Während sich überall auf der Welt Nahrungsmittelknappheit bemerkbar macht und an vielen Orten schon Hunger herrscht, sind sich viele Leute noch gar nicht darüber im klaren, dass auch auf uns eine Änderung in der Ernährung zukommen wird. Alle ernstzunehmenden Experten sind sich darüber einig, das Treibstoff aus Öl oder Biomasse nicht mehr billiger wird. Es geht nur noch um die Frage wie schnell der Preis und wohin er steigt.
Die Fluggesellschaften kommen jetzt schon nicht mehr mit dem Geld für Sprit aus, was zwangsläufig zunächst zu weiteren Spritzuschlägen, auf Dauer aber zu höheren Flugpreisen für Fracht und Passagiere führen wird. Damit fallen viele Lufttransporte auf Dauer einfach aus und können auch nicht durch Schiffstransporte ersetzt werden. Der LKW hat seine eigenen Probleme und wird als Kühllaster aber auch im Normalverkehr erhebliche Einschränkungen erfahren. Auf einer Strecke leer zu fahren, wird sich bald nicht mehr lohnen.
Da weder die aktuelle Politik noch die Europäische Zentralbank einen Inflationsausgleich über kurze und heftige Lohnrunden zulassen, wird der Großteil der Verbraucher eine Menge an Einschränkungen hinnehmen müssen. Wer weiß, das ein Kilo Huhn den Gegenwert von sechs Kilo Getreide plus Aufzuchtkosten darstellt, kann sich ausrechnen das die sich im Welthandel verdoppelnden Getreidepreise auch bei uns zu verdoppelten Fleischpreisen führen werden. Im Moment schützt uns da noch der hohe Wert des Euros, aber schon zum Jahresende dürfte diese Marke erreicht sein, wenn es nicht durch Missernten noch vielschlimmer wird.
Da wir in Deutschland nach Meinung der Ernährungsmediziner viel zu viel Fleisch essen, ist ein Ausweichen auf Obst, Gemüse und Getreide sicher kein Problem. Allerdings erwartet uns da ein völlig neues und unerwartetes Problem, das sich keinesfalls auf die Niederlande oder den Treibhausanbau begrenzt:
Dem Gemüse gehen die Vitamine aus
Die Qualität des Eisberg-Salats, der Champignons und Gurken sowie anderen Gemüse-Produkten, die auf holländischem Boden wachsen, lässt zu wünschen übrig. Der Boden ist aufgrund seiner intensiven Nutzung total ausgelaugt und versorgt das Gemüse nicht mehr mit ausreichend Mineralien, aus denen dann im Gemüse während des Wachstumsprozesses Vitamine entstehen können.
Die Folge: Der Gehalt von Vitamin C beispielsweise in Gurken aus niederländischen Gewächshäusern ist in den vergangenen sieben Jahren um 99 Prozent zurückgegangen, fanden Wissenschaftler der renommierten Agrar-Universität Wageningen heraus, die ihre Ergebnisse in der Zeitung „de Telegraaf“ jetzt veröffentlichten. Auch der Vitamingehalt von holländischem Broccoli oder Karfiol ging demnach seit 2001 um 84 bzw. 64 Prozent zurück. Der Chicorée enthält überhaupt kein Vitamin C mehr. Das einzige Gemüse aus holländischer Produktion, das seinen Vitamingehalt steigern konnte, ist der rote Paprika. Er spendet heute 3,6 Prozent mehr Vitamin C als noch vor sieben Jahren.
Alle in Treibhäusern und für den Transport gezüchteten Gemüse und Obstsorten, müssen zuerst transport- und lagerfest sein. Wenn sich die Produkte von der Südwestspitze Spaniens bis nach Nordfinnland ohne Kühlung transportieren und dann auch noch verteilen und verkaufen lassen, sind sie gut. Dann geht es um die Erntemengen. Je mehr desto besser. Der nächste Anspruch ist die Optik. Große Früchte in kräftigen Farben erscheinen gesünder, weil sie in normalem Anbau eben Reife signalisieren. Danach folgt der Geschmack, der sich aber erziehen lässt. Die meisten Menschen wissen ja gar nicht, wie alte Sorten schmecken und wie z.B. Erdbeeren schmecken müssten.
Die Inhaltsstoffe interessieren dann niemanden mehr, weil es dafür keinen Grund gibt. Das geschieht nicht aus böser Absicht, sondern ist einfach das Ende einer logischen Kette. Dünger in Treibhäusern oder gar lebendige Erde mit Bodenleben kostet Zeit, Geld, und bringt als lebendige Erde auch noch Schadinsekten mit ein, die dann bekämpft werden müssen.
