Es gibt Firmen die machen einen so richtig wütend. Sie sind verdorben und verkommen bis ins Mark. Nehmen auf nichts Rücksicht und versuchen sich auf alle erlaubten und vermutlich auch unerlaubten Arten zu bereichern. Sie kennen keine Verantwortung und sind insgesamt nicht kompatibel mit einer sozialen, solidarischen Gesellschaft. Eine solche Firma ist die Bayer AG, eine Nachfolgerin der
I.G. Farben deren menschenverachtender Ungeist auch heute noch immer wieder durchzuschlagen scheint.
Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG ist Werner Wenning und der ist ein echtes Herzchen. Auf seiner Hauptversammlung freut er sich darüber, dass das Jahr 2008, das operativ erfolgreichsten Jahre in der Unternehmensgeschichte war und spendiert seinen Aktionären eine Erhöhung der Dividende um 3,7 Prozent. Ist Herr Wenning nicht ein guter und verlässlicher Freund, des Großkapitals.
Aber er ist ein genau so verlässlicher Feind der Bayer Arbeitnehmer. Denen erhöht er nämlich nichts. Er senkt bei denen die Arbeitszeit und den Arbeitslohn und er fordert noch mehr Flexibilität und bereitet ja auch schon Kündigen vor. Das Geld das er dem Großkapital in den Rachen wirft, sollen die Bayer Arbeitnehmer für Wenning einsparen. Er ist ein echtes Herzchen. Ein typischer Manager halt.
Aber Wenning ist auch ein fanatischer Feind der Umwelt. Die Bienen zum Beispiel mag der feine Herr gar nicht. Die ließ er im Vorjahr in
Baden-Württemberg und jetzt in Österreich ausrotten und er weiß, das 4 Jahre nach der letzten Biene auch der Mensch stirbt.
Aber ob Menschen sterben interessiert ihn auch nicht. Er will
hochgiftiges Kohlenmonoxid per unterirdischer Pipeline von seinem Dormagener Werk zum Standort Krefeld leiten. Ein Teil der 67 Kilometer langen Strecke geht durch Wohnanlagen, an Schulen und Kindergärten vorbei und das Kinder magisch von solchen Plätzen angezogen werden, ist auch bekannt. Dazu liegt das Ganze in einem Erdbebengebiet.
Bei einem Loch von 5-6 Millimeter Größe in dieser Leitung werden die Menschen noch in 100 Meter Abstand innerhalb von ein bis zwei Minuten sterben, bei 4 Millimetern beträgt die Todeszone 57 Meter. Außerhalb dieser Hochrisikozonen sind die Menschen jedoch nicht außer Gefahr, sondern sterben etwas langsamer, in 10 Minuten, 20 Minuten und später oder sie tragen im Überlebensfall schwere gesundheitliche Spätschäden davon.
Aber diese Toten interessieren Herrn Wenning nicht. Warum auch. Sie dienen doch dem Profit und machen letztendlich auch ihnen zu einem der Superreichen. Deshalb will er den Menschen auf der Welt mit der Kartoffel auch noch eine der wichtigsten Nahrungsquellen nehmen. Seine Gendreckskartoffel mit dem
lieblichen Namen Amflora wurde zu einer reinen Stärkekartoffel verhunzt die für den menschlichen Verzehr und als Viehfutter kaum mehr geeignet ist.
Diese Kartoffel wird nun überall wo es eben geht angepflanzt und soll sich, wie es Monsanto mit seinem Gen-Raps bei
Percy Schmeiser gemacht hat, in alle anderen Kartoffelsorten auskreuzen. Diese Art von
Auskreutzung ist ein stiller Krieg gegen die Menschheit und wird langfristig die
gesamten Ackerflächen vernichten.
Natürlich wird Bayer abstreiten, das immer mehr und gefährliche Pestizide gebraucht werden, damit ihre Gendreckskartoffel gedeihen kann, aber das Monsanto auch gelogen. Heute bleiben in Afrika die Maiskolben leer und über all tobt das
Denguefieber.
