In den USA sind bisher in diesem Jahr 120 Banken gestorben und das Sterben geht weiter. Der US-Mittelstandsfinanzierer CIT hat sich unter den Schutz von Chapter 11 begeben und möchte durch die Insolvenz überleben. Das ist die größte Bankenpleite seit Lehman Brothers. Schulden von knapp 65 Milliarden Dollar stehen angeblich Vermögenswerte von gut 71 Milliarden Dollar entgegen. Wer allerdings weiß, wie stark mittlerweile weltweit die Bankbilanzen frisiert sind, mag erahnen das am Ende der geregelten Insolvenz nur dann eine gerettete Bank steht, wenn der amerikanische Steuerzahler rund 50 Milliarden gibt.
Fannie Mae braucht auch mal eben wieder die Kleinigkeit von 15 Milliarden Dollar und Freddie Mac will zwischen 5 und 10 Milliarden Dollar. Wie toll es dem US-Immobilienmarkt geht, zeigt auch die Tatsache, dass Fannie Mae nun die Hausbesitzer bei denen eine Zwangsversteigerung anstehen würde, zunächst für ein Jahr in ihren Häusern zur Miete wohnen lassen will. Selbstverständlich für Beträge die weit unter den Abzahlungsraten liegen.
Das ist übrigens keine noble Geste, sondern soll angesichts eines nicht mehr funktionierenden Marktes, für den Erhalt der Häuser sorgen, bis sich irgendwann in der Zukunft neue Käufer finden. Wann diese glückliche Zeit kommen soll, weiß aber wohl nicht einmal der Geist im Trollinger von Herrn Brüderle. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.
In England muss die Royal Bank of Scotland (RBS) mit weiteren 25,5 Milliarden Pfund gestützt werde und in Deutschland braucht die Hypo Real Estate mal eben weitere 3 Milliarden Euro zu den 100 Milliarden hinzu die dort bereits verbrannt wurden. Die Commerzbank hat im dritten Quartal einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro eingefahren, dafür freut sich aber die Allianz, dass sie die Dresdner Bank los ist und schreibt eine Gewinn von 1,3 Milliarden Euro.
Ja, während im Endeffekt der deutsche Steuerzahler für die Lasten der Dresdner Bank aufkommen muss, freuen sich die Allianz-Aktionäre und die Aktienmärkte boomen. Es wird sogar immer wieder von Aufschwung geredet. Allerdings bezieht sich dieses Gerede nie auf den Vorjahresmonat als Vergleich sonder immer nur auf den Vormonat des laufenden Jahres.
Real verlieren die Wirtschaft immer noch gegenüber dem Vorjahresmonat und das ist dramatischer als es sich anhört, weil ja jetzt bereits die Krisenmonate aus 2008 zum Vergleich anstehen und das bedeutet, dass sich die Krise verschärft.
Zwar werden überall auf der Welt die Arbeitslosenzahlen geschönt, aber die von den USA gemeldeten 10,2 Prozent Arbeitslose können wohl nicht stimmen. Die New York Times geht von einem Wert von 17,5 Prozent aus, was bedeutet, dass nicht 16 sondern 27,5 Millionen Amerikaner arbeitslos sind. Dies ist in Deutschland nicht anders, weil ja mit allen betrügerischen Mitteln versucht wird, die Wahrheit zu verheimlichen.
Für die USA deren Konjunkturmotor der Konsum ist, ist dies eine Katastrophe und ein möglicher Aufschwung rückt damit in weite Ferne. Tatsächlich dürfte wohl schon bald die nächste Abschwungwelle kommen. Natürlich wird dieser Abschwung auch die deutschen Exporte wieder bremsen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft insgesamt sehr viel schneller als erwartet auf den Konjunktureinbruch reagiert hat. Die Läger wurden sehr schnell abgebaut, jetzt folgen die Mitarbeiter und die Produktionskapazitäten.
Auch wenn Norwegen und Australien die Zinsen erhöht haben, ist dies kein Signal für die anderen Nationalbanken. US-Notenbankchef Ben Bernanke hat klar gemacht, dass vor dem zweiten Halbjahr 2010 keine Erhöhung des Leitzinses zu erwarten ist und sich vielleicht auch erst 2011 etwas tun soll. Eigentlich müssten weitere Konjunkturprogramme folgen, aber dafür fehlt auch Bernanke das Geld.
Die deutsche Rohstahlproduktion wird dieses Jahr um 30 Prozent zurückgehen sagt die Wirtschaftsvereinigung Stahl und sieht auch für 2010 keine wirkliche Erholung. Dazu kommt, dass die Automobilindustrie alles andere als Entwarnung gibt. Daimlervorstandschef Dieter Zetsche will sein Heil auf den chinesischen Märkten suchen. Man sieht förmlich wie Millionen von Wanderarbeitern in S-Klasse Daimlern herumfahren. Allerdings sind die anderen Autochefs genauso ratlos. Weltweit werden einfach zu viel Autos produziert.
