Herr Wirt, die Rechnung bitte
Es ist die Stunde der Wahrheit. Jeder Wirt und jeder Gast fürchtet sie. Meist quillt durch die fest verrammelten Fenster bereits das Licht des neuen Tages und zeichnet Lichtsperren in den Qualm, die sich im Spiegel hinter dem Tresen, und an den Gläsern davor vervielfältigen. Es gibt kein Ausweichen mehr. "Die Messe ist gesungen!" pflegte mein Freund Hans-Joachim in solchen Momenten immer zu sagen.
Schon zum sechsten Mal wurde die allerletzte Runde bestellt. Es gibt kein Ausweichen mehr. Der neue Tag ist da. Man wird sich ihm stellen müssen. Wirt wie Gäste. Die Realität hat sie wieder. Es war schön. Aber nun ist es vorbei. Es muss Kasse gemacht werden. Meist wissen Wirt wie Gäste das es nicht reichen wird. Ob der Kredit noch einmal verlängert. Der beim Wirt und der des Wirtes bei der Bank. Die Angst geht um. Großspurigkeit soll Lässigkeit ersetzen.
Aber in solchen Momenten sitzt da eine Schicksalsgemeinschaft. Für den Anfang dieses Tages reicht der Zusammenhalt gerade noch. Die Kredite werden noch um Stunden prolongiert. Aber die Messe ist gelesen. Spätestens heute Abend muss die Zeche gezahlt sein. Auf dem Ende der Fahnenstange steht nur, das hier das Ende der Fahnenstange ist. Kein mysteriöser Hinweis auf eine Verlängerung der Fahnenstange.
So ähnlich geht es jetzt auch der internationalen Finanzwirtschaft. Die Messe ist gelesen. Standard & Poor's-Experten stellen fest, das die Preise für Einfamilienhäuser in den USA so stark wie seit 1991 nicht mehr gefallen sind. Dabei ist der Index von Standard & Poor's nur auf die wichtigen Gebiete der USA beschränkt. Er zeigt nur die Spitze des Eisbergs. Die Metropolen.
Außerhalb der Metropolen sieht es noch schlimmer aus. Es trifft jetzt auch schon Mietshäuser und Bürogebäude. Man spricht bereits offen von Rezession. Rezession in den USA. Rezession in einem Land wo alles auf Pump gekauft wird. Häuser, Aktien, Autos. Rezession in einem Land, in dem schon jetzt klar ist, das die Kreditkartenschulden nicht mehr zurückzuzahlen sind. In einem Land das Milliarden in sinnlosen Kriegen vergeudet hat und keinen dauerhaft gewinnen konnte.
Das bedeutet nach fallenden Immobilienpreisen vor allem fallende Aktienkurse. Natürlich nicht vor dem Jahresende. Die Banken und Finanzinstitute müssen doch ihre Jahresabschlüsse sauber hinbekommen. Deshalb haben ja auch die Notenbanken Geld ohne Ende in diesen ruinierten Finanzmarkt geschossen. Das ist wie eine Bluttransfusion bei einem Selbstmörder dessen Pulsadern weit geöffnet sind, in den aber trotzdem Blut gepumpt wird, anstatt zuerst einmal die Pulsadern zu verschließen.
Aber bei unserem internationalen Finanzsystem sind nicht die Pulsadern geöffnet. Das ähnelt eher einem Fischernetz mit weiten Maschen. Da tropft es an allen Enden. Man kann kein Wasser mit einem Netz transportieren. Natürlich wussten das die Notenbanken. Allerdings ging es neben den Bilanzen der Banken auch um das Weihnachtsgeschäft. Die Bevölkerung muss konsumieren. Sie muss schließlich die Verluste bezahlen.
BMW wird zunächst 8.000 entlassen. Obermann und seine Telekom bestimmt noch einmal 30.000. Eine Rezession in den USA und immer mehr Hausbesitzer die pleite gehen und ihre Schulden nicht mehr zahlen können, bedeutet, das die Zinsen steigen und damit auch die Zinslasten für Aktien nicht mehr bedient werden können. Aktien müssen verkauft werden, auch wenn sie für die Altersversorgung gedacht werden. Was nützt Geld im Alter, wenn man jetzt zu Grunde geht.
Fallende Börsenkurse machen Milliardenkredite bei Banken und Finanzinstituten obsolet. Das bedeutet weiter steigende Zinsen und macht es völlig unmöglich Geld in die Produktion neuer innovativer Produkte zu stecken. Es wird nur der alte Ramsch weiterproduziert. Siehe BMW. Der alte Ramsch lässt sich aber nur billig verkaufen, deshalb müssen die Löhne runter und die Mitarbeiter raus.
Entlassene Mitarbeiter kosten das Geld der Allgemeinheit. Deshalb müssen die Sozialleistungen runter. Das Ganze ist eine Katze die sich selbst in den Schwanz beisst. Josef Ackermann wollte die Spekulation, weil er völlig verrückte Renditen brauchte, um für sich selbst mehr Gehalt zu generieren. Wie bei Mannesmann war es immer die Allgemeinheit die bezahlen musste. Vodafone hat Mannesmann abgeschrieben und dafür Gewinne nicht versteuert.
Ackermann hat die deutsche Bankenwelt nachhaltig ruiniert, um bei der Deutschen Bank höhere Gewinne zu generieren und andere neoliberale Wirtschaftsfaschisten wie Kannegießer und seine INSM oder Mohn/Bertelsmann haben alles getan um ihm dabei zu helfen. Wir haben weltweit den Beweis das neoliberaler Wirtschaftsfaschismus ein System für Irre ist, die in völliger Verantwortungslosigkeit ihre Unternehmen, einzelne Volkswirtschaften und die Weltwirtschaft ruinieren.
Jetzt ist es an der Zeit zu bezahlen. Aber die Verursacher haben sich längst aufs trockene gerettet. Zahlen müssen die einfachen Menschen, die weder die Spekulation wollten noch von ihr profitierten. Genau da müssen wir ansetzen. Wir müssen diejenigen bezahlen lassen, die gewonnen haben. Das Großkapital. Sie haben gewissenlos und gegen besseres Wissen gehandelt. Sie sind schuldig. Wir sollten sie kommentarlos enteignen. Ihr Vermögen reicht nämlich nicht um den Schaden wieder gut zu machen.
Das gleiche gilt für ihre Handlanger. Die Kannegießer und seine Mietmäuler, jenen unsinnigen Professor aus München, Herrn Straubhaar und jene Professoren die sowohl für Mohn/Bertelsmann als auch für die INSM gelogen haben, bis die Schwarte krachte. Wir müssen diese Leute für immer aus dem Spiel nehmen. Sie gehören in den Knast. Sie aufzuhängen, wie oft gefordert wird, macht nur Märtyrer aus ihnen.
Nehmen wir ihr Geld und sperren wir sie weg. Gönnen wir ihnen die Vorzüge eines Rechtstaates, aber zeigen wir ihnen auch, das unser neues Recht nicht mehr käuflich ist. Es sind alle Messen gesungen. Jetzt geht es ans bezahlen. Wenn wir Bürger nicht wieder die Lasten alleine tragen wollen, dann müssen wir handeln.
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