Da kann sich doch endlich mal niemand mehr beschweren, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ist sowas von staatstragend, da erscheint einem die CSU, geradezu als Wackelkandidat. Ich würde das was uns der Chef von StudiVz da gerade wissen lässt für vorbeugende Zensur:
Riecke: Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung.
Solche Aussagen macht ein Mann wie StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke für die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck natürlich nicht zufällig. Damit soll eine geistige Haltung dieses Hauses wiedergegeben werden, an die sich die Kunden in der Zukunft zu halten haben, wollen sie nicht die möglichen Rechtsfolgen tragen. Momentan dankt Ricke seinem Gott - den ich lieber nicht kennenlernen möchte - dafür das er seine Kunden sofort ausliefern kann, sobald der Staat oder staatsähnliche Organe nach deren Daten fragen, es ist abzusehen das die Verlagsgruppe in Zukunft von sich aus tätig wird, und mögliche Taten direkt an die Behörden oder andere Interessierte ausliefert.
Vielleicht lässt sich daraus, neben der Werbeberieselung noch ein lukratives Nebengeschäft mit den Leuten machen, die den seltsamen Geschäftsbedingungen zugestimmt haben. Abmahnvereine und ähnliches werden dankbar für die Daten sein. Es besteht allerdings auch noch eine andere Gefahr für die Zukunft. In dem Buch IBM and the Holocaust: The Strategic Alliance Between Nazi Germany and Americas Most Powerful Corporation" von Edwin Black, weist dieser darauf hin, das eine Teilschuld für die erfolgreiche Vernichtung der Juden auf die Verwendung der Hollerithmaschinen mit Unterstüzung von IBM bei Volkzählungen in Nazi-Deutschland und im besetzten Holland zurückzuführen sei und begründet dies damit, das in Frankeich wegen Sabotage der Volkszählung ein erheblich größerer Teil der
jüdischen Bevölkerung der Vernichtung entkommen sei.
Ich hoffe das sich die Holtzbrinck-Gruppe über derartige Gefahren im klaren ist, bin mir aber bei Marcus Riecke da nicht so sicher. Allerdings gibt die Erwähnung der französischen Volkszählung einen guten Hinweis auf das, was zu tun ist, um solchen Gefahren im Vorfeld zu begegnen. Einfach nicht mitmachen. Für die jetzigen Teilnehmer der diversen VZ ist das ein wenig zu spät. Sie werden immer in der Gefahr leben müssen, das ihre Daten zu edlen Zwecken, an weniger edle Empfänger herausgegeben werden. Aber vielleicht ist das der Preis, den man dafür zahlen muss, wenn man vom SchülerVZ, über StudiVZ bis Zoomer im geistigen Gefängnis der Holtzbrinck Gruppe, vor eigenen Gedanken, Meinungen und Rückschlüssen geschützt sein will.
Ähnlich wie bei einigen religiösen Gruppen, soll ja die ständige Kontrolle durch sich selbst, andere und die Kirchenleitung zu einem besseren Menschen führen. Scientology hat da ja sogar tolle technische Geräte wie E-Meter und ähnliches. Vielleicht könnte Holtzbrinck für seine Schäfchen so eine Art Meinungsradar einführen. Eine Art Kompassnadel am unteren Bildschirmrand, die, die Abweichungen von der gewünschten Holtzbrinck-Linie nach links oder rechts anzeigt und somit dem User bei allen Webaktivitäten die Sicherheit gibt, auf der richtigen Linie zu sein.
Irgendwer muss bei dem Narrenschiff ja den Kurs bestimmen.
Besonders lustig finde ich übrigens das Holtzbrinck nun nachdem die Wellen hoch gehen, Herrn Riecke angewiesen hat, alles zu tun um die Zahnpasta wieder in die Tube zu bekommen. Ach Kinder was seid ihr doch naiv. Die Geschichte glaubt euch kein Mensch.



















Danke, der Treffer wurde registriert.