Beginnen wir mal mit dem einfachsten. Die Kosten für Morsleben und Asse II trägt der deutsche Steuerzahler, weil die damalige Bundesumweltministerin Angela Merkel den Energieunternehmen eine fast kostenlose Atommüllentsorgung möglich machen wollte. Niemand weiß bis heute was sie dafür bekommen hat oder bekommen wird. Gefängnis wäre wohl das mindeste.
Im Zuge der Übernahme der DDR wurden auch die DDR Atomkraftwerke in Rheinsberg und Lubmin Sache des Steuerzahlers. Im
AKW Rheinsberg war ursprünglich der totale Rückbau zur grünen Wiese geplant. Durch eine sehr hohe Cobalt 60 kontamination des Reaktorgebäudes kann der totale Rückbau aber frühestens in 30 Jahren erfolgen, was Kosten für Bewachung und Instandhaltung nötig macht.
Der Rückbau von Lubmin kostet mindestens 3 Milliarden, aber auch da ist an einen Rückbau bis zu grünen Wiese nicht zu denken. Das gleiche gilt für eine andere Nutzung. Allerdings sind die 30 - 50 Jahre, die die Gebäude noch bis zu ihrem endgültigen Abriss brauchen, das geringste Problem. Übrig bleiben alleine in Lubmin über zwei Millionen Tonnen Stahl und Beton, die dekontaminiert oder mindestens 50.000 Jahre bewacht werden müssen.
Das sich eine unterirdische Lagerung von selbst verbietet, haben die Beispiele Asse II und Morsleben gezeigt. Logisch ist, dass bei einer so langen kontrollierten Lagerung die Castorbehälter ständig kontrolliert und wohl rund 10.000 mal umgepackt werden müssen, wobei immer neuer strahlender Müll auch aus den alten Castoren anfällt. Dazu müssen die Lager sicher gegen Angriffe durch Flugzeuge und taktische Waffen gemacht werden. Eine ständige Bewachung ist unumgänglich.
17 Kernkraftwerke gibt es noch in der Bundesrepublik. Die müssten alle nicht nur für im Endeffekt bis zu 150 Milliarden Euro zurückgebaut werden sondern die Bewachung ihrer Reste würde jährlich je nach Lagerungssystem auch weitere 20 bis 60 Milliarden kosten. Bis alles Material strahlungsfrei oder doch so strahlungsarm wäre, dass es bedenkenlos wieder in den Materialkreislauf fließen könnte, wären ca 2 Trillionen Euro verbrannt.
Atomkraftwerke sind eben die teuerste Art und Weise Energie zu produzieren, wenn man sich nicht dadurch aus der Verantwortung stehlen kann, dass man zusammen mit kriminellen Wissenschaftlern den Abfall einfach unter der Erde verbuddelt. Geschehen ist Geschehen und deshalb muss es nun darum gehen, den Verursacher dieser Kosten zum Schadensersatz zu zwingen.
Selbst wenn man die Firmenwerte der Energieversorger die Kernkraftwerke betrieben haben, als echte Grundlage nimmt, wird der Firmenwert dieser Unternehmen nicht ausreichen, um die entstehenden Kosten zu decken, auch ist aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit keine Möglichkeit ersichtlich mit der die Kosten jährlich erwirtschaftet werden könnten. Deshalb sind die Betreiber von Kernkraftwerken insolvent. Ein stehender K.O. der durch eine Verlängerung der Laufzeiten nur noch ein wenig nach hinten geschoben wird und dabei noch die Gefahr eines Super Gaus beinhaltet.
Es gibt also nur einen logischen Schluss. Die Betreiber von Atomkraftwerken müssen sofort ersatzlos verstaatlicht werden. Ihre Aktionäre, die ja den Gebrauch dieser unwirtschaftlichen Technik zugelassen haben, müssen mit der Hälfte ihres Vermögens für die entstehenden Gesamtschäden eintreten. Den Rest wird wie immer der Steuerzahler bezahlen müssen.
Bei einer Neustrukturierung des Energiemarktes ist es unbedingt erforderlich, dass die Leitungssystem in Staatshand bleiben. Einzelne Kraftwerksbetriebe können an regionale Betreibergruppen verkauft werden, von denen aber keine mehr als drei Prozent des deutschen Energiebedarfs abdecken darf und die sich nicht mit anderen Betreibern vereinigen dürfen.
Der Bund übernimmt alle Atomkraftwerke und führt ihren Rückbau als Staatsaufgabe durch. Gleichzeitig errichtet der Bund in allen Bundesländern oberirdische Endlager, deren Standorte von den Landesparlamenten bestimmt werden müssen. Die Menge des zu lagernden Atommülls ergibt sich aus dem Stromverbrauch der Bundesländer in Bezug zu Altlasten aus früherem Kraftwerks- oder Endlagerbetrieb.
Kein Bundesland, auch Bayern nicht, darf sich vor seinem Anteil drücken oder durch taktische Spiele den Planungs- und Durchführungshorizont nach hinten verschieben. Meldet ein Bundesland keinen Standort, wird vom Bund ein Standort in direkter Nähe zur Landeshauptstadt festgelegt, wobei bessere Wohngebiete als sicherer anzusehen sind.
Es macht keinen Sinn, sich noch lange um eine Entscheidung zu drücken. Im Endeffekt wird es keine bessere Lösung geben. Bezahlbarer wird das Ganze auch nicht, durch längeres Abwarten.
Weiter sollte zwischen "Betreiber" und "Eigentümer" unterschieden werden. Da man Kernkraftwerke und -anlagen nirgends auf der Welt versichern kann, werden AKW nicht von den Energiekonzernen, sondern von kleinen GmbH per gesetzl. Mindesteinlage betrieben.
Fliegt uns ein solches Kraftwerk für "saubere, sicher und billige Energie" um die Ohren, meldet die GmbH einfach Insolvenz an und Vattenfall & Co sind nur für den Besitz, nicht für den Betrieb(sunfall) verantwortlich.
Da wird dann ja auch der AKW-Chef entlassen und nicht der Vattenfall-Vorstand, wie der letzte Vorfall bewiesen hat.
Sie schreiben:
"Es gibt also nur einen logischen Schluss. Die Betreiber von Atomkraftwerken müssen sofort ersatzlos verstaatlicht werden. Ihre Aktionäre, die ja den Gebrauch dieser unwirtschaftlichen Technik zugelassen haben, müssen mit der Hälfte ihres Vermögens für die entstehenden Gesamtschäden eintreten."
Es waren NICHT die Aktionäre der (heute) privaten Unternehmen, sondern es war der erklärte Wille der Mehrheit des deutschen Bundestages (und damit des deutschen Volkes), dass die (damals STAATLICHEN) Unternehmen die Atomenergie nutzen.