Versuch eines Frontberichtes
Die schönsten Kriegsgeschichten entstehen immer in der Etappe, viele Frontberichte auch. Das ist gut so, das rettet manchem Autor von Kriegsgeschichten und vielen Frontberichterstattern das Leben. Außerdem hat man in der Etappe die bessere Übersicht, die Hose nicht voll und wird nicht von dieser ganzen Schießerei völlig verrückt gemacht. Mehr Etappe als Berlin kann es wohl kaum geben.
Man schreibt also einen Frontbericht in Berlin. Zwar ein wenig weit weg vom Geschehen, aber trotzdem bei den vielen Kriegschauplätzen noch nah genug dran um die Übersicht zu verlieren. Auf jeden Fall aber warm, trocken und sicher. Das hätten die Soldaten in Afghanistan wahrscheinlich auch gerne. Die melden erst einmal französische Tote in einer etwas eigenartigen Schlacht die aber wohl so ähnlich schon öfter vorgekommen sein soll.
HINTERHALT AM SAROBI-PASS
Nach Aussagen der französischen Soldaten gegenüber der renommierten Zeitung “Le Monde” spielte sich am Montag dem 18.August folgendes ab…
Die französischen Soldaten des 8. Fallschirmspringer-Regiments der Marine, dem 2. Fallschirmspringer-Regiments der Fremdenlegion und dem Regiment des Tschad-Marsches (” Régiment de marche du Tchad (RMT)” sind gegen 13.30 Uhr mittags im Rahmen einer ISAF-Mission unterwegs auf einer Strasse die zur Stadt Sarobi führt, deren Distrikt die französische Militärführung erst kürzlich im Rahmen der von Präsident Sarkozy verfügten Truppenaufstockung von den US-Militärs als “Verantwortungsbereich” (Besatzungszone) übernommen hatte.
Diese Strasse, die sehr bald zu einem engen Pass werden würde, ist aber noch Teil der Region Kabul. Das Kommando über die 5000 NATO-Soldaten in der nur 30 Meilen entfernten Stadt Kabul hatte vor wenigen Tagen, am 5.August, der Franzose Michel Stollsteiner übernommmen.
Die Strecke gilt als extrem gefährlich. Das anvisierte Ziel liesse sich auch anders erreichen. Trotzdem wird der französische Generalstabschef General Jean-Louis Georgelin nachher bei einer Pressekonferenz erklären, dass es nötig war die Elite-Soldaten zu Fuss auf die Pass-Spitze zu schicken.
Die französischen Soldaten sind mit US-Spezialeinheiten und afghanischen Militärs unterwegs. Diese halten sich hinter den Franzosen.
In dem Augenblick als die französischen Truppen die Pass-Spitze erreichen, geraten sie in einen Hinterhalt. Später wird Generalstabschef Georgelin in Paris behaupten, in diesen Minuten hätten die eigenen Truppen die meisten Verluste erlitten.
Nach Aussage der überlebenden Soldaten passiert aber folgendes: 4 Stunden lang erhalten sie im Gefecht durch die US-Soldaten und die afghanischen Truppen hinter ihnen nicht nur keine Unterstützung - sondern sie werden von den eigenen “Verbündeten”, darunter Elite-Scharfschützen, direkt unter Feuer genommen, . Sie müssen sich nach allen Seiten verteidigen. Die Munition geht ihnen aus. Das eigene, das französische Kommando in Kabul unter Michel Stollsteiner bricht die Verbindung zu ihnen ab. Verstärkung und Entsatz kommt nicht, obwohl 5000 NATO-Soldaten nur 30 Meilen entfernt sind.
Die sogenannte “Rapid Force”, die schnelle Eingreiftruppe, ist angeblich nicht in Bereitschaft, was allen militärischen Grundregeln und Einsatzmustern widerspricht. Die afghanischen Soldaten, die mit ihnen auf die Patrouille gingen, nehmen sie immer dann unter Feuer, wenn sie versuchen sich vom Pass zurückzuziehen.
Dann kommen NATO-Bomber. Sie greifen die Franzosen an und töten mehrere Soldaten.
Über 13 Stunden gehen die Gefechte, schliesslich werden die letzten verwundeten Franzosen gegen 2 Uhr nachts am Dienstag evakuiert.
Daniel Neun der Autor dieses Berichtes geht davon aus, dass durch genügend Opfer die Franzosen in Wut gebracht werden sollen und sich damit die Bereitschaft erhöhen soll, weiter an dem irrsinnigen und völlig nutzlosen Krieg in Afghanistan zu beteiligen. Das mag sein.