Selbst die menschenverachtende und zutiefst neoliberale Bertelsmannstiftung kommt nicht mehr umhin, die Wahrheit über die Entwicklung der Arbeit in Deutschland
zuzugeben. Demnach sinken die Löhne für Geringverdiener immer weiter und die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Gleichzeitig muss die Stiftung zugeben, dass neue Jobs vor allem in Bereichen wie Zeitarbeit, geringfügiger oder befristeter Beschäftigung entstanden ist.
Dies jetzt beklagen zu wollen, ist eine typische Bertelsmannlüge. Man hat seit Jahren nichts anderes getan, als genau diese Entwicklung zu forcieren und über die hauseigenen Senderketten versucht Mohn/Bertelsmann auch heute noch den Armen die letzten Rechte zu nehmen, sie zu diffamieren und aus der Gesellschaft zu verstoßen.
Kein böses Wort hört man allerdings von Bertelsmann, der Hornissenkoalition oder der verkommenen FDP zu den Bankstern. Im Gegenteil. Der aus wahltaktischen verschobene nächste Akt der Förderung von verkommenen Abzockereliten soll nun möglichst schnell nachgeholt werden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die dem Staat gehört, soll den
Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere, Asset-backed security (ABS) absichern, mit dem die Bankster die Weltwirtschaftskrise unter anderem ausgelöst haben.
Dabei fassen die Banken ihre maroden Kredite mit ein paar guten Krediten in einer Zweckgesellschaft Special Purpose Vehicle (SPV) zusammen und verkaufen den Kram an Gierige. Dieser Markt funktioniert aber nicht mehr, weil selbst der gierigste Idiot begriffen hat, dass er zum Schluss auf diesen Papieren sitzen bleiben wird.
Deshalb soll für die gierigen Idioten jedes Risiko ausgeschaltet werden. Dazu muss man wissen, dass solche zumeist wertlosen Papiere in drei Tranchen gehandelt werden. Der Senior Tranche, der Mezzanine Tranche und der Equity Tranche. Das die Equity Trance bedient werden kann glauben nur hoffnungsvolle Idioten. Die Senior Trance ist meist sehr gut abgesichert, bringt aber kaum Zinsen. Die Mezzanine Tranche in der Mitte bringt hohe Zinsen mit einem hohen Risiko.
Dieses Risiko soll nun die KfW, also der Steuerzahler übernehmen, damit das Großkapital dicke Gewinne ohne jedes Risiko machen kann. Ein gemeines Spiel, das lediglich zur weiteren Umverteilung von unten nach oben dient, aber sicherlich bald realisiert wird, auch wenn die Sparkassen nicht begeistert sind, weil sich damit die Privatbanken mal wieder auf Kosten der Bürger bereichern. Ackermanns Leute arbeiten wirklich klasse und Angela Merkel ist nicht nur seine bester Servierkraft, sondern auch sein größter Sponsor.
Das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Hornissenkoalition ist ebenfalls nur ein Mittel zur Umverteilung. Es gibt keinen Grund, außer dem Versprechen von Horst Seehofer an die bayrische Gastronomie, die Mehrwertsteuer für Hotels auf 7 Prozent abzusenken. Es reicht wirklich, dass sich die Hotelbesitzer an
ihren Mitarbeitern schamlos bereichern und kein Gesetz die arbeitenden Menschen schützt, aber Leute auch noch zum Hotelier des Jahres 2009 gemacht werden, wie der Chef der Budget-Hotelkette Motel One, Dieter Müller, die genau auf diese gemeine und vermutlich auch verbrecherische Art und Weise arbeiten.
Genauso gemein ist die Erhöhung des Kindergeldes für die Reichen um 81,92 Euro im Monat, während Durchschnittsverdiener nur 20 Euro erhalten und die Hartz IV Kinder vollständig leer ausgehen. Damit kommt kein Wachstum, weil die Binnenkonjunktur nicht angekurbelt wird. Es wird im Gegenteil einfach nur weiter Geld von unten nach oben verteilt, wo es dann in dubiosen Geldanlagen verschwindet.
Die Hornissenkoaltion hat kein Rezept gegen diese Krise, ja schlimmer noch, sie verstärkt die Krise unaufhörlich.
Ich finde den Artikel sehr gut und treffend. Ich habe nur einen kleinen Kritikpunkt: Auch hier wird über eine Hornissenkoalition geredet. Ich finde das unfair gegenüber diesen Tieren, die jenseits der Bildzeitungsverblödung als Nützlinge gelten, im Gegensatz zu dieser neoliberalen Gangsterbande.
Wolfgang Schira
Nehmt ihnen die Worte für eine harte Kritik und die Kritik unterbleibt.
Die neolibarale und wirtschaftsfaschistische Hornissenkoalition wird mit dieser Technik auf Duckhome allerdings keinen Erfolg haben.
Merkel und Westerwelle sind keine Nützlinge und ihr Anhang auch nicht.