Dem Handelsblatt ist der Euro zu teuer und es naseweissagt uns, das der Euro überbewertet sei, weil die Zinssenkungen der FED in den USA den Aufschwung bringen werden. Nun ja. Geglaubt wird zwar eigentlich in der Kirche, aber die ganze Holtzbrinck-Gruppe scheint ja im Moment ziemlich durch den Wind zu sein. Im Marktmonitor des Handeslsblattes widerspricht prompt auch Frank Wiebe diesem Schwachsinn:
Hauptsache die Wirtschaft retten - Inflation ist egal. Auf diese Devise der amerikanischen Politik stellen sich die Kapitalmärkte ein.
Was natürlich weiter sinkende Zinsen in den USA und damit einen noch stärkeren Euro bedeutet. Dollarkredite werden sehr bald die Marke von -4 Prozent Realzins nach unten durchbrechen. Das bedeutet das es reicht Kredite in Dollar aufzunehmen und die Japan, Neuseeland, Australien oder Europa als Tagesgeld anzulegen um erhebliche Gewinne zu machen. Noch lukrativer ist der Kauf von Aktien und Firmen mit dem gepumpten Geld.
Selbst das Handelsblatt weiß, das die Anleger vom Dollar in Rohstoffe umschichte. Tatsächlich, ist dies aber eine Gefahr. Rohstoffe hängen sehr stark von der Konjunktur ab. Geht die Konjunktur baden, folgen die überhitzten Rohstoffkurse meist schnell. Das gilt nicht für Öl und Uran, die auch weiter Mangelware bleiben werden, weil sie vermutlich sehr zügig zur Neige gehen oder doch gehen könnten.
Das Handelsblatt weiß ebenfalls:
Den internationalen Kreditmärkten stehen nach Einschätzung von Experten düstere Zeiten bevor. Neue Schwierigkeiten könnten von Konsumkrediten ausgehen. Insbesondere bei Kreditkarten- und Autodarlehen droht eine Welle von Ausfällen.
Diese Krise wird zu einer weiteren Schwächung des Dollars führen. Die FTD wird da schon deutlich klarer:
Das nächste Unglück ist programmiert
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In völliger Verkennung des Umstands, dass allein in den USA ein nationaler Schuldenberg von 46.000 Mrd. $ zu erodieren droht, ergötzen sich die Anleger stattdessen an der Bonitätsnote von ein paar klitzekleinen Kreditversicherern, deren Namen sie vor ein paar Monaten noch nicht einmal gekannt haben.
Was alleine am Dienstag so an Daten herausgegeben wurde, kann einen in Angst und Schrecken versetzen. Fangen wir mit den detaillierten deutschen BIP-Zahlen an, die erfreuliche Zuwächse von Exporten und Ausrüstungsinvestitionen (vor dem Auslaufen der günstigen Abschreibungsbedingungen) aufweisen. Ein annualisierter Rückgang des realen privaten Konsums um 3,1 Prozent kommt allerdings einer kleinen Katastrophe gleich. Bereinigt man das Masseneinkommen - Nettolöhne und -gehälter zuzüglich empfangener monetärer Sozialleistungen - mit dem Konsumdeflator, lag dieses im vierten Quartal trotz eines Beschäftigungsanstiegs von 1,6 Prozent immer noch um 0,6 Prozent unter dem Vorjahr. Derweil steigt die Arbeitsproduktivität je Stunde bloß noch um 0,3 Prozent zum Vorjahr, während die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten inzwischen um 0,8 Prozent über dem Vorjahr liegen.
Ob die langsam einsetzenden Tariflohnanhebungen angesichts der munter zunehmenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise ausreichen, um die reale Kaufkraft spürbar zu erhöhen, bleibt unterdessen äußerst zweifelhaft. Sicher ist nur, dass sie höhere Kosten in der Industrie zeitigen werden, während laut Ifo die Erwartungen hinsichtlich der Verkaufspreise (Euro) und des Exports zurückgehen. Und ziemlich sicher ist auch, dass die Verbesserung des Geschäftsklimas im Einzelhandel höchstens eins reflektiert: dass es dort vorläufig nicht ganz so desaströs läuft. Auf den Bau will man bei all dem gar nicht zu sprechen kommen.
Aber die Nachrichten des Tages sind damit noch nicht zu Ende. Die FTD sagt weiterhin:
Heuschrecken vor der Pleitewelle
Private-Equity-Unternehmen sehen große Pleiten auf sich zukommen. "Es wird Zusammenbrüche von großen Unternehmen in Private-Equity-Hand geben, in diesem Jahr und im nächsten Jahr", sagte Jon Moulton, Chef des britischen Finanzinvestors Alchemy Partners, auf der Branchenkonferenz Super Return in München.
"Das ist absolut garantiert." TPG-Partner Matthias Calice und Steven Puccinelli, Europachef von Investcorp, teilen diese Ansicht. "Einige Unternehmen werden ihre Schulden nicht mehr bedienen können", sagte Puccinelli der FTD.
Auch den letzten Hoffnungen des Handesblattes auf einen sinkenden Euro, erteilt die FTD eine klare Absage:
Bestellungen bei US-Industrie brechen ein
Die Aufträge für langlebige Industriegüter sind im Januar deutlich stärker gefallen als erwartet. Das weitere Zeichen für eine nahe Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt belastet die Aktienmärkte - und verschafft dem Euro weiter Auftrieb.
Diese Aussagen stammen ja nun alle nicht von linken Volksverhetzern, sondern von etablierten Teilen der neoliberalen, wirtschaftsfaschistischen Propaganda, und selbst das Pfeifen im Walde des Handelsblattes ist praktisch nicht mehr zu hören. Die reale Situation ist also wahrscheinlich noch weit dramatischer als die Texte zugeben.