Werner Wenning weiß das alles, aber es interessiert ihn nicht. Es interessierte ihn auch nicht, dass seine Leute in die Amflora ein Gen eingebaut haben, das die Gendreckskartoffel gegen zwei Antibiotika resistent macht. Dieses Gen war nur nötig, damit Wenning seine Kartoffel über diesen Gen nachweisen kann, wenn sie erst einmal ausgekreutzt ist. Ansonsten hat dieser Marker keine Bedeutung. Er ist nur da, um Wenning Gewinn zu verschaffen.
Dummerweise haben wir schon heute Problem mit vielen Krankheiten, wie z.B. die Tuberkolose, die schon gegen viele Antibiotika resistent ist. Wenning hat entschieden, dass dies Gen aus Kostengründen in der Gendreckskartoffel bleibt und damit entschieden, dass zwei wichtige Antibiotikastämme, für die zukünftige Nutzung am Menschen ausfallen, da sie im Massenanbau der Kartoffel sicher auf Bakterien übergehen und damit schnell Resistenzen entstehen. Damit hat er Milionenen zum Tode verurteilt und kann trotzdem grinsend über die Straße gehen.
Ein Land in dem solche Menschen noch in ihren Positionen bleiben und sehr gutes Geld verdienen können ist ein armes Land. Aber es gibt eben keine Ehre oder Verantwortungsgefühl unter Managern mehr. Allerdings muss man sie nicht grüßen und man darf sich ihre Namen für bessere Zeiten merken, wenn es wieder einmal eine Justiz gibt, die diesen Namen verdient.
Witzig, witzig... *g
Da gibt es ein Land, in dem die Menschen LEBEN um zu ARBEITEN.
Damit sie sich Dinge kaufen können für ein besseres LEBEN, müssen
sie dann wieder mehr ARBEITEN (und produzieren). Und dann streiten
Sie auch noch miteinander, weil einige vermeintlich mehr verdienen,
die aber wiederum viel mehr ARBEITEN für ihr angebliches Luxus-LEBEN.
Es gilt die Parole: ARBEIT ist LEBEN - LEBEN ist ARBEIT!
Und so schließt sich der KREIS des WAHNSINNS - ein IRRGLAUBE...
Arbeiten um zu konsumieren für ein besseres Leben, bedeutet eben
auch - mehr Arbeiten um noch mehr zu konsumieren für ein noch besseres
Leben. Ein irrer Lebenskreislauf - und alle machen mit?!?
Was bedeutet denn eigentlich der Begriff: LEBEN?
Lernen. arbeiten, Steuern zahlen, konsumieren, arbeiten, Steuern
zahlen, konsumieren... ??????
IHR seid ja ALLE VER-RÜCKT!!!
2. Diesen Punkt gibt es nicht, da kein Gericht Deutschlands über Wenning befinden wird.
Darin liegt das Problem. Wir müssen um nicht wie der Wenning und seine gewissenlose Kaste zu werden, auf das Morden verzichten. Wir können eine Revolution machen und müssten danach nur dass bereits existierende Recht anwenden um Wenning und seine Mittäter für Jahrzehnte wegsperren und ihnen das ergaunerte Geld wegnehmen zu können.
Mord ist immer falsch.
diese dokumentation (ist allein mit 9 publikumspreisen versehen worden) deckt auf, dass konzerne wie psychopathen agieren (da kann es ja auch für den einen oder anderen manager nicht von nachteil sein, wenn man selbst einer ist!)
tatsächlich sind konzerne nur dem wohl ihrer aktionäre (rechtlich) verpflichtet und da kann das allgemeinwohl schon mal stören!
