Moussavi, der Präsidentschaftsanwärter - seines Zeichens Azeri (Aserbaidschaner) - hat für die USA eine ähnliche Aufgabe wie Farah Diba damals als Frau des Schahs. Die US-Regierung hält Ahmadineschad für genauso unfähig wie damals den Schah. Mit dem Schah konnte man allerdings noch Geschäfte machen, mit Ahmadineschad ist dies nicht möglich. Er weigert sich permanent gegen den us-amerikanischen Versuch dem Iran westliche Werte aufzupropfen.
Eine mögliche Inthronisierung eines Präsidenten Moussavi könnte als erneuter Versuch aufgefasst werden den Iran über das Wieder-aufflackern-lassen, des alten nationalistischen Gegensatzes zwischen Persern und Türken zu destabilisieren. Käme ein Azeri an die iranische Macht, besteht die Möglichkeit einer stärkeren Annäherung an die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan, die jetzt schon vollkommen unter amerikanischem Einfluss steht. Aserbaidschanische Kommandoeinheiten zum Beispiel erhielten ihre Ausbildung direkt über das Blackwater Maritime Solutions Services. Auch steht Aserbaidschan in direktem Kontakt mit Israel. Sie liefern Waffen an den ehemaligen Sowjetstaat.
Aber auch andere Organisationen, die bis vor kurzem noch als verfassungsfeindlich galten, haben ihre Finger tief mit im Topf des versuchten Regime-Sturzes. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Sprecherin der Volksmudjaheddin -getarnt unter Nationaler Widerstandsrat - am 13. Juni 2009 plötzlich um eine Stellungnahme zu der aktuellen iranischen Situation im französischen Fernsehen (France 24) gebeten wird.
Selbstverständlich sind die Anhänger Moussavis enttäuscht über das Wahlergebnis. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass es zu Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gekommen ist, aber bestimmt nicht in dem von Einigen behaupteten, richtungsgebenden, Ausmaß.
Das was wir durch die Medien geliefert bekommen, ist meistenteils das was Amerikanski denkt und andere denken sollen - nicht aber das was der Realität entspricht. Viele Beispiele - gerade für den amtierenden Präsidenten des Iran - verweisen auf das Wunschdenken zu Gunsten der us-amerikanischen Regierung, der es nach wie vor um das iranische Öl geht. Die amerikanischen Freunde versprechen sich ein Stück vom Kuchen, doch sie werden die bittere Erfahrung machen, das Amerika nach wie vor neben sich niemanden duldet - sondern nur unter sich.
Was aktuell im Iran geschieht ist eine politische Konfrontation. Die Wahl wurde peinlichst genau beobachtet. Was nach ihr geschah und immer noch geschieht, ist zum größten Teil eine gut initiierte Polarisation von beiden Kandidaten und ihren Anhängern.
Dem neuen alten Präsidenten wird nun die Aufgabe zu Teil, die herrschenden Zustände im Lande überzeugend zu ändern und die Rechte der darin lebenden Menschen sicher zu stellen, die er anderen Ländern abverlangt. Es wäre ein positives Beispiel wie man aus den eigenen Reden lernen kann.
Informationen:
Die USA erkennen das Wahlergebnis vorerst nicht an
Ziel: Iran
Geheim
Ein Ausflug in die Zeit Farah Dibas
Mohammad Reza Pahlavi
Farah Diba
Ahmadinedschad
Spannungen im Iran nehmen zu
Aserbaidschan, Nordfront eines Krieges gegen Iran
Mir Hossein Mussawi
Blackwater
Israelischer Waffenhandel mit Aserbaidschan
Von der unermüdlichen Arbeit der Volksmudschaheddin
Volksmudschaheddin
Nationaler Widerstandsrat
Die Lüge um das Radiergummi auf der Landkarte
Die Propaganda-Maschine um die Holocaust-Leugnung
Die Lügen über Ahmadinedschad
Herzlichen Dank an alle Mitwirkende
Die Bundesregierung ist hierbei Komplize.
Jeder glaubt eben, was er glauben will und macht sich seine Wahrheit selbst. Es lebe der Tunnelblick.
LG Traumperlentaucher, ein Ab-und Zuleser
:-)
He-Ka-Te, eine ab-und-zu Autorin
"Mit der „Wiederwahl“ Ahmadinejads ist es m.E. so gut wie sicher, dass das Regime im Iran in den nächsten Jahren die Atombombe haben wird. Wer den Beteuerungen glaubt, der Iran betreibe Urananreicherung nur für friedliche Zwecke, glaubt vermutlich auch an den Storch. Israel wird sich jedoch nicht mit einer Atommacht abfinden, deren erklärtes Ziel es ist, den Judenstaat von der Landkarte zu tilgen. Ein Krieg, wahrscheinlich sogar ein Atomkrieg, scheint mir deshalb im nahen Osten so gut wie sicher. Keine schönen Aussichten."
Dieses Zitat stammt von Dir.
Ich wusste nicht, dass die abgedroschene "Landkarten'tilgen-Luege in 2009 noch im Gebrauch ist.
Da du Linke und Rechte gleichberechtigt abwatschst, frage ich mich, wo Du so stehst, wenn nicht, so typisch aggressiv, Pro-US'rael.
Deine 'Wahrheit' ist eine der gefaehrlichsten!
Ein intolerant, eskalationsgeiler Roehrenblick. (inklusive Atomkrieg)
J.
Das Problem der Relativierung durch Zuhilfenahme der Radikalismustheorie ist der Blickwinkel. Je nach dem wo man steht ist die Zuweisung einer Radikalisierung möglich. Aus diesem Grunde wollte ich mich auf den Passtunnelängstling auch nicht näher einlassen. :-D
Mir viel deine dezente Zurueckhaltung in deinem letzten Kommentar auf und die weis ich durchaus zu schaetzen. (Ich muss ja gluecklicherweise keine Kommentare moderieren) :-)
Aber immerhin habe ich mich in Zurueckhaltung geuebt.
Das ist doch schon mal was!
Gruss
J.