Er ist schon ein echtes Herzchen, dieser Stanislaw Tillich. In der DDR war er staatstragend. Ging sogar zu den Grenztruppen, bei denen nur die Tausendprozentigen genommen wurden. Schließlich hatte man als Grenzsoldat am ehesten die Möglichkeit zur Flucht. Wer bei den Grenzern war, stand bedingungslos zu der DDR und hätte jeden, der fliehen wollte, bedenkenlos erschossen.
Nach Grenze und Studium wurde er für die Ost-CDU Ratsmitglied in Kamenz. Die Blockflötenpartei war übrigens keine schlechte Wahl weil man es in ihr leichter nach oben bringen konnte und, anders als bei der SED, die Konkurrenz nicht so stark war. Politisch war es egal, ob man in der SED oder einer ihrer Blockflöten war. Dummerweise kam dem guten Stanislaw dann die Wende in die Karriereplanung.
Ähnlich wie Madam Merkel, die ja auch völlig vergessen, hat dass sie als Politruk, Sekretärin für Agitation und Propaganda für die DDR gearbeitet hat, ging es auch Tillich, der flugs seine DDR Vergangenheit vergaß und als Mitglied der West-CDU wieder auftauchte. Dass die alten Seilschaften hielten, zeigt sein
Werdegang.
Der kleine Wendehals wurde zum sächsischen Ministerpräsidenten gemacht. Es konnte ihm auch nicht schaden, dass seine Verlogenheit und seine getürkten Lebensläufe offenbar wurden. In seinem Kabinett konnte ihm das nicht schaden weil dort ja mit Albrecht Buttolo, Christine Clauß und Frank Kupfer noch drei Blockflöten sitzen.
Eigentlich wäre Tillich in einer komfortablen Situation. Nachdem sogar die Ermittlungen im Sachsen-Sumpf abgewürgt werden konnten, droht ihm keine Gefahr. Zwar wird er nach dem 30. August wieder in einer Koalition regieren müssen, kann das aber vermutlich mit der FDP schaffen. Deshalb ist es um so unverständlicher wenn Tillich sich nun als Lohndumper für die Neoliberalen betätigt.
Seine Forderung nach einer sofortigen Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Fachkräfte aus Osteuropa ist angesichts steigender Arbeitslosenzahlen ein purer Hohn gegenüber den Arbeitslosen. Kommt Tillich mit seinem Plan durch, was nach der Bundestagswahl zu erwarten ist, dann wird es eine neue Runde Lohndumping geben, die Neoliberalen und das Großkapital hätten es wieder einmal geschafft die Deutschen auszutricksen.
Leider ist nicht zu erwarten, dass die Wähler in Sachsen schlau werden. Der Freistaat war ja schon während der DDR Zeit in weiten Bereichen das Tal der Ahnungslosen, und daran scheint sich bis heute nichts verändert zu haben. Die Sachsen werden weiterhin die Partei der Ausbeuter, die CDU wählen.
Allerdings wird es jetzt für breitere Bevölkerungsschichten unangenehm. Nicht nur der einfache Arbeiter, soll durch ausländische Billigarbeitnehmer ersetzt werden, sondern auch die Menschen in guten Positionen. Nachdem Frau Schavan bisher gefordert hatte, dass jeder der 30.000 Euro im Jahr in Deutschland verdienen kann, eine Arbeitserlaubnis bekommen soll, redet sie nun zwar von 50.000 Euro, ihr Ziel ist aber immer noch das gleiche.
Der Mittelstandsbauch an Gehältern soll abgeschmolzen werden. Das betrifft letztendlich alle, die mehr als 30.000 Euro im Jahr verdienen. Durch freien Zuzug von ausländischen Arbeitnehmern will Frau Schavan das Lohnniveau auf maximal 30.000 Euro absenken und somit ihren neoliberalen Freunden vom Großkapital gefällig sein. Gleichzeitig möchte sie Firmen aus Forschung und Entwicklung die Sozialabgaben vollständig ersparen.
Dies soll zwar nur für neue Firmen gelten, aber der Plan ist leicht durchschaubar. Alte Firmen gründen neue Firmen und packen ihre Leute dort hinein und sparen sich so die Sozialabgaben und Lohnanteile. Selbstverständlich müssen alle anderen dann mehr in die Sozialsysteme stecken. Im Endeffekt geht es darum die Sozialsysteme vollständig zu zerstören.
Tillich, Rürup und Schavan sind klassische Beispiele für das, was die Neoliberalen und das Großkapital sogar mitten in der Krise noch anrichten. Es ist höchste Zeit, solche Leute zu stoppen, was aber mit normalen Mitteln in Deutschland nicht mehr möglich ist. Tillich kam mit den dreistesten Lügen durch, Rürup ist jetzt Versicherungsvertreter gegen viel Geld, und die Schavan wird sicher auch gut abgesichert sein, da sie ja noch nebenbei die Interessen von Monsanto und den anderen Genbuden vertritt.
Es ist an der Zeit solche Leute aus der Politik zu entfernen und sie vor Gericht zu stellen.
sehr guter Artikel zu unserem Ministerpräsidenten. Ein Wendehals ohne Zweifel...
Aber der Einstieg ihres Artikels gibt mir ein wenig zu bedenken. Bei den Grenztruppen waren nicht nur 1000 prozentige dabei, glauben sie mir ich spreche da aus Erfahrung. Ich sprech mal Klartext, oft hatten wir mehr Schiss als Vaterlandsliebe. Falls sie mehr Internas als Aussenstehender über die Grenztruppen benötigen, schreiben sie mir einfach.
Nichts für ungut, Thomas
Der kleine Mann auf der Strasse muß anfangen sich zu fragen wie lange lasse ich mich noch von solchen Verbrechern,die sie ja augenscheinlich sind, regieren.Merkel ,Westerwelle und das ganze andere Gesockse muss weg.
ich schätze ihre pointierte Ausdrucksweise sehr. Auch, daß Sie einer von wenigen investigativen Journalisten hier im Lande sind. Nur, woher nehmen Sie Ihre Kenntnisse über den Alltag in der DDR. Zu den DDR-Grenztruppen wurde durchaus auch "gezogen". Und der Schiss - von dem Thomas schreibt - hatte ja seine Gründe. Ich erinnere nur an den kaltblütigen Mörder Weinhold.
Und Sachsen als "Tal der Ahnungslosen" zu diffamieren ist richtig lustig - wo doch heute die totale Ahnungslosigkeit (um nicht Dummheit und Ignoranz zu sagen) bundesweit verbreitet ist. Ansonsten: weiter so! Oder wie sagte unser alter Sportlehrer immer: "Und stehn!"