Ein Beweis für diese Annahme ist Rede von Ben Bernanke dem Chef der FED der wieder ein zeitnahes Handeln, also weitere Zinssenkungen angedeutet hat und die bisherigen Zinssenkungen für richtig und wirksam hält. Der große alte Mann des amerikanischen Geldes geht hingegen einen völlig anderen und zunächst erschreckenden Weg. Paul Josef Watson hat zwar seine eigene amerikanische Sicht auf das was Alan Greenspan vorschlägt, aber im Grunde hat der alte Fuchs Greenspan wie meistens recht:
Greenspan rät den Golfstaaten, sich vom Dollar zu trennen
Alan Greenspan hat wieder einmal bewiesen dass er den Interessen der amerikanischen Bürger zuwiderhandelt, indem er die Golfstaaten dazu anhielt, dem Dollar-Peg den Rücken zu kehren, was zu einem Finanzchaos und zu einer Wirtschaftsdepression in Amerika führen könnte. Der Dollar-Peg regelt, dass die Golfstaaten ihre Vermögenswerte in US-Dollar beziffern und der US-Geldpolitik folgen; ein System welches einen Boom in Öl-Gewinnen ausgelöst aber auch zu einer hohen Dollarinflation geführt hatte.
"Es [die Abkehr vom Peg] ist wahrscheinlich das Nützlichste was getan werden kann um den steigenden Einfluss ausländischer Vermögenswerte auf das Geldsystem und folglich auf die Geldbasis zu stoppen, was im Prinzip die größte Kraft in inflationären Einflüssen ist,"
sagte Greenspan gestern zu dem Abu Dhabi Corporate Leadership Forum.
"Kurzfristig wird das Free Floating nicht vollständig den inflationären Druck vermindern, jedoch wird es dies im bedeutenden Umfang tun,"
fügte Greenspan hinzu und gab somit den Golfstaaten das grüne Licht für die Abkehr vom Dollar-Peg. Laut Economist-Editor Pam Woodall, markieren Greenspans Aussagen den Anfang vom Ende des Dollars als die Währung der Wahl für ausländische Währungsreserven.
"Wenn asiatische Zentralbanken heute mehr als 80% der Währungsreserven halten, was die Verschiebung der weltweiten Wirtschaftsmacht nach Asien zeigt, dann scheint es ziemlich ungünstig dass die vereinigten arabischen Emirate immer noch den Peg ihrer Währung zu dem Dollar behalten,"
sagte sie gegenüber Gulf News. Greenspans Mission der Zerstörung des Dollars wird deutlich angesichts zahlreicher Statements, in denen er den Euro als neue Weltreservewährung bezeichnete. Der ehemalige Zentralbankchef hatte wiederholt den Dollar schlechtgeredet und die Unvermeidbarkeit eines ökonomischen Chaos' heraufbeschworen; zu einer Zeit während das Vertrauen in den Markt im Keller ist. Der Internationale Währungsfond zeigte ähnliche Rhetorik im vergangenen Oktober, als man den Dollar bizarrerweise zu einem Zeitpunkt als "überbewertet" verurteilte, als der Greenback das Allzeittief
gegenüber dem Euro erreicht hatte. Die Abkehr der Golfstaaten vom Dollar-Peg könnte international als ein Misstrauensvotum gegenüber dem Dollar gewertet werden, sodass andere Länder mit großen Dollarreserven wie China und Japan ihre Greenbacks im großen Maßstab abstoßen könnten.
Watson denkt immer noch in amerikanischer Finanzhegemonie, während Greenspan der Wirtschaft mit einem großen Befreiungsschlag helfen will. Das der Dollar sich auf Dauer zwischen 25 und 35 Eurocent einpendeln wird, ist eine Tatsache die nicht mehr zu ändern ist. Schafft er es den Euro zur Weltreservewährung zu machen, bedeutet dies, das die amerikanischen Auslandsschulden in ihrem Wert sinken, amerikanische Produkte und Löhne bei weitem konkurrenzfähiger werden und somit große Teile der Schulden bezahlt werden können, während die Inflation an den Euro weitergeben wird. Ein genialer Schachzug, der sich wohl auch nicht mehr verhindern lässt.
Darauf gibt es bei uns nur eine Anwort, wie sie auch Neuseeland schon gegeben hat. Die Zinsen müssen rauf. Richtig rauf. Neuseeland liegt bei 8 Prozent, wir müssen wahrscheinlich bis auf 9,5 Prozent. Das bedeutet, das der Dollar richtig auf dem Boden aufschlägt und vielleicht bei 7 -14 Eurocent für einen mittleren Zeitraum landet. Gleichzeitig würden all die Spekulationsgeschäfte die sich ja meist im Dollar bewegen platzen und das Kapital aus der Spekulation vertreiben und in die Anlage in Produktion, Handel und Entwicklung verschieben. Genau das aber bedeutet Arbeit und Geschäft.
Von der ungelösten Energiefrage, über Antriebssysteme, breitbandige Funkvernetzung, bis hin zum Billighandy mit iphone-Fähigkeiten für Afrika und China. Wir haben Aufgaben ohne Ende. Aber wir werden durch das Tal der Tränen müssen. Ich kann jedem nur raten, sich sinnvoll vorzubereiten. Grund und Boden sind besser als Aktien. Beteiligungen an lokalen Firmen mit Potential besser als solche an Global Playern. Nahrungsmittel, Wasser und lokale Energie sowie jede dezentrale Technologie können helfen.
Das ganze ist kein Weltuntergang, aber man kann es sich leichter oder schwerer machen. Gold kann man nicht essen. Teppiche nicht und auch Teekannen aus Sheffield leider nicht. Sie sind zwar schön, aber nur bedingt als Tauschmittel geeignet.


















