung führe, habe der Orientalist Navid Kermani in einem öffentlichen Brief an Aust klar benannt. Darin habe er Aust vorgeworfen, &quot;jenes Klima noch anzuheizen, in dem Musliminnen in Deutschland auf der Straße angespuckt oder aufgefordert werden, zu den Mullahs zurückzukehren. (…) Genau das, was Sie heuchlerisch beklagen&quot;, der Rückzug der Migrantenkinder &quot;in die Imagination ihrer Elternkultur&quot; werde durch die Titelgeschichten des SPIEGEL befördert. Eine öffentliche Antwort von Aust unterblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich spare mir hier die Schilderung einzelner Beispiele für diesen SPIEGEL-Journalismus. Zum einen habe ich das in meiner Rezension zu Sabine Schiffers Buch &quot;Die Darstellung des Islams in der Presse&quot; bereits getan, zum anderen ist diese SPIEGEL-Kritik bereits wohlbekannt (siehe z.B. auch hier).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kennzeichnend für Sokolowskys Analyse ist, dass er in &quot;Stefan Austs antiislamischer Obsession&quot; die Hauptschuld für diese Entwicklung verortet: &quot;Das Feindbild namens Moslem hat Aust gemeinsam mit seinen Paladinen beim SPIEGEL genau umrissen. Sechs lange Jahre haben der Chefredakteur und seine Alliierten daran gearbeitet, die Muslime in Schreckgespenster zu verwandeln. Es ist fast unmöglich, Politically Incorrect und verwandte Internet-Hetzseiten zu mustern, ohne die Vorarbeit des SPIEGEL zu erkennen.&quot; Bezeichnenderweise sei dem Hamburger Magazin nach Austs Abschied eine differenzierte, in keiner Weise verhetzende Titelgeschichte über den Koran sowie ein ähnlich seriöses, gruselfreies Sonderheft über den Islam und die Deutschen gelungen. Letzeres sei von folgender &quot;Hausmitteilung&quot; begleitet worden: &quot;Muslime werden hierzulande immer wieder mit Fundamentalismus und Fanatismus, mit Gewalt und vormodernen patriarchalischen Traditionen gleichgesetzt. Der Vielfalt der mehr als drei Millionen Anhänger Allahs in Deutschland werden Pauschalurteile nicht gerecht, die Spannweite reicht von islamistischen Eiferern bis zu weltoffenen, liberalen Muslimen, die sich der westlichen Gesellschaft angepasst haben.&quot; Wozu Sokolowsky anmerkt: &quot;Selbstverständliche Sätze, gewiss. Aber sie lesen sich so, als sei nach vielen stickigen Jahren im Hochbunker an der Brandstwiete endlich wieder gelüftet worden.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist sich Sokolowsky klar darüber, dass die dunkle Ära unter Stefan Aust ihre Spuren in der Redaktion hinterlassen hat: &quot;Konnte der SPIEGEL, der ja von Hunderten Journalisten hergestellt wird, schnell wieder zur Besinnung kommen, nachdem die Chefredaktion ausgewechselt worden war, so tun sich einzelne Autoren mit der Rückkehr zur Vernunft erheblich schwerer. Zumal bei ihnen, auch materiell, die Polemik gegen den Islam und seine Anhänger ebenso wie gegen &#039;Multikultis&#039; und &#039;Gutmenschen&#039; eine Aufgabe geworden ist, von der sie nicht lassen können.&quot; Womit wir bei Henryk M. Broder wären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Die Muslimhasser, die auf Politically Incorrect (PI) zu Hause sind, wissen, was sie an ihm haben&quot;, erklärt Sokolowsyk und zitiert schwärmerische, geradezu hingerissene Würdigungen, die die Rechtsradikalen an den SPIEGEL-Journalisten gerichtet haben. Diese ergänzt er durch Broders eigenen Unflat wie etwa es seien zwar nicht alle Moslems Terroristen, aber so gut wie alle Terroristen Moslems. Sokolowsky hat zu Broder und seinen Methoden sichtlich recherchiert: Da Broder &quot;zu bequem und vielleicht auch zu eitel&quot; sei, &quot;sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen (…), fällt er schon mal auf Fakes herein und verbreitet sie weiter – zum Beispiel die Ente von den Sparschweinen, die aus einigen britischen Banken verbannt worden seien, um muslimische Kunden nicht zu provozieren. Als man ihm nachgewiesen hatte, dass er mit einer Falschmeldung hausieren ging, pöbelte er los, die &#039;islamophile Bloggerszene&#039; sei vom gleichen Kaliber wie die &#039;Scharen von Revisionisten&#039;, die das Tagebuch Anne Franks als Fälschung denunzieren, um so die Schoah zu leugnen. Dieser Vergleich war selbst für Broders Verhältnisse von überraschender Ekelhaftigkeit.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solchen Passagen wird deutlich, dass Sokolowsky heute ein Autor ist, wie es Broder vor, sagen wir, 15 Jahren einmal war – ein Autor, der ebenso scharf beobachtet wie formuliert. Jetzt hat Sokolowsky Broders Veröffentlichungen im Zustand des moralischen und journalistischen Verfalls sichtlich zur Kenntnis genommen, das Prinzip dahinter verstanden und es macht eine Freude zu lesen, wie er dieses Prinzip in Worte packt: &quot;Henryk M. Broder kümmert sich, wenn er die Muslime ins Visier nimmt, nicht um solche Nebensächlichkeiten wie Geschmack oder Recherche. Verschont von jeglichem Selbstzweifel, gepanzert mit dem stahlharten Halbwissen eines Fanatikers ist er beim Schimpfen auf die Muslime so firm geworden, dass es wirkt, als hätte er die Weisheit, die er uns um die Löffel haut, mitsamt den Löffeln gefressen. Um von seiner Oberflächlichkeit abzulenken, setzt der &#039;Kant der Moderne&#039; (so ein User von Politically Incorrect) auf Rüpelhaftigkeit. (…) Henryk M. Broder interessiert sich für seriösen Journalismus eher wenig, außer wenn er dessen Vertreter anrempeln will. Die Anforderungen moderner Massenmedien kennt er allerdings genau&quot; und wisse sie als &quot;Fachmann für Krawall&quot; zu bedienen. Hierzu zitiert Sokolowsky eine selbstentblößende Äußerung Broders: &quot;Ich stehe morgens nicht auf und überlege mir, mit wem lege ich mich heute an. Ich schreibe, weil ich so oft staunen muss, weil ich so vieles nicht verstehe, weil niemand da ist, der es mir erklären könnte, so dass ich es am Ende selber tun muss.&quot; Sokolowskys treffender Kommentar: &quot;Er versteht vieles nicht, trotzdem erklärt er es – hätte Broder das nicht selbst gesagt, für diese bündige Beschreibung seiner Methode müsste der klagefreudige Schriftdarsteller sofort den Anwalt in Bewegung setzen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sokolowsky schildert in Abgrenzung zu Broder den dänischen Karikaturenstreit mitsamt seiner politischen Vorgeschichte, bei der es nicht nur der rechten Zeitung Jyllands-Posten ganz offenkundig darum ging, zu Gewalthandlungen unter den Muslimen zu provozieren, um so den schon seit einiger Zeit geradezu inständig herbeigeflehten &quot;Kampf der Kulturen&quot; endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Broders Argumentation, der Westen habe &quot;kapituliert&quot;, als er, nachdem es zu den ersten Gewalthandlungen gekommen war, mit der muslimischen Welt nicht voll in die Kontroverse gegangen sei, erzeugt bei Sokolowsky vor allem Verachtung: &quot;Die Sorge um Touristen, Botschaftsangestellte, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder Vertreter westlicher Firmen, das diplomatische Gebot, auf Wahnsinn mit Verstand zu reagieren, kennt Broder offenbar nicht. Was hätten die Politiker des Westens denn tun sollen, um in seinen Augen nicht feige zu erscheinen? Das verschweigt der Haudrauf, der keine Verantwortung zu tragen hat für Menschenleben, der nicht einmal für die Folgen seiner Bosheit so etwas wie Verantwortung kennt – sondern sich notfalls durch alle Instanzen klagt, damit er etwa die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden, Evelyn Hecht-Galinski, weiterhin als Antisemitin anpöbeln darf.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Seine Art, die Welt zu sehen&quot; fährt Sokolowsky in seiner Broder-Analyse fort, &quot;ist der des islamistischen Mobs eng verwandt. Und die schlimmsten Beleidigungen, das ist keine Neuigkeit, fügen Familienangehörige einander zu. So liegt ein ziemlich strenger Geruch im Raum, wenn einer, der holzt wie Broder, sich Sorgen macht um den &#039;Kern der Aufklärung&#039;, denn für die Aufklärung hat er, im Kern, nichts übrig. (…) Respekt für andere Menschen, Rücksichtnahme auf ihre Empfindungen, Toleranz für abweichende Wertvorstellungen sind Broder ebenso gleichgültig wie dem Imam, der auf die stinkenden Ungläubigen flucht. (…) Über die Phobie ist Broder schon lange hinaus und tief im Hass gelandet.