Weltwirtschaftskrise - versagende Rezepte, hilfloser Optimismus und die Menschen
Für 110 Milliarden Pfund hat die Bank of England (BoE) bereits britische Staatsanleihen gekauft. Das entspricht ungefähr 15 Prozent des Marktes. Durch diese Art von vorgetäuschtem Käuferinteresse sollte der Markt dazu gebracht werden, dass sich die Kreditkonditionen für Unternehmen, Privathaushalte und vor allem für Immobilien deutlich verbessern, weil die Banken, die selber diese Staatsanleihen besitzen, dadurch ein Problem weniger in ihrer Buchhaltung hätten.
Ein bisschen viel wenn und aber und man kann schon jetzt sagen, dass dieses Rezept nicht funktioniert. Es ist nichts anderes als Geld zu drucken, um damit die eigenen Schulden zu finanzieren. Es wird übrigens weitergehen müssen. Wer heute an ein Ende bei 150 Milliarden glaubt, liegt falsch. Schon sehr bald wird der Wert bei 400 Milliarden liegen, weil ausländische und inländische Besitzer dieser Bonds genau sehen, was mit dem englischen Pfund passiert. Es wird schwindsüchtig.
Rettung für die Briten könnte es nur geben, wenn FED und EZB über die bisherigen Mengen von 300 Milliarden Dollar und 60 Milliarden Euro weit hinausgehen. Dafür sind derzeit aber keine Anzeichen zu sehen. Wie in England, hat sich auch in den USA die Geldmenge erhöht und die EZB, die ja noch zustätzlich 442 Milliarden an billigen Krediten in die Banken gepumpt hatte, vermeldet ähnliches.
Aber die Erhöhung der Geldmenge kommt nicht der Realwirtschaft zu gute, sondern wird von den Banken für neue Casinospielchen benutzt. Die Kosten für mittel und langfristige Kredite an die Realwirtschaft haben sich extrem verteuert und bringen den Banken saftige Gewinne. Im Bereich der Kurzläufer kann sich die Realwirtschaft nicht bedienen, da sie Planungssicherheit braucht.
Weltweit verschärfen die Bankster die Kreditregeln für die Realwirtschaft und schaffen gleichzeitig neue Casinos. Dabei helfen ihnen verantwortungslose Politiker wie Peer Steinbrück, der zwar die Rentner verhungern lassen möchte, aber die Bilanzierungsregeln für die Banken noch weiter lockern möchte, bis die Bilanzen gar nichts mehr aussagen und nur noch Lügen beinhalten.
Gleichzeitig besteht die Gefahr dass sich rund um die Staatsanleihen im Besitz der Banken und institutionalisierten Anleger die Mutter aller Blasen bildet.
Wenn Banken Staatsanleihen kaufen, so setzen sie dafür nur einen Bruchteil ihres eigenen Kapitals ein. Die hohe Bonität von Staatsanleihen erlaubt es ihnen, einen hohen Fremdkapitalhebel anzulegen. Konkret heißt dies, dass eine Bank sich bei einem 10:1 Hebel zehn Teile Fremdkapital entweder von der Notenbank oder auf dem Geldmarkt leiht und diese mit einem Teil Eigenkapital unterfüttert, um sich dann für die gesamte Summe Staatsanleihen zu kaufen. Ist die Differenz zwischen den Zinsen für das Fremdkapital und den Zinsen aus den Staatsanleihen groß, ist das ein sehr lukratives Geschäft.
Die Laufzeit von Staatsanleihen ist allerdings wesentlich länger als die Laufzeit der Kontrakte für das geliehene Fremdkapital. Erhöht die Notenbank nun den Leitzins, verteuert sich das Fremdkapital und die Staatsanleihen werden weniger profitabel. Übersteigt der Leitzins die nominale Verzinsung der Staatsanleihen, so wird aus dem lukrativen Geschäft ein Verlustbringer. Da die Banken keine passende Anschlussfinanzierung finden, müssen sie verkaufen. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, sinkt der Wert für Staatsanleihen in den Keller, was wiederum andere Banken zwingt, ihre Papiere auf den Markt zu werfen.
Ein solcher Fire-Sale wäre katastrophal für den Staat, dessen Kreditkosten dann ins Unbezahlbare steigen, und auch für das Bankensystem. Sollte die Mutter aller Blasen platzen, wäre dies das Ende des Wirtschaftssystems, wie wir es kennen.
