Naturschutzgebiet für Finanzhaie
Es gibt diverse Haiarten die leider vom Aussterben bedroht sind. Nach Ansicht des Chefs der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, Christopher Cox, gehören zu diesen aussterbenden Haiarten auch die Finanzhaie. Eine Ansicht die man nicht teilen muss, die aber interessante Aspekte hat.
Grundsätzlich sind Naturschutzgebiete eine gute Sache und angesichts der Finanzmarktkrise sieht es wirklich so aus, als würde es den größten Betrügern, Falschspielern und Abzockern erheblich an den umschlipsten Kragen gehen. Vielen ihrer Opfer ist das aber kein Grund diese widerlichen Tierchen unter Naturschutz zu stellen, sondern eher ein Grund für einen Freudentanz.
Das weiß natürlich auch Christopfer Cox. Deshalb versucht er auch gar nicht all die schleimigen Untergattungen zu schützen sondern beschränkt sich auf die größten, gemeinsten und hinterhältigsten Exemplare.
Das ganze folgt auch nicht nur ganz zufällig auf den Tag an dem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann als Vorsitzender des Internationalen Bankenverbandes IIF verkündet hat, dass sich die Banken nun selbst ein paar Empfehlungen geben, die sie Regeln nennen und die Sand in die Augen der Beobachter streuen sollen. Aber das Ziel ist erreicht.
Von der SEC wird eine "Emergency Order" auf den Weg gebracht und die ist ungefähr genau so sinnvoll, wie die Filmhandlung von "Emergency Room". Es geht aber nicht nur darum etwas getan zu haben, sondern es geht darum etwas wirklich neues zu tun. Als wichtigster Punkt wird das teilweise Verbot von "Naked Shorting" oder von "nackten Leerverkäufen" genannt.
Nein, keine Sorge, das hat nichts mit Sex zu tun sondern ist eine besondere Perversion des Finanzmarktes. Dabei behauptet der Verkäufer von Aktien, dass er zu einem festen Termin in der Zukunft eine Aktie zu einem festen Preis verkaufen will, die er aktuell gar nicht besitzt und ein Käufer sagt zu, dass er die Aktie abnehmen wird.
Der Käufer glaubt, das die Aktie zu dem Zeitpunkt viel teurer als der vereinbarte Preis ist, der Verkäufer glaubt das sie viel billiger als der vereinbarte Preis ist. Glaubensache eben. Dazu gibt es ein paar Regeln, die etwas darüber aussagen, wie lange man zwischen dem Geschäft und dem realen Kauf der Aktien Zeit hat und das man sich die Aktien auch leihen kann.
Wie immer sind Regeln in diesen Geschäften nur dazu da, um nicht nur umgangen, sondern ins Gegenteil umgekehrt zu werden. Tatsächlich sind solche Geschäfte heute reine Wetten auf den Kursverlauf von Aktien. Sie funktionieren bei steigenden wie bei fallenden Kursen. Eigentlich sollten sie dazu dienen auch den Markteilnehmern, die eine Aktie gerade nicht besaßen, die Teilnahme am Marktgeschehen zu ermöglichen.
Tatsächlich geht es gar nicht mehr um die Aktie. Es geht darum auf den Kurs der Aktie zu wetten und das Geschäft, endet damit, dass der Verlierer dem Gewinner die Kursdifferenz auszahlt. Glückspiel auf hohem Niveau. Natürlich wird von diesen Geschäften auch der Kurs einer Aktie beeinflusst. Geht es nach oben, sind alle glücklich, geht es nach unten sind alle entsetzt.
Wenn wir dieses Geschäftsmodell von Aktien auf Notebooks übertragen und von der Börse auf ebay dann ergäbe sich folgendes Bild. Der Verkäufer verspricht das Notebook für 300 Euro zu verkaufen und hofft es für 250 Euro einkaufen zu können. Der Käufer kauft und bezahlt es. Der Verkäufer bekommt das Notebook nur für 350 Euro und beschließt daraufhin mit dem Verkauf von Notebooks aufzuhören und behält das Geld der Kunden. Das würde man Betrug nennen. Bei Banken nennt man das freie Marktwirtschaft.
