< Wer trägt die Kosten der Atomkraft | Über den Impairment Test, Goodwill und die ständige Lügerei >
Afghanistan - Der Angriffskrieg und wie Karsai um weiteres Morden bitten soll
Die Lage in Afghanistan und Pakistan verschärft sich von Tag zu Tag. Je mehr Truppen eingesetzt werden und je mehr Opfer es unter den Zivilisten gibt, desto mehr Zulauf erhalten die Partisanen. Sie sind längst nicht mehr mit den Taliban des Mohammed (Mullah) Omar gleichzusetzen. Von einigen Experten wird davon ausgegangen, das diese Taliban nur noch eine Minderheit im Widerstand darstellen und ihr Einfluss im Schwinden begriffen ist.
Der aktuelle Widerstand speist sich aus den Angehörigen von Opfern und der einfachen paschtunischen Bevölkerung die sich stets gegen jede Art von Besatzung gewehrt hat. Im Gegensatz zu den Propagandamärchen der USA handelt es sich im wesentlichen nicht um einen zentral geführten Widerstand, sondern um lokale Gruppen, die in losem Zusammenhang operieren.
Das bedeutet, dass eine Handvoll Bauern, sich nach der Bestellung ihrer Felder fast spontan zusammentut, einige Tage oder Wochen operiert und sich dann wieder auflöst, um sich in anderen Formationen nach einiger Zeit wieder zusammen zu finden. Nach ernsthaften und sehr sicheren Informationen, gehen aber auch Angehörige von Armee und Polizei, immer wieder einmal für eine Zeit in den Widerstand.
Das bedeutet in Klartext, das die ständige Erhöhung des Drucks durch immer mehr amerikanische Truppen und das pakistanische Militär, sowie der ständige Beschuss durch Drohnen und die Bombardierungen auch immer mehr Widerstand erzeugen. Dabei zersplittert sich dieser Widerstand aus Sicherheitsgründen immer weiter und die Armeen finden keinen Gegner den sie bekämpfen könnten, was sie zu Frusthandlungen, wie den Angriff auf Zivilisten verleitet.
Auch die Verlegung von Awacs-Flugzeugen aus Deutschland nach Afghanistan ist so eine Frusthandlung. Die Luftbewegungen über Afghanistan, die als Begründung herangezogen werden, rechtfertigen den Einsatz nicht. Von der talibanischen Luftwaffe ist mangels Existenz auch nichts zu befürchten. Die Awacs sollen vielmehr dazu dienen, auch Bodenaufklärung zu betreiben, wozu sie zwar nicht gut, aber dennoch geeignet sind. Allerdings nur dann, wenn es um größere Truppen geht. Drei Afghanen mit einem Pferd und leichter Bewaffnung sind eben kein solches Ziel.
Es ist verständlich, dass der Führung der Bundeswehr dieses ungleiche Spiel auf die Nerven geht. Da sitzen sie mit ihren hochtechnisierten Waffensysteme und werden von Widerständlern mit raketengetriebenen Granaten einfachster Bauart oder Sprengfallen bekämpft. Diese Art von Widerstand ist nicht besonders effektiv, aber unendlich zermürbend, wie auch schon die Sowjetunion feststellen musste.
Es ist das alte Partisanenproblem. Man kann sie in Wirklichket nur bekämpfen wenn sie von ihrer Basis, also der lokalen Bevölkerung trennt. Die Trennung erreicht man gewöhnlich durch Repressalien, Geiselnahme und Geiselerschießungen und das wirtschaftliche Aushungern ganzer Regionen.
Allerdings ist es fraglich ob solche Aktionen in Afghanistan überhaupt fruchten würden. Es ist eher wahrscheinlich dass sich die Männer in großen Gruppen in den Widerstand begeben würden und die Frauen und Kinder aus den Gebieten in Richtung Hauptstadt flüchten um sich dort von den Besatzern versorgen zu lassen. Die Sowjetunion hat ähnliches erlebt.
Wenn jetzt der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat fordert, das die Bundeswehr in Afghanistan eine offensivere Rolle übernehmen soll, dann muss er sagen, was er sich vorstellt. Gegen wen will er die Panzerhaubitze 2000 denn richten. Gegen die drei Mann und das Pferd. Er macht sich lächerlich.
Was meint er denn mit besserer Aufklärung. Ohne Kujat zu nahe treten zu wollen, sagen die bekannten Daten über ihn aus, dass es sich bei ihm wohl eher um einen Flachlandtiroler handelt, der schon vom alpinen Hochgebirge nicht viel Ahnung zu haben scheint und mit den Gegebenheiten Afghanistans sicherlich komplett überfordert ist. Wie oft muss die Bergrettung in den Alpen ausrücken um sogar gestandene Bergwanderer auf markierten Wegen zu retten.
