Gottesbeweis - Du schuldest mir 100 Euro.
Solltest Du anderer Ansicht sein, mußt Du mir die Nichtexistenz Deiner Schulden beweisen!
Da ich fest daran glaube, dass Du, liebe/r Leser/in, mir diese hundert Euro schuldest, werde ich dafür sorgen, dass Du nicht nicht mehr ruhig schlafen wirst, bis Du mir die hundert Euro überwiesen hast. Ich werde in Deiner unmittelbaren Umgebung permanent dafür sorgen, dass Dir Deine Schulden immer und immer wieder vor Augen stehen. Ich werde bei Behörden, Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern in freundlichen Gesprächen darauf hinweisen, dass Du mir hundert Euro schuldest.
Ich werde Dir außerdem ein paar Bücher übers Schuldenmachen zuschicken und Dich bitten, diese gründlich zu lesen, ehe Du mit mir über Deine 100 Euro Schulden diskutierst.
Ich werde auf Deinem Arbeitsweg Plakate aufhängen, auf denen steht, dass Geldschulden Ehrenschulden sind. Ich werde mich unter Dein Fenster stellen und Lieder über Schulden und deren Rückzahlung singen. Und ich werde in die Schule Deiner Kinder gehen und sie und ihre Mitschüler und Lehrer in allen Einzelheiten über Deine Schuldenmacherei aufklären. Ich werde mich natürlich auch hier im Internet ausführlich über Deine Geldschulden verbreiten.
---
Alimentierungswahn
Ob kostenloses Schulmittagessen für arme Kinder oder Sozialtarif für Energie: die Politiker von CDU und SPD überschlagen sich dieser Tage in Vorschlägen, wie man die Not der Armen lindern könnte, was spätestens seit der Veröffentlichung des Armutsberichts ein Thema ist, aber eher auf die Gefahr durch die LINKE zurückgeht. Nichts könnte falscher sein.
Jahrelang wird verkündet, der Sozialstaat sei ein bürokratisches Monster, alimentiere zu viel. Nun wird ein Vorschlag nach dem anderen durch die Medien gejagt, der das Ganze NOCH bürokratischer macht. Klasse Idee. Nichts wird getan gegen die Ursachen der Armut und nur wenig wird zu ihrer Linderung getan. Die negativen Folgen der Armut werden sogar mutwillig noch weiter verstärkt, wie in den beiden eingangs erwähnten Fällen. Armut in Deutschland, das ist nicht Hungern. Das hat sogar Guido Westerwelle mit seiner "Man hat mir den Lolly geklaut"-Schmollstimme bei Anne Will verkünden dürfen. Nein, das Problem ist die soziale Stigmatisierung, und diese zu beseitigen tut man nichts, man verschärft sie nur.
---
Notenbank – Bank in Nöten. Und was ist mit Gold?
Doch der Hammer ist wohl die Erkenntnis, dass man die Zinsen anheben will/muss/sollte (Unzutreffendes bitte streichen), um der Inflation etwas entgegenzusetzen. Wer hat denn den Inflationsgeist aus der Flasche gelassen, indem er immer mehr Geld gedruckt hat? Wer hat die Banken mit neuem Geld freikaufen müssen? Wer wirft mit neuen Dollars um sich in der Hoffnung, das Kreditfeuer löschen zu können? Sehen Sie? Inflation ist eben ein monetäres Problem. In Europa sieht es nicht viel anders aus, bloß ist der Feuerwehrschlauch in den USA mehr als armdick. Aber auch heute flog wieder ein 50 Mrd. Euro schwerer Tender aus dem Turm der EZB
Wie schon vor einem Jahr geschrieben, hat sich die US-Notenbank in die Lage gebracht, jetzt zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Beides ist tödlich. Wenn man den schreienden Banken, Investoren und der Wirtschaft das Spielzeug der niedrigen Zinsen wegnimmt, dreht jeder durch. Um der Inflation Einhalt zu gebieten, sind massive Zinserhöhungen nötig, nicht nur ein paar halbherzige Prozentchen. Damals hatte der frühere Paul Volcker den Mut, die Zinsen bis auf 20 Prozent anzuheben. Doch war die Lage damals längst nicht so prekär. Heute muss man an jede alte Zahl noch ein paar Nullen anhängen, bei den Schulden ein paar viele davon. Man kann die Zinsen gar nicht auf ein Niveau bringen, um der Inflation Zähne zu zeigen. Das sind nur ein paar faulige Beißerchen, die da gerade gebleckt werden. Mit massiv höheren Zinsen würde der Zug sofort aus den Schienen springen. Wird die Bank der Not das tun? Auf den Stufen des Capitols wurden damals Bilder von Volcker verbrannt – was würde heute brennen?
