Unzählbare Opfer justizieller Willkür ließen im Mittelalter ihr Leben. Der Ketzerei und Zauberei bezichtigt schaffte die Halsgerichtsordnung das notwendige Instrument unliebsame Geister zu entsorgen. In vielerlei Prozessen nahm man den Kräuternachweis zur Hilfe um die Angeklagten ihrer Schuld zu überführen. So gehörte der Besitz oder die Weitergabe einer Salbenmixtur, volkstümlich als "Hexensalbe"; oder auch "Flugsalbe" bekannt, mit zur Beweisführung.
Die in der Flugsalbe enthaltenen Zutaten hatten in etwa die gleiche Wirkung wie heut zu Tage das Aspirin (Ich pers. würde vorziehen die Wirkung mit Gelonida zu vergleichen). Die Salben galten als universales, kostengünstiges, Schmerzmittel. Auch Paracelsus stellte diese Salbenart her und verwandte als Basis zur Herstellung die Pappelsamen/knospen. Auch heute kann man die Pappelsalbe (Unguentum populeum) noch in Apotheken erwerben - allerdings ohne die z.T. psychoaktiv wirkenden Inkredenzien wie einige Nachtschattengewächse. Sie eignet sich so nur noch zur Behandlung von entzündeten Nasenschleimhäuten, Hämorrhoiden, Wunden, Verbrennungen, Gicht oder/und Rheuma.
Qui bono?
Das volksstümliche Rezept zur Zubereitung der Pappelsalbe setzt sich wie folgt zusammen:
1 Teil Pappelknospen
2 Teile Schweineschmalz
[¹]
Beide Zutaten so lange erwärmen, bis alle Feuchtigkeit verflogen ist. Darauf hin wird abgepresst.
[¹] Wir verzichten aus Sicherheitsgründen auf die Benennung von und Zubereitung mit psychoaktiven Inhaltsstoffen
"Alle Dinge sind Gift. Allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist. So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich."
Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus