Neuerlich wird unter der Jägerschaft das Problem der rückgängigen Population bei
Fasanen im Bundesgebiet diskutiert. Der
Landesjagdverband Stuttgart spricht die Empfehlung aus, dass die Landwirte im kommenden Jahr auf das Ausbringen von Produkten mit dem Wirkstoff Clothianidin verzichten mögen. Und zwar so lange, bis ausgeschlossen werden kann, dass dies nicht Ursache des Fasanensterbens ist. Landwirte werden aufgerufen, die natürliche Fruchtfolge zu nutzen.
Bei Clothianidin handelt es sich um ein Kontakt- und Nervengift und ist der
TRGS 515 () zuzuordnen, in der sofortiges Reinigen der Haut sowie Kleidung angeraten wird. In Frankreich und Kanada ist dieser Wirkstoff verboten.
Vögel werden durch den Insektizidwirkstoff Clothianidin beeinträchtigt. Dies ist aus der Produktbeschreibung seitens BAYER sowie aus dem
Factsheet der EPA.gov () zu entnehmen. Außerdem ist es [mäßig] giftig für Säugetiere und beeinflusst Fortpflanzung sowie Entwicklung.
Schon als sich der Wirkstoff 1999, damals von dem Hersteller "Takeda", noch in der EU Zulassungsprüfung befand, wußte man bereits von der Letalen (tödlichen) Dosis in Bezug auf Bienen. Bei oraler Aufnahme von 3,79 ng/Biene starben nach 48Std 50% der Bienen; durch den Kontakt reichten 44 ng des Wirkstoffes Clothianidin bei ebenfalls 50%iger Sterberate in nur 48Std. Ähnliches wurde damals bereits bei der Wachtel beobachtet, desweiteren waren Karpfen und Forelle aufgeführt. Der Wirkstoff war in der Bienengefährdungsklasse B1
Wo aber die EPA.gov heute schon einen Schritt weiter ist, nämlich mit dem Hinweis auf die Toxidität bei Honigbienen, hängt BAYER in ihrer
Produktbeschreibung () nicht nur hinterher, sondern verschweigt wohlwissend die Giftigkeit, die von mehreren Instituten (zb. auch der
Zulassungsbehörde PMRA) nachgewiesen wurde. So auch das Julius Kuhn Institut in Braunschweig.
Nach der Laboranalyse von verendeten Bienen
stellte das Institut unmissverständlich fest, dass der Wirkstoff Clothianidin Hauptursache für das Bienensterben ist und Bienenkrankheiten eine weniger relavante Rolle spielen.
Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sieht es nicht für notwendig die Informationen über die Toxidität bei Bienen zu ändern:
Nicht ganz am Thema vorbei, lässt nun die EU-Kommission verlautbaren:
"Die EU-Kommission will verstärkt für Gentechnik in der Landwirtschaft werben. Die fehlende Akzeptanz sei eine Folge von Informationsdefiziten in der Bevölkerung",
zitiert taz die Frankfurter Rundschau.
Clothianidin wirkt im Endergebnis auf die Informationsübertragung an Synapsen. Diese Informationsübertragung gehört zu den zentralen Lebensvorgängen. Es gibt eine weitere Stoffgruppe, die, obwohl in der chemischen Struktur unterschiedlich, an der gleichen Stelle angreift: Die Nervenkampfstoffe Sarin, Tabun, Soman und VX. Zwar mögen Struktur und Angriffsmechanismus im einzelnen unterschiedlich sein, aber im Endergebnis läuft es jeweils auf das Gleiche hinaus: den Eingriff in zentrale Lebensvorgänge.
Alle Nervengifte wirken auf die Synapsen, stören oder unterbinden deren Funktion. Entweder blockieren sie Neurotransmitter, oder aber sie ähneln den Transmittern und übernehmen so deren Funktion. Das kann zu Störungen des vegetativen Nervensystems, bis hin zum Versagen des gesamten Organismus führen.