Heute Morgen habe ich in den Spiegel gesehen und an meinen Gesichtszügen erkannt: So sieht ein schlechtes Gewissen aus. Ja, ich habe einem anderen Menschen Unrecht getan. Gleich, ob ich ihn mag oder nicht - schlimmer noch: ich kenne ihn gar nicht - das Unrecht ist dennoch da. Dies sage ich hier öffentlich. Und ich entschuldige mich hier und jetzt öffentlich bei diesem mir unbekannten Menschen, denn seine Reaktion ist gerechtfertigt. Seine persönliche Ehre ist verletzt; und er hat Recht. Ein Mensch, der noch Ehre für sich selbst empfinden kann, ist immer ehrenwert. Denn Ehre ist nicht angeboren, sie wird erschaffen, sie ist tatsächlich ein Kulturprodukt. Der Ehrenhafte kann auf das von ihm Geschaffene zurückblicken. Er hat eine Leistung erbracht, die - jeweils in ihrer geschichtlichen Zeit - in einem gesellschaftlichen Konsens stand, steht oder künftig stehen wird. Nicht jedem gelingt dies. Deshalb - und dazu mag man stehen wie man will: Der in seiner persönlichen Ehre angegriffene Herr Wenning lenkt einen Konzern. Das will erst einmal getan werden. Das macht man nicht zwischen Frühstück und Gänsebraten. Das Maß an Verantwortung ist, gegenüber dem Unternehmen nach innen und gegenüber seiner Außenwirkung - letztlich - immens. Aus diesem Grunde, Herr Wenning, achte ich Sie. Sie haben, im besten Sinne des Wortes, einen Berg an Verantwortung zu tragen.
Wie weit der gesellschaftliche Konsens für die von einer Person erbrachten Leistungen jeweils reicht, welche öffentlichen/nichtöffentlichen Lebens-/Gesellschaftsbereiche er umfasst und welcher Historie er dabei unterliegt, dies wird im Einzelnen sehr unterschiedlich zu bewerten sein. Der gesellschaftliche Konsens mit der Person eines Jesus Christus etwa war und ist weitreichend, er durchdrang alle Lebenssphären menschlichen Wirkens und hält bis heute unvermindert an. Das hat nichts mit dieser Person an sich zu tun, als das menschliche Lebewesen, das sie nämlich ist, eher mit der Persönlichkeit, unter der man "Jesus Christus" versteht - unbenommen, ob Jesus Christus "biologisch" nun tatsächlich existierte oder nicht. Die Persönlichkeit – das Bild, das man sich von Jesus Christus im Lauf der weiteren Kulturgeschichte des „Abendlandes“ gemacht hat, häufte sich zu einem Mount Everest an Ehre, ist sozusagen vollkommen dem Vergessen entrückt. Vielleicht würde man heute locker sagen: "Der Jesus, der war ganz okay."
Sicher, es gibt auch diese andere Art der "Ehre", jene, die uns Menschen noch nie gut zu Gesicht stand, die in der Vergangenheit und bis heute ganze Völker, ja Kontinente unerbittlich ins Verderben geführt hat. Die Namen dieser „Menschenführer“ mag man zumeist kaum aussprechen, zu sehr ist man auch heute noch als Mensch beschämt, wohl wissend, dass man im Verlaufe des eigenen individuellen Schicksals oft, zu oft, den „Menschenführern nachgegangen ist und sich hat leiten lassen. Von dieser „Ehre“ soll hier nicht die Rede sein, sie führt nach meinem Dafürhalten auch nicht zur Ehrenhaftigkeit.
Gerade deshalb, aus diesen Gründen, darf der Kommentar, den ich zu dem Artikel „Bayer – so richtig schmutziger Turbokapitalismus“ vom 13.05.2009 geschrieben habe, keinesfalls stehen bleiben, er muss in Gänze aus dem Blog gelöscht werden. Er wurde im Zorn geschrieben. Zorn ist zwar häufig im Alltag ein Wegbegleiter, aber kein guter Ratgeber. Denn Zorn erzeugt Hass. Und Hass gibt uns keinen Rat.
