Die Bahn räumte bisher eine Mitgliederüberprüfung von 173.000 Fällen ein. Das Verkehrsministerium jedoch, so zitiert die Nachrichtenagentur Reuters,
spricht von rund 220.000 Beschäftigten und somit wohl von der kompletten damaligen Belegschaft. Bahnchef Hartmut Mehdorn bestritt zum Zeitpunkt des Datenabgleichs, von selbigem gewusst zu haben, räumte allerdings vor wenigen Stunden - nicht wissend, daß nun 220.000 Überprüfungen im Raum stehen - Fehler ein. Einige Tage zuvor hat er die Massenüberwachungen der Mitarbeiter noch verteidigt und eine Wiederholung nicht ausgeschlossen.
Er bezeichnete den Vorgang als ein "normales Regelverfahren".
Wie unangenehm diese Vorfälle der Deutschen Bahn AG sind, lässt sich auch der Blogger-Szene entnehmen.
Markus Beckedahl hatte vor 2 Tagen ein
"internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung", welches ihm anonym zugestellt wurde, auf seinem Blog
"netzpolitik.org" veröffentlicht.
Daraufhin flog ihm promt eine Abmahnung der Bahn ins virtuelle Haus, welche ihn auffordert, diese Memo sofort wieder vom Netz zu nehmen und eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen.
Ob eine schriftliche Abmahnung folgen wird, bleibt abzuwarten.
Auch der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Dr. Alexander Dix, wurde dahingehend der Vorwurf gemacht. Dieser gab in einer
Pressemitteilung unmissverständlich zu verstehen:
Dass die Deutsche Bahn nun den Vorwurf des Geheimnisverrats durch den Datenschutzbeauftragten erhebt, ist allerdings absurd. Denn der Prüfbericht, den das Magazin Der Stern zur Grundlage seiner Berichterstattung am 21. Januar 2009 genutzt hatte, war vorher von dritter Seite an die Presse geleitet und damit öffentlich geworden. Die Deutsche Bahn hat ihrerseits bereits am 20. Januar 2009 im Detail und im Vorgriff zu den Vorwürfen in einer Pressemitteilung Stellung bezogen. Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, der dem Informationsfreiheitsgesetz des Landes unterliegt, hat bei seiner Erwiderung also kein schützenswertes Geheimnis preisgegeben.
Die Abmahnung gegen Markus Beckedahl dürfte nun aber das genaue Gegenteil von dem bewirken, was damit bezweckt war. Denn jetzt agiert die Blogger-Welt, greift das unliebsame Thema auf und trägt so zur Bekanntheit des Memo bei. Ein durchaus gelungener
Streisand-Effekt gerät nun ins rollen. Zuletzt glückte dies dem - der Partei "Die Linke" angehörigen - Lutz Heilmann mit seiner, gegen Wikipedia eingebrachten, Verfügung.
"Wer Informationen kontrollieren will, erreicht das Gegenteil", lesen wir in
Timo Heuers Weblog. Dem stimmen wir zu.
Hier noch der Wikileak zum Thema:
klick
Der hat das doch nun wirklich nicht mehr nötig mit seinen 44 Mio...
Herr JH, wird das auch noch erkennen wollen :-).
Da bin ich euch leider etwas voraus – aber im Endeffekt nur ganz wenig.
SCHMEISST EUCH DAS DINGEN IN DEN MERKER :-).
die He-Ka-Te
das war doch nicht so ernst gemeint. Ein wenig Spaß muss man doch noch haben.
Sorry, wenn das in den falschen Hals geraten ist.