Heinrich von Pierer macht den Tim Toupet. Ja ich weiß. Montags gibt es hier keine Musik, aber sagen sie doch mal selber, ist das Musik? Aber es trifft auf den neuesten Pierer wie die Faust aufs Auge:
Nun ist er also doch noch über seinen eigenen Schatten gesprungen. Anderthalb Jahre haben sie bei Siemens darauf gewartet, dass Ex-Chef Heinrich von Pierer eine politische Verantwortung übernimmt für das Schmiergeldsystem, das in seiner Amtszeit aufgebaut wurde und das den Konzern in seinen Grundfesten erschüttert hat.
Nach einem Wanderurlaub in Spanien hat sich der 67-Jährige nun dazu durchgerungen. Aber seine Kehrtwende wird inzwischen im Konzern eher achselzuckend zur Kenntnis genommen. "Das kommt zu spät. Dafür ist einfach schon zu viel passiert", sagt ein Siemensianer.
So werden Pierer denn auch taktische Motive unterstellt. "Für ihn geht es darum, dass Stimmungsbild für die nächste Woche vorzubereiten", vermutet ein Branchenexperte. Denn für Freitag kommender Woche ist Pierer im ersten Siemens-Strafprozess als Zeuge geladen. Sein Auftritt in dem Verfahren gegen Reinhard Siekaczek wurde bislang mit Spannung erwartet.
Die Debatte über seine politische Verantwortung hatte Pierer nie so ganz verstanden. So etwas gebe es in der Wirtschaft nicht, sagte er, kurz nachdem Dutzende Polizisten und Staatsanwälte in einer Großrazzia bei Siemens angerückt waren. Da müsse ja jede Woche ein Vorstand zurücktreten, wenn man immer gleich politische Verantwortung übernehme, wenn irgendwo im weiten Konzernreich etwas schieflaufe.
Man muss sich das vorstellen. Da werden unter der Nase des Mannes der sich wirklich für das kleineste Detail interessiert 1,6 Milliarden an Bestechungsgeldern ausgezahlt und er will es nicht gemerkt haben. Nein, er ist wie alle Neoliberalen und alle Wirtschaftsfaschisten nicht bereit Verantwortung zu übernehmen. Wenn der Alleinerziehenden die Waschmaschine nach 14 Jahren kaputt geht, dann will Herr von Pierer das die dafür die Verantwortung übernimmt und eben mit der Hand wäscht oder mit ihren Kindern verhungert. Aber er und seine gemeinen Mitstreiter kennen weder das Wort Gnade wenn es um andere geht, noch das Wort Verantwortung wenn sie sie selbst tragen müssten.
Egal welcher Zeuge auch immer befragt wird, alle weisen auf die jeweiligen Vorgesetzten hin, die eben Bestechung von ihnen verlangt haben. Verlangt als dienstliche Obliegenheit:
Die Siemens-Rechtsabteilung war nach Angaben eines Zeugen im Siemens-Prozess über dubiose Zahlungen des Konzerns informiert. Er habe im Herbst 2003 ein mehrseitiges Fax des Angeklagten Reinhard S. erhalten, das Rechnungen verschiedener Firmen sowie einen Beratervertrag enthalten habe, sagte der Zeuge, der in der Siemens-Rechtsabteilung tätig ist, am Donnerstag vor dem Landgericht München I.
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Der Zeuge erklärte, bei dem Gespräch habe der Angeklagte ihm berichtet, dass Betriebsprüfer des Finanzamtes die Rechnungen entdeckt hätten. S. habe ihn auch gefragt, ob nun damit zu rechnen sei, dass die Prüfer die Unterlagen an die Ermittlungsbehörden weitergeben. Darauf habe er ihm geantwortet, dies hänge davon ab, wie gut sich die Prüfer mit den Behörden verstehen, das Vorgehen sei "von Bundesland zu Bundesland verschieden."
Er selbst habe daraufhin telefonisch den früheren obersten Siemens-Korruptionsbekämpfer Albrecht Schäfer über den Vorfall informiert, sagte der Zeuge. Der habe gesagt: "Schicken Sie mir mal die Unterlagen, ich kümmere mich darum." Aufgabe der Rechtsabteilung sei generell die Rechtsberatung gewesen. Die Untersuchung von Zahlungsströmen dagegen wäre Sache der Revision gewesen, erklärte der Rechtsanwalt. "Es war nicht meine Aufgabe, den Vorgang aufzuklären."
Alle bis zur Putzfrau haben Bescheid gewusst. Aber niemand hat angeblich mit Herrn von Pierer geredet. Natürlich nicht, war doch auch nicht nötig. Die Anweisungen kamen doch direkt aus seinem Umfeld. Aber der Pierer tanzt mit der Zwiebel auf dem Kopf durch die Gegend und schreit dass er ein Döner ist. Merkels Chefberater als Döner. Es wäre zum brüllen komisch wenn es nicht so traurig wäre.
Die Finanzprüfer konnten es wohl auch gut genug mit der Firma Siemens um damals schon nichts zu unternehmen, ich hoffe die Leute haben ihre Kinder wenigstens auf die Universität bekommen und ein Haus in der Toskana.
Nun aber passiert genau das, was von anfang an absehbar war. Herr von Pierer hat mitten in den Raum gekackt, der Gestank ist unerträglich, und aus der Entfernung übernimmt er genervt die politische Verantwortung und zieht sich ansonsten auf sein Aussageverweigerungsrecht zurück:
Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer wird im Korruptionsprozess nicht als Zeuge aussagen, wie am Donnerstag bekannt wurde. Pierer werde sich für den ersten Prozess vor dem Landgericht München auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berufen, bestätigte die Kanzlei seines Anwalts Winfried Seibert.
Hintergrund ist ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen von Pierer bei der Staatsanwaltschaft München. Diese überprüft, ob von Pierer seinen Kontrollpflichten als Siemens-Chef und Aufsichtsratsvorsitzender nachgekommen ist. Weil er sich als Zeuge möglicherweise selbst belasten könnte, muss er nicht aussagen. Von Pierers Zeugenaussage vor Gericht war für den 20. Juni erwartet worden.
Hat sein Rechtsanwalt das nicht schön mit der Staatsanwaltschaft gedeichselt. Herr von Pierer zahlt ein Ordnungswidrigkeitengeld, wie für falsch parken und ist ein freier Mann. Diejenigen die auf seinen Befehl handelten stehen bis zum Hals in seiner Scheiße und werden verurteilt. Deutschland ist schon ein tolles Land.
Wer übrigens glaubt Pierer müsste wenigstens im Schadensersatzprozess etwas bezahlen, den kann man jetzt schon beruhigen. Er wird da offiziell große Summen bezahlen müssen, dafür bekommt er dann irgendwo im Ausland einen Beratervertrag dessen Vergütung mindestrnz hundert mal so hoch wie seine Strafe ist. Schließlich braucht er ja ein Schmerzensgeld, dafür dass er so tat als übernehme er Verantwortung.
Der für Herrn Pierer zuständige Staatsanwalt wird Anwalt in einer Riesenkanzlei und muss auch nie wieder arbeiten. Zum guten Schluss wird von Pierer Chef des BDI und sahnt noch einmal richtig ab und darf dabei im Fernsehen fordern, dass Koma-Patienten zerlegt und ihre Organe für Manager zwangsgespendet werden, weil die Manager ja soviel Verantwortung tragen.
Was haben wir nur für ein verkommenes Land.


















