So richtig traut man sich ja nicht, von Münteferings letzter Rede als Parteivorsitzender zu sprechen. Er ist ja so eine Art
politischer Wiedergänger, ein Untoter, die den Lebenden meist böse gesinnt sind und deren Seele auf Grund ihres Lebenswandels nicht erlöst wurde. Solange er also nicht wirklich tot ist, sollte man von seiner vorläufig letzten Rede als Parteivorsitzender sprechen.
Als er das erste mal Parteivorsitzender wurde erregte schon das keine
Begeisterungsstürme:
Ihr seid nicht die Enkel von Willy Brandt und Onkel Herbert Wehner, ihr seid die Enkel von Heinrich Lübke. Ja, Franz du hast deine Fraktion im Zaum, die Kanzlermehrheit ist gesichert. Wie schön, wen interessiert es? Wir wollen sehen, dass ihr kämpft oder dass ihr geht. Mit der Hand an der Mütze auf der Brücke des sinkenden Schiffs zu stehen, ist vielleicht ehrenvoll aber ziemlich dumm. Die SPD vertritt in Wirklichkeit zirka 40 Prozent der deutschen Bevölkerung, eure Regierung zur Zeit nicht einmal 20 Prozent. Das liegt übrigens nicht an den Themen, sondern nur an der Art, wie ihr euch verkauft. Entschuldigung, ihr verkauft euch ja gerade nicht.
Wenn ich bei einer Fee einen Wunsch frei hätte, würde ich mir einen Herbert Wehner für die SPD wünschen. Lieber Franz, lieber Gerhard, wir haben noch ein paar Wahlen in diesem Jahr. Kommt endlich aus eurem vorgezogenen Ruhestand zurück und bewegt euch. Es ist keine Frage des Könnens, sondern eine des Wollens. Wenn ihr nicht wollt, dann geht.
Als der Müntefranz dann wieder Erwarten seinen
Wassertreter Kajo Wasserhövel nicht zum Generalsekret der SPD machen konnte, warf er hin und Duckhome feierte:
Frau Nahles ist zumindest begrenzt zu eigenen Gedanken fähig, der Wassertreter ist Parteibürokrat. Darin gleicht Wasserhövel seinem Parteivorsitzenden dem guten Franz, der ja auch jeden Unfug im Namen der Partei vertreten hat.
Die Frage ist nur, ob die SPD Parteisoldaten und Bürokraten braucht, oder ob sie diesen Neuanfang nicht für echte Politik nutzen könnte, zumal die CDU/CSU dazu zur Zeit sichtlich nicht in der Lage ist. Stattdessen weiter im alten Trott. Nur ja nichts wagen. Nicht zurück zu Godesberg aber auch nicht weiter zu neuen Ufern. Stagnation mit einem Fuß in der Luft.
Nun ist der gute Franz kein Ringer, schon gar nicht im Sumo. Aber selbst er sollte wissen das er mit einem Fuß in der Luft, auf jeden Fall auf die Schnauze fällt. Das wäre egal, wenn es sich nur um den Franz handeln würde. Es geht aber um die SPD. Müntefering ist nämlich schon Geschichte, auch wenn ihm das noch niemand gesagt hat.
Dann war er
Vizekanzler oder doch besser Fizzelchenkanzler und beschäftigte sich mit der Bekämpfung der Arbeitslosen. Als Müntefering dann offiziell abtrat um seine Frau Ankepetra zu pflegen, in Wirklichkeit aber um den Weg für Frank Walter Steinmeiers Kanzlerkarriere frei zu machen, freute das nur noch wenige. Ein Grauen ging und dafür gab es ein anderes Grauen.
Aber scheinbar fand sich auch kein Konzern oder Lobbyistenclub der Müntefering haben wollte.
"Dass Grauen kommt zurück - Müntefering will die SPD total erledigen" war die furchterregende Schlagzeile auf Duckhome und sie traf vollständig zu:
Noch am Todestag seiner ach so geliebten Frau Ankepetra hatte der gute Mensch Franz Müntefering seine Finger schon wieder tief in die wunde Seele der SPD gekrallt um den Verräter und Menschenverächter Clement zu unterstützen. Darin ist das neoliberale Pack ja immer gut, wenn des darum geht einen der ihren, gegen jedes Recht zu schützen.
Nun will Müntefering also da weiter machen, wo er aufgehört hat. Er will die SPD weiter zerstören. Ob er glaubt das die Menschen in Deutschland vergessen haben, wer und was er ist. Franz Müntefering hat für seinen Gerhard Schröder, den Genossen der Bosse, die SPD in den Untergang geführt. Müntefering hat ohne mit der Wimper zu zucken, Millionen Menschen in Armut und Hoffnungslosigkeit geschickt. Es war Müntefering der Arbeitslosengeld gekürzt und Hartz IV eingeführt hat.
Alleine dafür gehört Müntefering in den Knast und nicht in die Politik. Aber wahrscheinlich soll er den Weg für Steinmeier und Steinbrück freimachen. Denn die beiden, die niemand will, sind selbst in einer neoliberalen SPD nicht zu verkaufen. Egal was die rechten und käuflichen Seeheimer und die karrieregeilen und gewissenlosen Netzwerker auch wollen. Wenn die beiden jetzt auch noch Beck absägen müssen, sind sie selber tot.