Also im Klartext: Ein Personenname hat im beanstandeten Kommentar nichts zu suchen, auch nicht im Möglichkeitsfall des dargelegten philosophischen Denkspiels. Auf gar keinen Fall aber sollte aus dem Text entnommen werden, Herr Wenning sei ein Mörder. Das ist er ganz gewiss nicht. Er geht seiner Tätigkeit nach wie jeder Andere auch. Wie ich es oben dargelegt habe. Eine objektivere Bewertung der Tätigkeit hingegen mag erfolgen und ist es wohl auch, stand dem Kommentar aber so nicht zu und war nicht sein Ziel. Ziel war darzustellen, dass eine tatsächliche Schuldzuweisung "für etwas", das außerhalb der von der Mehrheit der Menschen akzeptierten Norm liegt, z. B. die Veräußerung von chemischen Mitteln, die Gefährdungen für Mensch/Tier/Pflanze verursachen oder verursachen können, auf eine Person bezogen eigentlich objektiv nicht mehr möglich ist. Nicht die Person veräußert ja, sondern der Konzern. Dieser aber ist für einen Außenstehenden, so behaupte ich, aufgrund seiner organisch-strukturellen Komplexität als Ganzes (Globalisierungseffekt) schon lange nicht mehr fassbar. Kurz, ein Konzern formiert sich im (geistigen) Auge des Betrachters schon längst nicht mehr zu einem Objekt (damit könnte er ja vielleicht noch umgehen), sondern erscheint zunehmend als zwar überall anwesende, aber im Wesentlichen doch dem Subjekt nicht sichtbar werdende Macht. Der Außenstehende zeigt mit dem Finger auf den Konzern, der überall und nirgendwo ist, einschließlich seiner Rechtsabteilung, die einen Sachverhalt so in die bestehende Rechtslage strukturiert, dass nach außen Abschottung, auf Deutsch letztlich Unschuld entsteht.
Eine komplexe gesellschaftlich - in diesem Fall wirtschaftlich - dominierte Struktur existiert wie ein virtuelles Lebewesen. Und verhält sich auch so. Unter dieser "Überordnung" ist dann selbst der Chef des Konzerns eben "nur noch" der Chef, möglicherweise zwar der wichtigste Teil des virtuellen Gehirns, aber eben "nur" der wichtigste.
Es geht wie oft um das Thema Schuld und Sühne. Inzwischen erkenne ich, dass sich das Thema nicht auflösen lässt. Im Gesellschafts-Organismus eines Großkonzerns muss die Zuweisung von personenbezogener Schuld ganz gewiss kritisch ausfallen, da eine weitreichende Aufgaben- und Zuständigkeitstrennung vorliegt. Wer sollte denn in einem Zweifelsfalle welchen An-/Teil Schuld übernehmen? Der Chef? Der zweite, dritte vierte Chef? Der Forschungsleiter? Der technische Leiter? Oder der Mann am Band? Gar die Chefsekretärin? Vielleicht ist ja der Kunde der Schuldige - er hätte ja nicht müssen? Oder: Er hätte es wissen müssen. Möglicherweise trägt der Zulieferer die Schuld? Dieses Dilemma, in dem wir nun stecken, trifft mehr oder weniger für andere Lebens- und Gesellschaftsbereiche analog zu. Personenbezogene Schuld muss deshalb durch die Person verursacht sein, heißt: unter ihrer Verantwortung ist es dazu gekommen. Das meine ich mit dem Berg an Verantwortung. Insofern ist es auch schwierig, über Sühne zu sprechen, sie kommt erst nach der Schuld. Wer soll also und wie sühnen, wenn die Schuld nicht mehr personenbezogen zugeordnet werden kann?
Gemeinschaftliche Schuld? Sippenhaft etwa?
