Im
Lied klingt alles doch so gut:
Wem hamse' die Krone geklaut?
Wem hamse' die Krone geklaut?
Dem Willem, dem Doofen, dem Oberganoven
Dem hamse´ die Krone geklaut
Wer hat ihm die Krone geklaut?
Wer hat ihm die Krone geklaut?
Der Ebert, der Helle, der Sattlergeselle
Der hat ihm Krone geklaut
Was machen jetzt Willem und Sohn?
Was machen jetzt Willem und Sohn?
Willem und Sohn, ja die gehn jetzt als Clown
Ham' nischt mehr zu tun mit dem Thron
Die Wirklichkeit sah leider anders aus. Aber dazu muss man ein paar Jahre zurück gehen. Die SPD unter Ebert und Scheidemann waren fröhlich, wie es viel später auch Schröder, Müntefering und Struck taten, dem Großkapital und dem Kaiser auf den Leim gegangen und für einen Weltkrieg. Sie stimmten für die Kriegskredite und gegen den Frieden, zusammen mit der gesamten verlogenen SPD. Nur der SPD-Abgeordnete Karl Liebknecht widersprach. Der Kaiser sprach leutseelig davon, dass er nun keine Parteien mehr kenne und nur das deutsche Volk, welches er gerade seinem Größenwahn opferte.
1915 hatten weitere 19 SPD-Abgeordnete ihren Fehler erkannt und stimmten gegen weitere Kriegskredite, was dazu führte, das Ebert und Scheidemann sie aus der SPD ausschlossen, woraufhin diese die
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) gründeten.
Aber nicht nur die Spalter Ebert und Scheidemann taten etwas für die weitere Fragmentierung der Linken die bis heute anhielt, sondern auch aus der USPD spaltete sich noch der Spartakusbund ab. Am Ende des Kaiserreiches standen also die Mittäter aus der SPD und die USPD in direkter Konkurrenz um die Führung der Arbeiterbewegung.
Der Kaiser wäre gerne noch weiter Kaiser geblieben und kurte und hurte in Spa, während in Berlin die USPD den Generalstreik und Massendemonstrationen in Berlin ausgerufen hatte und in vielen Versammlungen die Massen an sich zog. Gleichzeitig versuchte Ebert den Kaiser zum Rücktritt zu bewegen, was aber eher von purer Hilflosigkeit zeugte. Durch einen glücklichen Zufall bekam Ebert die Soldaten des 4. Jägerregimentes aus Naumburg an der Saale unter seine Kontrolle, weil die, als ihnen ihre Offiziere Handgranaten gegen das Volk aushändigten, sich diesen verweigerten und eine Abordnung in die Redaktion des Vorwärts schickten, wo sie der Abgeordnete Otto Wels überzeugen konnte, sich unter den Befehl Eberts zu stellen, der damit die militärische Macht in Berlin hatte.
Ebert der ewige Zauderer unternahm aber wie üblich nichts und laborierte wie zuletzt Frank Walter Steinmeier auf der Stelle ohne Plan und Bewegung. Die eigentliche Revolution wurde vom letzten Reichskanzler des deutschen Kaiserreiches
Maximilian Alexander Friedrich Wilhelm von Baden durchgeführt, der erkannt hatte, das mit dem Verlust der militärischen Macht in Berlin - er selbst hatte das Jägerregiment extra heranführen lassen, die Gefahr bestand, das USPD, Spartakus und die Kommunisten die Macht übernehmen würden.
Deshalb wählte Max von Baden das kleinere Übel und verkündigte eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Kaiser:
Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen. Der Reichskanzler bleibt noch so lange im Amte, bis die mit der Abdankung des Kaisers, dem Thronverzicht des Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind.
Während Ebert noch mit Max von Baden um Pöstchen schangelte, bestand die reale Gefahr, dass Karl Liebknecht, der sich an die Spitze des Spartakusbundes gesetzt hatte, die sozialistische Republik Deutschland hätte ausrufen können. Um dass zu verhindert und dem eigentlichen Feind der SPD, nämlich den Linken das Wasser abzugraben, trat Scheidemann gegen Eberts erklärten Willen auf einen Balkon des Reichtages und verkündete:
Der Kaiser hat abgedankt. Er und seine Freunde sind verschwunden, über sie alle hat das Volk auf der ganzen Linie gesiegt. Prinz Max von Baden hat sein Reichskanzleramt dem Abgeordneten Ebert übergeben. Unser Freund wird eine Arbeiterregierung bilden, der alle sozialistischen Parteien angehören werden. Die neue Regierung darf nicht gestört werden in ihrer Arbeit für den Frieden und der Sorge um Arbeit und Brot. Arbeiter und Soldaten, seid euch der geschichtlichen Bedeutung dieses Tages bewußt: Unerhörtes ist geschehen. Große und unübersehbare Arbeit steht uns bevor. Alles für das Volk. Alles durch das Volk. Nichts darf geschehen, was der Arbeiterbewegung zur Unehre gereicht. Seid einig, treu und pflichtbewusst. Das alte und morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue. Es lebe die deutsche Republik!
Scheidemann hatte mit einer Lüge die Weimarer Republik geschaffen und Ebert an die Macht gebracht, der SPD die Macht erhalten und Deutschland verraten. Die SPD sorgte überall dafür dass der Status quo, für das Kapital und den Adel, wie auch die Kirchen erhalten blieb. Hugo Stinnes und die deutschen Unternehmer bekamen gezähmte Arbeiter, die sie prompt in den nächsten Weltkrieg schickten.
Nein. Am 9. November 1918 fand in Deutschland keine Revolution statt. Da wurde nur der Machterhalt der alten Eliten zu Ungunsten der Arbeitnehmer festgeschrieben. Es gibt leider keine Revolution zu feiern.