Der Bundesvorsitzende des Deutsche Journalisten-Verbandes,
Michael Konken ist bekannterweise kein Freund des Internets und hält kritischen Bürgerjournalismus für verbotenes Tun. Er möchte für seine Journalisten die Meinungs- und Deutungshoheit festschreiben.
Dafür würde er sich mit jedem verbünden. Im Moment
bellt er gerade Google an und fordert vehement:
Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann.
Ist er nicht süß, ist er nicht niedlich. Seine Zunft hat alle Meinungen außer der Demagogie der Neoliberalen unterdrückt und aus den deutschen Printmedien einen praktisch gleichgeschalteten Propagandastrom gemacht, der mit Meinungsmonopol nur sehr unzureichend beschrieben ist. Konkens Journalisten haben so ziemlich alles verraten wofür das Wort Journalismus steht.
Sie füllen heute die Freiflächen zwischen Werbung mit verdeckter Werbung und nur sehr selten läuft irgendwo, quasi aus Versehen mal ein ehrlicher und kritischer Beitrag durch. Dagegen ist im Internet eine Kultur des Bürgerjournalismus entstanden, der mittels der kommentierenden Bewertung für die Leser eine andere Sichtweise vorträgt.
Alleine die schiere Menge der Menschen die zum gleichen Thema kommentieren führt zu den unterschiedlichsten Betrachtungsweisen und kommt zu den unterschiedlichsten Bewertungen. Die Leser können sich frei aussuchen wem sie glauben. Es ist ein freier Informationsmarkt entstanden, auf dem sich immer mehr Leser zugunsten der Blogs entscheiden.
Dabei ist es gar nicht die Frage der Kosten. Es ist längst eine Frage der Qualität. Konkens System kann keine Qualität bieten, weil viele zu viele Denkverbote die Wahrheit nicht zulassen. Die Leser merken das und verschwinden. Deshalb lassen sich auch im Onlinebereich keine Abos verkaufen. Nicht weil die Geld kosten, sondern weil der Preis für die miese Dauerwerbeberieselung einfach nicht stimmt.
Natürlich soll Google der Aufhänger sein, um zwischendurch die kleinen Anbieter platt zu machen. Konken als Helfer von Zensursula und Schäuble. Google und andere Suchmaschinen gehen auf keine Website, die ihnen den Zugang verbietet. Konken kann seine wertvollen Inhalte also leicht schützen. Auf Google News verschwinden dann eben Zeit, Spiegel und Bild und dafür rücken einfach Blogs nach.
Wie weh mag es Konkens Truppe tun, wenn sie schon heute ihre Inhalte ziemlich gleichberechtigt neben denen von Blogs wie Duckhome in den Google News sehen. Google stiehlt ihnen auch nichts. Sie bringen einfach nur Besucher und diese Besucher bringen Geld für Werbung. Google könnte also eher Geld für diese Besucher verlangen, tut dies aber nicht, weil es auf den eigenen Seiten Werbung schaltet und damit Geld einnimmt.
Das gleiche gilt für die bösen Blogger die immer wieder Zitate aus Konkens Qualitätsjournalismus bringen. Da wird ein Link gesetzt und ein deutlich gekennzeichnetes Zitat abgebildet. Die Links bringen selbstverständlich auch Leser. Während Konkens Medien sehr selten auf Blogs oder Foren verlinken, ist dies umgekehrt ständig der Fall. Also ein Gewinn für die Systemmedien.
Allerdings gibt es einen Punkt, wo die Verlinkung keinen Sinn macht. Dieser Punkt ist immer dann erreicht, wenn von den Qualitätsjournalisten eine Agenturmeldung mittels Copy und Paste einfach übernommen und bestenfalls um drei Sätzchen erweitert wird. Dann ist es sinnvoller auf die Agentur zu verlinken oder wenn es die Nachricht bei mehreren Agenturen gibt, einfach auf einen Link zu verzichten.
Wenn es also überhaupt jemanden gibt, der Anspruch auf Geld hätte, dann wären es die Agenturen und auf vielen Bloggertreffen ist schon darüber gesprochen worden, wie man so etwas gestalten könnte, ohne das es bis heute ein Ergebnis gegeben hätte. Dazu kommt auch, dass es kein Geschäftsmodell gibt, das bezahlte Inhalte, paid content, handhabbar möglich macht.
Deshalb ist im Internet das meiste umsonst, weil sich nicht nur kein Preis bilden lässt, sondern auch keine funktionierende Bezahlmöglichkeit existiert. Wenn Konken mit seinen Leuten auf einem solchen Markt als Wettbewerber auftreten will, dann muss er die Bedingungen dieses Marktes annehmen. Wenn er statt dessen heulend von der Politik fordert, sie möge ihn und die Medienunternehmen doch bitte durch Zensurgesetze und Druck subventionieren, dann ist es an der Zeit über einen Rücktritt nachzudenken.
Herr Konken hat den deutschen Journalismus sicher nicht nach vorne gebracht, aber nun fängt er an der Meinungsfreiheit an sich zu schaden. Da sollten sich auch die Mitglieder des Deutschen Journalisten-Verbandes fragen, wie lange sie seinem Treiben noch zusehen wollen.
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Der Bundesvorsitzende des Deutsche Journalisten-Verbandes, Michael Konken ist bekannterweise kein Freund des Internets und hält kritischen Bürgerjournalismus für verbotenes Tun. Er möchte für seine Journalisten die ... ...