&quot; Das alles wird mit Broders eigenen Äußerungen glänzend belegt. Hier findet und zitiert Sokolowsky immer wieder die aussagekräftigsten, bloßstellendsten Passagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich geht Sokolowsky nicht allein aufgrund mangelnder Sympathie so streng mit Broder ins Gericht. Was er stattdessen für offenkundig bedenklich hält, ist die Nähe eines SPIEGEL-Redakteurs zu rechtsradikalem Gedankengut bzw. zu rechtsradikalen Kreisen wie dem fremdenfeindlichen Hetzblog Politically Incorrect: &quot;Broder der keine Beleidigung auslässt, wenn linke Journalisten und andere &#039;Gutmenschen&#039; ihm in die Quere kommen, wehrte sich bislang mit keiner Silbe dagegen, von durchfallbraunen PI-Nutzern adoptiert zu werden.&quot; In Broders Darstellung ist Politically Incorrect lediglich &quot;monothematisch&quot; und keineswegs schlimmer als beispielsweise das Bildblog. Was Sokolowsky wohl aus gutem Grund als einen Blödsinn erkennt, &quot;den Broder allein deswegen in die Welt setzt, weil Bildblog-Mitbetreiber Stefan Niggemeier ihn einige Male als schlampigen Rechercheur und Taschenspieler überführt hat.&quot; Als der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy von Broder wissen wollte, ob dieser das antidemokratische Deken, das auf PI zu Hause ist, für unproblematisch halte, wollte Broder dies bezeichnenderweise nicht beantworten. Nicht nur, dass Broder bis heute nicht auf die Idee gekommen ist, sich die Umarmungen von PI-Gründer Stefan Herre zu verbitten, hält Sokolowsky für vielsagend, sondern auch das folgende: &quot;Online kann ein Foto besichtigt werden, das ihn strahlend vor Freude über solche Gesinnungsgenossen Seit&#039; an Seit&#039; mit Herre und weiteren Jungreaktionären in einem Biergarten zeigt. (…) Broder fühlt sich, scheint&#039;s, wohl im Dunst der Rechten. So hatte er nichts dagegen, der Online-Schülerzeitung Blaue Narzisse ein langes Interview zu gewähren, &#039;einer als rechtskonservativ bis rechtsradikal eingeschätzten Publikation&#039;, die zwar mit der NPD nichts zu tun haben will, deren Autoren aber nicht müde werden, Gerechtigkeit für die Partei der Neonazis einzufordern. (Und) als ihn im Mai 2008 die Schweizerzeit einlud, einen Vortrag zu halten, war er gleichfalls gern dabei, obwohl das Blatt eng verbunden ist mit der erzreaktionären, migrantenfeindlichen Schweizerischen Volkspartei und sich nicht scheut, den Juden nachzusagen, sie seien selbst schuld am Antisemitismus und eine Bande von Beutezüglern und Beutelschneidern.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher oder später muss Sokolowskys Broder-Analyse natürlich bei der Frage landen, wie einer, der noch im Jahr 1993 klarsichtige und integre Texte verfasst hat, eine derartig beängstigende Entwicklung nehmen konnte. Sokolowskys Mutmaßung: &quot;Wahrscheinlich hat er mit den &#039;Gutmenschen&#039; ein Problem, weil sie so viel Zeit mehr als er damit zubringen, gute statt boshafte Menschen zu sein, und weil sie es für sinnvoller halten, sich für die Rechte einer Minderheit starkzumachen als für den Chauvinismus einer &#039;Mehrheitsgesellschaft&#039;. Deren Stärke hat Henryk M. Broder irgendwann so beeindruckt, dass er beschloss, die faktisch Schwachen im Stich zu lassen, vor den Angsthabern und den Angstmachern zu kapitulieren und ihrer Paranoia mit großem Geschrei beizupflichten. Den Islamhassern wurde er damit zum lebenden Beweis, dass sie keine Nazis und Rassisten sein können. Denn mit Broder steht an ihrer Seite ja ein Jude, einer zumal, der komplett blind ist für den Antisemitismus, der in ihren Köpfen wütet.&quot; In der Tat: Wenn einer wie Broder, der sonst aus jedem Komma noch eine antisemitische Entgleisung herauszulesen glaubt, den offenkundigen Judenhass in den geschilderten Kreisen völlig ignoriert, lässt das schon sehr tief blicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broder ist indes nur einer der islamfeindlichen Autoren, die Sokolowsky insbesondere im Kapitel &quot;Die Kronzeugen&quot; seines Buches porträtiert. Mit derselben erkenntnisreichen Verve widmet er sich etwa auch Alice Schwarzer, deren abenteuerliche Verschwörungstheorien (&quot;In konzertierten Aktionen wird seit einigen Jahren versucht, die Scharia in das deutsche Recht zu infiltrieren.&quot;) sich inzwischen in zahllosen muslim- und imigrantenfeindlichen Polemiken wiederfänden. Zu Ralph Giordano, der Muslimas in der Tradition vieler Rassisten mit Tieren gleichsetze, merkt Sokolowsky an: &quot;Sein Zorn, seine überschäumende Wut auf gläubige Muslime machen schon jetzt vergessen, weshalb er früher als ein Gewissen der Nation galt. (…) Giordano sollte sich jedenfalls nicht wundern, wenn viele Deutsche ihn heute nur mehr als den Mann kennen, der den Muslimen zeigt, was eine Harke ist (…). Es scheint, als habe sein absoluter Abscheu vorm Islam ihn in die frühen 50er Jahre zurückversetzt, als die einzige Wahrheit, die Giordano akzeptierte, von Josef Stalin verordnet wurde (…).&quot; Bei Necla Kelek schließlich kritisiert Sokolowsky deren augenscheinliche Unfähigkeit, ihre kühnen Behauptungen auch mit Zitaten zu belegen. Zwar habe sie Bucherfolge damit errungen, dass sie dem deutschen Michel sagte, was der gerne hörte, aber wie Fachleute bemängelten, fehle es ihrem Werk an soliden und nachprüfbaren Daten. Während sie an einer Stelle sogar zugebe, selbst keine gesicherten Erkenntnisse zu besitzen, werfe sie mit regelrechten Horrorzahlen um sich – wobei sie drei Jahre zuvor in ihrer Dissertation zum Thema Islam noch zu ganz anderen Ergebnissen gekommen sei als in ihrem Reißer &quot;Die fremde Braut&quot;. Auch Udo Ulfkotte und Seyran Ates (zwischen denen natürlich Welten liegen) verschont Sokolowsky mit seiner Kritik nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kapitel &quot;Die Inkorrekten&quot; seziert Sokolowsky die geistige Verfasstheit der Islamophoben weiter und befindet: &quot;Die Realität kann der Maßlosigkeit dieser Angst nicht standhalten, also erschafft der Angsthaber sich eine eigene Wirklichkeit, in die nichts Eingang finden darf als das, was seine Angst befeuert. Er braucht die Horrormeldung so sehr wie der Masochist die Demütigung und Qual, und darum kann kein Gerücht über den Fremden so unwahrscheinlich, keine Übertreibung so böswillig, keine Lüge so durchsichtig sein, dass sie vom Angstgestörten nicht ernst genommen würde. Was ihm an Selbstkritik fehlt, kompensiert er durch rasendes Misstrauen gegen alle Fakten und Mitteilungen, die seinen Klischees widersprechen.&quot; Wer auch nur eine Zeitlang die Kommentare etwa auf Politically Incorrect mitverfolgt hat, am besten noch in Verbindung mit den kontinuierlichen Richtigstellungen der islamophoben Meldungen, wie sie der Politblogger leistet, wird dem nur zustimmen können. Und es ist sehr aussagekräftig, dass Dietmar Näher, Betreiber des Politbloggers, für die Richtigstellungen der rechtsextremen Propaganda regelmäßig mit Gewaltdrohungen leben muss. So weiß auch Sokolowsky: &quot;Diskussionen mit dem Angsthaber führen zu nichts, weil er alle für verrückt hält, die anders denken als er. Er lässt nicht mit sich reden, sondern lauert auf Gelegenheiten, es denen heimzuzahlen, die versuchen, ihn von seiner Störung zu befreien.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Gezwungen, Angst und Wahn zu bekennen&quot;, fährt Sokolowsky in seiner Analyse der islamophoben Psyche fort, &quot;nennt er alle, die ihm nicht beipflichten, Feiglinge und Verrückte, beschimpft sie als Kollaborateure, die vorm Zwang der fremden Macht kapituliert haben. Der Angstgestörte misstraut allem und jedem, weil er nicht mal sich selbst traut, und daher bliebe er am liebsten allein mit seinem Grauen.