Es geht nicht um Jemen, es geht nicht um DIE Religion. Das Alleinstellungsmerkmal JEDER Religion ist der Glaube an eine höhere Macht die man weder beschreiben, noch nachweisen kann. Laut der Bibel darf man das auch nicht. Man soll sich kein Bildnis Gottes machen und man soll den Namen Gottes nicht missbrauchen. Doch beinahe täglich geschieht dies -tausendfach, millionenfach..
Die Verantwortlichen für die Praktika, in einem wo durch auch die zwei jungen Frauen aus der Gemeinde Calberlah ihr Leben lassen mussten, tun just in diesen Tagen genau das selbe. Die christlichen Jünger schließen sich ihnen an, das lässt sich auch in den Kommentaren von
Jochen Hoffs Artikeln beobachten.
Im Namen Gottes durch die Welt.
Unweigerlich stellt sich mir die Frage "Hat sich Gott an sie gewandt und ihnen diesen Auftrag gegeben?" Sie tuen dies in ihrem Glauben daran, selbstaufopferisch wie einst Jesus von Nazareth, Gutes zu tun. Doch wer bestärkt sie in ihrem Glauben und warum muß man dazu in ein Krisengebiet, wo es doch auch gerade in der mittelbaren und unmittelbaren Nachbarschaft an jeder Ecke kriselt? Ist das Leid des Nachbarn weniger Aufopferung wert? Helfen wo Hilfe gebraucht wird. Hat Jesus
Unterschiede zwischen Hilfebedürftigen macht?
Nein. Er unterschied nicht zwischen dem Blinden und der Hure, er unterschied bei der Gabe seiner Hilfe nicht zwischen einem Schuldigen und einem Unschuldigen. Nicht ein einziges mal versagte er seine Hilfe gegenüber Andersgläubigen. Vor ihm war jeder Mensch gleich. Er verurteilte und urteilte nicht. Auch sagte er nicht, das Gott ihm diesen Hilfsauftrag befohlen hat. Er tat es, weil er es für aufrichtig hielt. Gott diente ihm nicht als Schuldiger und nicht als Alibi.
Was meint das Wort "Gemeinde"?
Eine Gemeinde ist eine "Gemeinschaft" in einem gesellschaftlichen Gebilde. Ein Zusammenschluß einzelner Individuen mit ähnlichen oder gleichen, sprich "gemeinschaftlichen" Zielen. Diese Ziele können vielfältiger Natur sein. Eine Religionsgemeinde, wie wir sie heute als solches bezeichnen, gab es jedoch zur Zeit Jesu nicht. Dieser Begriff entstand erst viel später -als man selektierte, als man
Unterschiede manifestierte.
Diese manifestierten Unterschiede sind es die heute Diskussionen auslösen. Sie sind es die Diskriminierungen möglich machen. Sie sind es die uns darüber Auskunft geben wer es wert ist Hilfsleistungen zu beziehen. Ein "Böses und Schlechtes" wird zum Dogma. Und das Dogma nennt sich "Politik", es hat nichts mehr mit dem Glauben zu tun wie ihn Jesus täglich ausübte. Dieses Dogma, diese Politik, ist nicht im Sinne Jesu.
Jeder der sich dem Dogma hingibt und seinen Glauben dafür Pate stehen lässt ist nicht mehr als ein Heuchler und Ausbeuter. Und damit man sich nicht selbst entlarvt oder entlarven lassen muß, wurde uns ein Argument an die Hand gegeben: Jesus starb für unsere Sünden, auch für zukünftige, die wir zum Zeitpunkt des Todes Jesu noch nicht begangen.
Legitimiert dieses Argument jedwigen Fehler? Auch die, die wir bewusst begehen? Definitiv NICHT. Denn wenn wir nicht erkennen, daß wir einem Dogma anhaften, werden wir uns davon nicht lösen können und Jesu wäre einzig für unsere Fehler gestorben. Ein sehr unmoralisches und universelles Alibi.
Legitimiert dieses Argument jedwigen Fehler? Auch die, die wir bewusst begehen? Definitiv NICHT. Denn wenn wir nicht erkennen, daß wir einem Dogma anhaften, werden wir uns davon nicht lösen können und Jesu wäre einzig für unsere Fehler gestorben. Ein sehr unmoralisches und universelles Alibi.
Frohe Botschaft ZERO: Macht schwanger, aber nicht dick!
Am Anfang des Artikels wird auf plumpe Art und Weise versucht, diesen jungen Frauen, der Bibelschule und darüber hinaus auch jedem einzelnen 'Nachfolger' Jesu, den Missbrauch des Namen Gottes nachzusagen. Dabei versteht dieser Autor nicht im Geringsten die Motivation dieser und der meisten anderen Christen.
Warum sollen diese und andere Menschen unabhängig von Nation, Sprache oder Religion Hilfsbedürftigen in aussichtslosen Situationen nicht helfen dürfen? Sicher gibt es auch im näheren Umfeld Bedürftige. Doch werden diese auch schon so gut wie gar nicht mehr wahrgenommen.