Nach der aktuellen Lage der Dinge werden wir beides erleben. Die Notenbanken werden verzweifelt die Anleihen ihrer Staaten kaufen und trotzdem den Fire-Sale nicht verhindern können, da die Realwirtschaft nicht mehr da ist, um diese Spielchen zu bezahlen.
Natürliche sehen das Leute wie Kannegiesser von der unsäglichen INSM anders. Sie versuchen die deutschen Bürger zumindest bis zum Wahltag im Dunkeln zu halten und reden davon, dass der Boden erreicht sei. Er lügt, dass im Bereich Gesamtmetall der Boden erreicht sei. Guttenberg, der ölige Wirtschaftsminister folgt ihm da gerne, genau wie die sogenannten Wirtschaftsforschungsinstitute von Sinn und all den anderen Weissagern, die selbst diese Krise nicht kommen sahen. Die Wahrheit sieht anders aus.
Der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) in Geislingen, Willi Dietz, warnt im Weserkurier vor Massenentlassungen in der deutschen Autoindustrie für 2010. Er geht von 50.000 Betroffenen aus und rechnet damit, dass von den 3,6 Millionen Autos nur noch 2,6 Millionen übrig bleiben die gefertigt werden. Gleichzeitig geht er davon aus, das von den heute 11.000 Autohäusern nur 6.000 übrig bleiben. Bei den freien Werkstätten dürfte es noch schlimmer kommen.
Die Welt berichtet von einer Studie der Münchener Restrukturierungsberatung Alvarez&Marsal, nach der im deutschen Maschinenbau 20 - 25 Prozent der 6.000 Betriebe nicht überleben werden. Für die Beschäftigten gibt es keine Hoffnung, denn auch die Firmen die überleben, werden schon bald mit den Entlassungen beginnen.
Bei Quelle ist der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen und er wird weiter einbrechen, weil der Kunde nicht weiß, was die Garantieversprechen von Quelle für die Zukunft noch wert sind. Dort ist Ende Dezember auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Leider für die Mitarbeiter und schade um das Geld, das da noch verbrannt wird.
Es gibt aber noch einen Punkt auf dem man schauen muss. Josef Ackermann tönt doch immer, dass die Kernkapitalquote seines Hauses bei 10 Prozent liege. Das ist allerdings, wie alles was Ackermann sagt und tut nur bedingt richtig. In Wirklichkeit bezieht sich diese Quote nur auf riskante Positionen, oder das was er als riskant bewerten lässt.
In Bezug auf sein Gesamtgeschäft von 2,1 Billionen Euro beträgt die Kernkapitalquote weniger als 1,5 Prozent und das Knirschen, dass man des öfteren in der Nähe der Deutschen Bank hört, könnte leicht zum Kreischen werden, wenn beim Verkauf der sieben New Yorker Immobilien des ehemaligen Immobilienmoguls Harry Macklowe, ein Verlust von knapp einer Milliarde realisiert wird. Dazu kommen noch etliche Tausende von Immobilien in den ganzen USA die nie mehr zu vermarkten sein werden, die die Bank aber unbedingt enteignen musste.
Greift dann wie bei der UBS auch noch die us-amerikanische Finanzbehörde zu, könnte ein rasches Ende bevorstehen, weil nach der Bundestagswahl auch Frau Merkel nicht mehr helfen kann. Auch Herr Blessing von der Kopfschmerzbank hört schon die Signale, die ihn zum letzten Gefecht rufen.
Die Insolvenzwelle in der deutschen Realwirtschaft, wird Milliarden von Krediten in heiße Luft verwandeln und die Arbeitslosigkeit wird das gleiche mit den Hypotheken tun. Damit ist die reale Wirtschaft auf lange Zeit endgültig tot. Don Alphonso hat in seinem FAZ-Blog Stützen der Gesellschaft unter dem Titel "Ich starre gern auf 1930" ein gutes Bild, dessen gezeichnet wo wir stehen und wo wir hingehen.
Natürlich hat die deutsche Politik auch längst beschlossen, wer für die Bankster und das Großkapital zahlen muss. Als erstes stehen die Rentner an. In bester Springer Hetzmethode hat Michael Fabricius die Jagd auf die bösen egoistischen Rentner eröffnet.
Wie immer bei Springers Dreckjournalismus beginnt er gleich mit einer Lüge, indem er so tut, als ob die Rentner irgendetwas mit der Gestaltung ihrer Renten zu tun hätten. Die Veränderung der Rentenformel haben die Politiker von CDU und CSU gewollt, weil es ihnen Wähler bringt. Fabricius gibt die Schuld den Rentnern und fordert dann gleich den Krieg zwischen Jung und Alt als Verteilungskrieg.