&quot; Was zuletzt die geradezu überschnappenden Reaktionen im PI-Kommentarbereich nach den Wahlergebnissen für &quot;Pro Köln&quot; &amp;amp; Co. bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen hübsch veranschaulichten. Sokolowsky befindet zu solchen Leuten: &quot;Ihre existenzielle Ohnmacht verbergen sie hinter einer Großsprecherei und verbalen Brutalität, die sich leider nicht einfach als Symptome eines zwar deformierten, doch vor allem furchtsamen Charakters abtun lassen. In ihren bösen Worten finden sie vor allem deshalb Befriedigung, weil die Flüche und Beleidigungen die bösere Tat vorwegnehmen. Die Angsthaber können den Tag nicht erwarten, an dem sie ungestraft so handeln dürfen, wie sie heute schon hetzen.&quot; Oder, um einen der PI-Kommentare vom Abend nach den erwähnten Kommunalwahlen zu zitieren: &quot;Dann soll der Bürgerkrieg lieber heute als morgen beginnen&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unerbittlicher Klarheit führt Sokolowsky weiter aus, was mittlerweile Sache ist: &quot;Bei ehemals Linken wie Broder, Giordano, Aust oder Schwarzer, die es als Mission betrachten, vor dem Islam und seinen Anhängern als größter Bedrohung der Welt seit, mindestens, Adolf Hitler und den Nazis zu warnen, bei den Journalisten, Politikern und Bürgern, die &#039;Muslim&#039; hören und &#039;Selbstmordatentäter&#039; denken, die ein Kopftuch sehen und &#039;Zwangsheirat&#039; oder &#039;Ehrenmorde&#039; murmeln, die von einem Moscheebau lesen und &#039;Parallelgesellschaft&#039; assoziieren: Bei all diesen Angsthabern ist die Grenze zur rassistischen &#039;Ticket&#039;-Gesinnung bereits überschritten. (…) Die anderen bleiben die anderen, was immer sie sagen und tun mögen; und am Tag der Abrechnung, auf den die Antiislamisten inständig hoffen, werden weder Kelek noch Cileli und Ahadi verschont werden. Egon Friedell, der über die Juden Dinge geschrieben hatte, die sich wie eine Rede auf dem Reichsparteitag lesen, war einer der ersten, die nach dem &#039;Anschluss&#039; Österreichs ans Deutsche Reich von der SA besucht wurden. Er wusste, was ihm blühte, und entzog sich der Verbringung ins Konzentrationslager durch Suizid.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sokolowsky wird noch deutlicher: &quot;Broder, Giordano, Kelek und Ates sind, mehr oder minder freiwillig, vor einen Karren gespannt worden, der sie gnadenlos überrollen wird, sollten sie einmal innehalten mit ihren Bannflüchen auf den Islam, &#039;der das Problem ist&#039;, oder auf die Linke, die &#039;Parallelgesellschaften bildet&#039;.&quot; Vielleicht würde es Sokolowsky nicht so formulieren, aber das Fazit seiner Analyse ist eindeutig: Broder und Giordano sind inzwischen zu den Hofjuden der vereinigten Rechtsradikalen Deutschlands geworden – eine Karriere, die sie geradezu mit Inbrunst verfolgt haben. Man fragt sich unwillkürlich, was diese Herren vor z.B. 15 oder 20 Jahren gesagt hätten, wenn man ihnen prophezeit hätte, dass sie sich einmal auf diese Weise entwickeln würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sokolowsky widerspricht vehement der beliebten Behauptung, Rechtsradikalismus und Rassismus seien in Deutschland erfolgreich an den Rand gedrängt worden: &quot;Dass sämtliche Medien Deutschlands sich auf einen &#039;Ehrenmord&#039;-Fall stürzen, als ginge es ums Ganze der Einwanderung, dass der Bau einer Moschee erörtert wird, als wäre der Fortbestand des Christentums in Gefahr, dass ernsthaft von einer schleichenden Einführung der Scharia menetekelt wird, weil eine überforderte Familienrichterin sich zwischen Recht und Religion verhedderte: Dies alles deutet sicherlich nicht auf eine Marginalisierung des Rassismus hin, sondern auf den erschreckenden Erfolg, den er mit seiner Transformation zur &#039;Islamkritik&#039; erzielt hat. Die unablässige Propaganda gegen &#039;Multikulti-Illusionisten&#039; und &#039;Gutmenschen&#039; zwingt mittlerweile alle in die Defensive, die den Rassismus in der Islamfeindschaft wittern und sich dem chauvinistischen Schlagetot-Diskurs verweigern. Sie und nicht die Rassisten müssen sich rechtfertigen, müssen sich entschuldigen, weil sie nicht von vorneherein jeden muslimischen Migranten für einen Schmarotzer, Dummkopf, Messerfuchtler, Drogenhändler, Schläger, Suizidbomber, Intellektuellenmörder, Frauenversklaver oder Rachemörder halten.&quot; In seiner Auffassung, inzwischen seien die Gegner des Rassismus die eigentlich gesellschaftlich Verfemten, stimmt Sokolowsky etwa mit Sabine Schiffer überein (übrigens auch jemand, die wegen ihrem Eintreten gegen diese Fremdenfeindlichkeit Morddrohungen erhalten hatte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kommt Sokolowsky auch auf die Konferenz des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) zur Islamophobie zu sprechen – eine Konferenz, die Henryk Broder &amp;amp; Co. zu einer regelrechten Hasskampagne gegen dieses Zentrum veranlasste. Sokolowsky erklärt, warum die islamophobe Szene insgesamt so heftig reagierte: &quot;Die Konferenz des ZfA schreckte die Islamhasser von PI auch deshalb auf, weil sie sich lange Zeit vor gleichsam amtlicher Kritik an ihrem rassistischen Gebrüll sicher gewähnt hatten. Um bloß nicht in den Verdacht zu geraten, mit Neonazis zu sympathisieren oder selber welche zu sein, bekunden sie bei jeder Gelegenheit ihren Abscheu vor Antisemiten und Antizionisten.&quot; Diese Strategie sei aber durchschaubar: &quot;Die Identifikation mit den Israelis und besonders den IDF fällt der PI-Gemeinde nur deshalb so leicht, weil die israelische Armee tut, was der PI-Gläubige für die Ultima ratio hält: mit Waffen gegen Muslime vorgehen. Der Anblick von Kriegsbildern aus Palästina lässt die Islamhasser in Vernichtungsphantasien schwelgen, die sich besonders an Kollateralschäden entzünden.&quot; Worum es den falschen Freunden Israels in Wirklichkeit gehe, wenn sie vom totalen Krieg gegen die Palästinenser halluzinierten, spreche der Kommentator &quot;Hochdruckreiniger&quot; aus: &quot;Ich träume davon, dass sich diese Offensive über ganz Europa bis nach Neukölln ausweitet.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gelangt Sokolowsky in dieser Frage zu dem Fazit: &quot;Die martialischen Loyalitätserklärungen für die IDF und Netanjahu sind weiter nichts als Ausreden für das eliminatorische Gebrüll gegen die Muslime der Welt. Sobald aber Juden sich kritisch äußern über die Politik Israels, weiß der PI-Fan sofort, was er von denen zu halten hat. Die erklärte Antizionistin Evelyn Hecht-Galinski (…) wird von den Inkorrekten nicht etwa politisch attackiert, sondern nach alten antisemitischen Maß- und Vorgaben begeifert.&quot; Und auch der fragwürdige Umgang mit der deutschen Schuld im Kommentarbereich von PI lasse tief blicken, wie Sokolowsky anhand entsprechender Zitate verdeutlicht. Diese bringen ihn zu dem Urteil: &quot;Der kulturalistisch verbrämte Rassismus von Politically Incorrect war bisher keinem Staatsanwalt ein Ermittlungsverfahren wert. Die offene Holocaust-Leugnung jedoch, welche die PI-Macher in ihren Foren zulassen, sollte Stefan Herre endlich mal eine Vorladung einbringen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer von Politically Incorrect spricht, muss natürlich auch von Pro Köln sprechen. Hier erläutert Sokolowsky in einer übersichtlichen Zusammenfassung die Hintergründe und Kontakte der führenden Figuren dieser Partei, die offensichtlich bis nach ganz rechts außen reichen. Sokolowsky räumt ein, dass die &quot;Anti-Islamisierungskongresse&quot; der Partei im September 2008 und Mai 2009 lausig frequentiert wurden, gibt aber zu bedenken, dass noch 1925 auch der NSDAP niemand zugetraut habe, eine Massenbewegung zu werden. Dennoch kann er ein gewisses Amüsement nicht verbergen, wenn etwa Political Incorrect bei einer dieser Veranstaltungen knapp 1000 Teilnehmer meinte gesichtet zu haben, wo die Polizei gerade mal 150 gezählt hatte: &quot;Denn die PI-Fans – durchweg hinter Nicknames versteckt, todesmutig an der Tastatur, feige bis in die Knochen – blieben lieber daheim und bibberten vor den &#039;Todschlägern&#039; der Antifa. Doch das sollte den Beobachter nicht dazu verleiten, PI für eher einflussarm und ungefährlich zu halten.