Dieser Wunsch setzt sich immer mehr durch. Eine internationale und multikulturelle Gruppierung, die ihn vertritt ist das resistingwomen.net. Das ist die Selbstdarstellung vom 8. März 2007:
This blog fights for women’s right to think, emancipate themselves, resist and invent another possible world, far from a World’s New Order of any kind…
The Resisting Women Project aims to create a space for analysis and dialogue about women’s fights for emancipation and rights to live, think, resist and create another possible world , far from a World’s New Order of any kind… This information webblog is part of this project.
Be Welcome and Enjoy,
E-Leon’E
Es ist Teil des Resisting Women Projects, das 2007 auf dem Welt-Sozialforum in Nairobi/Kenia ins Leben gerufen wurde und versteht sich als Informations- und Analyseplattform, die Menschen, Gruppen und Aktionen zusammenbringen will und so zum intellektuellen, strategischen und politischen Diskurs beitragen will.
Frauen, lasst uns uns weigern, Geiseln das Zusammenpralls der Zivilisationen zu sein!
Der Aufruf lautet (leicht gekürzt)wie folgt:
Frauen, lasst uns uns weigern, Geiseln das Zusammenpralls der Zivilisationen zu sein!
Das Clash of civilisations-paradigma hat sich in den vergangen Jahren verselbständigt: es durchdringt Diskurse und Praxis in vielen Regionen der Welt, im Norden so gut wie im Süden, verändert menschliche und soziale Beziehungen und beeinträchtigt internationale Kontakte auf allen Ebenen.
In diesem eminent symbolischen Krieg wurden die Körper der Frauen, ihr freier Wille und ihre Kämpfe zu Geiseln genommen. Es ist wahr: die Situation des neuen Krieges, zur gleichen Zeit real und phantasiert führte zum Wiederauftauchen der Werte Kraft, Männlichkeit, Potenz in ihrer kriegerischsten, kurz, in ihrer aggressivsten und zerstörerischsten Bedeutung: Manchmal werden Frauen, im Namen des Kampfes gegen den imperialistischen und kolonialistischen Westen, auf eine konservative Lesart religiöser Traditionen eingeengt; oder es wird, im Namen einer rein formalen Interpretation universalistischer Werte wie Gleichberechtigung und Frauenrechte, ein Krieg mit imperialistischem Beiklang erklärt, der sich gegen soziale Gruppen, Nationen und Völker richtet, gegen ihre Kultur, ihr Recht, selbständig zu denken, etwas zu erfinden – kurz: Frauen laufen Gefahr, in modernisierter Art und Weise von Anderen aufgrund deren Autorität zum Objekt reduziert zu werden, weil es in deren Kampf nützlich ist. Oder sie sind Mittel zum Zweck bzw. werden erniedrigt von eben jenen Gruppen: Vergewaltigungen in Kontext eines Krieges, intensive Normierung des emotionalen und sozialen Lebens von Frauen, ideologisches Hijacking ihrer Geschichte und ihrer Kämpfe. Es besteht ein erhöhtes Misstrauen gegenüber autonomer feministischer Forschung, man bestreitet die Existenz unterschiedlicher Wege zur Emanzipation ausserhalb anerkannter Kreise...
Die Welt in einen Krieg im Namen der Zivilisation zu führen und vorauszusetzen, man befreie dadurch die „Barbaren“ macht das Leben der Frauen jeden Tag ein wenig schwieriger, während Frauen immer und überall noch genauso unter patriarchaler Unterdrückung und dem in wirtschaftlichem Elend mündenden ökonomischen Liberalismus leiden, wie sie unter den Auswirkungen jenes verdeckten Krieges leiden, der sie als potentielle Feindinnen jener Frauen herausstellt, die für emanzipiert gehalten werden.
Die ideologische Konfrontation behindert den Dialog unter den Feministinnen selbst, führt der Bündelung der Frauenkämpfe Schaden zu, teilt die feministische Bewegung zutiefst, schwächt sie gefährlich, gerade zu einer Zeit, in der die Misshandlung der Rechte, Sprache und Freiheit der Hälfte der Menschheit wahrlich nach einer gemeinsamen Mobilisierung ruft. Insbesondere werfen religiöse Themen wie „der Kopftuchfall“ oder die Forderung der Frauen nach dem Recht auf unabhängiges Denken in Fragen von Spirtualität und interkulturellen Beziehungen viele Gräben unter den AktivistInnen auf.
Wie können wir heute den Diskurs zusammenfassen, der durch die kürzlich abgelaufenen Transformationen und Spaltungen in der Schwebe blieb und uns gleichzeitig auf eine Analyse der aktuellen Notwendigkeiten und Kämpfe für Frauen abstützen? Wie und in welchen Begriffen können wir in all unserer Unterschiedlichkeit den Imperativ festlegen, der alle Kämpfe zusammenführt? Unter welchen Losungen? Haben wir AktivistInnen, jenseits aller alten oder neuen Meinungsverschiedenheiten, noch einen gemeinsamen Bezugspunkt? Oder führen wir die feministischen Kämpfe ferne vom Clash of civilisations-paradigma? Wie brandmarken wir den letzteren im Namen einer "anderen möglichen Welt" - indem wir den Kämpfen von Frauen ausdrücklich vertrauen? Wie verbinden wir Feminismus mit anderen politischen und sozialen Kämpfen um Emanzipation und wie positionieren wir dies innerhalb der weltweiten Bewegung für Alternativen zur neoliberalen Globalisierung? Der Schlüssel liegt in der Tat darin, zu analysieren, wie die kapitalistischen, nationalistischen, religiösen oder kulturellen "Schlachtordnungen" wirken, damit wir einen gemeinsamen Raum eröffnen können für den Aufbau globaler Alternativen. Wir müssen dabei zwei Fallen zugleich vermeiden: absoluten kulturellen Relativismus und einen "abstrakten" und vorherrschenden Universalismus.