Heute befindet sich jeder von uns irgendwo im "Gesellschafts-System" und in dem ihm zugänglichen speziellen Tätigkeitsraum (der im betreffenden Subjeht immer eine individuelle, nur für dieses Subjekt formierte Befindlichkeit erzeugt) sowohl gefangen (indem die von der Gemeinschaft akzeptierten sowie übergeordnete Spielregeln einzuhalten sind) als auch frei (es sind noch keine Spielregeln vorhanden). Freiheit "an sich", wie wir sie bisher verstanden hatten, wird dem Einzelnen unter dem Dach der ständig wirkenden "Überordnungen", jener vom Menschen selbstgeschaffenen, fast-lebendigen virtuellen Komplexstrukturen - keinesfalls zu verwechseln mit einer illusionären Weltregierung - kaum mehr möglich sein. Der Einzelne bewegt sich fortan hauptsächlich im Bereich der Unterordnung (er ordnet sich den geltenden Ordnung/en unter und in sie ein und erfährt somit Freiheit mit scheinbar geringerem Risiko für sich selbst) und in zunehmend geringerem Maße im verbleibenden regelfreien Raum (eine höhere Risikobereitschaft des Einzelnen vorausgesetzt). Es ist womöglich nicht geklärt, ob hierunter auch der Diktaturbegriff fallen sollte, m. E nicht unbedingt. Eine Diktatur erlaubt während ihrer Fortentwicklung im Prinzip dem Individuum im Extrem immer weniger bis nichts, eine Komplexstruktur immer mehr und im Extrem alles. Sie hat nämlich alle möglichen Handlungsbahnen bereits "vorgedacht". Das Individuum kann sich sozusagen durch sein Leben wie ein Elektron durch einen Schaltkreis leiten lassen: Immer die Straßen entlang, Achtung Kreuzung, nun die Nebenstraße, Achtung Vorfahrt, weiter auf die Hauptstraße und so fort – nur: der wegelose Wald ist passe.
Ein potentieller Mörder nun, da wie alle anderen Menschen auch ein sichtbares und ganzheitliches biologisch/physikalisches Objekt juristisch handhabbar und greifbar, etwa ein Attentäter (in der näheren Geschichte z. B. RAF? - und wer demnächst?), unterliegt der personenbezogenen Schuldzuweisung unbedingt, das ist gesamtgesellschaftlich weitgehend akzeptiert und zivilrechtlich bestimmt. Hierzu besteht meinerseits keine andere Auffassung. Mord ist Mord, punktum. Aber, ohne jede Andeutung von Verteidigung für den Mörder: Auch der Mörder ist ein Individuum und führt seine eigene Definition von Gut und Böse mit sich. Eine unklare Zone bestimmt und sicherlich sehr verschieden von der Definition, die das Opfer für sich beansprucht. Der Staat seinerseits ordnet Gut und Böse nach der geltenden Rechtslage, zunächst nach dem Grundgesetz. Ihm sollte im Einzelfall soweit auch keine befangene Meinung nachzuweisen sein, hoffen wir doch zumindest. In diesem Sinne kann, ja darf der Staat auch nicht kreativ sein: er hat sein eigenes Gesetz zu befolgen und sonst nichts. Erst, wenn er das Gesetz einer geänderten Lage angepasst hat, wird er es in der nun aktuellen Form anwenden dürfen. Das "Volk" hingegen, als eine ebenso kuriose wie komplexe Gesamtstruktur mit der ihr innewohnenden, überall anwesenden und doch nicht sichtbaren Macht, bestehend aus allen Menschen eines Landes in ihren unterschiedlichsten Organisationsstrukturen und gesellschaftlichen Schichtungen und somit neben der Menschheit als Ganzes wahrscheinlich das komplexeste aller virtuellen Lebewesen, besitzt eine andere Meinung als der Staat, geprägt durch die Vielfalt der einzelnen Subjekte. Das „Volk“ ist kreativ und seine Meinung ist vielfältig. Aber welche Meinung wird zu welchem Ereignis und zu welchen Tatsachen genau favorisiert? Können Umfragen täuschen? Warum die Parteienpanik vor den Wahlen? Oder andersherum: Wie wird morgen das Wetter? Kurz und gut: Das "Volk" ist kreativ im wahrsten Sinne des Wortes, im guten wie im schlechten Sinne. Man betrachte nur die letzten hundert Jahre deutscher Geschichte (gilt für alle anderen Völker ebenso), so kann beleuchtet werden, „wozu ein „Volk“ fähig ist/sein kann. Wenn es denn die dazu fähigen Führer hat. Denn alle Kreativität erscheint im Ursprung zunächst unparteiisch. Und ein müdes Volk, dass der „demokratischen“ Wahl seiner Parteien fern bleibt, hat nicht nur keine Wahl mehr, sondern glaubt auch keiner Wahl mehr; für ein Volk aus Nichwählern ist die Demokratie zum Märchen mutiert; es hat sich von seiner „demokratischen“ Führung abgewandt. Doch, allen Unkenrufen der Theoretiker zum Trotz: Das Volk bleibt kreativ, man warte auf die Zukunft.
