Springerpresse ist und bleibt Springerpresse. Die kann man wirklich nicht zum Milchholen schicken, die lassen das Geld in der Kanne und die Milch draufschütten. Qualitätsjournalisten eben. Diesmal wollten sie die fortschrittliche Technologie der US-Waffenindustrie bejubeln und griffen mangels jeder Ahnung natürlich komplett in die Abfalltonne. Es reicht eben nicht englische Texte durch ein Übersetzungsprogramm zu jagen, man muss schon selbst ein wenig Ahnung haben oder zumindest recherchieren können.
Gut, recherchieren gehört nicht zu den Künsten die man bei Springer braucht, da geht es ja eher um Verunglimpfung, Lügen und neoliberale, wirtschaftsfaschistische Propaganda oder schlicht um Desinformation. Aber immer dann, wenn es um nachprüfbare Themen geht, in denen Behauptungen nicht reichen, wird schnell offensichtlich von welcher Qualität das ist, was Springer produziert. Es darf noch nicht einmal ins Klo, es ist einfach Sondermüll.
So stellt Springer in folgendem Lobesartikel fest:
Die elektromagnetische Schienenkanone ("railgun") beschleunigt demnach Projektile auf siebenfache Schallgeschwindigkeit, hat eine Reichweite von rund 370 Kilometern und dabei eine Zielgenauigkeit von fünf Metern. "Railguns sind im Science-Fiction-Bereich eine große Sache", sagte der Direktor der Einrichtung, Tom Boucher, der Nachrichtenagentur Reuters
Klasse ist auch die Bildunterschrift unter Bild 9
Die Idee der Schienen-Kanone ist alt. Sie wurde bereits im Ersten Weltkrieg realisiert, auch wenn es hierbei nicht darum ging, das Geschoss selbst auf Schienen zu beschleunigen. Das Gemälde zeigt das schwere Geschütz "Somme" im Jahr 1916. Es handelt sich um ein französisches 40-cm-Geschütz auf Schienen in Feuerstellung.
Das eine Railgun eben keine Schienenkanone ist, weil dieser Begriff in Deutschland durch die schienengestützten Kanonen auf Eisenbahnwaggons besetzt ist, würde historisches Wissen verlangen. Soweit will ich gar nicht gehen. Aber ein Blick in Wikipedia hätte schon geholfen:
Obwohl schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Versuche unternommen wurden, leistungsfähige Railguns zu entwerfen, befinden sie sich noch immer in einer Entwicklungsphase. Das größte Problem bei der Konstruktion liegt in dem erforderlichen Energiespeicher, welcher kurzzeitig eine Leistung von mehreren Megawatt bis ca. 1 Gigawatt liefern muss. Verwendet werden hierfür starke Kondensatoren. Dies macht die Waffe sehr schwer. Ein weiteres Problem ist der Verschleiß der Stromschienen, die den Strom zum Geschoss leiten und dieses kontaktieren müssen. In den letzten Jahren konnten allerdings einige Fortschritte in diesen Punkten erzielt werden.>
Damit hat die Geschichte einen völlig anderen Inhalt. Den Amerikanern ist nämlich lediglich gelungen, ca. 250 Gigawatt mit einem riesigen Aufwand kurzfristig bereit zu stellen. Wie groß der Aufwand gewesen sein muss, merkt man daran, das erst 2016 an ein öffentliche Demonstration gedacht ist und der Probeschuß mit einem Projetil von 3 Kilogramm durchgeführt wurde. Um auch nur annähernd an die Ergebnisse einer Bombardierung zu kommen, ist das nicht brauchbar und auch in absehbarer Zeit nicht brauchbar.
Witzig ist allerdings das sich die Leser in den Kommentaren darüber beschweren das die Welt-Online Redaktion ständig Zensur ausübt, um jede Kritik an ihren mies gemachten Artikeln zu unterbinden. Das ist Springer live. So kennen wir den Laden ja schon immer.