&quot; Mit dem Verweis auf mehr als 30.000 Zugriffe auf dieses Hetzblog pro Tag befindet Sokolowsky: &quot;Die &#039;Anti-Islamisierungskongresse&#039; fanden vermutlich auch deshalb fast ohne Claquere statt, weil die avisierte Klientel solche &#039;Kongresse&#039; jeden Tag auf Seiten wie Politically Incorrect durchführt.&quot; Und nicht zuletzt sei die Verbreitung der fremdenfeindlichen Mythen zwischen solchen Hassblogs und Teilen der Massenmedien ein Problem, denn schließlich &quot;finden sich etliche Ressentiments gegen Muslime, die der Islamhasser im Web verbreitet, genauso in der seriösen Presse wieder. Wer hier wen inspiriert, ist nicht mehr präzise zu bestimmen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soviel zum ersten Teil des Buches. Der zweite Teil von &quot;Feindbild Moslem&quot; enthält Interviews unter anderem mit Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung über die Verwandtschaft von Judenhass und Muslimfeindschaft sowie mit Lale Akgün über Integration und Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bemerkenswert ist hier das Interview mit Ann Löwin, die Migranten bei Behördengängen begleitet, über amtlichen Rassismus der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Löwin weiß beispielsweise folgendes zu berichten: &quot;Das Problem bei arabischen und türkischen Leuten ist, dass man schon im Namen sieht, ob sie in die Kategorie &#039;Muslim&#039; fallen oder nicht. Sobald da ein muslimischer Name steht, ist der Umgangston eine Katastrophe. Ich habe nie Probleme, etwa bei weißen deutschen Frauen regulär jeden Amtsgang durchzukriegen. Man nimmt Kontakt mit dem Sachbearbeiter auf, geht einmal mit, erklärt, dass sie Probleme hat, ihre Briefe zu bewältigen, sie zu öffnen und sie zu beantworten und dass sie deshalb zu mir gekommen ist, und dann läuft es wie am Schnürchen. Die wird geliebt, sie wird unterstützt, es gibt Weiterbildungsmöglichkeiten, sie wird in alle Praktika gelassen, die sie möchte, und es wird ihr stets zugute gehalten, dass sie sich bemüht. Wenn man aber mit einer jungen, besser noch: einer jungen alleinstehenden, am besten: attraktiven Frau mit einem türkischen oder arabischen Namen dahin geht, dann hat man von Anfang an verschissen. Wenn die alleine aufs Amt geht, fliegt sie hundertprozentig innerhalb von Minuten raus. Es wird ihr unterstellt, dass sie lügt und arbeitsunwillig, schlampig, unsauber ist, dass sie simuliert, dass sie unfähig ist, ihre Unterlagen zu bearbeiten. Wenn sie Schulabschlüsse hat und Qualifikationen, dann sind die nicht in Ordnung oder bringen angeblich nichts. Die ihr zustehenden Rechte werden ihr konsequent verweigert. Keine Informationen, keine Beratung, keine Hilfestellung für den Arbeitsmarkt. Die Leute gehen allein hinein und kommen psychisch gedemütigt wieder raus. Und dann gehen sie nie mehr dahin, die wollen nie wieder da rein. (…) Bei den Männern ist es dann meistens so, dass ihnen unterstellt wird, dass sie unter der Hand eine Menge Geld verdienen, aggressiv sind, uneinsichtig, sich von einer Frau nicht beraten lassen wollen – was völliger Blödsinn ist –, dass sie ihre Söhne verhätscheln und deshalb schlecht erziehen, ihre Töchter vernachlässigen, allgemein ihre Kinder vernachlässigen, dass sie zu Gewalt neigen und auch Gewalt an ihre Kinder vermitteln. Über diesen Männern, die zum Jobcenter gehen, hängt immer die Drohung, dass ihnen die Kinder weggenommen werden. (…) Es werden auch die Bewerbungen der Leute nicht akzeptiert. Wen wir vorlegen, dass wir zehn schriftliche Bewerbungen getätigt haben, dann wird einfach behauptet, das stimme nicht. Wir können Kopien vorlegen, wir können Postrechnungen vorlegen – prinzipiell wird behauptet, das sei alles erstunken und erlogen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus solchen Interviewpassagen wird deutlich, wie sehr die von Aust, Schwarzer, Broder und Konsorten geschürte Fremdenfeindlichkeit gegen Muslime und all die damit verbundenen Klischees und Vorurteile bereits in die Köpfe vieler eingesickert ist. Auch Polizisten, Rettungsdienste und die Feuerwehr scheinen solchen Schilderungen zufolge &quot;nicht sehr zärtlich&quot; mit muslimischen Patienten umzugehen – wozu Ann Löwin zu berichten weiß: &quot;So was kriegen die anderen Leute aus der Community mit, und inzwischen greifen die ein. Besonders die jungen Leute, die gehen hin und regen sich auf und verlangen, dass der Mensch angemessen behandelt wird. Und das eskaliert immer öfter.&quot; Was den Rassisten aus Journalismus und Bloggerszene natürlich Gelegenheit gibt, feixend über solche Eskalationen zu berichten, die Hintergründe und die Vorgeschichte aber einmal mehr komplett auszublenden, worauf wie immer bei dieser Methode das Bild entsteht: &quot;Jaja, der Islam … bringt die Untermenschen immer wieder zum Austicken.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Dieses Buch&quot; zieht Sokolowsky ein realistisches Fazit zu seinem Werk, &quot;wird keinen einzigen Islamfeind bewegen, nachzudenken, in sich zu gehen und von seinem Wahn zu lassen. (…) Doch viel wäre schon gewonnen, würde die üble Nachrede von &#039;den&#039; Muslimen nicht mehr autonomisch mit Literaturpreisen bedacht, bliebe das rassistische Treiben von Websites wie Politially Incorrect nicht länger ungestört, meldete sich endlich eine Öffentlichkeit zu Wort, die Hoyerswerda, Lichtenhagen, Mölln, Solingen, die &#039;national befreiten Zonen&#039; und die 140 Todesopfer rechtsradikaler Gewalt seit 1990 für ein weit ernsteres Problem hält als das &#039;Gutmenschentum&#039; und die Toleranz. Denn es ist höchste Zeit, den Antiislamismus gesellschaftlich als die korrupte, bigotte, intolerante, chauvinistische, verleumderische, ekelhafte, rassistische Hetzerei zu ächten, die er ist. Die Aufklärung über den radikalen Islam und die fundamentalistischen Muslime ist eine viel zu ernste Angelegenheit, um sie allein den Propagandisten und verkappten Rassisten überlassen zu dürfen. Erst wenn sie ihre Deutungshoheit in den Medien und den Gremien verlieren, kann ein Bewusstsein dafür entstehen, dass die Islamisten den &#039;inneren Frieden in unserem Land&#039; weit weniger bedrohen als ihre angst- und hasserfüllten Gegner. Denn die benutzen die Kritik am Islamismus bloß als Vorwand, um auf &#039;die Musel&#039;, &#039;Mohammedaner&#039;, &#039;Kulturbereicherer&#039;, auf den anderen, den Fremden nebenan einzudreschen. Bislang vor allem mit Worten, aber das kann sich schnell ändern.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein eigenes Urteil über dieses Buch dürfte bereits in der Ausführlichkeit meiner Rezension klar geworden sein. Seine sprachlich-inhaltliche Kraft ist vielen der von mir zitierten Passagen zu entnehmen. Es handelt sich, mit einem Wort, um Pflichtlektüre für jeden, der sich mit der neuen Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft auseinandersetzen möchte. Anders als in den Büchern von Henryk Broder und Co. belegt ein ausführliches Verzeichnis von Endnoten jede auf diesen Seiten getätigte Behauptung. Dabei besteht der besondere Verdienst dieses Buches allerdings darin, die bislang vor allem im wissenschaftlichen Bereich stattgefundene Auseinandersetzung mit der Islamophobie (man denke hier etwa an die Werke von Sabine Schiffer, Constantin Wagner etc.) auf die journalistische Ebene zu tragen. Sokolowsky analysiert in einer auch für Laien in der Debatte problemlos zugänglichen, sprachlich fulminanten Weise die Verfasstheit des islamophoben Spektrums zwischen SPIEGEL und NPD. 
