Wenn ich jetzt hier von der Tochter meiner Nachbarin erzähle, dann nicht ohne Grund. Es ist abgesprochen und ausdrücklich erlaubt.
Folgendes hat sich vor wenigen Tagen zugetragen:
Aktuell besucht Marina die 9. Klasse einer Realschule. Zur Zeit wird im Unterrichtsfach Geschichte das Thema des Nationalsozialismus besprochen. Den üblichen Lehrstoff kennt man, selbst wenn man noch nicht in der 9. Klasse ist. Dagegen ist auch nichts einzuwenden - es ist gutzuheißen.
Vergleiche zur aktuellen Politik sind aber keineswegs erwünscht, und genau das musste Marina jetzt feststellen.
Marina ist mit ihren 14 Jahren Lebenserfahrung - was nicht unbedingt viel ist - ein sehr offener und lernbereiter Mensch. Sie interessiert sich in besonderem Maße für Politik, und so kam es ihr gelegen, zum Thema Nationalsozialismus eben ihre eigens beaobachteten Parallelen zur aktuellen Politik in den Unterricht mit einzubringen. Ein Kind in ihrem Alter beherrscht nicht unbedingt zu jeder Zeit die diplomatische Wortfindung, aber das ist auch weniger relevant. Jedenfalls, was die Thematik an sich betrifft. Dem Geschichtslehrer gefällt dies nicht unbedingt, aber - und das ist jetzt eine ziemlich neue Erfahrung für uns Erwachsene - er gibt Marina recht, sie dürfe es bloß so nicht sagen.
Marina: "Wenn ich mir das Thema Terror und die deutsche Gesetzgebung so betrachte, muss ich feststellen, dass wir gar nicht so weit vom Nationalsozialismus entfernt sind. Und der Herr Schäuble ist wohl der Boss."
Lehrkraft: "Da gebe ich dir recht, das stimmt wohl so. Aber das darfst du so nicht sagen."
Marina hat, meines Erachtens nach, einen wunden Punkt im System erfolgreich angekratzt. Es liegt nun an uns, dem System zum Aufstehen zu verhelfen.
Wenn wir sehen, dass eine Richtung im System eingeschlagen wird, die gefährlicher nicht sein kann, haben wir uns zu erheben und zu kämpfen. Wir dürfen niemandem den Mund verbieten, schon gar nicht, wenn wir ihm auch noch - hinter vorgehaltener Hand - recht geben. Wir haben zu unseren Meinungen zu stehen und etwas zu unternehmen. Ob Schüler, Lehrer, Arzt oder Hartz-IV-Empfänger: WIR SIND DAS VOLK.
So abgedroschen und verbraucht dieser Ausspruch mittlerweile auch klingt - es ist und bleibt die Wahrheit.
Lehrkraft: "Da gebe ich dir recht, das stimmt wohl so. Aber das darfst du so nicht sagen."
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Klingt übel.
Gab es eine Begründung?
Wegen Berücksichtigung "korrekter" Umgangsformen in öffentlichen Debatten oder wegen drohender staatlicher Repressalien?
Zitat:
"WIR SIND DAS VOLK"
JA!
Das Lob dafür, das er ihr höflich mitteilte, das man die Wahrheit nicht öffentlich aussprechen darf. Nicht einmal in der eigenen Realschule.
Und die Zwangsversetzung hat er dafür verdient, daß er die Äußerung der 14jährigen auch noch gut benotet hat!
Liberalität hin, Neofaschismus in neuem Gewand her. Das Problem, das Deutschland hat, ist der Umstand, das die Nachfolgepartei der NSDAP mal wieder kräftig dabei ist, die Macht im Land an sich zu reißen - und dies unter der Ägide einer FdJ-Agitatorin!
