Gestern fand in Frankfurt wieder eine
Sternstunde der deutschen Justiz statt. In bekannter Art und Weise bügelte sich dieses Gericht die Wahrheit so zusammen, wie es sie als staatstragendes und systemstützendes Gericht sehen wollte. Diesmal ging es um die Opfer von betrügerischen Banken und Finanzberatern, die natürlich für das Landgericht Frankfurt keine Opfer sind, weil dieses Landgericht ja nicht nur die Rechten schützt, sondern natürlich auch das betrügerische Bankensystem in der Stadt und in Deutschland.
Das Landgericht Frankfurt wies die Klage eines Betroffenen zurück. „Eine fehlerhafte Beratung“ seitens der beklagten Frankfurter Sparkasse sei „nicht ersichtlich“, begründete der Vorsitzende Ulrich Gebhard seine Entscheidung (Az.: 2-19 O 62/08). Die Kläger, ein Ehepaar aus Bad Soden, haben 12.000 Euro in Lehman-Zertifikate investiert und vermutlich verloren.
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Doch das Bonitätsrisiko der Investmentbank Lehman Brothers war zum Kaufzeitpunkt Ende 2006 „eher theoretischer Natur“, sagte Gebhard, was die zahlreichen Zuschauer im Saal 123 des Gerichts geräuschvoll zur Kenntnis nahmen. Der Kunde sei wahrheitsgemäß aufgeklärt worden und habe außerdem die Möglichkeit gehabt, dem Berater Fragen zu stellen. Der sollte zudem einen Ausfall des Papiers als „völlig ausgeschlossen“ hingestellt haben. Doch laut Gericht wäre das nur als „persönliche Einschätzung des Beraters“ zu sehen gewesen. Letztlich war dieser Punkt aber nicht bewiesen worden.
Diese Lageeinschätzung des Richters Gebhard ist natürlich völliger Schwachsinn. Wer sich 2006 beraten ließ, bekam überall zu hören, dass es überhaupt gar kein Risiko geben würde. Die Ackermänner drängten nach immer höheren Profiten, und unsere verkommene Politik jubelte sich von einem Orgasmus zum anderen, wenn wieder ein paar tausend Arbeitsplätze vernichtet wurden, während die Renditen stiegen, ohne Steuern oder Sozialabgaben zu erbringen.
Selbst 2006 war es für jeden absehbar, dass diese Geschichte knallen würde. Bereits im März 2006 wurde auf Duckhome vor einem Platzen der Blase gewarnt, damals ging es um die Schering-Übernahme und um Francis Fukuyama, der mit seinem Buch "Scheitert Amerika?" als Neoliberaler selbst die Systemfrage gestellt und negativ beantwortet hatte. Richtig ist allerdings, dass auch Duckhome damals noch nicht die Weltwirtschaftskrise und die Große Depression vorausgesagt hatte, weil auch hier noch niemand wusste, wieviel Betrug bereits im System steckte.
Dieser Betrug war aber zu diesem Zeitpunkt für jeden Banker, dessen Beruf ja derartige Betrügereien sind, gut erkennbar. Das ist genau wie bei einem Versicherungsvertreter, der heute noch Lebensversicherungen verkauft, obwohl er wissen muss, das alle Zahlungen schon heute praktisch verloren sind. Aber selbst wenn man annimmt, der Verkäufer habe damals in gutem Glauben gehandelt, so musste dieser gute Glauben doch spätestens im Sommer 2007 enden.
Eine Sparkasse, die ihre Kunden sonst wegen jedem Blödsinn anschreibt, hätte ihre Kunden spätestens da auf das immens gestiegene Risiko aufmerksam machen müssen. Ein Risiko, das für Otto Normalbürger vielleicht nicht erkenntlich war, bei Wirtschaftsfachleuten aber zu dieser Zeit schon lange Tagesgespräch war. Bei Duckhome gab es 2007 keinen Monat, in dem nicht auf das Ende hingewiesen wurde.
Natürlich ist das Landgericht Frankfurt nicht daran interessiert, den Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen, sondern nur darum bemüht, ein verlogenes System zu schützen. Deshalb sind Klagen gegen die Banken in Deutschland auch völlig witzlos. Die Betrogenen in den USA haben da bessere Chancen, weil dort selbst die Staatsanwälte daran interessiert sind, ihren Bürgern zu nützen, da sie vielfach Wahlbeamte sind.
Solange bei uns ein Ackermann gegen das Aktienrecht verstoßen darf und Banker bleiben kann, ist der Justiz nicht zu trauen. Solange ein Peter Hartz mit Bewährung davonkommt und ein Pierer gar nicht erst angeklagt wird, ist von dieser Klassenjustiz nichts zu halten. Das Landgericht Frankfurt ist da nur ein besonders unrühmliches Beispiel, aber kein Einzelfall.
ABER (und unabhängig vom konkretem Fall):
Ein ganz wenig und zumindest ein bisschen muss sich auch jeder, der nun Epochenwährung verloren hat, an das eigene Riechorgan fassen (ist ja nicht neu, wollte es nur feststellen).
Wie ich hier im Blog schon schrieb, warnte bereits 2001, wo sich alle noch in der New Economy sonnten, bereits der geniale Autor Günter Ogger in seinem Buch "Der Börsenschwindel" vor den kommenden Folgen. Von Wirtschaftskrise war damals weit und breit nichts zu sehen/hören, denn da wäre politisch wohl kaum die Euroeinführung zu halten gewesen.
Sie war aber nicht sicher. Er wurde betrogen ohne es zu wissen.
Du hast schon sehr seltsame Ansichten.
Möchtest du vielleicht ein paar Lehman Zertifikate kaufen, die fallen garantiert nicht mehr im Wert.
Komiker gibt es.
Anleger sehen nur noch auf die Rendite, beim Risiko hören sie Weg.
JEDER der Geld anlegt MUSS wissen, je höher die mögliche Rendite, um so höher das Risiko!
Wer zu doof ist oder ignorant, soll das Geld unter die Matratze legen...
Sie glauben den Scheiß nämlich der ihnen erzählt wird.