Die Informationsübertragung über Nerv und Synapse findet in dieser Weise nicht nur bei Bienen, sondern wahrscheinlich bei
allen anderen Insekten ebenfalls statt. Insekten tragen den größten Teil zur Befruchtung von Pflanzen bei. Eine Unterbrechung hätte in diesem Kreislauf schwerwiegende, zerstörerische Folgen für Mensch und Tier. Wer den Kreislauf stört, stört das Leben!

[Wirkungsweise am Beispiel Sarin]
"Clothianidin ist ein Neonicotinoid und wirkt bei Insekten durch die Unterbrechung der Reizweiterleitung im Nervensystem des Schädlings. Es blockiert die Anlagerung von Acetylcholin an der Postsynaptischen Membran. Bei den Zielobjekten des Pestizids wird die Nahrungsaufnahme bereits nach kurzer Zeit eingestellt und die Insekten sterben in der Folge ab. Die hohe Wirkungsstärke führt dazu, dass die Symptome bei Blattläusen bereits 15-30 Minuten nach der Aufnahme beginnen, bei der Weißen Fliege nach 1 Stunde. Auch wenn die Insekten erst nach 24 Stunden absterben - die Störung der Nahrungsaufnahme ist unumkehrbar [..] Uns ist unverständlich, wie Bayer CropScience aus einem drei Wochen dauernden Experiment auf die 'langfristigen Auswirkungen' von subletalen Dosen Clothianidins auf Honigbienenvölker schließen kann."
Bemängelt werden die BAYER-Studien, die keine Berechnungen aufstellen wonach die Konzentration des Giftes durch aufeinanderfolgend gleichbehandelte Kulturen zunimmt. ()
BAYER hat eine "Statistik" vorgelegt. Jeder weiß, das die Mindestforderung an eine Statistik ist, dass sie 1. dem Gegenstand gerecht wird und 2. das beschreibt, was sie zu beschreiben vorgibt. Eine 3 Wochen andauernde Untersuchung an Bienenvölkern kann - mit äußerstem Wohlwollen -
vielleicht erste Hinweise über die Auswirkungen gestörter Bienenvölker geben, aber keinesfalls darüber hinausgehende Auskünfte, erst recht nicht, wenn sie andere Lebewesen oder gar Menschen betreffen könnten.
Die Wiederzulassung am 25.6.08 durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist umso unverständlicher, als mittlerweile
eindeutig feststeht, dass der
Wirkstoff Clothianidin schuld an dem Bienensterben war. Wir fordern
sofortiges Markt- u. Anwendungsverbot und
unabhängige Laboruntersuchungen bei den nun gestorbenen Fasanen.
Des weiteren bestehen wir darauf, auch bereits bei Gesundheitsbehörden gemeldete, Fälle und Ergebnisse des plötzlichen Forellentodes
offenzulegen.
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Weitere Informationen:
Gen-Mais macht Mäuse mürbe
Pestizide sind verantwortlich für das Massensterben von Bienen
NABU -
Ich glaub´ ich spinne!!! Diese Waffenfetischisten und "ich-mach-mir-kurz-vor-weihnachten-noch-mal-kostenlos-die-truhe-voll-zeitgenossen" sollten sich mal an die eigenen Nase fassen.
Ich wohne in einem ländlichen Gebiet, in dem die Fasanenpopulation seit Jahren langsam sinkt. Als ich im vergangenen Jahr jedoch den Kommentar eines "Waidmanns" auf die Frage "auf was geht Ihr denn?" mitbekam, blieb mir fast die Spucke weg: "FASANE" !!!
Und im nächsten Jahr Füchse, weil es im Jahr zuvor soviele Fasane gab, was? Hauptsache ballern! Schon mal was von natürlichem Gleichgewicht gehört, Ihr Hobby-Krieger?
Diesen Typen sollte man ihre Ladungen in den eigenen Allerwertesten jagen.
Sorry für die Ausraster - das Handwerk und Hobby des Waidmanns ist für mich seit Jeher ein rotes Tuch.
Er meinte mittlerweile rennen ihm sogar die Japaner die Bude ein, denn KEIN MENSCH wolle heute noch mit Gift sich sein eigenes Grab schauafeln. Hat sich wohl noch nicht ganz rumgesprochn, Monsanto, wat?!