Normalerweise ist der
Undertaker Tom in Kleinbloggersdorf für die Bestatterthemen und alles rund um die Beerdigung zuständig und macht seine Arbeit auch tadellos. Ich möchte hier nur zwei Probleme am Rande ansprechen, über die sich verantwortungsvolle Menschen irgendwann, aber möglichst vor Eintritt ihres eigenen Todes, Gedanken machen sollten.
Eine der wichtigsten Fragen ist wie man bestattet werden will. Für mich ist das einfach, verbrennen und dann ab in die Eieruhr, damit der Kerl endlich mal arbeiten lernt. Die Eieruhr geht in Deutschland natürlich nicht , deshalb ab ins
Kolumbarium. Natürlich würde auch eine anonyme Urnenbestattung ausreichen oder ein Friedwald.
Aber wenn man Kinder hat, macht es manchmal Sinn, in Form einer Platte vor einem Loch in einer Wand, noch da zu sein, auch wenn man sich längst aus dem Staub gemacht hat. Ich bevorzuge das Kolumbarium, weil es keine Folgekosten hat und keinerlei Pflege bedarf. Das heißt, die lieben Hinterbliebenen haben keine Arbeit und keine Verpflichtungen, die bei mehreren ja häufig zu Streit und Hass führen.
Verbrennen ist für mich die einzige denkbare Lösung, nachdem ich zweimal eine Wachsleiche gesehen habe, wo eigentlich gar nichts mehr sein sollte. Dieser Artikel ist auch entstanden, weil mich eine
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mal wieder daran erinnerte und gleichzeitig ein Todesfall im Freundeskreis anlag.
Nach einer DBU-geförderten Studie hat jede vierte von über 900 Friedhofsverwaltungen Probleme mit dem Verwesungsprozess der Leichen. Die mit 51.000 Euro unterstützte Untersuchung des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes in Berlin und der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) habe außerdem ergeben, dass über lange Zeit nur dürftig Bodenanalysen stattgefunden hätten. Die seien jedoch notwendig, um die Vor- und Nachsorge von Erdbestattungen umweltverträglicher zu machen und Konservierungen zu vermeiden.
"Bestimmte Eigenschaften des Bodens verhindern bei Erdbestattungen das Verwesen der Körper", erklärt DBU-Experte Franz-Peter Heidenreich. In festen und nassen Böden seien die Särge luftdicht abgeschlossen. Ohne Sauerstoff könne die Verwesung aber nicht einsetzen. Die Hautfette des Verstorbenen verhärteten, umgäben den toten Körper mit einer wachsartige Schutzschicht und verhinderten den Verfall - "Wachsleichen" entstünden und verblieben so jahrhundertelang im Boden. Für Friedhofsmitarbeiter, die die Wachsleichen bei der Wiederbelegung von Gräbern "jenseits jeglicher Pietetät" entsorgen müssten, sei es eine gesundheitliche und psychische Belastung, klagt Heidenreich. Im Normalfall und in guten Böden sei der körperliche Zerfall in etwa acht Jahren abgeschlossen.
Das DBU-Projekt habe außerdem gezeigt, dass während des körperlichen Verfalls Bakterien des Toten und Medikamentenrückstände in den Böden dominierten und eine Belastung für Boden und Grundwasser darstellen könnten. Selbst Schwermetalle, die vermutlich von Sargbeschlägen oder Amalgam-Zahnfüllungen stammten, hätten auf Berliner Friedhöfen festgestellt werden können. "Durch regelmäßige Grabpflege der Hinterbliebenen werden diese Rückstände verstärkt ausgespült", stellt Heidenreich fest.
Das einfachste Mittel dieses unschönen Begleitumstände des Todes zu verhindern ist der Weg ins Krematorium. Für die Leute die an eine körperliche Wiederauferstehung glauben, sei versichert, dass ihr Schöpfer ihren Bauplan noch hat. Es ist also egal ob sie verwesen oder verbrannt werden. Denen die an eine nichtstoffliche Auferstehung glauben, sei versichert, dass Seelen nicht brennbar sind und das Karma nicht beschädigt wird. Zumindest nicht mit Krematoriumsflammen.
