1,99 Euro pro Zimmer sind genug
Wutschnaubend stand der kleine dicke Ausbeuter vor den Zimmermädchen die er um einen, wenn auch nicht gerechten, so zumindest doch gesetzwidrigen Lohn betrog: "1,99 Euro pro Zimmer sind genug!". Das war nicht nur Credo sondern auch gesamter Inhalt seines Glaubensbekenntnisses. 1,99 Euro pro gereinigtem Hotelzimmer. Das war seine Welt.
Um dieses unfaire Ziel zu erreichen hatte Heinz-Josef Portz von der Firma H.J.P Hoteldienstleistungen GmbH & Co KG, aus der Talstraße 106 in 4156 Grevenbroich-Kapellen, gelogen und betrogen. Er betrog die Arbeitsämter, Argen und Jobcenter indem der diesen einen Stundenlohn gemäß dem Mindestlohn von 8,15 Euro vortäuschte, aber tatsächlich hintenherum gegenüber seinen Mitarbeitern einen Akkordlohn von 14 Minute je Zimmer einführte.
Das sich die Leistung der Zimmermädchen nicht lohnen darf, wurde ja bereits beschrieben:
Es war ein kurzer Monat. Er begann erst am Fünften des Monats. Nun gut, da blieben ja immerhin noch 27 Tage Monat übrig. 8,15 Euro die Stunde sollten brutto gezahlt werden. Wirklich kein schlechter Stundenlohn in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit. Es kam sogar so etwas wie Freude auf. Nun gut. Eine halbe Stunde unbezahlte Pause musste genommen werden. Nicht schlimm es blieben ja noch genug Stunden.
Doch auch die Stunden schmolzen. Ab 9 Uhr konnte man erst in die Zimmer und oft genug auch dann noch nicht. An Sonntagen erst um 10 Uhr. Der Check-In begann ab 15 Uhr. Da blieben maximal nach Abzug der Pause maximal 6,5 Stunden am Tag. Aber egal. Muss man eben einen oder zwei Tage mehr arbeiten, um auf einen brauchbaren Lohn zu kommen. Alles schien gut.
Aber natürlich war nichts gut. Denn eine Stunde ist keine Stunde, ist auch keine 60 Minuten. Eine Arbeitsstunde hat 60 Einheiten. Und ein Zimmer, egal wie groß, wie verdreckt, wie viele Personen, ob Bleiber oder Abreise hat 14 Einheiten. 4,29 Zimmer pro Stunde sind der vorgegebene Minimalakkord. Wer weniger Zimmer schafft, hat weniger Stundenlohn. Logisch und perfide zugleich.
..
Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Sie hat alles versucht. Von den 27 möglichen Arbeitstagen hat sie an 21 Tagen abzüglich der Pausen 115 Stunden gearbeitet und war 125.5 Stunden anwesend. Sie hat 313,5 Zimmer geputzt und wie man hören kann, auch recht ordentlich. Leistung eben, die sich lohnen sollte. 596.17 Euro war der Bruttoverdienst. Netto blieben ihr 523 Euro.
Natürlich ist es ihr Fehler. Sie ist zu langsam. Anstatt 14 Minuten braucht sie für ein Zimmer 37 Minuten. Da kann doch der Herr Abzocker nicht für, der den Akkord bestimmt hat. Auch das Hotel kann doch nicht dafür, dass die meisten Gäste nur eine Nacht bleiben und eben sehr viele Abreisen zu händeln sind. Müssen die Zimmermädchen eben schneller arbeiten.
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Das ist ein Stundenlohn von 3,69 Euro. Sie sollte sich wirklich schämen. Ihre Leistung ist praktisch wertlos.
Nein sie muss sich nicht schämen. Natürlich stimmt das ganze so nicht. Sie hat alles getan und ihre Leistung erbracht, auf die sie stolz sein kann. Sie ist einfach nur miesen Betrügern in die Hände gefallen. Bei Fremdfirmen in Deutschland gilt für Zimmermädchen nämlich der gesetzlichen Mindestlohn für Gebäudereiniger von 8,15 Euro pro Stunde und ein Akkordlohn ist verboten.
Der kleine dicke Abzocker Heinz-Josef Portz hatte sich die Dinge so schön ausgedacht. Natürlich lies er seine Leute auch noch andere Arbeiten für sich kostenlos erledigen. Die Flure mussten gereinigt werden, in neuen und alten Hotels sollten Grundreinigungen erfolgen, Geschirr transportiert und allerlei unsinnige Regeln befolgt werden, die aber nur die Arbeit erschwerten, ja teilweise sinnlos machten.