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    <pubDate>Tue, 15 Sep 2009 05:59:00 +0200</pubDate>
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    <title>Buchempfehlung: Die Republik vor Gericht 1954-1995</title>
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    <author>nospam@example.com (Rebecca Evan)</author>
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            &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung der Texte auf Duckhome.de durch &lt;a href=&quot;http://heinrich-hannover.de/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://heinrich-hannover.de/&quot;&gt;Heinrich Hannover&lt;/a&gt; am 22. Mai 2009&lt;br /&gt;
Erschienen auf &lt;a href=&quot;http://heinrich-hannover.de/republik.htm&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://heinrich-hannover.de&quot;&gt;Heinrich-Hannover.de&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 67px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/republik.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:1142 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/republik.serendipityThumb.jpg&quot; style=&quot;width: 67px; height: 94px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;&lt;font size=&quot;0.75&quot;&gt;Grafik: heinrich-hannover.de&lt;/font&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Die Liste von Heinrich Hannovers Mandanten spiegelt ein Stück bundesdeutsche Geschichte wider:&lt;br /&gt;
Die Verfahren gegen Günter Wallraff, Ulrike Meinhof, Peter-Paul Zahl u.a. sowie das Wiederaufnahmeverfahren für Carl von Ossietzky und der Prozeß gegen Hans Modrow haben im ganzen Land Aufsehen erregt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hannovers Fälle, die ihn zu einem unbequemen Strafverteidiger machten, zeigten immer wieder, daß mit dem Rechtsstaat, der nach dem Unrechtssystem der Nazis - aber oft noch mit seinen Juristen - in Deutschland entstanden war mitnichten alles zum besten bestellt war. Wann immer die radikalen Kritiker der Bundesrepublik vor Gericht kamen, stand Heinrich Hannover als Anwalt zur Seite. Die Intimkenntnisse des Justizapparats macht seine Erinnerungen zu einem packenden Polit-Krimi, der eine Innenansicht unseres Staates liefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intimkenntnisse des Justizapparats macht seine Erinnerungen zu einem packenden Polit-Krimi, der eine Innenansicht unseres Staates liefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Auch im zweiten Band legt Heinrich Hannover den Finger auf die Wunden der deutschen Justiz und beschreibt auf einzigartige Weise, woran die Bundesrepublik noch nach den gesellschaftlichen Veränderungen von 1968 krankte. Die Bundesrepublik hatte mit den Terroristen der ersten und zweiten Generation (Verfahren, die sich zum Teil bis in die achtziger Jahre zogen) längst ihre Schuldigen benannt, aber Heinrich Hannover liefert uns anhand seiner spannendsten Fälle eine andere Sicht der Dinge und zeigt uns, daß sich auch in späteren Jahrzehnten der Staat stets gegen seine Kritiker zur Wehr setzte und daß in seinem Justizapparat oft noch die &amp;quot;furchtbaren Juristen&amp;quot; des Natzionalsozialismus das Sagen hatten. Deren Rechtssprechung traf gleichermaßen Grüne, Kriegsdienstverweigerer, Atomwaffengegner in Mutlangen, Opfer von Lauschangriffen und friedliche Demonstranten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als aus den beiden deutschen Staaten eine Bundesrepublik geworden war, verteidigte Heinrich Hannover Angeklagte in Prozessen wegen deutsch-deutschen Landesverrats und Hans Modrow, dem man Wahlfälschung vorgeworfen hatte. Doch auch Ereignisse, die im öffentlichen Bewußtsein als &amp;quot;verjährt&amp;quot; galten, rollte Heinrich Hannover wieder auf: der Mord an Ernst Thälmann wurde zur Anklage gebracht, das Verfahren gegen Carl von Ossietzky wegen Landesverrats erlebte eine Wiederaufnahme. Heinrich Hannovers Erinnerungen sind erlebte Geschichte aus erster Hand-und dabei spannend wie ein Krimi. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://heinrich-hannover.de/leseprobe.htm&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;heinrich-hannover.de&quot;&gt;Leseprobe und Bestellmöglichkeit&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 15 Jun 2009 07:05:00 +0200</pubDate>
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    <title>Buchvorstellung: &quot;Islamfeindschaft und ihr Kontext&quot;</title>
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    <author>nospam@example.com (Rebecca Evan)</author>
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            &lt;br/&gt;&lt;em&gt;Mit freundlicher Genehmigung von &lt;a href=&quot;http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/05/buchvorstellung-islamfeindschaft-und.html&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/05/buchvorstellung-islamfeindschaft-und.html&quot;&gt;Arne Hoffmann&lt;/a&gt; am 19. Mai 2009&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wachsende Feindschaft gegen Muslime war im Dezember 2008 das Thema einer Tagung des Zentrums für Antisemitismusforschung, bei der die aktuellen Ressentiments mit dem Instrumentarium der Vorurteilsforschung untersucht werden sollten. Vermutlich waren die Veranstalter dieser Konferenz selbst ein wenig überrascht davon, dass diese Feindseligkeiten inzwischen so groß waren, dass die Tagung selbst in heftigen Reaktionen der Presse und der islamfeindlichen Bloggerszene angegangen wurde – überwiegend ohne die gehaltenen Vorträge überhaupt zu kennen. Um die Debatte wenigstens auf eine vernünftige Grundlage zu stellen, erschien im Februar 2009 eine Dokumentation der Tagung unter dem Titel &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Islamfeindschaft-ihr-Kontext-Dokumentation-Konferenz/dp/3940938327/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242749499&amp;sr=1-1&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.amazon.de/Islamfeindschaft-ihr-Kontext-Dokumentation-Konferenz/dp/3940938327/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242749499&amp;sr=1-1&quot;&gt;&quot;Islamfeindschaft und ihr Kontext&quot;&lt;/a&gt; im Metropol Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Vorwort zu diesem Band widmet sich Wolfgang Benz, der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung, kurz dieser politischen Kampagne gegen die Wissenschaft: &quot;In der Bloggerszene wurde mit großer Wut (und weitgehend unter Verzicht auf Anstandsregeln) gekämpft. (…) Die seriösen Medien berichteten objektiv. Zwei israelische Zeitungen haben allerdings Hasstiraden publiziert, die ebenso infame wie obskure Verdächtigungen gegenüber dem Zentrum für Antisemitismusforschung enthalten. Für die Motive des Autors der Beiträge, eines ehemaligen Doktoranden des Zentrums, gibt es Erklärungen, die nicht schmeichelhaft sind. Dass die genannten Zeitungen die Verleumdungen druckten, hat auch Leser in Israel erstaunt.&quot; Schließlich entkräftet Benz den Vorwurf, das Zentrum befasse sich angeblich nicht mit dem Judenhass von Islamisten, indem er auf frühere Veranstaltungen zu diesem Thema hinweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Von Wolfgang Benz stammt auch der Einführungstext zur Konferenz, worin er erklärt, warum sich das Zentrum für Antisemitismusforschung auch mit der Islamophobie auseinandersetzt: &quot;Die Parallelen von Antisemitismus und Islamfeindschaft sind unverkennbar: Mit Stereotypen und Konstruktionen, die als Instrumentarium des Antisemitismus geläufig sind, wird Stimmung gegen Muslime erzeugt. Dazu gehören Verschwörungsfantasien ebenso wie vermeintliche Grundsätze der Religion, die ins Treffen geführt werden. Die Wut der Muslimfeinde ist dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden ähnlich; die Verabredung einer Mehrheit gegen das eine oder andere Kollektiv der Minderheit, das als solches ausgegrenzt wird, ist gefährlich, wie das Paradigma der Judenfeindschaft durch seine Umsetzung im Völkermord lehrt.&quot; Sowohl der jüdischen als auch der islamischen Religion werde vorgeworfen, sie sei inhuman und verlange von ihren Anhängern aggressive Verhaltensweisen gegenüber Andersgläubigen. Auch die Islamophobie sei &quot;das Resultat von Bedrohungsängsten, die sich gegen die Idee der &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Kritik-reinen-Toleranz-Henryk-Broder/dp/3937989412/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242310760&amp;sr=1-1&quot; title=&quot;http://www.amazon.de/Kritik-reinen-Toleranz-Henryk-Broder/dp/3937989412/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242310760&amp;sr=1-1&quot;&gt;Toleranz&lt;/a&gt; als einer zentralen Kategorie der demokratischen Werteordnung ausweiten.