Ihre Weltkarriere begann in den USA - gezwungenermassen, denn wegen ihres Engagements durfte sie bis 1990 nicht mehr in ihr Heimatland einreisen:
In Südafrika herrschte Apartheid:
Es trennte Schwarze, Weisse und "
Kleurlinge", die Hautfarbe bestimmte die politischen Rechte, wie
hier schon ausgeführt.
"The Click Song" feiert die Sprache ihres Volkes, der Xhosa:

Die Welt sah eine selbstbewusste, schwarze Frau, und ich behaupte mal, ohne Makeba keine Rückführung der Saartje Baartman, bzw. das, was von ihr noch übrig war.
Wie, Sie kennen Saartje (Sarah) Bartmann nicht? Sarah Baartman, die "
Hottentotten-Venus" war eines der ersten Opfer dessen, was ich den "wissenschaftlichen Rassismus" nennen möchte: Zunächst war sie Hausmädchen am Kap, dann kam sie nach London und wurde dort erstmalig ausgestellt.
1815 kam sie unter einem neuen Impresario, dem Dompteur (sic!) Réaux, nach Paris und erregte wiederum großes Aufsehen, diesmal vor allem bei der Wissenschaft. Sie wurde im Jardin des Plantes versammelten Ärzten, Anatomen und Naturgeschichtlern nackt vorgestellt und von professionellen Graphikern porträtiert. Ende 1815 verstarb sie angeblich an einer Lungenentzündung.
Nach ihrem Tod:
Der Anatom Georges Cuvier führte eine Sektion durch. Skelett, Gehirn und Geschlechtsteil (sic!) wurden konserviert, nachdem vom Körper ein Gipsabdruck angefertigt worden war.
Ihr Körper, bzw das, was davon übrig geblieben war, wurde noch bis 1976 in einem Pariser Museum ausgestellt. Die oben zitierten Überreste wurden von Frankreich erst 2002 herausgegeben und mit einem Staatsbegräbnis unter Anwesenheit des Staatspräsidenten beigesetzt. Wie wichtig ihre Geschichte für die nationale Identität Südafrikas ist, kann man an
dieser Seite sehen.
Warum erzähle ich das in einem Nachruf auf Miriam Makeba? Makeba war nicht nur ein ermutigendes Beispiel für eine selbstbewusst Schwarze, sondern auch für eine selbstbewusste schwarze
Frau.
Die Apartheid ist - zumindst formal - nicht verschwunden. Ihre
Waffenträger haben sich einen zivilen
Wirkungskreis gesucht und der Name "
Executive Outcomes" steht dafür. Das großniederländische Reich, Dietschland, soll - natürlich - auch Südafrika umfassen. Da die entsprechende Website offensichtlich vom Netz genommen wurde, muss
das reichen. Es gibt
Gewalt gegen Ausländer, die unbeanstandet "
Pogrom" genannt wird...
Südafrika ist weiter im
Umbruch. Für Miriam Makeba wäre noch viel zu tun gewesen.
Manchmal habe ich mich ernsthaft gefragt, ob ich noch auf dieser Welt bin (in Südafrika kann man zur Voodoheilung menschliche Leichenteile [die nicht unbedingt von natürlich gestorbenen Menschen stammen] auf dunklen Märkten kaufen; die Menschen basteln aus Elefantendung und Altmetalldrähten "Sovenirs" zum verkaufen um sich etwas zu essen kaufen zu können).
Eines der größten Probleme der Zukunft wird nicht so sehr der sog. Terrorismus oder die div. ökonomischen Krisen sein, sondern das Problem der tödlichen Infektionskrankheiten, vor allem Aids. Bis vor kurzem predigte noch die (wohlbemerkt) schwarze Regierung, dass man Aids mit heißen Duschen kurieren kann...
Und - viele Schwarze bzw. Coloureds haben mir hinter vorgehaltener Hand gesagt, dass die Apartheid auch Vorteile hatte!
Ich wünsche jedem, der der Meinung ist, dass früher alles in ZA schlecht und heute alles schön und toll ist, dass er nur mal eine Nachtschicht in einer Notfallaufnahme in einer Klinik einer Großstadt arbeiten soll. Dann weiß er, was das Leben dort wert ist - rein gar nichts! Ich selbst habe mehrfach Morde in unmittelbarer Nachbarschaft miterlebt (natürlich nicht live, eben die Folgen, wenn eines morgens die Nachbarn tot waren)!
Südafrika ist von der restlichen Welt vergessen worden! Das stellt sich auch ökonomisch dar. Der Rand (Währung) war bis Anfang der 80ziger Jahre mehr wert als der US Dollar, seitdem ist der im freien Fall und hatte zur Euroeinführung seinen absoluten Tiefpunkt erreicht! Das sagt auch einiges.
Ich glaube nicht, dass die Fußball WM in Südafrika stattfindet. Bis dahin ist höchstwahrscheinlich das Land in einen Bürgerkrieg verstrickt. Leider, denn es ist für mich das schönste Land auf dieser Kugel!
Ich bin vor knapp einem Jahr von dort wegen der nicht mehr zu händelnden Schwerstkriminalität geflohen und eine Rückkehr schließe ich definitiv aus.