Darauf wollte ich aufmerksam machen, dass in Umbruchzeiten, wie sie uns offensichtlich bevorstehen werden, die Frage nach Schuld und Sühne für Gruppen und Einzelne aus dem kompletten Bevölkerungsspektrum - und dies völlig unparteiisch gesehen – durchaus prekär werden kann. Ich bedaure es sehr und verstehe auch, dass ein hässliches Denkspiel wie in meinem Kommentar dieses komplizierte Wechselverhältnis nicht einmal ansatzweise darzustellen vermochte und nehme es somit im Ganzen zurück. Er soll durch diesen Kommentar ersetzt werden. Der tägliche Blick in den Spiegel hingegen mag uns erhalten bleiben und gemeinsam gut tun.
Nachsatz 1: Vor Langem bis Einst versammelten sich die Führer der alten Erdvölker am Fuße der langen Küstenlinie des Ozeans. Sie waren zusammengekommen, um den Rat ihrer gemeinsamen Urgöttin Gaia einzuholen. Die Göttin erschien als Regenbogen über dem Meer. „Was sollen wir tun?“ fragten die Führer der alten Welt. „Lange haben wir miteinander in Frieden gelebt. Familie neben Familie, Volk neben Volk. Dann begannen wir Krieg zu führen: Um Nichts, um Alles. Der トrmste wollte plötzlich der Reichste sein, der Dümmste der Klügste. Der Mittelmäßige verlor sich in Eitelkeit, der Tolerante erhob sich zum Diktator. Denn wir hatten die Gier erlernt, aus dem Glas des Neids getrunken, Missgunst verbreitet und Hass auf uns selbst und den Nächsten. Nun, im Chaos, da unsere Kultur am Boden liegt und Lüge und Elend uns plagen, Familie um Familie, Volk um Volk, Jeder gegen Jeden, wollen wir das Einende wiederfinden. Kannst du, Unsere Einzige Erde, uns führen?“ Und Gaia antwortete aus der Weite und von Überall: „Ich werde euch dienen und euch führen.“ „Aber wohin wird die Reise gehen?“ fragten die Führer erfreut, „Vor uns liegt einzig das Meer.“ - „Ich weiß es nicht.“ sagte die Göttin. „Wohin ihr auch immer den Weg wählen wollt.“ Oberhalb des Regenbogens glänzte die kalte Nacht, unter ihm loderte die gleißende Sonne. „Jetzt kommt,“ lächelte Gaia geheimnisvoll, und der Regenbogen verschwand.
Nachsatz 2: Ein Blog wie dieser, dafür sei Jochen Hoff der herzliche Dank, eröffnet Gedankenräume. In solchen Räumen, als einer der besten Erfindungen des Internets, sind die Gedanken noch nicht klar, und alles ist ein Strudel. Mögen die nachgeordneten Medien zu deutlicheren Formen finden, von der Gedankenstruktur hin zur Struktur der Objekte, mögen die Zeitungen und das Fernsehen berichten und Bilder ausstrahlen, die Regierungssprecher offizielle Erklärungen abgeben, das Volk sich manipulieren lassen soviel es auch immer will, hier aber ist der wegelose Wald und - noch: die Freiheit „an sich“.
Abschließende Erkenntnissammlung: Bienen sind gar nicht richtig lebendig. Menschen sind eigentlich Bioautomaten. Niemand hat Schuld. Gift kann gesundheitsfördernd sein. Machen den nächsten Terroranschlag auch die Moslems? Für Deutschland schlüge ich die Russen vor – passt immer. UND: „Die Erde ist eine blaue Orange.“ (Eluard) ---
FAZIT: Verantwortung für einen Mord ist nicht teilbar. Verantwortung für das Leben auf der Erde auch nicht.