Wenn man sich das einmal genauer anschaut, kann man nur den Kopf schütteln. Aber noch sind wir nicht so weit, das wir an den Schulen politische Kommissare brauchen, die den Schülern einbläuen, welche Denkungsart sie gefälligst zu haben haben. Und genau dies wären nämlich politische Lehrer an den Schulen: Lehrer des Systems! Und diese würden auch das System dann entsprechend vertreten.
Erinnert sich noch einer an den Aufruf der deutschen Polizeidienststellen, merkwürdiges Verhalten der Nachbarschaft umgehend via Internet zu denunzieren?!
Das hängt da nämlich auch mit drin! Es wird Zeit, das mit dieser Obrigkeitshörigkeit im deutschen Volk endlich einmal abrechnet wird. Sonst kriegen wir dieses Land niemals wieder so in Schuß, daß unsere Enkel hier leben wollen.
MfG
Krass! Aber die Aussage von Marina, einer 15 jährigen, ist meines Erachtesns richtig. Ich stimme dem voll zu und meine dass man das auch begründen kann. Dazu müsste man aber dazu absolut firm in Geschichte sein, zum Beispiel die Nationalsozialimusgeschichte. Ich bin mir fast sicher, dass man da Parallelen erkennen kann. Ich denke das Problem liegt im Bildungssystem, da darf man eben nichts mehr bewerten. Weil wir ja so liberal geworden sind. Weder bestimmte Glaubensrichtungen, Sekten, oder auch die Politik. Gibt es eigentlich ein Fach für politische Bildung. Ich weiß jeder kann sich selbst politisch bilden. blablabla. Aber eine 14 jährige kann das eben nicht überblicken, behaupte ich. Da muss ein Erwachsener her, der jede möglich politische Richtgung, Gruppierung, Partei auf Kindgerechte Weise beschreiben und erklären kann. Danach kann dann auch ein Kind anfangen sich selbst politisch zu bilden, oder auch nicht. Aber wo sind die Politikstudenten die dann in die Lehre von Schülern gehen? Ich kenne keinen.
Viele Grüße
Marcus Radisch
Gerade die heute 14 jährigen werden übrigens das aufräumen müssen, was unsere jetzigen Politiker angerichtet haben.
genau das ist meine Meinung und Aussage im 1. oder 2. Satz(je nachdem dem ob Krass! ein eigener Satz ist).
Aber es ist eben Politik, die nicht von jedem Kind sofort verstanden und richtig gedeutet wird. Deshalb denke ich wäre ein Fach mit politischer Bildung in der Schule sehr förderlich.
Nicht weil ich Marina irgendetwas unterstellen möchte, aber, wenn selbst Erwachsene ab und an an die Grenzen stoßen, die Dinge der Politik zu verstehen, so ist das doch bei Kindern nicht anders. Ich bin dagegen seine politische Bildung einzig und allein auf die Medien zu beschränken, denn da fehlen oft die Geschichtlichen zusammenhänge, zum Beispiel warum es überhaupt ein BKA, BSI oder einen BND gibt. Und solche Sachen. Dafür ist meines Erachtens die Schule mitverantwortlich.
Viele Grüße
Marcus Radisch
Das soll nur ein Erklärungsversuch sein und um Gottes Willen nicht bedeuten, dass das OK ist.
Leute, bin ich zu idealistisch?
Ich bin der Meinung, daß ein Schüler (und jeder andere Bürger selbstredend auch) sagen darf, was er will, ohne daß das irgendwelche Konsequenzen hat.
Direkte Beleidigungen mal ausgenommen.
Ich ging bisher immer noch davon aus, daß in diesem Land die Meinungsfreiheit garantiert sei.
Wenn ich das hier aber überdenke. kommen mir langsam Zweifel.
Das man nicht ernst genommen wird, obwohl man recht hat, ist zwar ärgerlich, aber in einer Meinungsvielfalt wohl unvermeidbar. Irgendeine andere Konsequenz darf freie Meinungsäußerung aber nicht haben.