Diese freie Marktwirtschaft war jedoch für die Perlen der Finanzwirtschaft zu frei. Deshalb werden jetzt einige in den Naturschutzpark des SEC aufgenommen und gegen die darf ab Montag nicht mehr mit "Naked Shorting" gehandelt werden. Es sind die folgenden illustren Namen:
BNP Paribas Securities Corp
Bank of America Corp
Barclays PLC
Citigroup Inc
Credit Suisse Group
Daiwa Securities Group Inc
Deutsche Bank Group AG
Allianz SE
Goldman Sachs Group Inc
Royal Bank ADS
HSBC Holdings Plc ADS
JPMorgan Chase & Co
Lehman Brothers Holdings Inc
Merrill Lynch & Co Inc
Mizuho Financial Group Inc
Morgan Stanley
UBS AG
Freddie Mac
Fannie Mae
Bank of America Corp
Barclays PLC
Citigroup Inc
Credit Suisse Group
Daiwa Securities Group Inc
Deutsche Bank Group AG
Allianz SE
Goldman Sachs Group Inc
Royal Bank ADS
HSBC Holdings Plc ADS
JPMorgan Chase & Co
Lehman Brothers Holdings Inc
Merrill Lynch & Co Inc
Mizuho Financial Group Inc
Morgan Stanley
UBS AG
Freddie Mac
Fannie Mae
Edle Namen. Lauter Namen die den Schutz nötig haben dürften. Das erinnert einen dann irgendwie an die Schule, wo die Lehrerin, sensibel wie ein Zaunpfahl, die Liste der Armseligen die zur Nachhilfe mussten, an einer Wand des Klassenraums festpappte und man selbst immer froh war, nicht auch noch auf dieser Liste zu stehen. Eine Liste der Verlorenen, der Unfähigen.
Der Meyer hat es in seiner unnachahmlichen Art und Weise wie folgt zusammen gefasst:
Als ersten Schritt verbietet die SEC in Amerika das Leerverkaufen von wichtigen Bankaktien. 20 Prozent der Aktien sollen leerverkauft worden sein, da der Markt auf die Pleite des einen oder anderen Kandidaten spekulierte. Sicherlich wäre dieser Schritt rasch erweiterbar auf alle anderen Aktien. Als nächstes muss wohl damit gerechnet werden, dass man an den Börsen Aktien nur noch kaufen darf, nicht mehr verkaufen. Die Idee hätte aus dem SED-Politbüro kommen können. Soweit zum Thema "freie Märkte".
Josef Ackermann hat sich in Deutschland ja auch einen solchen Naturschutzpark eingerichtet. Er hängt direkt per Transfusion an den Geldbeuteln der Steuerzahler. Allerdings fehlt in den vielen Kommentaren zu diesem Thema noch eine wichtige Erkenntnis.
Die, die nicht geshortet werden dürfen, dürfen ihrerseits natürlich weiterhin andere shorten. So kann ein Josef Ackermann seine Analysten anweisen ein Werk für Windkraftwerke herunterzustufen, seinen Händlern befehlen, die Aktien zu shorten und den Rest dann billigst an seine Freunde verteilen. Den Verlust an Arbeitsplätzen trägt wie immer der Steuerzahler.
Das erinnert irgendwie an die Geschichte von dem alten Löwen im Zoo, der gefragt wurde ob er nicht in die Freiheit wolle. Er verneinte dies. Hier im Zoo bin ich sicher. Ich werde vor den anderen bösen Löwen beschützt und wenn ich will, breche ich nachts aus und reiße draußen ein Schaf oder eine Kuh. Am Morgen prüft der Wärter die Gitterstangen die mich schützen und ich bin froh.
Im nächsten Schritt wird die SEC wohl den Opfern Ackermanns noch die Beine binden und sie ihm mit ungeschützter Kehle präsentieren, damit er sich beim reißen und morden nicht noch anstrengen muss. Das ist ein feines Leben. Aber es ist eine unglaubliche Gefahr für die Wirtschaft. Um ein paar schmutzige Haie, die das System bis zum letzten ausgenutzt haben zu schützen, werden jetzt die Mittel auf die reale Wirtschaft umgelenkt.
Die Botschaft von Christopher Cox heißt ja nur, das seine Auserwählten nicht gejagt werden dürfen, während er den Druck auf die anderen gleichzeitig erhöht. Er schützt die Jäger und Mörder. Das wird weltweit Arbeitsplätze kosten, denn die Leute die jetzt auf Großwildjagd waren, werden ab Montag kleineres Wild jagen.
Meist Firmen die nicht wie die Deutsche Bank oder die anderen von der Liste, ihr Geld ohne Arbeit, ohne Leistung und ohne Können verdienen, sondern jene, die entwicklen und produzieren. Jene die Menschen beschäftigen die für ihr tägliches Brot kämpfen müssen. Aber diese Menschen interessieren Christopfer Cox und seine SEC nicht und Josef Ackermann hat sich noch nie für Menschen interessiert.



















Die Geschäfte mit Anleihen sind eine Sache, die manchmal nicht ganz sauber verlaufen. Dies bekam nun auch die Deutsche Bank zu spüren, die gerade mal so einer Anklage wegen Betrugs entging. Nur ein außergerichtlicher Vergleich mit dem New Yorker G... ...