Früher lautete eine Werbung der Bahn:
Alle reden vom Wetter. Wir nicht.
Ein Plakat aus dieser glücklichen Zeit findet sich
hier. Aber das war im Herbst 1966 als die Menschen in Deutschland noch Hoffnungen auf Veränderungen und eine bessere Zukunft hatten. Heute wo Zukunft und Hoffnung in Deutschland nur noch inhaltslose Worthülsen sind und die neoliberalen Verbrecher und Wirtschaftsfaschisten das Land immer schneller in den Untergang führen, bringt ein solches Plakat bei denen die Zeit erlebt haben nur noch ein schmerzliches Lächeln.
Denn auch wenn es nach Mehdorn kaum zu glauben ist. Damals war der Spruch wahr. Die Bahn fuhr, auch bei Schneemengen die man sich heute gar nicht mehr in Deutschland, außerhalb der Alpen vorstellen kann. Sie fuhr. Sie hatte kompetente und verantwortungsbewusste Mitarbeiter die ihre Arbeit verstanden und gewissenhaft auch unter widrigen Bedingungen erfüllten und stolz darauf waren, was sie geleistet hatten.
Am Ende der Zeit von Helmut Kohl, nach dem Untergang der DDR und des real existierenden Sozialismus in der Sowjetunion, kam dann der Dreck aus allen Löchern gekrochen. Die Gierigen und Maßlosen begann ein grandioses Monopoly. Alles war erlaubt was auch nur den kurzfristigsten Gewinn versprach. Sie schacherten mit Firmen und Menschenleben ohne jede Rücksicht.
Dabei zerstörten sie Milliarden an Vermögen und ließen sich für diese Zerstörung auch noch von den dummen deutschen Steuerzahlern fördern. Alles musste global sein, vor allem aber raus aus Deutschland. Wer heute ein Vorhängeschloss kaufen will, muss suchen um zwischen all dem Dreck aus China ein taugliches zu finden, das den ersten Schlag mit einem Vorschlaghammer überlebt. Früher gab es solche Schlösser überall.
Selbst Dinge wie Autobahnen, Wasserversorung, Straßen, Tunnel und die Bahn sollten privatisiert werden. Wobei Privatisierung nur bedeutet einen kurzfristigen Gewinn für wenige und einen großen Schaden für die Mehrheit zu produzieren. Das ist bedeutungslos wenn es um Spielwarenfabriken oder Porzellanmanufakturen geht. Auch Textilhersteller kann man verschmerzen.
Es wird aber dramatisch wenn es um die Bahn geht. Als Mehdorn die Bahn übernahm, war sie noch halbwegs brauchbar. Als er sie verließ, war sie in ihren Wurzeln zerstört. Mehdorn tat das, was all diese neoliberalen Verbrecher tun. Er sparte die Bahn kaputt. Schienen wurden zu Gunsten des Gewinns nicht erneuert, Prüfungen des stehenden und rollenden Materials wurden über jede Grenze hinaus gedehnt und dafür reichlich Überprüfungs- und Reparaturkapazität abgebaut.
Die Verstöße sind so gravierend dass man Hartmut Mehdorn ruhig öffentlich einen Verbrecher nennen kann, auch wenn das von der deutschen Justiz sicher nicht unterstützt wird. Mit seiner auf Verschleiß aufgebauten Politik hat er Hunderttausende von Reisenden in Lebensgefahr gebracht und nur weil es nicht zu größeren Unfällen gekommen ist, wird sein Verbrechen nicht kleiner.
Selbstverständlich hat auch das Eisenbahnbundesamt viel zu spät reagiert und wie z.B. bei den Güterwaggon bei denen im Rahmen einer Prüfung durch das Amt 20 Prozent von rund 4.450 so große Sicherheitsmängel an den Radsätzen hatte, dass sie entladen und sofort repariert werden mussten. Hier hätte längst eine zwangsweise Kontrolle durch das Amt angeordnet werden müssen, aber bei den 100.000 betroffenen Güterwaggons wäre das eine Aufgabe die nur über Jahre gelöst werden könnte.
Aus diesem Grund darf die Bahn mit Fahrzeugen auf die Schiene die absolut nicht gebrauchstauglich und tatsächlich rollende Zeitbomben sind. Die Bahn ist mittlerweile so verdorben, dass sie nicht mehr in der Lage ist, selbstständig für ordentliche Wartung zu sorgen. Deshalb muss das Eisenbahnbundesamt die Prüfkompetenz komplett erhalten und in engen Intervallen direkt vor Ort prüfen.
Bei der Berliner S-Bahn zeigt sich am deutlichsten was passiert wenn man Menschen wie Mehdorn und seinen Nachfolger Grube machen lässt. Den gesamten letzten Sommer wurde gewarnt, das die Weichenheizungen und die Weichenpflege mangelhaft sei. Diese Warnungen kamen aus dem Fahrbetrieb. Es hat die Verantwortlichen nicht interessiert und bei einer im Vergleich winzigen Schneemenge und etwas Kälte bricht der Verkehr immer wieder zusammen.
Da kann nur eines helfen. Die Mitarbeiter der Bahn müssen eine neue Führung bekommen. Ab dem mittleren Management darf niemand übernommen werden. Die Privatisierungsspläne sind sofort aufzugeben. Das Netz gehört in die Hand des Staates. Bei den S-Bahnen ist es sinnvoll sie in die Hand der Kommunen zu geben.
Die Bahn muss endlich wieder auf solide Beine gestellt werden und natürlich müssen die Mitarbeiter wieder anständig bezahlt werden. Gewinn oder Verlust darf dabei kein Thema sein. Schön wäre auch eine verständliche Fahrpreisgestaltung.
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Früher lautete eine Werbung der Bahn: Alle reden vom Wetter. Wir nicht. Ein Plakat aus dieser glücklichen Zeit findet sich hier. Aber das war im Herbst 1966 als die Menschen in Deutschland noch Hoffnungen... ...
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Früher lautete eine Werbung der Bahn: Alle reden vom Wetter. Wir nicht. Ein Plakat aus dieser glücklichen Zeit findet sich hier. Aber das war im Herbst 1966 als die Menschen in Deutschland noch Hoffnungen auf Verä... ...