Das unsere Post langsam, manchmal auch sehr langsam ist, daran haben wir uns ja gewöhnt. Denn die Post wurde privatisiert. Deshalb erstaunen uns solche Nachrichten nur wenig:
Eine Postkarte hat für den rund 80 Kilometer langen Weg von Göttingen nach Heyersum (Niedersachsen) 15 Jahre gebraucht. Eine inzwischen gestorbene Frau hatte die Karte 1993 geschrieben, mit einer 60-Pfennig-Marke frankiert und an Verwandte adressiert.
Ein weiterer Vorteil der Privatisierung ist aber auch das alles nicht nur noch länger dauert, sondern auch noch teurer geworden ist:
Die Empfänger mussten aber nicht nur lange warten: Vor der Übergabe der Karte kassierte die Post jetzt von den Empfängern noch 96 Cent Nachporto, weil die Frankierung damals zwar korrekt war, heute aber nicht mehr ausreicht.
Das nenne ich Neoliberal in höchster Vollendung. Nicht nur doof, langsam und arbeitsscheu sondern auch noch dreist. Wäre ich der Chef der Zustellertruppe gewesen hätte ich meinem Mitarbeiter ein paar Euro für einen kleinen Blumenstrauß in die Hand gedrückt, oder wäre wahrscheinlich selber hingefahren und hätte mich entschuldigt.
Was macht die Post. Die kassiert Nachporto.
Das ist so ähnlich wie Mohn/Bertelsmann und INSM. Die ruinieren unser Bildungs- und Sozialsystem und wundern sich dann warum alles den Bach runter geht. Neoliberal eben.













Du hast oft gar nicht mal unrecht mit deinen Beobachtungen und Schlussfolgerungen.
Aber dass du quasi ununterbrochen und ausnahmslos alles Negative auf politisch Andersgesinnte schiebst, bringt dich häufig zurück auf Stammtischniveau und zerstört den Gesamteindruck einer fundierten Meinungsbildung.
Die Privatisierung der Post und Neoliberalismus haben nunmal gar nichts mit dem aktuellen Fall zu tun.
Ganz im Gegenteil.
Wann hat dir das letzte mal ein Beamter wegen eines Versehens einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt? :-)
Vielleicht hat der Stammtisch recht. Ich kann doch nicht dafür. Ich hätte auch als Postler eine Entschuldigung gebracht. Ich, für meinen Laden. Wenn das Stammtisch ist. Ok. Dann bin ich gerne Stammtisch.
Ich bekam keine Blumen, aber letztlich hat sich eine Richterin bei mir entschuldigt. Mit Handschlag. Ich war dir vielleicht beeindruckt. Mich haben auch schon Beamte angerufen und gesagt das sie Mist gebaut haben, aber das man das vielleicht so oder so heilen kann.
Es gibt sie. Persönlichkeiten. Neoliberal ist immer dann wenn es keine Persönlichkeiten sondern nur Abzocker und Verantwortungslose gibt. Genau das war die Forderung der Nachgebühr.
Das die Sendung vielleicht 15 jahre in einer Ecke festgehangen hat, kann passieren. Überall. Ich hab vor einem halben Jahr den Safeschlüssel einer Firma gefunden für die ich seit 20 Jahren nicht mehr arbeite. Kommt vor. sollte nicht, aber kommt vor.
Aber es ist eben nicht so, dass die Post als Unternehmen darauf ausgerichtet ist Nachportos für alte Postkarten zu kassieren.
Ich bin auch grundsätzlich skeptisch, was mir manche Medien als gehypte Wahrheit verkaufen wollen. Das ist zwar n-tv, aber bitte... Schlagzeile und Bericht wären doch selbst der Bildzeitung zu billig für eine Erwähnung gewesen.
Ich sehe da einfach Schludrigkeit oder Fehlverhalten von 1, 2 Mitarbeitern. Und keinen Fehler im Gesamtsystem. Ein anderer Mitarbeiter hätte den Blumenstrauß gebracht. Du und ich sicherlich auch. Wir hätten doch nicht darüber nachgedacht ob wir für ein neoliberales Unternehmen arbeiten...Wir hätten es gemacht. Die ein, zwei Deppen da eben nicht. Das hat doch nichts mit der Privatisierung zu tun...
Sicherlich wurden in den letzten Jahren hunderte solcher Postsendungen zugestellt, ohne irgend ein Nachporto zu erheben. Nur berichtet darüber niemand mehr, weil sich damit keine pagevisits machen lassen.
Soweit ich mich erinnern kann gab es "früher" (allerdings schon zu Zeiten der Privatisierung) auch immer mal wieder nette Meldungen über jahrelang verspätet ausgelieferte Post.