Aber selbst die billigste Urnenbestattung kostet trotzdem noch richtig Geld. Das hängt vor allem damit zusammen, wie aufwendig Feier und Sarg werden sollen. Leichenfeiern sind Privatsache, da kann man keinen Rat geben, aber für den Sarg reicht die einfachste Ausführung und die Feier kann genausogut mit einer "geliehen" Schmuckurne gefeiert werden.
Allerdings ist selbst die billigste Beerdigung noch teuer. Deshalb macht es Sinn sich gegen die Folgekosten des eigenen Todes zu versichern. In jüngeren Jahren hilft da eine Risikolebensversicherung und ab einem gewissen Alter ist eine Sterbegeldversicherung eine gute Alternative. Was im Einzelfall möglich und sinnvoll ist, wissen die Bestatter.
Selbstverständlich kann man bei mehreren Bestattern ein Beratungsgespräch führen wie das Verfahren nach dem eigenen Ableben laufen soll. Ein solcher Bestatter wird auch erklären, welche Unterlagen für nach dem Tod für die Angehörigen bereit liegen müssten. Natürlich kann man das auch alles noch morgen regeln.
Ein Freund von mir wollte es bestimmt nächste Woche regeln. Leider kam ihm ein Arbeitsunfall dazwischen. Er wird nichts mehr regeln können und seine Frau stieß in Berlin auf den schlimmsten Fall von Bestatter den man sich denken kann. Zum Glück erinnerte sie sich an meine Streitlust und richtig der Herr Bestatter räumte das Feld, weil er nicht Thema auf Duckhome werden wollte.
Trotzdem ist ein riesiges Problem die Kosten für die Beerdigung zusammen zu bekommen. In diesem Fall helfen Eltern und Schwiegereltern erst einmal aus, aber die Lebensversicherung ist als Sicherheit für das Haus verpfändet und die Risikoleben ebenfalls. Man darf auch zwei oder mehr Risikolebensversicherungen haben um einzelne Risiken gezielt abzudecken. In diesem Fall war das sogar geplant, wurde aber leider immer wieder verschoben, bis es zu spät war.
Einmal im Jahr ein paar Minuten über den eigenen Tod nachdenken hilft allen.
Und aus meiner Erfahrung mit Bestattungen kann ich nur empfehlen Angebote von mehreren Bestattern einzuholen und das nicht erst wenn man eine Bestattung zu organisieren hat. Und auch mal nach einem Bestattungsvorsorgevertrag zu fragen.
Und alternativ zu den Versicherungen gibt es auch eine Bestattungstreuhand (über den Bundesverband der Bestatter) da kann man das Geld für die dereinstige Bestattung treuhänderisch verwalten lassen (mündelsicher) und nicht einmal das Sozialamt kommt an dieses Geld, wenn die Rente und das ersparte nicht mehr für die Pflege/den Heimplatz reicht...
Sterbegeldversicherungen stehe ich hingegen äußerst skeptisch gegenüber. Wie bei Versicherungen üblich haben hier schlaue Mathematiker Formeln entwickelt, die garantieren, dass der Gewinn letztlich bei der Versicherung verbleibt.
Wer schon jetzt definitiv weiß, dass er dereinst eingeäschert werden möchte, sollte sich mal beim Mitteldeutschen Feuerbestattungsverein mit Sitz in Halle (Saale)informieren. Die garantieren ihren Mitgliedern eine kostenlose Einäscherung bei gerade mal 12 € Jahresbeitrag und nehmen nicht nur Mitglieder aus dem mitteldeutschen Raum auf!
http://www.begraebnis.at
Begräbnisvorsorge: Wiener Verein
LG aus Österreich
Berni (ehem. Bestattungsmitarbeiter sog. Arrangeur)