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielhaft als eine der Schriften, die sehr kritisch zu betrachten sind, greift Benz das Buch &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/SOS-Abendland-schleichende-Islamisierung-Europas/dp/3938516720/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242312574&amp;sr=1-1&quot; title=&quot;http://www.amazon.de/SOS-Abendland-schleichende-Islamisierung-Europas/dp/3938516720/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242312574&amp;sr=1-1&quot;&gt;&quot;SOS Abendland&quot;&lt;/a&gt; heraus: &quot;Der Autor, Udo Ulfkotte, ist gewiss nicht ernst zu nehmen, der Verlag gehört ebenfalls nicht zu den renommiertesten Häusern, aber die Leser, deren Ängste angerührt sind, interessiert das wahrscheinlich nicht. Der Text stimuliert das Bedürfnis vieler nach schlichten Welterklärungen und mobilisiert Feindbilder mit suggestiven Fragen&quot;. Nicht zuletzt wiederhole der Moscheestreit der Gegenwart antisemitische Motive in den Synagogendebatten des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hauptteil des Buches ist so gegliedert, dass zu vier Redebeiträgen jeweils eines Forschers der Kommentar eines anderen tritt. Der Band schließt mit dem Protokoll der Podiumsdiskussion &quot;Feindbild Muslim – Feindbild Jude&quot; vom 8.12.2008 und einem Anhang Wolfgang Benz&#039; über Antizionismus als islamischen/islamistischen Antisemitismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Beitrag zum Thema Islamfeindschaft analysiert Angelika Königseder wie etwa die Lehrerin Fereshta Ludin dafür ins Ziwelicht gerückt wurde, dass sie erfolgreich vor dem Bundesverfassungsgericht darauf klagte, auch im Unterricht ein Kopftuch tragen zu dürfen. So warf ihr etwa der SPIEGEL vor, sich nie von Extremisten wie Metin Kaplan oder dem Ayatollah Chomeini distanziert zu haben: &quot;Damit unterstellen die Spiegel-Autoren der deutschen Staatsbürgerin Ludin, ohne dass diese sich jemals in irgendeine Richtung extremistisch geäußert hat, eine grundsätzliche Übereinstimmung mit Radikalen.&quot; Umgekehrt würde &quot;niemals an einen Bewerber mit christlichem Hintergrund die Anforderung erhoben, sich von radikalen protestantischen oder katholischen Führern im In- und Ausland zu distanzieren, um seine demokratische Gesinnung unter Beweis zu stellen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Proteste gegen Moscheebauten erscheinen Königseder fragwürdig: &quot;Dass die Errichtung eines Gotteshauses kein Gnadenakt, sondern ein verfassungsmäßig garantiertes Recht ist, scheinen die Kritiker, die an anderer Stelle regelmäßig betonen, dass die Muslime sich an unser Grundgesetz zu halten haben, nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen.&quot; Wenn selbst eine anerkannte Autorität wie der Publizist Ralph Giordano die Proteste im Kölner Stadtteil Ehrenfeld zu einem Rundumschlag gegen den Islam nutze und dafür breite Resonanz fände, werde deutlich, &quot;dass Islamophobie keineswegs nur ein von rechts besetztes Vorurteil ist, sondern weit in die bürgerliche Mitte hineinreicht.&quot; Insbesondere aus der FAZ ließen sich zahlreiche Beispiele anführen, von denen Königseder lediglich die &quot;hetzerischen Thesen&quot; in dem Pamphlet &quot;Der Islam will die Welteroberung&quot; eines offenbar fachfremden Althistorikers anführt, das Wochen später von einer fachkundigen Historikerin unerbittlich zerpflückt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Kommentar zu Angelika Königseders Beitrag weist Sabine Schiffer darauf hin, dass ein Hindernis dabei, die Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie zu untersuchen, darin besteht, dass mit dem Begriff des Antisemitismus automatisch &quot;Holocaust&quot; assoziiert wird: &quot;So kommt die Vorstellung von der Relativierung des Holocaust zustande, weil kaum jemand die Verlaufsformen des antisemitischen Diskurses kennt&quot;. Wer aber einen Vergleich des islamophoben mit dem antisemitischen Diskurs mit dem Schlagwort &quot;Gleichsetzung&quot; zu unterbinden suche, &quot;verrät seine Zugehörigkeit zum Lager der unwissenschaftlichen Kulturkampfpropagandisten, die mittels Zensur und Tabus gerne unterbinden wollen, dass man deren Agitation erkennt&quot;. Dabei falle auf, dass häufig dieselben Leute, die die Verbrechen des Dritten Reichs politisch korrekt in den Rang des Unvergleichbaren heben möchten, keine Bedenken haben, ihrerseits mit solchen Vergleichen zu hantieren: &quot;Wenn (…) davon gesprochen wird, dass vom Iran ein &#039;atomarer Holocaust&#039; drohe, dann handelt es sich um nichts anderes als einen Nazi-Vergleich, der darauf angelegt ist, die Singularität des Holocaust zu leugnen, was ihn relativiert. Bei diesem wie einigen anderen Vergleichen bleibt der Aufschrei der Empörung jedoch oft aus.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiffer führt Ähnlichkeiten zwischen Islamophobie und Antisemitismus aus. So versuchte man die Berechtigung des Antisemitismus auf ähnliche Weise mit Stellen aus Halacha und Thora zu belegen, wie man heute mit Koransuren die Berechtigung der Islamophobie begründen will. Auf antiislamischen Internetplattformen erscheine zudem &quot;bei vordergründiger Beteuerung von Solidarität mit Israel und den Juden eine auffällige Kontinuität in der Ablehnung gemeinsamer Bräuche, wie zum Beispiel des Schächtens als tierfeindlicher Ritus (…) Und ganz aktuell finden Gräberschändungen sowohl jüdischer als auch muslimischer Fredhöfe statt und so wie die jüdischen Gemeinde in Erlangen Schmähbriefe mit Nazi-Symbolen erhält, erhält die muslimische Gemeinde Schmähmails mit vergleichbarem Inhalt, aber ohne Nazi-Symbole&quot;. Sowohl gegen das Judentum als auch gegen den Islam gebe es in den einschlägigen islamophoben Weblogs Verschwörungstheorien etwa über eine angebliche Steuerung der Medien: &quot;Der gleiche shizophrene Widerspruch zwischen dem jüdischen oder muslimischen &#039;Underdog&#039; oder &#039;Verlierer&#039; auf der einen und dem omnipotenten jüdischen oder muslimischen Weltbeherrscher auf der anderen Seite ist nicht zu leugnen.&quot; Schiffer verweist aber auch auf Unterschiede: &quot;Während der Antisemitismus heute offiziell verpönt ist, scheint Islamfeindlichkeit durchaus legitim. Während etwa antisemitische Karikaturen kritisiert werden, sollen antiislamische – wie die dänischen – als Ausdruck von Meinungsfreiheit behandelt werden.&quot; Offenbar bestimme der Zeitgeist, gegen welche Gruppe Fremdenfeindlichkeit gerade gerechtfertigt erscheint: So könne es gut sein, &quot;dass wir uns in zehn Jahren wieder hier zusammenfinden, um das antiasiatische/antichinesische Feindbild zu erörtern&quot;. (Und wer immer diese Ressentiments dann als erstes in einem Buch zusammenballen würde, könnte damit vermutlich einen gewinnbringenden Bestseller landen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem auf Schiffers Kommentar folgenden Beitrag behandelt Juliane Wetzel &quot;Judenfeindschaft unter Muslimen in Europa&quot;. Zu den Maßnahmen, die gegen von Moslems begangene antisemitische Akte ergriffen werden sollten, nennt Wetzel in Übereinstimmung mit Jean-Christophe Rufin (Mitbegründer von &quot;Ärzte ohne Grenzen&quot;) &quot;Diskriminierungen und soziale Marginalisierung einzelner Bevölkerungsgruppen zu beseitigen, aber auch polizeiliche Repressionen und disziplinarische Maßnahmen in den Schulen zu verstärken&quot;. Wetzel verweist aber auch auf die aktuelle Forschungslage, der zufolge &quot;entgegen einer verbreiteten Meinung die Muslime in Frankreich nicht mehrheitlich antisemitisch seien und auch der radikale Islamismus eher schwach vertreten sei&quot;. Nicht zuletzt sollte muslimischer Antisemitismus nicht dazu verwendet werden, den christlichen Judenhass zu verschleiern: &quot;Ritualmord- und Hostienfrevellegenden ebenso wie längst widerlegte Schuldzuschreibung gegenüber Juden, sie hätten Christus ermordet, sind bis heute nicht gänzlich überwunden. judenfeindliche Versatzstücke im Islam sind weder in ihrer Radikalität noch in ihren Konsequenzen mit den Auswüchsen des christlichen Antijudaismus zu vergleichen&quot; Hier spricht Wetzel an, dass muslimischer Antisemitismus von evangelikalen Gruppen nicht aus besonderer Empathie für Juden und Israel thematisiert werde, auch wenn dies vordergründig so erscheine, sondern um von den schwarzen Flecken auf der eigenen Weste geschickt abzulenken. So gelangt Wetzel zu der berechtigten Frage: &quot;Übernimmt die Fokussierung auf den &#039;islamisierten Antisemitismus&#039; in Deutschland nicht eine Stellvertreterfunktion, die eine Verdrängung der Auseinandersetzung mit antisemitischen Stereotypen in der Mehrheitsgesellschaft ermöglicht, und passt er nicht allzu gut in das Repertoire einer islamfeindlichen Stimmung, die ihn als willkommene Schuldzuschreibung gegen die Muslime in Deutschland nutzt?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Kommentar zu Wetzels Beitrag hinterfragt Sergey Lagodinsky den Ausdruck &quot;Islamophobie&quot; und argumentiert, weshalb der Ausdruck &quot;Moslemfeindschaft&quot; besser geeignet sei. Auch in anderer Hinsicht seien noch begriffliche, empirische und analytische Lücken zu schließen, wenn man das Instrumentarium der Antisemitismusforschung auch auf Ressentiments gegen Muslime anwenden wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yasemin Shooman widmet sich in ihrem Beitrag der &quot;Islamfeindschaft im World Wide Web&quot;. Dazu stellt sie fest, &quot;dass sich im deutschsprachigen Internet eine regelrechte islamfeindliche Szene herausgebildet hat&quot; und führt Websites wie &quot;Die grüne Pest&quot;, &quot;Stop Islam&quot; und &quot;Akte Islam. Für Europa – gegen Eurabien&quot; beispielhaft auf. Dieser Szene ist Shooman zufolge gemein, dass sie sich &quot;einen eigenen Sprache mit speziellen Codes bedient und sich dem Kampf gegen den Untergang des Abendlandes verschreiben hat&quot;. Auch teilten die genannten Websites &quot;eine bipolare Weltsicht, wonach Muslime keine Europäer sein können. Sie stünden vielmehr für das &#039;Andere&#039;, das, sofern es nicht wirkungsvoll bekämpft werde, sich unaufhaltsam ausbreiten und das &#039;Eigene&#039; zerstören werde.