Der Fehler liegt in der beschissenen Stimmung im Land und dass nur noch bad news good news sind. Ich bitte dich, da werden 96cent aufgebauscht wie noch was und die Stammtische haben Grund gegen Neoliberalismus zu hetzen. Deutschland ist doch nur noch glücklich wenn es was zu motzen gibt. (und an Karneval natürlich)
Pure Manipulation imho...
"Nutzlose Nachrichten"
Es geht nicht um Meckern. Es geht um Verarsche. Ja. Liegengebliebene Briefe gab es schon immer. Lustlose Leute auch. Aber jetzt ist das Privatwirtschaft. Die Leute die den Brief kriegen sind Kunden. Wer denen nach 15 Jahren Nachporto abnimmt hat ein Ding an der Glocke, oder der Laden ist völlig falsch aufgebaut.
Privatisierung löst eben keine Probleme. Nicht mal am Rosendienstag.
Eigene Fehler zu verschweigen und völlig Verantwortungslos zu handeln ist aber eben auch ein klassisches Verfahren der Neoliberalen. Ich kanns doch nicht ändern.
Ernsthaft jetzt. Eine selbst als "nutzlose Nachricht" eingestufte Information zur politischen Meinungsmache zu benutzen entbehrt doch jeder Argumentationsgrundlage.
Ich wurde in meinem Leben mit Sicherheit(!) schon deutlich öfters von Privatunternehmen serviceorientiert bedient als von Ämtern. Dich hat mal ein Beamter angerufen und sich entschuldigt? Mich noch nie, und weiß Gott, es hätte Gründe gegeben.
Aber da suche ich den Fehler doch nicht im politischen Gesamtkonstrukt. Das wäre mir zu einfach... :-)
Lehn dich doch einfach mal eine Minute zurück.
Die Post baut Mist, als Unternehemen. Das ganze ist mehr ein Gag als ein Problem.
Nun hätten die einfach die Karte stillschweigend ausliefern können und wahrscheinlich hätte sich nur die Empfängerfamilie gewundert, vielleicht wäre es auch eine Mininachricht geworden.
In einem neoliberalen System in dem Verantwortung nur der andere trägt, läuft das aber anders.
Der Empfänger wird für die tote Absenderin zur Verantwortung gezogen, weil die nicht wissen konnten, das ihr Brief 15 Jahre Laufzeit haben würde, und deshalb unterfrankiert hat.
Das ist die gleiche Kategorie in der mit den Überwachungsvideos ein Kind mit Scheiße am Schuh entdeckt wird.
Wenn die demnächst eine Rolle mit alten Bildern von Temposündern finden, wirst du für das zu schnelle Fahren deines mittlerweile toten Urgroßvaters zur Verantwortung gezogen, verlierst deinen Führerschein und musst Zinsen seit dem 1.5.1972 zahlen und die Strafe natürlich auch.
Das ist System. Dieses System ist neoliberal. Es ist eine direkte Folge der Tatsache, das Herr Kannegießer mit seiner INSM oder die Familie Mohn mit ihrer Bertelsmannstiftung, anstatt Steuern zu bezahlen, lieber Steuern verkürzt und dafür den Zusammenhalt der Deutschen untereinander zerstört.
Wenn du so willst sind die prügelnden Jugendlichen in Münchner und sonstigen U-Bahnen eine direkte Folge, dieses Systems.
Wenn du einen aus der Verantwortung entlässt, entlässt du alle, ob du das willst oder nicht. Da wo ein Ackermann ein Verbrechen begehen kann folgen all die anderen. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken, aber der Rest stinkt dann auch ziemlich schnell.
Du nennst mich konservativ. Stimmt ich bin konservativ. Nimm dir einen Baum. Nich den, der extra für die spätere Verpflanzung in einem engen Ballen gehalten wird, sondern einen freien Baum. Am besten einen auf einem Hügel. Sturmumtost. Der wächst progressiv nach oben, während er unten sehr konservativ mit seinen Wurzeln verwachsen ist.
Natürlich bin ich konservativ. Ich habe hier meine Wurzeln. Ich kann dieses Land nicht einfach so aufgeben, wie jene Söldner die sich heute Manger nennen und doch nur billige Diebe und Vergewaltiger sind.
Aber ich bin auch progressiv, ich will wachsen und mein Samen soll das auch. Deshalb muss ich auch noch schlau sein und anderen ebenfalls die Möglichkeit zum Aufwuchs bieten. Damit wir zusammen einen Wald bilden.
Ein Baum ist nichts, aber ein Wald vermag ganz anderen Stürmen zu trotzen.
Ja es ist eine Systemfrage. Neoliberal bedeutet eben nichts anderes als Verantwortungslosigkeit. Verantwortungslose Menschen dürfen keine Macht bekommen, sie müssen bestraft werden. Verantwortungslosigkeit ist eine Krankheit, die nicht nur Deutschland sondern die ganze Welt vernichten kann.