sueddeutsche.de: Die SPD als stärkste Bundestagsfraktion - das sieht im Augenblick wie ein großer Traum aus. Wie stellt sich Ihr Sanierungsplan für die Sozialdemokraten dar?
Pronold: Zum einen geht es um die Frage, welche politischen Inhalte wir in den Mittelpunkt rücken. Zum anderen müssen wir lernen, positiv über uns selbst zu reden, unsere Erfolge offensiver zu verkaufen. Das fällt uns Sozialdemokraten gemeinhin am schwersten.
Es ist selten, dass ein Politiker so direkt die Maske fallen lässt und den Leuten zeigt was er denkt. Pronold möchte das Marketing der SPD verbessern, während er das Produkt so belassen will, wie es ist. Natürlich muss die SPD nicht lernen positiv über sich selbst zu reden. Das tut sie ständig und ihr großes Problem ist, dass außer der SPD niemand positiv über die SPD redet. Aber es ist ja noch nicht einmal die ganze SPD die positiv über sich selbst redet. Es sind vor allem Parteileitung und die üblichen Propagandaschwätzer.
Die Marke SPD ist erledigt. Ihr ist das passiert, was jeder Marke passiert, wenn man ihr Produkt vollständig ändert und so tut als wäre es noch das alte Produkt. Die Kunden merken wenn anstatt von gut geräuchertem Knochenschinken nur noch Ersatzfleisch mit Ersatzrauchgeschmack und ganz ohne Nährwert verkauft wird.
Früher stand die Marke SPD für sozialdemokratisch, Gemeinschaft, Solidarität, Wärme und Frieden. Heute steht sie für neoliberale Abzocke, Hartz IV, Ausgrenzung, Raubtierkapitalismus, Zensur und grenzenlos Krieg, ja sogar für Diktatur. Die Gesichtslosen, wie Steinmeier und die Gierigen wie Schröder, Clement und Steinbrück haben sie zusammen mit den Gemeinen wie Müntefering oder Kahrs in ihr Gegenteil verkehrt.
Das kann niemand mehr als SPD verkaufen. Wer möchte schon unter dem Namen Persil Schmutz jeder Art einkaufen und seine Wäsche in der Waschmaschine verschmutzen, statt sie zu reinigen. Aber wie sehr Pronold Teil des verlogenen Systems der neuen asozialen SPD ist, wird klar, wenn er sich darüber äußert, was die Linke tun müsste um als Koalitionspartner für die SPD im Bund in Frage zu kommen.
Die Linke muss erst einmal die ganzen Verrückten, die sie da angesammelt hat, dazu bringen, die Partei zu verlassen. Die, die übrig bleiben, müssten bereit sein, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Verantwortung zu übernehmen.
Ja, das würde ihm gefallen, dem glatten SPD Typen. Nur jede andere Meinung übertönen. Ausschließen, in den Ortsverbänden verhungern lassen. Nach oben dürfen nur so Typen wie er. Seine Gesinnung ist das, was die Parteileitung sagt. Er kann jede Meinung vertreten, weil er nie eine eigene hatte. Er ist wirklich der neue Ludwig Stiegler und mit ihm bleibt sicher, dass die SPD in Bayern bedeutungslos bleibt. So bedeutungslos wie sie bald auch im Bund und in den anderen Ländern ist.
Diese SPD ist eine Schande. Ihre Gründerväter würden sich mit Schauern abwenden. Sie hat nunmehr alles verraten und verkauft, was sie verraten und verkaufen konnte.
Pronold: Zum einen geht es um die Frage, welche politischen Inhalte wir in den Mittelpunkt rücken. Zum anderen müssen wir lernen, positiv über uns selbst zu reden, unsere Erfolge offensiver zu verkaufen. Das fällt uns Sozialdemokraten gemeinhin am schwersten.
Diese Antwort umschreibt eigentlich ziemlich gut das ganze Katzenjammer der SPD. Eine SOZIALdemokratische Partei, die in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit, Lohndumping und immer grösser werdenden Schere zwischen arm und reich, nach Wahlkampfthemen erst suchen muss, ist völlig obsolet. Als ehemaligen Mitglied dieser Partei würden mir jedenfalls etliche Themen in den Sinn kommen, mit denen die SPD gut Wahlkampf machen könnte (und damit endlich mal sich von der Union abgrenzen würde). Aber es ist kaum noch einer da, der genug Mumm hätte, um den Kampf gegen die konservative Medienblokade aufzunehmen und einen Wahlkampf zu führen, der auch den Namen wirklich verdient hätte.
So wünsche ich der SPD zunächst vor allem die Opposition, in der Hoffnung, dass man diese dafür nutzt, um sich wieder auf die eigenen Themen zu besinnen (die es nun wirklich zahlreich gibt) - und wenn nicht, dann ist es nur recht, wenn sie in Bedeutungslosigkeit versinkt.
Diese Antwort umschreibt eigentlich ziemlich gut das ganze Katzenjammer der SPD. Eine SOZIALdemokratische Partei, die in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit, Lohndumping und immer grösser werdenden Schere zwischen arm und reich, nach Wahlkampfthemen erst suchen muss, ist völlig obsolet. Als ehemaligen Mitglied dieser Partei würden mir jedenfalls etliche Themen in den Sinn kommen, mit denen die SPD gut Wahlkampf machen könnte (und damit endlich mal sich von der Union abgrenzen würde). Aber es ist kaum noch einer da, der genug Mumm hätte, um den Kampf gegen die konservative Medienblokade aufzunehmen und einen Wahlkampf zu führen, der auch den Namen wirklich verdient hätte.
So wünsche ich der SPD zunächst vor allem die Opposition, in der Hoffnung, dass man diese dafür nutzt, um sich wieder auf die eigenen Themen zu besinnen (die es nun wirklich zahlreich gibt) - und wenn nicht, dann ist es nur recht, wenn sie in Bedeutungslosigkeit versinkt.