Weil dem Abzocker Portz nicht sofort lauter Protest entgegenschlug, glaubte er sich schon fast am Ziel. Er schrie, brüllte und verausgabte sich sogar und dachte nun würde alle, alles geben. Aber tatsächlich hatten sie schon vorher alles gegeben. Nun gaben sie nur noch auf. Schon seit einiger Zeit war auch die motivierteste Mitarbeiterin am Ende.
Dauernde Schikane und schlechte Bezahlung führen eben nicht zu sauberen Zimmern.Wer für 1,99 Euro pro Zimmer in einem Hotel mit hohem Abreiseanteil säubern soll kommt schnell an sein Ende. Für ein Bleiberzimmer in diesen Hotels braucht man ca. 15 Minuten wenn es ordentlich sein soll. Für eine Abreise ca. 30 Minuten. Zur Verfügung stehen im Durchschnitt 14 Minuten. Da die Anzahl der Abreisen, die der Bleiber zumeist weit übersteigt, ist die Arbeit nicht zu schaffen.
Dann greift die Eigenjustiz. Von dem ungesetzlichen Lohn, werden den Zimmermädchen auch noch Zimmer abgezogen, die angeblich zu beanstanden sind. Natürlich ohne Möglichkeit zur Gegenwehr. Das Ganze ist nichts anderes als Lohnsklaverei. Das schlimmste aber daran ist, dass solche Abzocker wie Herr Portz darauf setzen, dass die Frauen und Männer gar nicht anders können, als ihn unter solch miserablen Bedingungen reich zu machen.
Obwohl die Beschäftigten volle Leistung erbringen, muss mit Auftstockmittel aus Hartz IV für die meisten eine Subvention erfolgen. Diese Subvention ist aber nicht eine Subvention an die Zimmermädchen sondern an den Abzocker, Lügner und Betrüger Heinz-Josef Portz, der vermutlich zu Hause in Grevenbroich und im Vorstand des SSV Viktoria 1919 Katzem e.V. laut über die faulen Hartz IVler schimpft und sicher klug verschweigt, dass er vom Betrug an diesen Menschen lebt.
Diese Zeit dürfte allerdings vorbei sein. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) wurde bereits informiert und wird sicherlich auch zuschlagen. Allerdings dürfte das nicht viel bringen, da auch Heinz-Josef Portz sein Geld längst in der Schweiz hat und von dort aus seine Hungerlöhne überweist.
Allerdings sind auch die Zeiten vorbei in denen die Schweiz jeden Abzocker schützte. Ein kluger Staatsanwalt könnte schnell Unterstützung bekommen und das Geld beschlagnahmen. Genauso wichtig ist es, die Einnahmen des Herrn Portz von seinen Auftraggebern zu beschlagnahmen und seinen Grundbesitz zu sichern, damit an seine Opfer wenigstens der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden kann.
Auch wenn Heinz-Josef Portz erledigt sein dürfte, muss verhindert werden, dass aus seinem familiären Umfeld neue Abzockerbuden entstehen. Die Stadt Grevenbroich wird sicherlich etwas wacher sein als bisher. Letztendlich lassen sich solche Abzockerbuden nur bekämpfen, wenn die Menschen den Mut finden sich frühzeitig zu offenbaren. Duckhome ist dafür immer ein Ansprechpartner, der nie seine Quellen verrät.
Betrug kann man nur verhindern, indem man die Betrüger bekämpft. Die gesetzlichen Mittel dafür sind da und meist wollen die Menschen aus dem privaten und geschäftlichen Umfeld mit solchen Leuten auch nichts mehr zu tun haben, weil sich nur Betrüger mit Betrügern gemein machen. Spannend dürfte es werden, was einer der Auftraggeber von Portz zu diesen Dingen zu sagen hat.
Tags für diesen Artikel: dieter müller, einkommen, heinz-josef portz, hotel, mindestlohn, motel one, zimmermädchen
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Ein Hotelführer mit Angaben über den effektiven Verdienst des Hotelpersonals wäre eine Möglichkeit um diese Branche wieder auf den Boden der Vernunft zurückzuholen.
Allerdings sind auch die Zeiten vorbei in denen die Schweiz jeden Abzocker schützte."
das unterstellt, die Schweiz hätte früher jeden abzocker geschützt.
magst du das konkretisieren oder ist es einfach das nördlich beliebte Swiss-bashing?
und im andern thema haste treffend geschrieben "Was interessiert mich das Leid der Schweizer"
das sagt ja schon alles ...