..
Müntefering kommt zurück und sägt Kurt Beck ab. Das ist zwar kein wirklicher Verlust, weil die sprechende Hecke aus Mainz eh nichts gebacken bekommt, aber es ist auch ein eindeutiges Signal gegen eine linke SPD. Eigentlich ist es das letzte Signal gegen eine sozialdemokratische SPD.
Die SPD ist bei 20 Prozent angekommen und Münteferings Arbeit ist fürs Erste erledigt. Trotzdem musste er mit sanfter Gewalt zurückgetreten werden, um es nicht zu offensichtlich zu machen, dass der SPD der Untergang verordnet wurde. Aber er könnte jederzeit wiederkommen und sein Werk vollenden. Auf jeden Fall hat er der SPD noch die Marschrichtung vorgegeben und die Parteitagsdele
gierten klatschen.
Auch wenn es vielleicht nicht die letzten dummen Sprüch sind die Müntefering als Parteivorsitzender ablässt, verdienen sie doch eine Würdigung:
Die SPD ist kleiner geworden, die sozialdemokratische Idee jedoch nicht
Das ist richtig. Denn in der SPD sind ja schon lange keine Sozialdemokraten mehr, so dass eine verkleinerte SPD nicht mehr die Sozialdemokraten verkleinert.
Wir waren für die Wähler kein Feindbild, aber wir waren nicht interessant genug. Wir waren für zuviele die von gestern, aus der Mode
Da liegt er falsch die neoliberale Agenda-SPD ist für viele Menschen ein Feindbild und Leute wie Müntefering die alles getan haben, um die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen, sind nicht nur Feindbilder sondern die echten Feinde der Menschen. Schröder, Müntefering, Steinmeier, Steinbrück und Clement haben das Herz der SPD zerstört und sie missbraucht. Die Wähler haben gezeigt, was sie von dieser SPD halten.
Mehr Demokratie wagen Teil zwei ist fällig
Das ist ein wirklich guter Witz. Müntefering, Basta-Schröder und Struck haben jeden demokratischen Ansatz in der SPD abgewürgt und dafür gesorgt, dass vor allem die Leute hochkamen, die alles fraßen was ihnen vorgesetzt wurde, die den Kakao mit Freude tranken durch den sie gezogen wurden.
Zurück an die Quelle und die ist vor Ort
Ach ja, der gute alte Ortsverein. Den haben sie doch systematisch entmachtet und immer wenn ein Ortsverein etwas wollte wurde von den Herrschenden in der Parteileitung niedergebrüllt. Selbst in die Bezirke wurde hineinregiert. Müntefering wollte die Basis nur als Werbehelfer im Wahlkampf und ansonsten hatte er andere Befehlsgeber deren perverse Wünsche er gerne erfüllte.
Wir sind kampffähig. Wir sind kampfbereit. Wir kommen wieder
Ja, das fürchten die SPD-Menschen in Deutschland. Sie fürchten sich, dass Müntefering wiederkommt, wenn Gabriel und Nahles die SPD an die Fünf Prozent Grenze geführt haben. Sie fürchten das er dann wieder seinen Wassertreter zum Wahlkampfmanager macht und die SPD endgültig erledigt.
Diese Frucht ist begründet. Er ist ein Wiedergänger und selbst wenn er stirbt gibt es vermutlich keine Sicherheit, solange die SPD noch lebt. Er wird wiederkommen. Selbst die in Vampirfilmchen so beliebte Methode, dem Verstorbenen einen Pfahl durchs Herz zu rammen, ist unmöglich. Kein Pfahl kann einen Stein zerstören.
Aber egal ob er wiederkommt oder nicht. Die SPD ist nicht mehr zu retten. Ihr neuer Parteivorsitzender, der unter dem Titel
"Abmahn-Siggi ist nun Chef der Verräterpartei" auf Mein Parteibuch.com ausführlich gewürdigt wird, gibt schon kurz vor seiner Wahl den perfekten Müntefering. Er fragt sich, warum die Menschen in Umfragen immer für sozialdemokratische Antworten sind, aber nicht die SPD wählen.
Ja, Franz und Siggi. Die Antwort ist einfach. Weil die SPD keine sozialdemokratischen Lösungen anbietet, sondern finstersten neoliberalen Wirtschaftsfaschismus praktiziert. Die SPD ist keine sozialdemokratische Partei und deshalb wird sie von Sozialdemokraten nicht gewählt.
Von Jochen Hoff | Duckhome | – So richtig traut man sich ja nicht, von Münteferings letzter Rede als Parteivorsitzender zu sprechen. Er ist ja so eine Art politischer Wiedergänger, ein Untoter, die den Lebenden meist böse gesinnt s... ...
Jochen Hoff | Duckhome So richtig traut man sich ja nicht, von Münteferings letzter Rede als Parteivorsitzender zu sprechen. Er ist ja so eine Art politischer Wiedergänger, ein Untoter, die den Lebenden meist böse gesinnt sind und deren Seele auf Grund... ...