Viel erschreckender ist aber die Schilderung eines deutschen Offiziers dessen Name nicht genannt werden kann, weil wir ja ehrliche Bürger in Uniform in diesem Land nicht ertragen. Hier werden mehr die Speichellecker gesucht. Dieser Offizier berichtete sinn- aber nicht wortgemäß folgendes:
Ich verstehe gar nicht worüber ihr euch bei den Franzmännern aufregt. Das ist völlig normal. Irgendein Hirni im Generalstab oder in Kabul verspürt den dringenden Drang seine Eier zu zeigen. Die Eier sind wir. Wir müssen also raus. Das ist nicht beliebt. Die Zeiten wo speziell uns Deutsche die Afghanen noch mochten sind auch lange vorbei. Es ist zuviel passiert und die amerikanische Rumbomberei nach Tornadoaufklärungsflügen schafft keine neuen Freunde.
Es ist übriges egal ob die Auswerter was finden oder nicht habe ich mir sagen lassen. Gebombt wird immer. Saubere Ziele haben die selten. Wenn wir mal drei Hanseln als mögliche oder gar wahrscheinliche Taliban identifizieren, dann kann man die nicht bombardieren und kommt mit anderen Mitteln auch nicht nahe genug heran. Hubschrauber haben in Afghanistan kaum Chancen, das wussten die Russen schon.
Wenn wir also raus müssen, laufen wir immer Gefahr in einen Hinterhalt zu kommen. Wir wissen nicht mit wem wir es zu tun haben. Die wenigen Afghanen die wir kennen, beginnen uns aus dem Wege zu gehen, weil die afghanische Armee aus Langeweile auch gerne mal rumknallt und dann solche Ziele wie Hasen abschießt. Da kann man nicht einwirken. Erstens haben wir häufig gar keinen Funkkontakt zu denen und dann ist da, dass Problem der Sprache.
Außerdem hat sich ein blöder Mechanismus eingebürgert. Um nicht selbst zu sterben, versuchen wir alle zuerst zu schießen. Da kann eine Fehlzündung an einem Auto schon die schönste Schießerei auslösen. Oft mit tödlichem Ausgang. Da alles immer dahin schießt wo geschossen wird, kommt es oft zu Kreuzfeuer von verbündeten Einheiten.
Meist sind die Afghanen die Opfer, aber oft auch Truppen von uns. Es ist wie ein Reflex. Zum Glück geht meist allen die Munition aus, bevor es wirklich gefährlich wird. Die ist nämlich immer knapp. Was Hilfe angeht, sieht es auch nicht besser aus. Tatsächlich existieren die schnellen Eingreiftruppen so gar nicht, wie ihr euch das vorstellt. Sie werden einfach mit verplant und selbst wenn sie frei sind, braucht es den ganzen Papierkrieg für Unterstützung.
Ob wir den Krieg gewinnen könnten weiß ich nicht. 200.000 Mann mehr und wir könnten für Ruhe sorgen.Aber das wäre die Ruhe Israels. Natürlich werde ich wieder hingehen. Wenn ich nicht gehe muss ein anderer hin. Ach ja ich brauche das Geld und will befördert werden.
Das muss man einfach mal so stehen lassen und sollte erwähnen, das es natürlich ein subjektiver Eindruck ist, der zudem noch von Erinnerungsfehlern belastet sein könnte. Aber so ähnlich hat man den Gesamttenor auch schon aus andren Ländern von deren Soldaten gehört und der Standard sieht es auch so.
Pakistan und Inden bewegen sich nicht. Da muss erst klar werden, wie die neuen Machtverhältnisse wirklich sind. In Uigurien gibt es im Moment keine neuen Nachrichten, das geht wohl erst nach Olympia richtig los, auch wenn es Gerüchte über chinesische Übergriffe gibt. Dafür gibt es an der Irakfront gute Neuigkeiten. Die US-Amerikaner werden das Land verlassen. Bis 30. Juni 2009, sollen sie aus den irakischen Städten abziehen und dann 2011 das Land ganz verlassen. Das gibt Hoffnung.
Klar dürfte allerdings sein, das die Amerikaner erst noch mal eben den Iran überfallen werden und den Irak sicherlich so lange unter ihrer Kontrolle behalten, wie noch ein Tropfen Öl dort zu stehlen ist. Aber auch danach werden sie einige Stützpunkte erhalten. Weniger Amerikaner im Irak ist ja auch schon weniger tödlich für die Iraker.
Georgien hat auch keine offiziellen Kriegshandlungen mehr, aber das dürfte wohl nur ein Atempause sein, weil die strategische Situation so schlecht ist. Russland beruft sich zur Zeit auf alte Verträge die Kontrollposten auch weit in georgischem Gebiet zulassen. Momentan fährt aber die Schwarzmeerflotte wieder in ihre Heimathäfen.
Noch könnte man die Situation mit Russland deskalieren, aber es sieht eher so aus, als ob die Nato in Georgien eine Entscheidungsschlacht gegen Russland führen möchte. Arme Georgier. Aber auch für die Nato, zumindest für deren europäischen Teil wird das nicht gut ausgehen. Gleichzeitig spielt die Ukraine mit dem Feuer, als ob sie die Situation im eigenen Land und die lange Grenze zu Russland nicht kennen würde.