Nein, ich glaube Big Ben kein Wort. Er ist einfach nicht mehr Herr der Lage. Andere wetten schon, ob er noch lange Notenbankchef bleibt. In Uncle Ben`s Trickkiste findet man gerade noch verbale Interventionen und Scheinangriffe. Mit beidem scheint er gleichzeitig gespielt zu haben. Mehr nicht. Dann hätte der die Banken und die Wirtschaft mit diesen Notzins-Einsätzen (da ist das Wort schon wieder) versucht zu retten. Alles umsonst? Wieso schickt die Regierung erst Steuerschecks auf die Reise, damit die Schuldner damit ein paar Promille ihrer Schulden an die Banken bezahlen können? Und dann kommt Ben Bernanke mit der Giftspritze hinterher? Eine 180-Grad-Wende muss und wird misslingen. Ich befürchte, keiner hat das Format eines Paul Volcker. Und wenn jemand das hätte, dann vor den Toren der Macht.
---
Michael Glos` Bewerbungsschreiben
Es ist eben wie es ist. Man wird älter, der jugendliche Leichtsinn schwindet und man beginnt sich zu fragen: Werde ich von dem was ich mache in Zukunft leben können? Wie wird meine kärgliche Rente aussehen? Hartz IV-Niveau? Oder auch: nur meine Pension als bayerischer Landtagsabgeordneter plus Minister-Pension? Wird das reichen? Muss da nicht noch mehr kommen? Und man besinnt sich auf seine Möglichkeiten, vergisst all die großspurigen Ankündigungen, die man in seinem Bekanntenkreis gemacht hat und macht sich, wild entschlossen, auf die Suche nach einem neuen, besser bezahlten Job.
Nun muss man nicht denken, dass Zukunftssorgen wie diese nur den „normalen“ Bürger der Bananenrepublik Deutschland quälen. Nein, selbst Minister, genauer gesagt Wirtschaftsminister, sind davon betroffen. Allerdings, ist man zufällig Wirtschaftsminister – in einer „deregulierten“ Wirtschaft, in denen alles dem „freien Spiel der Märkte“ überlassen wird, eigentlich der Deppenjob der Nation – sind die Aussichten so schlecht nicht: Werner Schmidt, Wolfgang Clement, sie alle haben den Absprung in ein neues, besser bezahltes Berufsleben geschafft und arbeiten heute in der Energieindustrie. Michael Glos sollte sich also keine grauen Haare wachsen lassen, erst recht da die Energiekonzerne sicher wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass der Mann sich wirklich anstrengt.
---
Die NPD und die Jagd nach dem “braunen Geld”
Der Spiegel berichtet in seinem aktuellen Heft über die Immobilliengesellschaft KEL, welche “unauffällig in einem Hinterhof der Berliner Uhlandstraße zwischen Rotlichtbars und indischen Schnellrestaurants” residiert. “Ein Firmenschild gibt es nicht, und der Manager ist hier schon lange nicht mehr gesichtet worden”, denn es handelt sich um Ex-NPD-Schatzmeister Erwin Kemna, der seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt - wegen des Verdachts der Untreue. Der Bilanzbuchhalter soll mehr als 600.000 Euro von Partei- auf Privat und Geschäftskonten abgezweigt haben.
Das Amtsgericht Münster habe große Teile seines Privatbesitzes unter die Aufsicht der Justiz gestellt: zwei Immobilien und Kemnas Anteil von 99.000 Euro an der Deutsche Stimme Verlags GmbH. Der größte Geschäftsanteil am zentralen Propaganda-Organ der Rechtsextremen werde seitdem faktisch vom Staat kontrolliert, schreibt das Nachrichtenmagazin. Dass sich bei Kemnas Transaktionen Partei- und Privatinteressen bisweilen auf höchst fragwürdige Weise vermischten, zeige das Beispiel der diskreten Immobilienfirma KEL. Kemna hatte die Gesellschaft laut Spiegel 1999 – ganz privat – von einer alten Gesinnungsgenossin aus dem Württembergischen erworben. Die Ehefrau des rechtsextremen Liedermachers Frank Rennicke verkaufte ihre KEL-Anteile demnach zum “Kameradschaftspreis” von 5000 Mark. Doch in Wahrheit habe das Privatunternehmen des Schatzmeisters wohl vor allem der Partei gedient. Die meisten Banken mochten der notorisch klammen Truppe keine Darlehen gewähren, Makler hatten Angst um ihren Ruf, falls ihre Geschäftsverbindung zu den Radikalen publik würde, heißt es weiter.
---



















http://athpedia.de/wiki/Hauptseite