Ist das Leid des Nachbarn mehr Wert als desjenigen, der in einer viel ärmeren Umgebung lebt? Die Opfer im Jemen haben im Krankenhaus gearbeitet. Sie waren sich dieser Gefahr bewusst, haben aber mit Sicherheit den Rückhalt der Bevölkerung gehabt - wie man an den darauf folgenden Demonstrationen erkennen kann.
Der Autor redet davon, die freiwilligen Helfer würden ihren Glauben als Alibi vorhalten, um ihre Arbeit in diesem Gebiet zu legitimieren. Hierbei offenbart sich die irrige Vorstellung des Autoren, dass nämlich nicht die Mörder, sondern die Opfer zu Tätern werden. Ein Alibi braucht man als Beweis, nicht an der Tat beteiligt gewesen zu sein.
Der Autor hebt mit Recht hervor, dass es eine solche 'Gemeinde' wie wir sie heute kennen nicht gab. Jedoch kann er in den Evangelien und der Apostelgeschichte nachlesen, dass dies die Aufgabe der Jünger ist. Bis heute. Eine Gemeinde zu errichten.
Er behauptet aber, die Gemeinde wie wir sie heute kennen, sei aus "Selektion" entstanden. Erst "viel später" hätte man Unterschiede zu anderen Religionen(?) "manifestiert".
Wieder hat der Autor seine unzureichenden Kenntnisse offenbart.
Hat aber auf diese Weise die Wurzel allen Übels, die Diskriminierung, ausmachen können. Allerdings hat mich folgender Satz sehr positiv überrascht: "Sie (Diskriminierungen) sind es die uns darüber Auskunft geben wer es wert ist Hilfsleistungen zu beziehen."
Dieser Aussage zufolge, waren die Helfer im Jemen alles andere als diskriminierende 'Täter'. Haben sie doch trotz aller Unterschiede die gefährliche Reise auf sich genommen.
Dann erfolge der Sprung von religiösen Vorstellungen hin zu Dogmen, um schnell den Bogen zur Politik zu bekommen. Eine Religion MUSS eine Wahrheit enthalten, sonst ist sie keine Religion. Das macht den Glauben aus. Und was Dogmen mit Politik gemeinsam haben, müsste mir der Autor noch erklären. Evangelische Freikirchen betreiben keine Politik. Auch keine Lobbyarbeit.
Für den vorletzten Artikel hat sich der Autor viel zu wenig Zeit genommen. Vieles ist unter einem Topf verschwunden, ohne die Essenz dessen zu kennen, worüber er schreibt.
Zum Schluss unterstellt er noch, die Sündenvergebung diene der "Legitimierung" von Sünden. Derartige Missgriffe passieren nur, wenn man sich nicht ausreichend mit der Materie beschäftigt und nicht begreifen kann oder will, das nicht die Nachfolger es sind, die nach Macht, Geld und Ansehen eifern. Sondern es sind stets die Oligarchen, die der Macht widerstehen müssen. Doch immer weniger dazu in der Lage sind. Und dieses Problem, rückt auch die Verleumdung von Religion nicht aus der Welt!
MfG
Rebecca
Jemand, der ein derart schwieriges Thema in 34 Zeilen abzuhandeln weiß, sollte kurz und prägnant einen Begriffsstutzigen wie mich aufklären können.
Ich bin auch nicht, wie Jochen, geneigt alles bis zum Erbrechen auszudiskutieren -schon gar nicht, wenn es um Glaubensansichten geht. Ein Kommentator im Nachbarartikel verdeutlichte recht anschaulich warum der Glaube eben "Glaube" heißt und nicht "Wissen". Und so soll jeder nach seiner Facon glücklich sein.
Ich muß nicht "wissen" um zu glauben und deshalb werte ich Ihren Eingangssatz des ersten Kommentars "..nicht die Spur einer Ahnung über Religion und deren Ausübung besitzt." als das was es ist - Anmaßung. Damit hat sich für mich eine weitere Diskussion mit Ihnen schon erledigt.
Rebecca
Sie haben von Jesus Christus, meiner Ansicht nach, ein falsches Verständnis. Gut. Das kann und sollte am besten Jeder haben. Doch kann ich nicht über die erhebliche Abweichung dessen hinwegsehen, dessen Bedeutung für viele eine andere ist. Und auch wenn ich auf Grund dessen 'rückwertsgewandt' erscheine, muss ich die falsche Wiedergabe unserer Kultur/Tradition bemängeln.
Daher ist es umso beunruhigender, wenn man tolerant nur gegenüber politisch-gesellschaftlich vordefinierten Neuerungen sein darf. Cui bono?
MfG
Rebecca
Gibt es denn inwzischen einen geschichtlichen Beweis für die Person Jesus?
Nicht das er Gottes Sohn war (was ich ohnehin nie glauben werde), sondern nur für die historische Persönlichkeit.