Die Jungen haben von den Älteren keine Kompromisse mehr zu erwarten. Wenn nur noch ein Stück Kuchen auf dem Tisch liegt, werden sie sich es sichern. Heute überwiegt noch die Zahl der Rentner, die mehr aus der Kasse erhalten, als sie im Laufe ihres Berufslebens eingezahlt haben. Spätestens ab den Jahrgängen 1970/71 wird sich das Verhältnis umkehren. Wir werden einen großen Teil unserer Beiträge abschreiben müssen. Wenn wir darauf aufmerksam machen, dass wir niemals dazu in der Lage sein werden, die Sozialkassen wieder aufzufüllen, werden wir als Jammerlappen beschimpft. Dabei haben wir es mit Summen zu tun, die sich die Nachkriegsgeneration nicht im Entferntesten vorstellen kann.
Ja das sind Springers Hassgesänge. So tönten sie vor Benno Ohnesorgs Tod und vor den Schüssen auf Dutschke. Das Ziel ist die Menschen zu verwirren. Ihnen falsche Feinde zu präsentieren. Der Feind sind nicht die Alten, die ja unsere Eltern sind, sondern die Handlanger von Friede Springer, Kannegießer und dem Großkapital. Leute wie Fabricius. Sie haben sich an die Menschenverächter verkauft und singen ihre Lieder gegen gutes Geld.
Würden die Reichen in Deutschland gezwungen prozentual das gleiche an Steuern zu bezahlen, wie das ein Arbeiterhaushalt tut, dann hätten wir keine Probleme in diesem Staat. Aber Fabricius Auftraggeber haben ja solche Typen wie ihn, die die Wahrheit unter einem Haufen Schmutz beerdigen. Man muss sich seinen Namen merken. Er gehört wegen Volksverhetzung vor Gericht.
Aber die Rentner sind natürlich nicht die einzigen. Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, möchte die Hartz IV Empfänger aufteilen. Die jetzt dank der Politik von Frau Merkel neu hereinrutschen, sollen etwas mehr Geld erhalten, als die alten Hartz IV Empfänger. Er nennt das Gerechtigkeit, hofft aber nur darauf, dass die Hartz IV Empfänger sich gegenseitig an die Kehle gehen und nicht ihn jagen.
Selbstverständlich wird Hartz IV für die Altbezieher gekürzt und die neuen bekommen für ein Jahr die alten Sätze. Dazu kommen dann die Wohnungspauschalen, die ein Leben in Würde nicht mehr erlauben sollen. Es wäre schön wenn auch Herr Alt nie vergessen würde. Auch er wäre ein Fall für eine freie Justiz.
Auch Klaus Wowereit, der regierende Partybürgermeister von Berlin hat schon die Hausaufgaben gemacht. Nach der Bundestagswahl, glaubt er der neue Hoffnungsträger der SPD zu sein und will einen Kassensturz. Er sagt natürlich, dass Steuererhöhungen nicht in seinem Programm stehen, damit hat er sogar recht. Sie stehen da nicht, aber er wird sie trotzdem machen und dann will er an die Ausgabenseite und auch das wird er tun.
Feuerwehr, Polizei, Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Parks und alles was dem Bürger nützt wird er freudig einkürzen und natürlich auch Hartz IV und die Renten. Alles Geld was er damit zusammenraffen kann, wird er allerdings nicht, wie er behauptet in den Abbau der Staatsverschuldung stecken, sondern mit seinen idiotischen Freunden in einem Schloss für seine wowereitliche Majestät und allerlei bunten Spielen vergeuden.
Panem et circenses. Brot und Spiele lautet sein Motto, wobei er mit dem Brot eher knauserig ist, aber viel für Spiele übrig hat. Aber auch Wowereit wird sich vorsehen müssen. Die Dinge könnten ihm so aus dem Ruder laufen, dass er irgendwann nur die Wahl zwischen einem halbverhungertem Löwen in der Arena oder der Wut des Volkes hat.
Schön ist ja auch wieder einmal das Bundesamt für Statistik, das die Deutschen damit beglückt, dass es gegenüber dem Vorjahresmonat nur eine Inflation von 0,1 Prozent gibt. Das ist Klasse. Im Juni des vorigen Jahres waren die Ölpreise und die Nahrung noch extrem teuer. Wenn wir aber bereits jetzt, mitten im Abstieg der Wirtschaft und bei sensationell niedrigen Preisen für Rohstoffe, Öl und Lebensmittel gegenüber dem Mai 2009 eine Inflation von 0,4 Prozent haben, dann wird es kritisch.