Was glaubt Kujat eigentlich ist ein Aufklärungshubschrauber in den afghanischen Bergen wert, der dafür konstruiert wurde die Standorte der feindlichen Heeresführung zu entdecken und dann Angriffshubschrauber oder Bombenflieger heranführen sollte. Weniger als nichts. Selbst wenn wir davon ausgehen, das moderne Wärmebildkameras sehr leistungsfähig sind, dann zeigen die Einsätze der Polizeihubschrauber doch immer wieder deren Grenzen sogar im Flachland und ohne Gegenwehr.
In den Bergen und gerade den oft engen Schluchten Afghanistans sind sie eher eine Gefahr für ihre Insassen, als wirklich von Nutzen. Die Sowjetunion hat auch das bitter erfahren. Kujat braucht aber den Krieg in Afghanistan um weitere Waffensysteme, wie sein Mörsersystem fordern zu können. Teures militärisches Spielzeug, für imperiale Kriege, die Deutschland nicht führen sollte.
Dass Deutschland diese Kriege nicht führen will, sagen eindrucksvoll die Umfragewerte. Gäbe es eine Volksabstimmung wäre der sofortige Rückzug fällig. Aber da erhebt sich noch einmal drohend Peter Struck, wohl der Architekt dieses kriegerischen Desasters. Nun fordert er das Hamid Karsai vor dem deutschen Bundestag reden soll. Wahrscheinlich hat er Karsai den Text schon aufgeschrieben.
Struck weiß, dass die Deutschen ihm nicht geglaubt haben, dass er Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigen lassen wollte, während er sie hier in Deutschland mit Schily und Schäuble zu Grabe getragen hat. Nun soll Karsai uns erzählen wie sehr er sich doch freut wenn deutsche Soldaten, afghanische Zivilisten mit der Panzerhaube 2000 erschießen oder mal eben schnell ein ganzes Dorf ausradieren, als Rache für eigene Verluste.
Struck würde jeden Trick anwenden um seinen Krieg noch lange am Leben zu erhalten. Schließlich ist das die einzige Leistung die am Ende seines Politikerlebens, neben dem Rückbau des Sozialstaates und der Demokratie übrig bleibt. Er hat den Krieg für Deutschland wieder möglich gemacht.
Niemand sollte auf diese jämmerlichen Versuche von Kujat, Struck und den anderen Kriegsfreunden hereinfallen. Die Bundeswehr gehört nicht nach Afghanistan und hat auch ansonsten außer bei UN-Friedensmissionen im Ausland nichts zu suchen, wenn sie nicht wirklich unbewaffnet auf Besuch ist. Holen wir unsere Soldaten nach Hause. Möglichst schnell.
Tags für diesen Artikel: afghanistan, angela merkel, bundeswehr, england, jung, krieg, kriegsverbrechen, struck, usa
Artikel mit ähnlichen Themen:
Deutsche Bank - EWF - Die letzten Zuckungen?
Aufgelesen und kommentiert 2010-03-10
Was bedeutet Chinas Rüstungswahn?
Aufgelesen und kommentiert 2010-03-08
Aufgelesen und kommentiert 2010-03-04
Deutsche Bank - EWF - Die letzten Zuckungen?
Aufgelesen und kommentiert 2010-03-10
Was bedeutet Chinas Rüstungswahn?
Aufgelesen und kommentiert 2010-03-08
Aufgelesen und kommentiert 2010-03-04


















http://www.nuoviso.tv/politik-a-recht/was-macht-die-nato-eigentlich-in-afghanistan.html
Ein Vortrag, den er am 4. Juli 2009 in Fulda hielt. Ich weiß nicht, was ich von mancher seiner Aussagen halten soll... zum Beispiel ab ca. 5:20, als er behauptet, daß die NATO selbst (neben Russen und Chinesen) den Taliban Waffen, Decken, Munition etc. zur Verfügung stellt.... ??? ....
Nichtsdestotrotz gibt Hörstel einem einen anderen Blick auf die Lage am Hindukusch.
Ich hab's, ehrlich gesagt, noch nie verstanden was wir (die Deutschen, die NATO) dort verloren hat.
Dafür steht Steinmeier und unsere ganze Verbrecherbande.
Polizisten ausbilden, dass ich nicht lache, wozu braucht man da die Bundeswehr? Junge Soldaten, die möglicherweise eh erst ihre Ausbildung hinter sich haben und dann in Afganistan rumhocken und ab und an mal einer Sprengfalle auf den Leim gehen.
Wie Artikel 26 Grundgesetz Abs. 1 schon sagt:
Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.
Da frag ich mich doch ganz besorgt, wieso denn ein Großteil unserer VOlksvertreter noch nicht hinter Gittern sitzt.
Der Bankräuber bekommt 5 Jahre, der Politiker, der hunderte von Menschenleben gefärdet oder auf dem Gewissen hat, dar so weiter machen wie bisher.
Und sowas nennt sich Demokratie?