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ihre weitere Analyse greift Shooman aus diesen Websites das &quot;im November 2004 von dem Grundschullehrer Stefan Herre&quot; gegründete Blog &quot;Politically Incorrect&quot; (PI) heraus, das &quot;als exemplarisch für die Entwicklung der islamfeindlichen Internetszene&quot; gelten könne. In einem knappen, aber sachkundigen Abriss stellt Shooman dar, welche Inhalte und Auffassungen man auf &quot;Politically Incorrect&quot; findet: &quot;Stefan Herre und seine Mitstreiter sind davon überzeugt, dass bestimmte Themen, wie der drohende Klimawandel, in den Medien lanciert würden, um von der bevorstehenden &#039;Islamisierung&#039; abzulenken. (…) Ausgehend von der Annahme, der öffentliche Diskurs werde im Verborgenen von Muslimen gesteuert – wobei die Parallele zu antisemitischen Topoi unübersehbar ist – , wird ein existentielles Bedrohungsszenario entworfen &quot; Zentral sei dabei auch eine ideologische Verzerrung des arabischen Wortes &quot;taqiyya&quot;, das bedeutet, dass ein Moslem seinen Glauben verbergen darf, wenn sein Leben und das seiner Angehörigen von Auslöschung bedroht ist. In der Ideologie der Islamophoben bedeute &quot;taqiyya&quot; aber schlicht Täuschung oder Verstellung, so dass etwa auch ein Moslem, der sich nachdrücklich für demokratische Werte einsetzt, lediglich als Beleg dafür verwendet wird, wie verlogen Muslime doch seien. Es gibt mithin für Muslime keine Möglichkeit, die Islamophoben durch ihr eigenes Verhalten von deren Verfolgungswahn abzubringen. In diesem Zusammenhang weist Shooman darauf hin, &quot;dass Muslime nicht die erste religiöse Minderheit sind, gegen die ein solcher Täuschungsvorwurf erhoben wird: In einschlägigen antisemitischen Pamphleten des 19. Jahrhunderts ist diese vermeintlich &#039;jüdische Eigenschaft&#039; ein ständig wiederkehrendes Motiv.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Shooman erkennt zutreffend, dass die nach Einstellung der redaktionellen Beiträge geöffneten Kommentarbereiche von Politically Incorrect &quot;das eigentliche Herzstück der Website sind. Sie tragen wesentlich zur Selbstinszenierung von PI als Sprachrohr für &#039;Volkes Stimme&#039; bei. Im Schutze der Anonymität entlädt sich in ihnen eine zum Teil überbordende Aggression.&quot; Shooman nennt einige, normalerweise sehr extreme, für PI aber typische Äußerungen als Beispiel und beschreibt den hier stattfindenden Mechanismus: &quot;Die Diskutanten versuchen in ihren Beiträgen, sowohl was die Radikalität der geäußerten Inhalte als auch, was die verbalen Ausfälle gegen Muslime angeht, einander zu übertreffen.&quot; Dabei kommen sie bezeichnenderweise &quot;ohne Belege für ihre Anschuldigungen aus, denn Betrug und Täuschung sind in ihren Augen Wesenseigenschaften &#039;des Islam&#039; und mit ihm aller Muslime oder Menschen, die als solche &#039;identifiziert&#039; werden.&quot; Da auf PI von den &quot;angeborenen unangenehmen Eigenschaften&quot; von Muslimen ausgegangen werde, könne man hier mit Fug und Recht von einem &quot;antimuslimischen Rassismus&quot; sprechen. Auch darin wird Shooman jeder, der die Texte auf Politically Incorrect aufmerksam verfolgt, klar zuzustimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders anerkennenswert ist allerdings, wie Shooman herausarbeitet, dass die islamophobe Gemeinde bei ihrem Treiben nicht von rassistischen Bedrohungsängsten alleine motiviert wird. Indem der Islam nämlich immer wieder mit totalitären Ideologien wie dem Nationalsozialismus verglichen werde, wird mit dem Kampf gegen den Islam auch eine starke Entlastungsfunktion verbunden. &quot;Dieselbe Funktion kommt auch der ständigen positiven plakativen Bezugnahme auf Israel und die Juden zu, mit denen die PI-User eine Art Opfergemeinschaft imaginieren. Sie sehen sich, quasi analog zu den NS-Verfolgten, als &#039;neue Opfer&#039; – diesmal einer drohenden oder sogar schon verwirklichten pro-islamischen Diktatur in Deutschland.&quot; So habe PI etwa nach der Verhinderung des &quot;Anti-Islamisierungskongresses&quot; der vom Verfassungsschutz unter dem &quot;Verdacht rechtsextremistischer Bestrebungen&quot; beobachteten Bürgerbewegung &quot;Pro Köln&quot; im September 2008 mit einem Artikel reagiert, in dem es heißt: &quot;Wer gestern die Vorfälle in Köln mitbekommen hat, kann sich ansatzweise vorstellen, wie sich die Menschen im Dritten Reich gefühlt haben, als sie gegen die Diktatur angekämpft haben. (…) Die Menschen im Dritten Reich haben aus dem Untergrund das System bekämpft, genau das machen wir derzeit auch, wir sitzen im Untergrund.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese vermessene Phantasie, mit der sich die PI-Gemeinde von den Erben der Täter auf die Seite der Opfer mogeln möchte und quasi nebenbei die deutsche Demokratie zur islamisch gesteuerten Diktatur erklärt, ist von den wirklichen Verhältnissen natürlich weit entfernt. Aber sie trägt, wie Shooman ausführt, dazu bei, die Hemmungen vor immer extremeren Äußerungen weiter abzubauen: &quot;Handlungsanleitungen zur Diskriminierung von Muslimen werden oft begleitet von Gewaltfantasien, Drohungen und dem Schlachtruf, es müsse endlich etwas getan werden, bevor es zu spät sei.&quot; Leider könne man diese Täter-Opfer-Umkehrung, bei der die Mehrheit gewaltsam gegen die als unterdrückend phantasierte Minderheit vorgehen will, nicht als bloße Randerscheinung abtun: &quot;Nach mehreren &#039;Outings&#039; von Lesern und Gastautoren (darunter ein Zürcher Kommunalpolitiker der Schweizer Volkspartei und eine evangelische Pfarrerin) steht fest, dass die Nutzer solcher Internetangebote keine sozialen Außenseiter sind.&quot; Zwar weise &quot;die Verschwörungsfantasie einer &#039;stillen Islamisierung&#039;, das heißt eine durch Muslime im Verborgenen betriebene Zersetzung westlicher Gesellschaften (…), strukturelle Ähnlichkeiten mit antisemitischen Topoi auf&quot;. Dennoch werde sie auch in etablierten Medien nahezu inflationär verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Kommentar zu Hoomans Beitrag ergänzt Iman Attia, dass Muslime all den Unsäglichkeiten, die man auf Websites wie &quot;Politically Incorrect&quot; findet, inzwischen nicht nur &quot;in anderen – seriösen – Medien&quot; ausgesetzt seien, sondern &quot;insgesamt in ihrem Alltag, in Schule und Beruf, in der Nachbarschaft und beim Einkaufen, in Ämtern und Krankenhäusern&quot;. Attia betont: &quot;Wegen ihrer Ungeheuerlichkeit läuft man Gefahr, derartige Äußerungen als versponnen und jenseits ernsthafter Auseinandersetzungen in den Bereich von Mythen oder Psychpathologie zu verweisen&quot;. Sie stellten aber lediglich die Spitze des Eisbergs alltäglicher Diffamierungen dar. So gelangt Attia zu dem Fazit: &quot;Die moralisierende Tabuisierung von Antisemitismus schützt Juden (ein wenig?) davor, sich täglich und überall antisemitischen Stereotypen ausgesetzt zu sehen. Sie sind damit jedoch nicht vom Tisch, sondern finden in verschiedenen Formen ein Ventil, unter anderem im antimuslimischen Rassismus.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Beitrag über den Publizisten Hans-Peter Raddatz, der als einer der Stichwortgeber für die islamophobe Szene gilt, widmet sich Peter Widmann der Frage, &quot;warum Redakteure großer Presse-, Funk- und Fernsehhäuser und Mitarbeiter politischer Bildungseinrichtungen die xenophobe Agitation und die Verschwörungsmythen über Jahre ignorierten, die Raddatz&#039; Schriften von Beginn an prägten.&quot; Und Michael Kiefer weist in seinem Kommentar zu diesem Beitrag darauf hin, dass &quot;Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse mit dem islamfeindlichen Weltbild nicht in Einklang zu bringen sind, (…) systematisch mit Schmähkritik und bösartigen Anwürfen überzogen&quot; werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit schließt sich der Bogen zu den eingangs dieser Buchvorstellung erwähnten Anfeindungen gegen das Zentrum für Antisemitismusforschungen, wie sie insbesondere aus dem Lager Henryk Broders anlässlich dieser Konferenz erfolgen. Von Broder geht nicht nur ein ständiges &lt;a href=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/da_war_es_nur_noch_eine/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/da_war_es_nur_noch_eine/&quot;&gt;Gegifte&lt;/a&gt; gegen Professor Benz als Leiter des Instituts aus, seine &quot;Achse des Guten&quot; &lt;a href=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/nathan_warszawski_subjekte_objekte_und_die_deformation_professionelle/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/nathan_warszawski_subjekte_objekte_und_die_deformation_professionelle/&quot;&gt;unterstellt&lt;/a&gt; dem Zentrum für Antisemitismusforschung in schwach verklausulierter Form sogar selbst Antisemitismus – und zwar seitdem man sich dort auch mit Islamophobie beschäftigt. Auch sobald Sabine Schiffer einen eigenen Band über die Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie &lt;a href=&quot;http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/04/buchankundigung-antisemitismus-und.html&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/04/buchankundigung-antisemitismus-und.html&quot;&gt;ankündigte&lt;/a&gt;, dauerte es nur wenige