
Ganz so langweilig, wie wir uns das nach den Berichten gestern vorstellten, scheint die gestrige "Mahnwache" von pro Köln nicht gewesen zu sein. Wie indymedia und weitere interessante Portale berichten, seien die 10-15 anwesenden pro-Köln-Anhänger durch "Autonome Nationalisten" verstärkt worden. Ausserdem wurde ein neuer Kongressversuch für den 9. Und 10. Mai 2009 - wieder in Köln - abgesprochen.

Damit nimmt der Rest des Protests ja dann endlich mal Kenntlichkeit an.
Indymedia.de schreibt (das Bild, auf das man klicken kann zeigt übrigens die Tür der - alten Moschee - lt. indymedia ging die Scheibe schon vor der eigentlichen Demo zu Bruch):
Die extrem rechte Bürgerbewegung "pro Köln" ist am Samstag zusammen mit gewaltbereiten Autonomen Nationalisten heute durch Ehrenfeld gezogen, um gegen den Moscheebau zu demonstrieren.
Das haben sich die Köpfe von "pro Köln" wohl anders vorgestellt. Immer wohl bedacht, sich nach außen konservativ-bürgerlich zu geben, ist ihre heutige Mahnwache an der Moschee in Ehrenfeld zu einem Marsch gewaltbereiter Neonazis mutiert.
Die anwesenden zehn bis fünfzehn Mitglieder von pro Köln wurden von mindestens ebensovielen Autonomen Nationalisten aus dem Kölner Umland und einigen Rechtsextremisten aus Sachsen begleitet.
Die
Antifaschistische Aktion Wipperfürth schreibt:
Pünktlich um 11 Uhr marschierte "pro Köln" auf. Im Gepäck diesmal: ein ehemaliges CDU-Mitglied, das wegen seiner antisemitischen Aussagen aus der Partei geworfen wurde, einen schwarzen Christen, der scheinbar dafür bezahlt wurde, vor den vermeintlichen Gefahren der Islamisierung zu warnen sowie einige "Autonome Nationalisten" unter anderem aus Sachsen und dem Ruhrgebiet. Kurzum haben Uckermann & Co. wohl kurzerhand alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Teilnehmerzahl der sogenannten "Mahnwache" in die Höhe zu schrauben. Dabei wurde dann auch die Gefahr, durch die Unterstützung von Personengruppen aus dem eindeutig rechtsradikalen Neonazi-Spektrum die bürgerliche Akzeptanz zu verlieren, bewusst ignoriert.

Und jetzt muss ich doch, was ich eigentlich zunächst nicht wollte, ein paar Worte über Henry Nitzsche verlieren, den man sich mit ins Boot geholt hat. Die Wikipedia-Seite zu ihm ist brandneu, und die beiden nebenstehenden Bilder habe ich von dort - dem Fotografen sei ausdrücklich gedankt. Auf die beiden Bilder kann man klicken, denn ich habe sie mit den Großansichten bei Wikipedia verlinkt. Der Fotograf gibt sie ausdrücklich zur weiteren Verwendung frei. Die intensive Lektüre des
Wikipedia-Eintrags in seiner heutigen, frisch aktualisierten Fassung kann zur ausführlichen Information ebenfalls empfohlen werden. Ich habe mir die Seite allerdings gesichert, denn ich glaube, so, wie sie jetzt ist, bleibt sie nicht lange bestehen.

Henry Nitzsche wurde einer breiteren Öffentlichkeit durch seine Äußerungen über
Multikultischwuchteln, Schuldkult und abfaulende Muslimhände bekannt. Er ist übrigens nicht aus der CDU geworfen worden, sondern von selber gegangen und nimmt sein Bundestagsmandat jetzt als Unabhängiger wahr. Er kandidiert jetzt übrigens auch im Landkreis Bautzen-Kamenz für das Amt des Ausländerbeauftragten mit der Begründung,
dass ein Ausländerbeauftragter sich in erster Linie darum bemühen sollte, den hier ansäßigen Ausländern bei der Organisation ihrer Heimreise behilflich zu sein, anstatt sie beim Aufbau einer dauerhaften Existenz in Deutschland zu unterstützen.
„Dass Ausländer nicht auf Dauer bei uns leben wollen, steht für mich außer Frage. Zum einen bin ich davon überzeugt, dass kein Mensch auf Dauer in der Fremde glücklich sein kann. Zum anderen versichern Medien und Politik regelmäßig und glaubhaft, dass Sachsen und Mitteldeutschland ein Hort für Rechtsextreme ist und Ausländer hier nur in ständiger Angst leben können“, so Nitzsche. Der Bundestagsabgeordnete und AFV-Fraktionschef macht in diesem Zusammenhang auch auf die immensen Kosten aufmerksam, die dem Kreis Bautzen allein durch Asylanten entstehen.
Die Gruppierung von Nitzsche heisst "
Arbeit, Familie, Vaterland", die (Zitat Wikipedia:)
als „Travail, Famille, Patrie“ Wahlspruch des französischen Vichy-Regimes unter Marschall Pétain während der deutschen Okkupation im zweiten Weltkrieg gewesen war und einen Gegenentwurf zu den Werten „Liberté, Égalité, Fraternité“ („Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“) der französischen Revolution darstellen sollte. Im Jahr 2002 hatte der Präsidentschaftskandidat des rechtsradikalen französischen Front National, Jean-Marie Le Pen, die Parole im französischen Präsidentschaftswahlkampf aufgegriffen; anschließend wurde sie 2004 in Deutschland von der rechtsextremen Partei NPD verwendet. Dennoch unterstützte der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen und CDU-Generalsekretär Kurt Biedenkopf Nitzsches Wahlkampfmotto.
Wohlgemerkt, damals noch als Wahlkämpfer für die CDU!
Das schreibt
Endstation Rechts über die Kandidatur.
Nun ja,
die süddeutschen Idioten sind schon ganz begeistert, und
die NPD hat ihre Stimmen bereits zugesagt. So schließt sich der - deutsche - Kreis.
Hier haben wir ein Video, in dem sich Nitzsche zum Lissabon-Vertrag auslässt:

Aber Henry Nitzsche hat auch europäische Ambitionen: schließlich steht der Termin für die Wiederholung des im September in die Hose gegangenen Pro-Anti-Islam-Kongresses bevor. Der 9. und 10. Mai 2009. Ich sach' ma': Wir werden auch da sein!
deze bijdrage ward vertaald en overgewerkt door morbus kitahara Toch zo vervelend, als wij ons dit na de berichten gisteren voorstelden, schijnt de Pro-Köln-Wake gisteren niet geweest te zijn. Zoals Indymedia en andere interessante Portalen vermelden, we ...