Das unterscheidet sich vom hiesigen, mittlerweile aus meiner Sicht vorwiegend selbstbezogenen, kulturalistischen Mittelstands- und Karrierefeminismus doch ganz erheblich!
Eines der wesentlichen Ergebnisse ist das mehrsprachige blog resistingwomen.net, das auch zu anderen globalen Initiativen verlinkt. Die Lektüre kann sehr empfohlen werden, ÜbersetzerInnen sind willkommen.
Einige aus meiner Sicht wichtige Beiträge:
Scharia - von den Anfängen bis zum modernen Rechtsstaat
Von Halima Krausen
Der Begriff Scharia umfasst heute ein weites Spektrum von Bedeutungen. Es reicht von der Grundbedeutung eines Weges in Richtung auf ausgewogene, menschenwürdige und die Schöpfung erhaltende Gerechtigkeit über ein in einer gegebenen Zeit und Region real existierendes Rechtssystem bis zu Bruchstücken von Ritual, Familienrecht und Strafrecht. Besonders Letzteres wird oft instrumentalisiert und sorgt für Schlagzeilen. Innerhalb dieses Spektrums verbinden Muslime in Deutschland je nach Herkunft mit der Scharia die unterschiedlichsten Vorstellungen. Die oft gestellte Frage, ob "die Scharia" mit den Erfordernissen der Moderne bzw. mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vereinbar sei, birgt deshalb die Gefahr großer Mißverständnisse.
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eine Debatte zwischen Heba Raouf Ezzat und Emran Qureshi
Emran Qureshi, Journalist und Experte für Islam und Menschenrechte, und Heba Raouf Ezzat, Dozentin für Politologie an der Universität Kairo, debattieren in ihrer Korrespondenz über die Rolle der Scharia in den islamischen Ländern und über die Frage, ob sie mit den Menschenrechten vereinbar ist.
Emran Qureshi ist Journalist und Experte für Islam und Menschenrechte und Fellow am Carr Center for Human Rights Policy an der Harvard University. Er hat 2004 das Buch The New Crusades, Constructing the Muslim Enemy veröffentlicht.
Heba Raouf Ezzat ist Dozentin für Politologie an der Universität Kairo, Publizistin und islamistische Frauenrechtsaktivistin.
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Nahid Keshavarz und der One Million Signature Campaign
I’ve known Jelve since the early 2000’s. Along with her friends, she attended the Women’s Cultural Center’s speak-out event, "Resisting Violence Against Women," in Laleh Park on International Women’s Day in 2003. She and her friends had been working on violence against women issues and were eager to share their experiences and learn from others. Jelve strongly believed in consciousness-raising among women on the issue of violence as a form of resistance. Jelve and her friends worked to make violence against women a public issue. They held workshops on gender-based violence, broke taboos by speaking about sexual violence in the home, and advocated for women’s rights and legal reform to protect victims of violence.
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Hand in Hand gegen Zwangsheirat - so lautet der Titel der Rotterdamer Initiative, die am 15. Juli im Kreuzberg Museum in Berlin vorgestellt und diskutiert wurde. Auf dem Podium saßen unter anderem Marianne Vorthoren von der Stiftung SPIOR, die das Projekt in Rotterdam initiiert und angeleitet hat, und Prof. Tariq Ramadan, der Schirmherr dieses Projekts ist und sich inhaltlich mit der Thematik auseinander gesetzt hat.
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by Catherine Raissiguier
How shall we analyse feminist new movement NPNS’ ability to garner so much political support and to sustain the kind of media visibility that they have since their eruption – with their catchy slogan "Neither Whore Nor Submissive" – on the French political scene? Young women who wear the scarf, young men who perform extreme forms of masculinity in the banlieues, along with beurettes and other children of immigrants, are all products of modern France, assesses this useful analyse.
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From the northern border city of Juárez, Chihuahua to the west and east coasts of Canada, Indigenous girls and women are at far higher risk to be kidnapped, sexually abused or raped, and murdered. It is quite unusual for ResistingWomen.Net to announce conferences. This one needs special focus and support. It will take place in Canada August 14-17 2008.
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Entfremdungsform unserer sogenannten westlichen Kultur.
Wenn eine Frau verhindert, daß ihr Mann oder ihr Sohn in einen Krieg zieht ist es gut.
Wenn wir anfangen, uns als bessere Wesen oder gar Opfer hinzustellen werde ich ratlos und wütend.
Diese Allüren sind mir unheimlich.
Es gibt gute gesellschaftsanalysen von Männern und auch von Frauen- warum sollen wir das Rad zum zweiten Mal erfinden?