Wenn es neben Wolfgang Schäuble noch einen deutschen Politiker gibt, der vom Hass gegen seine Mitmenschen scheinbar förmlich zerfressen wird und der keine Möglichkeit ausläßt, anderen weh zu tun, dann ist das Thilo Sarrazin. Bei dem müssen die Hartz-IV-Empfänger verdursten oder verhungern, sollen frieren. Während er bei anderen mit unmenschlicher Härte vorgeht, sind seine
eigenen miesen Geschäfte, genauso wie das unmögliche Verhalten seiner Frau gegenüber Schülern und Eltern, natürlich völlig in Ordnung.
Es ist schon seit einiger Zeit klar, dass es sich der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, auf Dauer nicht leisten kann, mit dem Unsympathen Sarrazin in einer Regierung zu sein, ohne dass er selbst auf seinem Weg nach oben Schaden nimmt. Seit langem brodelt also in Berlin schon die Gerüchteküche, wie Wowereit es intelligent schaffe, Sarrazin ohne Krach loszuwerden. Klar ist auch, dass dessen neue Position ihm ein hohes "Ansehen" unter seines"gleichen" und viel Geld verschaffen soll.
Früher hätte man Sarrazin, der ja außerhalb der Politik bisher keine Lorbeeren ernten konnte, entweder in eine Landesbank oder zum Fernsehen geschickt. Beides bringt heute nicht mehr viel Anerkennung, fällt also aus. Da war es für das Team um Wowereit und die SPD-Führung naheliegend, Sarrazin als Nachfolger von Soffin-Chef Günther Merl vorzuschlagen, der als Chef der Bankenrettung hingeschmissen hat.
Allerdings hat Sarrazin wohl begriffen, warum Merl und vor ihm schon Karlheinz Bentele aus dem dreiköpfigen Leitungsteam zurückgetreten sind. Zwar wurden wie üblich persönliche Gründe genannt, in Wirklichkeit ist der dreiköpfige Lenkungsausschuss aber völlig machtlos. Die eigentlichen Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung werden von einem weiteren Lenkungsausschuss entschieden, der im wesentlichen aus politischen Beamten von Kanzleramt, Ministerien und Bundesländern besteht.
Da alle Fragen der Rettung des Großkapitals von grundsätzlicher Bedeutung sind, war Merl praktisch ohne jede Macht, und Machtlosigkeit ist etwas, das Sarrazin nicht ertragen könnte. Deshalb winkten seine Sprecher auch gleich ab. Verständlich, wenn man weiß, was seine Alternative ist. Er möchte Chef der Bundesbank werden und scheint da auch schon feste Zusagen zu haben.
Natürlich hat er keinerlei Qualifikation für dieses oder irgendein anderes Amt, aber das hat einen deutschen Politiker noch nie gestört. Selbstverständlich ist Sarrazin, auch aus charakterlichen Gründen, weder für den einen noch den anderen Posten geeignet.
Es ist zwar richtig, dass die Rolle der Bundesbank nicht mehr so zentral ist, wie vor der Einführung des Euro. Aber das ist kein Grund, jemanden ohne jedes Verantwortungsgefühl und jeden Ansatz einer humanen Haltung in solch ein Amt zu lassen. Thio Sarrazin ist ein Neoliberaler reinsten Wassers. Mit seiner Menschenverachtung könnte er als Leiter der Bundesbank genau die Weichen stellen, die das Land schlußendlich in den Abgrund führen.
Berlin würde Sarrazin gerne loswerden - aber nicht um den Preis, ganz Deutschland zu ruinieren!
Und allen voran von Jörg Asmussen, dem Nr. 1 Lobbyisten von ungeregelten Finanzmärkten und ABS & Co. im BMF.
http://www.handelszeitung.ch/artikel/Unternehmen-AWP_PRESSE_Asmussen-wird-neuer-Chef-des-SoFFin-Lenkungsausschusses_474924.html
Über Asmussen s. auch:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3127
Man könnte ihn doch als Friedman-Ersatz nutzen.
Ich denke, das bekommt er locker hin. Er wäre beschäftigt mit seiner Selbstbeweihräucherung, müsste sich fleißig Pöbeleien ausdenken, hätte für andere Schandtaten keine Zeit und ich könnte ihn dann einfach abschalten, wenn mir danach ist.
(Oder gar nicht erst einschalten).
"Finanzsenator Sarrazin wechselt zur Bundesbank"
http://www.zeit.de/online/2009/08/sarrazin-bundesbank
Schei*e passiert.