Im übrigen ist diese Technologie Müll. Der Leser Edgar Lefgrün weist auf eine gute Dokumentation der Uni Münster hin, die diese Technik knapp aber verständlich beleuchtet und zu einem klaren Schluß kommt:
Bei einer solchen „Railgun“ treten folgende technische Probleme auf:
Die magnetischen Kräfte zwischen den beiden Schienen sind sehr groß und müssen daher mechanisch aufgefangen werden. Eine Lösung zeigt Abb. 4, wo beide Schienen in ein isolierendes Material eingebettet sind und durch ein äußeres zylindrisches Rohr die mechanische Stabilität verbessert wird.
Bei Stromstärken von 1 Million Ampere verschmoren alle Gleitkontakte, insbesondere die des Kurzschlußbügels, der das Projektil trägt und der deshalb leichtgängig sein soll, um Reibungsverluste gering zu halten. Man kann als Abhilfe durch Entladungsspitzen an der Rückseite des Bügels, die durch Verbrennen des dünnen Drahtes S. 2 gebildet werden, erreichen, daß der Kurzschlußstrom als Plasmastrom hinter dem Bügel zündet (Abb. 3). Dies vermeidet ein Festfressen des Gleitkontaktes, verhindert aber nicht eine zunehmende Korrosion der Schienen, die nach wenigen Schüssen (oft nach jedem Schuß) nachpoliert werden müssen.
Je länger die Schienen sind, umso größer werden ihr elektrischer Widerstand und ihre Induktivität. Dies begrenzt bei vorgegebener Generatorspannung U die maximal mögliche Stromstärke und damit die beschleunigende Kraft. Als Lösungsmöglichkeit wurde vorgeschlagen, die Schienen in elektrisch voneinander isolierte Teilstrecken aufzuteilen, an die dann über Kondensatorentiadungen zum richtigen Zeitpunkt (wenn das Projektil den Beginn einer Teilstrecke erreicht hat) Spannungen angelegt werden (Abb. 5a). Auch hier hat man jedoch das Problem von Lichtbögen zwischen den Teilstrecken. Deshalb ist der Vorschlag einer Wanderwellenbeschleunigung sehr vielversprechend, wo an eine lange Schienenstrecke in definierten Abständen und synchron mit dem Vorbeiflug des Projektils elektrische Energie aus Kondensatoren eingespeist wird, so daß sich eine elektrische Wanderwelle entlang der Schiene ausbreitet, die immer am jeweiligen Ort des Projektils ein Maximum des Stromes und damit der beschleunigenden Kraft hat (Abb. 5b).
Um eine Masse in 1 ms auf 10 km/s zu beschleunigen, muß die mittlere Beschleunigung 107 m/s2, also etwa 1 Million mal so groß wie die Erdbeschleunigung sein. Dies stellt hohe Anforderungen an die Festigkeit des zu beschleunigenden Materials, damit es während der Beschleunigung nicht zerreißt. Man hat bisher, soweit das aus der zugänglichen Literatur ersichtlich ist, mit Projektilen von wenigen Gramm (« 109) Endgeschwindigkeiten von 11 km/s erreicht. Als zerreißfestes Material wurde eine Tantal-Plastik-Kombination verwendet. Massen von 0,5 kg wurden bis auf 4 km/s beschleunigt.
Hinzu kommt noch, das ein solches Geschoß eben nicht zielgenau ist, da es bei diesen Geschwindigkeiten zu starken Abweichungen durch die Luftreibung kommt und sich bei diesen Geschwindigkeiten auch Plasmabildungen im Schußkanal nicht vermeiden lassen. Daran ist übrigens unter anderem auch die Laserkanone gescheitert, die angreifende Raketen zerstören sollte.
Was da von der Welt hochgejubelt wird, ist eine Technik, die kaum Chancen auf eine nutzbare Realisierung hat, sich aber immer gut für Einzelvorführungen eignet, damit die Geldmittel für die sinnlose Entwicklung weiter fließen. Springer hofft, das wir uns für ähnlichen Blödsinn begeistern lassen um von der deutschen Waffenindustrie viel Werbung zu bekommen.



















Ich habe micht jetzt wieder ein wenig beruhigt und kann den Rest des Textes lesen... ;-)