Auf die amerikanische Provokation mit den gegen Russland gerichteten Raketensystem in Polen und Tschechien, hat Russland prompt reagiert und wird nun ihrerseits ein solches System in Weißrussland aufstellen. Das ist nicht gut für Polen und Tschechien. Für die Ukraine dürfte es aber wohl einen kalten und teuren Winter bedeuten.
Es ist nicht anzunehmen, das die Ukraine noch auf Gas oder Öl zu Freundschaftspreisen hoffen darf. Es dürfte wohl eher so sein, dass die Ukraine für Weißrussland mitbezahlen muss. Das ist dann zwar dumm gelaufen, aber eben auch Schuld eigen. Insgesamt gibt es keinen Grund für eine Entwarnung. Im Moment werden nur die Kräfte neu positioniert.
Tags für diesen Artikel: abchasien, afghanistan, china, europa, georgien, irak, iran, kirgisien, nato, olympia, polen, russland, südossetien, tschechien, uiguren, ukraine, usa, weissrussland
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Duckhome am
09/01/08 um 12:13
Deutschlands verlorene Unschuld
Deutschland hat in Afghanistan seine mühsam wieder gewonnene Unschuld nun wohl endgültig verloren. Man konnte über dieses Deutschland zwar nicht sondern glücklich oder stolz sein, aber zumindest mordete es nicht zum Vergnügen oder zu ...
Deutschland hat in Afghanistan seine mühsam wieder gewonnene Unschuld nun wohl endgültig verloren. Man konnte über dieses Deutschland zwar nicht sondern glücklich oder stolz sein, aber zumindest mordete es nicht zum Vergnügen oder zu ...


















Ich kenne da ein Land, genau westlich gelegen zu Polen, und dann kenne ich da eine "Städtchen", liegt ein halbe Stunde von der Polnischen Grenze entfernt; und wenn ich dann Eins zu Eins addiere ...
Bevor also russische SS-20 oder SS-80 auf uns niederknallen, wird noch schnell unser Militär ganz unnötig verheizt - und dann zeigt man wieder mit dem Finger auf uns und sagt: Kriegsbeginner, ihr zahlt Reparationen.
Ich will nun wirklich nicht die beiden anderen Kriege relativieren. Aber dreimal hintereinander das gleiche Spiel! Wird das denen da oben nicht allmählich langweilig oder warum bemühen die sich so, Deutschland zum globalen Zahlmeister zu machen? (Wobei natürlich unsere Politik fleißig mitmacht!)
Gegen eine Zerstörung von Berlin hätte ich im Prinzip nichts. Jedes Mal, wenn diese Stadt deutsche Hauptstadt war, gab es entweder Krieg oder eine andere Katastrophe, die unser Land ruinierte. Es ist wie ein Fluch! Und den Kollateralschaden würde ich sogar ernsthaft begrüßen, solange das Kanzler mit drauf geht!
Mal schauen, ich gehe eher davon aus, das die Russen erst mal weitere 60 Jahre lang kalter Krieg spielen, um die Amis zu ärgern und Europa anders aus der Umklammerung zu befreien. Ich gehe nicht davon aus, das der amerikanische Siegeswille ausreicht, dies hinzukriegen. Und wenn sie schon aus dem Iraq gehen, sollen sie unsere Jungs aus Afghanistan gehen lassen. Dies wäre zumindest fair.
Und Jung und Steinmeier würde ich wegen der Truppen dort hier bei uns vor ein Kriegstribunal stellen - und zwar wegen dem §§, nachdem Deutschland doch keinen Angriffskrieg mitmachen darf. Das dürfte dann reichen, das der eine nicht Kanzler - und der andere nicht Flugzeugabschießer Europas wird.
Ach ja, weiß man schon was über den Terroranschlag von Madrid (der Flugzeugabsturz)? Ich habe da das merkwürdige Gefühl, das das auch noch hochgespielt wird.
MfG
Russen, wie Amis, haben mittlerweile Sprengköpfe, die sich 40 m tief in Stahlbeton eingraben können und dann erst hochgehen.
Und so weit ich weiß, wurde der Bunker unter dem Neuen Kanzleramt nicht fertig, weil man da auf eine uralte Bunkeranlage aus WK II stieß - mit einem Haufen alter Knochen drin - hübschen Uniformen und noch einem Leitfaden: Wie ruiniere ich Deutschland in 60 Tagen!
MfG
Ps.: Vorsicht, Satire!
Auch Satire.
Die Bomben können zwar 40 Meter und mehr eindringen, aber das mit dem Treffen ist immer noch schwierig. Außerdem ist die Merkel solch einen teure Waffe nicht wert. Lebend und an der Regierung nützt die jedem Feind Deutschlands viel mehr als tot. Tot wäre sie nur für Deutschland gut.
BUNDESWEHR RAUS AUS AFGHANISTAN