Nach meinem Wissensstand gibt es da nichts, was einen objektiven Geschichtswissenschaftler oder Historiker (und damit meine ich eben jemanden, der nicht glauben, sondern wissen will) überzeugen würde.
für mich ist nicht wichtig ob es diese Person tatsächlich gegeben hat. Für mich ist wichtig, daß jemand augenscheinlich erkannt hat wie man mit seinen Mitmenschen umzugehen hat. Ob das nun ein "Jesus" oder ein "Buddha", ein "Hans" oder "August" gewesen ist, ist für mich irrelevant. Mir pers. geht es mehr um die Inhalte die durch diese Geschichte weitervermittelt werden sollen.
Rebecca
Außerdem, warum glaubst du, haben sich die Erzählungen von 12 Leuten so sehr verbreitet? Obwohl sie überall um ihr Leben fürchten mussten. Glaubst du, tausende von Menschen starben für leere Worte?
Desweiteren stellt sich die Frage, was als Beweis durchgehen würde. Überlieferungen scheinen als Beweis nicht zu gelten, und doch meinen viele (wenn nicht alle) Archäologen und Historiker etwas zu wissen.
Wäre es eigentlich ebenfalls intolerant, würde ich versuchen den Buddhismus als Form des Christentums umzudeuten und zu verfälschen? Jesus hat eine klare Botschaft, doch ist sie nicht die, die hier zum Vorschein kommt. Und das ist schlimmer als Intoleranz. Das ist Ignoranz!
MfG
Im übrigen "Glaubst du, tausende von Menschen starben für leere Worte?" Im Hinblick und bezogen auf Aktivitäten anderer Religionen gilt die gleiche Antwort. Auch sie sind des Glaubens an Wahrheit in ihren gesprochenen Worten gewillt den Tod in Kauf zu nehmen. Wer darf sich anmaßen die Entscheidung über "wahr" und "unwahr" zu treffen? Ich vermag dies nicht und will dies auch nicht.
Rebecca
Die einzigen Quellen sind die Angaben von Anhängern des Christenkultes und die kann man wohl kaum als glaubhafte Zeugen benennen.
Tatsächlich hätte auch nur ein Bruchteil der Jesus zugeschriebenen Wunder ganz sicher auch in den Schriften nichtchristlicher Autoren gefunden, auch wenn sie nur ihr Misstrauen ausgedrückt hätten.
Deine Frage ob tausende von Menschen für leere Worte starben, ist wirklich gut.
1924 während seiner Festungshaft in der Haftanstalt Landsberg am Lech zusammen mit Rudolf Hess "Mein Kampf". Wegen diesen leeren Worten, mussten nicht zuletzt 6 Millionen Juden im Holocaust sterben und dazu weltweit noch 55 Million Menschen.
Wieviele wegen der Irrlehren der Bibel sterben mussten oder umgebracht wurden lässt sich einfach nicht mehr zählen. Aber es dürften wohl so rund 100 Millionen sein, die wegen dieser Religion getötet wurden.
Rebecca
Nee, mal im Ernst. Religion ist nicht etwas, das man irgendwie normen könnte. Es gibt auch keine falsche oder richtige Vorstellung von Jesus. Man kann zwar irgendwelche Beweise heranziehen, sei es wissenschaftlich oder theologisch, aber trotzdem bleibt es jedem selbst überlassen, wie er diese „Fakten“ interpretieren will.
Ich finde diesen Artikel gut, weil er die eigene Meinung des Autors mit einbindet. Objektive Berichterstattung gibt es nicht. Man braucht auch nicht so tun als ob dies trotzdem möglich wäre.
Rebecca
Natürlich können Menschen philosophische oder weltanschauliche Konzepte eines friedvollen und harmonischen Miteinanders entwerfen, aber sobald diese Personen behaupten, ihre Konzepte aufgrund einer göttlichen Eingebung entworfen zu haben (oder gar selbst göttlichen Ursprungs zu sein) werde ich doch misstrauisch.
Warum sollte ein geistig gesunder Mensch so etwas behaupten?
Und wenn ich die geistige Gesundheit des Urhebers anzweifeln muss, warum sollte ich seinen Lehren folgen wollen?
Und warum frage ich euch das?
Fragen über Fragen.
Meine Vermutung geht dahin, dass es einfacher ist zu argumentieren von einer höheren Macht inspiriert worden zu sein, als sich selber eine Begründung einfallen zu lassen.
Warum sollte man allerdings behaupten, dass man (obwohl alle wissen, dass es nicht sein kann) von einer höheren Macht eine Eingebung bekommen hat? Nun, einmal weil es immer wieder Leute gibt die trotzdem darauf reinfallen oder natürlich, weil man weiß, dass es Leute gibt, die sich (zum Glück) nicht reinlegen lassen und darin sogar noch bestärkt werden.
PS: Sobald Konzepte friedvolles Miteinander garantieren würde ich sie im Übrigen kritisch hinterfragen. Bis jetzt scheint ja leider noch keins richtig funktioniert zu haben…