Normalerweise müssten wir deflationäre Tendenzen aufweisen. Aber wir gehen in Richtung Inflation, die leicht in eine Hyperinflation umschlagen könnte. Es gibt keinen wirklichen Spielraum mehr für Zinssenkungen und gar keinen mehr für Zinserhöhungen. Die Notenbanken können nur noch zusehen.
Die große Depression dürfte gerade in Fahrt kommen.
Tags für diesen Artikel: abschreibung, ackermann, aufschwung, banken, betrug, buchhaltung, konjunktur, profit, weltwirtschaftskrise
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blog von mattin am
07/14/09 um 10:44
Weltwirtschaftskrise - versagende Rezepte, hilfloser Optimismus und die Menschen
Auszug von duckhomeWeltwirtschaftskrise - versagende Rezepte, hilfloser Optimismus und die Menschenvon Jochen HoffFür 110 Milliarden Pfund hat die Bank of England (BoE) bereits britische Staatsanleihen gekauft. Das entspricht ungefähr 15 Prozent des Markt ...
Auszug von duckhomeWeltwirtschaftskrise - versagende Rezepte, hilfloser Optimismus und die Menschenvon Jochen HoffFür 110 Milliarden Pfund hat die Bank of England (BoE) bereits britische Staatsanleihen gekauft. Das entspricht ungefähr 15 Prozent des Markt ...


















Da fällt mir immer B.Brecht ein: Sagt der Arme zu dem Reichen bleich, wär ich nicht arm wärst du nicht reich.
Das Problem in diesem Lande (womöglich weltweit) sind nicht die, die wenig verdienen resp. die Armen, sondern die, die viel abkassieren und noch viel mehr auf der extrem hohen Kane haben. Sprich die Reichen und obermönströs Reichen.
Wie im Text beschreiben Würden die Reichen in Deutschland gezwungen prozentual das gleiche an Steuern zu bezahlen, wie das ein Arbeiterhaushalt tut, dann hätten wir keine Probleme in diesem Staat.
"Würden die Reichen in Deutschland gezwungen prozentual das gleiche an Steuern zu bezahlen, wie das ein Arbeiterhaushalt tut, dann hätten wir keine Probleme in diesem Staat."
...für polemisch halten sollte, macht das überhaupt nichts. Es ist Polemik. Aber gute. Denn auch das ändert nichts an dem Wahrheitsgehalt der Aussage.
Gruesse, Der Verhinderte.
Zu HartzIV und Leben in Deutschland:
http://verhinderter.wordpress.com/2009/06/04/es-lebe-die-brd/
Im Ernst: Klasse Artikel und ich schließe mich dem "Danke" an. Was große Teile des Madienmainstreams mittlerweile produziert kann man nur noch mir "bizarr" umschreiben und es war wirklich nett von von Michael Jackson gerade jetzt den Löffel ab zu geben. Da haben wir doch reichlich Stoff für Sondersendungen und Interviews mit dem Gärtner oder dem Postboten und das man sich jetzt ums Erbe prügelt ist natürlich super.
Du hast es gechrieben: panem et circensis. Wenn's knapper wird mit dem Brot muss halt mehr Zirkus her. In Dummheit und Gedudel geht es abwärts.
Zur Rentner-Pogromhatz des Fabricius (einer seiner folgsamen Leser: Rentner = "unnützes Gesindel"): Erstens bekommen Renter nur ca. ein Drittel so viel wie die Pensionäre, zweitens sind die Renten NICHT, wie behauptet, mit den Löhnen gestiegen, sondern die wenigen winzigen Erhöhungen, auch die neue "große" von 2,4%, wurden durch KV-Beiträge usw. neutralisiert, zumindest seit ich wegen Erwerbsunfähigkeit bei dem Gesindel bin (13 Jahre). Leider war ich nur Angestellter, habe jetzt 1.000,-- Eur monatlich zu verprassen, eine Kollegin in gleicher Situation, die verbeamtet war, bekommt rund 3.000,-- Eur.
Leider hat Fabricius nicht genau gesagt, welche Figuren des Gesindels genau totgeschlagen werden sollen: Ab 1000,- Rente/3000,- Pension, oder schon ab 500,- Rente/1500,- Pension, oder X/Y, oder alle?!