Tage, bis die &quot;Achse&quot; sie offenbar präventiv &lt;a href=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hannibal_tempest_frau_schiffer/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hannibal_tempest_frau_schiffer/&quot;&gt;durch den Dreck zu ziehen versuchte&lt;/a&gt;. In ihrem Beitrag über das Hetzblog &quot;Politically Incorrect&quot; erwähnt Yasemin Shooman beiläufig, dass das auf solchen Websites beschworene Zukunftsbild &quot;sich in abgeschwächter Form auch bei deutschen Publizisten wie Henryk M. Broder&quot; findet. Broder hat bezeichnenderweise an &quot;Politically Incorrect&quot; &lt;a href=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/mdb_edathy&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/mdb_edathy&quot;&gt;wenig auszusetzen&lt;/a&gt;, schließlich stellen die Autoren dieser rechtsextremen Website seinen vermutlich größten Fanblog und widmen ihm immer wieder &lt;a href=&quot;http://www.pi-news.net/2009/05/ko-sieg-fuer-broder/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.pi-news.net/2009/05/ko-sieg-fuer-broder/&quot;&gt;Anerkennung&lt;/a&gt;. Wenn Broder nun wiederholt das Zentrum für Antisemitismusforschung ins Zwielicht zu rücken versucht, dürfte man es mit derselben Rhetorik zu tun haben, die man auf &quot;Politically Incorrect&quot; findet, wenn deren Macher ihren Kritikern wieder und wieder ihrerseits &lt;a href=&quot;http://www.pi-news.net/2008/04/tagesspiegelredakteurin-ich-bin-faschist/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.pi-news.net/2008/04/tagesspiegelredakteurin-ich-bin-faschist/&quot;&gt;Faschismus&lt;/a&gt; vorwerfen. Es scheint der Gedanke dahinterzustehen: &quot;Wenn man uns Faschismus oder Hass auf Minderheiten vorwirft, dann geben wir den Vorwurf eben einfach um so lautstärker zurück, und das wird sich schon irgendwie ausgleichen.&quot; Dieses Manöver gelingt indes nur in dem wahnhaften Weltbild der Islamophoben, während außenstehende Dritte schnell erkennen, welche Vorwürfe berechtigt sind und welche ein Hirngespinst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist dem Zentrum für Antisemitismusforschung hoch anzurechnen, dass es auch angesichts der erwähnten Anfeindungen und einer medial geschürten Stimmung, in der Islamophobie weniger als Problem denn als gerechtfertigter Normalzustand erscheint, die Parallelen zum Antisemitismus warnend aufzeigt – auch wenn manch einer versucht, dies mit einem Sprechtabu zu unterbinden. Wir befinden uns wieder in einer Situation, in der jeder, der sich gegen die neue Fremdenfeindlichkeit ausspricht, mit den widerwärtigsten persönlichen Angriffen rechnen muss – übrigens nicht nur von rechts-, sondern auch von linksaußen, etwa aus dem antideutschen Spektrum. (Ich selbst habe das als Betreiber eines &quot;Watchblogs Islamophobie&quot; beispielsweise durch die linksradikale Zeitschrift &quot;Konkret&quot; bzw. ihren Mitarbeiter Magnus Klaue erlebt.) Um so wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Demokraten gegenüber dieser Rhetorik klar positionieren und dem Schüren von Ressentiments entgegentreten: ob sich diese Feindseligkeiten gegen Juden richten oder gegen Muslime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 22 May 2009 05:49:00 +0200</pubDate>
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    <title>Dämonisierung durch Vergleich</title>
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    <author>nospam@example.com (He-Ka-Te)</author>
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            &lt;br/&gt;&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/D%C3%A4monisierung-durch-Vergleich-Drittes-Reich/dp/3867890609&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://www.amazon.de/D%C3%A4monisierung-durch-Vergleich-Drittes-Reich/dp/3867890609&quot;&gt;Dämonisierung durch Vergleich - DDR und Drittes Reich&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/daemonisierung.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Foto: Amazon.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;ISBN-10:&lt;/strong&gt; 3867890609&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;ISBN-13:&lt;/strong&gt; 978-3867890601&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Preis:&lt;/strong&gt; EUR 9,90&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kurzbeschreibung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Wolfgang Wippermann zeigt in seiner Streitschrift, wie Konstruktion und Erfindung von Totalitarismusdoktrin und Extremismuslegende ihre Anwendung auf die DDR finden. Danach sollen Faschismus und Kommunismus grundsätzlich miteinander vergleichbar, ja weitgehend identisch sein. Letzteres hat zur Verharmlosung des Dritten Reiches und zu einer Dämonisierung der DDR geführt. Beides geschieht aus vergangenheits- und gegenwartspolitischen Motiven. Die beschönigende Relativierung des Dritten Reiches diente der endgültigen Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit, und mit der Dämonisierung der DDR will man die Gegenwart überwältigen, die politikwissenschaftlichen Diskurse bestimmen und den politischen Gegner treffen. Fest steht: Wie auch immer man die Verbrechen der DDR be- und verurteilen mag - ein Auschwitz hat es in ihr nicht gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Über den Autor&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Wolfgang Wippermann, geboren 1945 in Bremerhaven, Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Zahlreiche Gastprofessuren und Veröffentlichungen. Der ebenso streitbare wie gefragte Historiker schreibt nicht nur über Geschichte, er beteiligt sich auch an ihrer kontroversen Darstellung und Bewertung. Einem breiten Publikum bekannt ist Wolfgang Wippermann durch Wortmeldungen in populären Zeitungen und Fernsehsendungen als Experte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;(Dies ist eine Empfehlung von &lt;a href=&quot;http://twitter.com/ChristophN&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;http://twitter.com/ChristophN&quot;&gt;Christoph Nitz via Twitter&lt;/a&gt;)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  
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    <pubDate>Sat, 04 Apr 2009 14:42:00 +0200</pubDate>
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    <title>Wie fühlt es sich an, ein Problem zu sein?</title>
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    <author>nospam@example.com (He-Ka-Te)</author>
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            (&lt;a href=&quot;http://www.merkur.de/2008_50_Jung__arabisch__v.31646.0.html?&amp;no_cache=1&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;rheinischer Merkur&quot;&gt;Rh.Merkur&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 100px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&#039;serendipity_image_link&#039; href=&#039;http://www.duckhome.de/tb/uploads/asu.gif&#039; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:846 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;100&quot; height=&quot;130&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/asu.serendipityThumb.gif&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Click the picture to see the WTC text&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.aaiusa.org/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;Arab american Institute&quot;&gt;© 2008 Arab American Institute&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;Jüngere Immigranten leben anders als ihre Eltern, aber die eigene Herkunft geht darüber ebenso wenig verloren wie der Glaube. Die meisten arabischen Amerikaner sind Christen, deren Vorfahren seit Ende des 19. Jahrhunderts aus der Levante einwanderten. Doch die veränderte öffentliche Wahrnehmung ist nicht das gravierendste Problem für die arabischen Gemeinschaften in den USA. In den Monaten nach dem Terroranschlag vom 11. September haben die amerikanischen Sicherheitsbehörden Tausende von Arabern und Muslimen verhaftet, darunter ganze Familien. Gegen die Betroffenen wurde jedoch in der Folge kein einziges Strafverfahren erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rasha zum Beispiel wurde im Februar 2002 mit ihren Eltern und Geschwistern von einer kleinen Armee von Beamten mehrerer Behörden mitten in der Nacht aufgegriffen. Getrennt voneinander und zunächst völlig von der Außenwelt abgeschnitten, wurden die Familienmitglieder drei Monate lang durch verschiedene Haftanstalten geschleust und anschließend ohne Erklärung wieder entlassen. Erst dann erfährt Rasha, dass Freunde, Mitschüler und Lehrer eine Unterschriftenaktion gestartet hatten, um die Familie freizubekommen. Sie und ihre Angehörigen hatten Glück. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Artikel hier weiter: &lt;a href=&quot;http://www.merkur.de/2008_50_Jung__arabisch__v.31646.0.html?&amp;no_cache=1&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;rheinischer merkur&quot;&gt;Rheinischer Merkur&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Informationen:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.aaiusa.org/&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;aaiusa&quot;&gt;Arab American Institute&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  
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    <pubDate>Fri, 12 Dec 2008 07:13:00 +0100</pubDate>
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