Natürlich wird sich jetzt etwas ändern. Die holländischen Tomaten haben ja auch wieder etwas Geschmack bekommen, sind aber immer noch Lichtjahre von alten Sorten entfernt. Wenn wir beim Gemüse, aber auch bei Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln nicht nur das schöne Aussehen und Nahrungswert von Pappe haben wollen, müssen wir umdenken. Wir müssen zurück auf ältere Sorten die vielfach frei sind und sich eben auch bei uns anbauen lassen.
Das aber wird Geld kosten, viel Geld. Alte Sorten haben weniger Ertrag, sind nicht so widerstandfähig gegen Schädlinge und Krankheiten, oder lassen sich nicht so leicht behandeln. Der Zeitraum für den Transport schrumpft und auch die Lagerfähigkeit an sich. Kühlhäuser wirken teilweise kontraproduktiv. Es kann also auf gleichen Flächen nur viel weniger an Endprodukten erzeugt werden. Ich tippe auf eine Halbierung, mit etwas Glück verlieren wir nur ein Viertel.
Im Prinzip kommen wir um den biologischen naturnahen Anbau nicht herum. Allerdings brauchen wir im Bereich Düngung ein anderes Rechenmodell. Wir müssen das was wir dem Boden mit Früchten und Kraut entnommen haben, auch wieder zuführen dürfen, mit Düngemitteln aus dem Zukauf. Eine Hoftürbilanz der Energie wäre eine einfache Lösung.
Gleichzeitig müssen wir allerdings solche Leute wie die BASF mit ihrer Gen-Amflora nicht zum Zuge kommen:
Die Kartoffel soll nicht auf dem Teller landen«, erklärt BASF-Vorstand Marcinowski. Das Gemüse ist für die Industrie verändert worden. Der wichtigste Inhaltsstoff, der Stärkebestandteil Amylopektin, soll herausgefiltert werden und anschließend Druckpapier glänzen lassen und Klebstoffe länger flüssig halten. Das aber geht am besten, wenn der andere Stärkebestandteil, die Amylose, gar nicht erst entsteht. Deshalb haben BASF-Forscher die Pflanzen manipuliert. Ein lohnendes Geschäft winkt.
Während wir ernsthaft überlegen müssen, wie die Ernährung in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen ist, wollen solche Leute wie Marcinowski ihren Gendreck freilassen um Druckpapier glänzen zu lassen. Zum Glück weigert sich die EU, den gefährlichen Unfug zuzulassen. Selbst die Diskussion ob man solchen Unfug braucht ist schon fast strafwürdig, wenn man den Hunger in der Welt sieht.



















der Landwirtschaft nichts zu tun ist und wollten die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Uni schließen.
Aus "Kostengründen"....
Wozu brauchen wir Fachleute auf diesem Gebiet. Wozu Forschung.
Wir haben doch genug Chemiekonzerne....
Es war im übrigen keine EU-Kommission, die dies verhinderte.
Es waren die Studenten, Mitarbeiter der HU und Fachgremien, die dies verhindern konnten. Und was sind u.a. die Ziele dieser Einrichtung:
Qualitätssicherung in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Produktionssystemen im Dienste der Nahrungsmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes.
Urbaner und periurbaner Land- und Gartenbau unter Betonung der Vielfalt naturbezogener und ressourcenbasierter sowie wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stadt-Land-Beziehungen.
Na ja, und für die vielen Menschen, die so überzeugt sind von der Marktwirtschft vielleicht ein klitzekleiner Anstoß zum (vorher) Nachdenken, denn "Planung ist die gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns"....
Auch für unsere Ernährung.
Was ich jedoch eigentlich sagen wollte: Ich plädiere schon lange dafür, "Umweltschutz" in Menschenschutz umzubenennen, damit endlich mal klargemacht wird, worum es hier geht - um nichts anderes als unsere Lebensgrundlagen.
Es mag sein, dass die Umwelt leidet, und das ist nicht lustig. Aber es gab schon mehrmals in der Erdgeschichte Katastrophen, die zum Aussterben von 80% aller Arten geführt haben, diesmal heißt diese Katastrophe halt "Mensch". Die Umwelt, das Meer, die Berge lachen uns doch aus. Sie waren schon lange vor dem ersten Menschen da und werden den letzten ebenso lange überleben. Fraglich ist nur, ob wir uns die verbleibende Zeit so schön wie möglich machen oder sie noch deutlich verkürzen.
Da hätte man gleich die meisten Uni's abschaffen können oder zu Fach(hochschulen) umbenennen. Frei nach der Devise: Immer mehr Menschen wissen immer weniger.
"..., ob wir uns die verbleibende Zeit so schön wie möglich machen...". So gesehen hat eine Minderheit der Menschen die Zeichen der Zeit richtig erkannt und läßt es sich so gut wie nur möglich gehen. Und so gesehen kann man es Ihnen dann nicht einmal verdenken, wenn da nicht noch ein paar mehr Menschen wären, auf deren "Kosten" sie diesen "Zeitvertreib" betreiben....